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Alternativen zu hormoneller Verhütung

Sie suchen nach einer Alternative zu hormonellen Verhütungsmitteln. Sicher soll Sie sein. Und praktikabel, einfach handzuhaben. Vielleicht haben Sie schon an Verhütungscomputer wie Persona, Cyclotest oder LadyComp gedacht und fragen sich, ob diese das Richtige sind.

Dieser Artikel soll Ihnen einige Aspekte aufzeigen, die auf den Infoseiten der Hersteller oftmals kaum Beachtung finden, damit Sie sich eine fundierte Meinung darüber bilden können, ob ein Verhütungscomputer (manchmal auch Fertilitätscomputer oder Fertilitätsmonitor genannt) als Alternative zu Hormonen für Sie in Frage kommt.

Persona

Das Funktionsprinzip von Persona basiert auf einem Urintest, den Sie jeden Morgen durchführen. Der Urintest analysiert die Konzentration des LH-Hormons (Luteinisierendes Hormon oder Eisprunghormon) und des Hormons Estradiol, die Hinweise auf die Fruchtbarkeit bzw. den Zeitpunkt des Eisprungs geben.

Persona

Der Urintest wird anschließend „zur Auswertung” in den Persona-Computer gesteckt. Ein grünes oder rotes Lämpchen zeigt Ihnen dann, ob Sie fruchtbar oder unfruchtbar sind. Von der Handhabe her ist dies wirklich sehr einfach und in diesem Aspekt stellt Persona durchaus eine gute Alternative zu hormonellen Verhütungsmitteln dar.

Es gibt jedoch auch einige Nachteile von Persona, die Sie berücksichtigen sollten:

  • Die Verhütungssicherheit liegt bei einem Pearl-Index von 6 und ist damit eher durchschnittlich einzustufen.
  • Persona kann nur relativ regelmäßigen Zyklen mit einer Länge zwischen 23 und 35 Tagen verwendet werden.
  • Persona kann unter anderem nicht eingesetzt werden, wenn Sie stillen, Wechseljahressymptome haben, Antibiotika nehmen, die Tetrazykline als wirksamen Bestandteil enthalten.
  • Der Verhütungscomputer ist relativ teuer (ca. 75 € einmalig) mit recht hohen laufenden Kosten (+ ca. 26 € pro Monat), denn es müssen stets weitere Urinteststäbchen nachgekauft werden (siehe Amazon).

Insbesondere die Verhütungssicherheit kann der ausschlaggebende Grund dafür sein, warum Persona als Alternative zu Hormonen nicht geeignet ist.

Quelle: www.meinpersona.de

Lady Comp

Der Verhütungscomputer Lady-Comp könnte ebenfalls als Alternative zu hormoneller Verhütung in Betracht gezogen werden, da auch hier die Anwendung recht simpel ist. Am Computer befestigt ist ein Thermometer, womit Sie die Temperatur direkt nach dem Aufwachen messen. Der Gedanke dahinter ist, dass die Temperatur etwa zum Zeitpunkt Ihres Eisprungs um rund 0,2°C - 0,5°C ansteigt und dann bis zu Ihrer nächsten Menstruation auf diesem erhöhten Level bleibt.

Lady-Comp

Der Verhütungscomputer speichert daher Ihren Messwert und wendet auf diese Weise praktisch eine Form der Temperaturmethode an. Zur zusätzlichen Sicherheit werden jedoch zahlreiche Zyklen aus einer internen Datenbank als Referenz hinzugezogen, um ein möglichst aussagekräftiges Ergebnis zu erzielen.

Was Lady-Comp zu einer klaren Alternative zu Hormonen macht, ist die hohe Sicherheit mit einem Pearl-Index von 0,7. Nachteilig ist vor allem der immens hohe Anschaffungspreis von rund 400 € und es stellt sich die Frage, ob es nicht bessere Alternativen zur hormonellen Verhütung gibt.

Quelle: www.verhuetungscomputer.de

Cyclotest (2 plus)

Ein weiterer Verhütungscomputer ist der Cyclotest 2 Plus. Auch dieser arbeitet – wie Lady-Comp – nach dem Prinzip der Körpertemperaturmessung. Das Thermometer ist direkt mit dem Computer verbunden und speichert das Messergebnis. Cyclotest ist in diesem Aspekt also ebenfalls eine einfache Alternative zu Hormonen.

Cyclotest 2 plus

Studien haben eine Verhütungssicherheit (Pearl-Index) von 1-3 ergeben, was besser als Persona, jedoch schlechter als Lady-Comp ist. Der einmalige Anschaffungspreis liegt bei rund 170 €.

Quelle: www.cyclotest.de

Clearblue Monitor

Der Clearblue Monitor ist kein Verhütungscomputer, sondern eignet sich ausschließlich für die Planung eines Wunschkindes. Sie sollten diesen daher nicht als Alternative zu Hormonen einsetzen. Wir erwähnen Clearblue nur der Vollständigkeit halber, da er oftmals in Zusammenhang mit Fertilitätscomputern gebracht wird.

Ein großer Nachteil von Verhütungscomputern

Alle Verhütungscomputer haben einen gemeinsamen Vorteil: Sie sind hormonfrei und damit nebenwirkungsfrei und relativ leicht zu bedienen. Die Anschaffungskosten sind ein Nachteil und müssen abgewogen werden. Der größte Nachteil liegt jedoch darin, dass Sie bei der Verwendung eines Zykluscomputers nicht sonderlich viel über Ihren Zyklus lernen.

Sicher, Sie lernen die ungefähre Länge und bekommen ein Gefühl dafür, dass sich „irgendwo in der Mitte” offenbar die fruchtbaren Tage befinden, aber im Endeffekt verlassen Sie sich auf ein Display und haben nur wenig Einblick in das, was "unter der Haube" passiert. Das ist in etwa so, als hätten Sie zwar ein präzises GPS-Gerät, um in einer unbekannten Umgebung von A nach B zu kommen, welches Ihnen jedoch nur die Richtung in Form eines Pfeils anzeigt.

GPS ohne Karte

Eindeutig besser sind GPS-Geräte, die Ihnen auch noch eine übersichtliche Karte anzeigen, damit Sie wirklich wissen, wo Sie sich befinden, welche interessanten Punkte es nebenbei noch zu bestaunen gibt und wie die Umgebung bei Ihrem Ziel aussieht. Würden Sie sich nicht sicherer fühlen, wenn Sie auch noch Ihre Umgebung auf einer Karte sehen könnten?

GPS mit Karte

Bessere Alternativen

Wir schlagen Ihnen deshalb vor, dass Sie sich einmal mit natürlichen Verhütungsmethoden vertraut machen sollten. Insbesondere mit der symptothermalen Methode, die einen Pearl-Index von 0,4 erreicht, damit alle Verhütungscomputer schlägt und bei der Sie sich bald wie mit einer Karte auf bekanntem Terrain bewegen können.

Mit der symptothermalen Methode können Sie Ihren Zyklus ebenfalls auf fruchtbare und unfruchtbare Phasen aufteilen und lernen nebenbei noch Ihren Zyklus, einzelne Zyklusphasen und vor allem Ihren Körper besser kennen. Die symptothermale Methode ist damit aus unserer Sicht die beste Alterative zu Hormonen.

Wenn Sie mehr erfahren möchten, lesen Sie doch einfach unsere:
Einführung in die symptothermale Methode.