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Das MFM-Projekt

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mfm-projekt

Kinder entwickeln Körperbewusstsein

Dr. Elisabeth Raith-Paula, Mitautorin von „Natürlich und Sicher” und „Natürliche Familienplanung heute”, entwickelte im Jahre 1999 das MFM-Projekt. Dieses sexualpädagogische Projekt begleitet Kinder und ihre Eltern auf dem spannenden Weg in die Pubertät. Aufgrund des großen internationalen Erfolges wurde Frau Dr. Raith-Paula 2010 für ihre MFM-Arbeit mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet.

Neben der Aufklärung soll das MFM-Projekt den Kindern dabei helfen, ein besseres Bewusstsein für den eigenen Körper zu entwickeln. Dieses Bewusstsein ist einerseits die Basis, um die Veränderungen des eigenen Körpers im Laufe der Pubertät besser zu verstehen, andererseits ist es absolute Grundvoraussetzung für eine mögliche Anwendung und Akzeptanz von Methoden der natürlichen Familienplanung (NFP).

Gehen die Kinder des MFM-Projektes leichter und entspannter mit den Veränderungen des eigenen Körpers um? Kann das Projekt dazu beitragen, die Akzeptanz und Anwendung von NFP-Methoden in Deutschland zu erhöhen? Um diesen Fragen auf den Grund zu gehen, hospitierten Anne Zietmann und Marcus Krahlisch im Auftrag von myNFP beim MFM-Projekt an einer Berliner Grundschule. Ihre Erkenntnisse sind in diesem Artikel in einem kurzen Zwiegespräch zusammengefasst.

Zwiegespräch zum MFM-Projekt

Marcus: Hallo Anne, du kommst ja eben aus dem Mädchenprojekt „Mädchen, Frauen, meine Tage.” Auf der Internetseite des MFM-Projektes habe ich etwas von einer beeindruckenden Zyklusshow gelesen. Was genau ist die Zyklusshow?

Anne: Die Zyklusshow ist eine Art Theaterstück. Alles beginnt mit einer weißen Pinnwand und zwei roten Vorhängen rechts und links, welche die Regelblutungen symbolisieren sowie die weiße Leere dazwischen, in der scheinbar nichts geschieht. Viele Frauen – vor allem die, die hormonell verhüten – erleben ihren Zyklus als zeitlichen Abschnitt zwischen zwei Regelblutungen. Die Vorführung konzentriert sich auf die vielen spannenden Ereignisse, die in dieser Zeitspanne im weiblichem Körper passieren.

Marcus: Ein Theaterstück? Welche Darsteller spielen denn da mit?

Anne: Die Kinder und ich schlüpften hauptsächlich in die Rolle der Hormone und halfen den Spermien ihren erfolgreichen Weg zur Befruchtung der Eizelle zu finden. Auf diesem Weg sind sie mal die Östrogen-Freundinnen, mal die Eisprunghelfer LH oder das Progesteron-Team. Mit einem unglaublich kreativen bunten märchenhaften Design werden auf der ,Bühne des Lebens’ (dem Körper der Frau) die wesentlichen Grundlagen zum Verständnis des Zyklus, der Schwangerschaft und Geburt gelegt. Als Hormon hat man ganz schön zu tun, die Gleichung des Lebens: Eizelle + Spermium = Kind Wirklichkeit werden zu lassen.

Marcus: Wem sagst du das – mir ging es als ,Special Agent’ Spermium im Männerprojekt „Männer für Männer” auch nicht anders. Ich bekam vom Meister Hypophysis per Handy den Geheimauftrag, neues Leben zu erschaffen, wobei mir und meinen 12- bis 13-jährigen Mitstreitern klar war, dass es am Ende nur EINEN Überlebenden geben kann. In einem aufregenden Stationenspiel von dem Spezialausbildungscamp (Nebenhoden), über den Wildwasserkanal (der Prostata) ging es schließlich zum Land des Lebens (dem weiblichen Körper) wo in einem spannenden Finale das Sieger-Spermium die Eizelle befruchtet und schließlich neues Leben entsteht. Ich bin immer noch etwas geschafft. Damit ich als Spermium fit genug bin, musste ich viele Sportübungen wie Liegestütze und Kniebeugen machen.

Anne: Du Armer. Bei uns ging es ruhiger zu. Die Mädchen konnten sich am Anfang aussuchen, ob sie ein Jungen- oder ein Mädchen-Spermium auf die Reise schicken. So ist allen klar geworden, dass das Geschlecht durch das Spermium bestimmt wird. Sogar den Namen konnten die Schülerinnen sich auswählen. Die von der Kursleiterin selbst gebastelten Spermien – mit getrockneten Erbsen gefüllte Luftballons – waren bei den Mädchen so beliebt, dass einige sie am liebsten behalten wollten bzw. diese zu Hause nach basteln wollten.

Marcus: Den Spermien wurden wirklich schon Namen gegeben? Welche denn?

Anne: Ein Mädchen kam auf eine recht lustige Idee und wollte, dass „Christiano Ronaldo” gezeugt wird. Am Ende ist es nicht der hübsche Portugiese, sondern ein „Dennis” geworden. Ich hoffe mal, dass sie damit nicht den frechen „Dennis” aus dem Spielfilm mit Walter Matthau meinte.

Marcus: Ja, vielleicht dachte sie bei dem Namen auch eher an einen Jungen aus der Parallelklasse. In unserem Projekt war es bis zum Ende spannend, ob das Sieger-Spermium ein Mann oder eine Frau wird. Namen gab es nicht. Nur ein X- oder ein Y-Chromosom. Diese Erbinformation hatten wir als Samenzelle in unserem Spezialrucksack versteckt, welchen wir erst kurz vor der Befruchtung öffneten.

Anne: Mich würde interessieren, wie die Jungen lernten, dass der Penis erigiert?

Marcus: Diese Stelle des Programms kam sehr gut bei den Jungen an. Der Kursleiter holte urplötzlich eine riesige Luftpumpe hervor. Die Augen der Jungen funkelten und wurden immer größer, bis ein Kind schließlich rief:„BOAH! Was wird das denn?” Prompt zog der geschickte Pädagoge einen Luftballon auf die Pumpe. Jeder ,Agent’ bekam genau 10 Züge, um dem riesengroßen Luftpenis seine Gestalt zu verleihen. Der Luftphallus hatte etwa 1 – 1.5 Meter Länge und war rund 20cm dick. In einer der längeren Pausen bauten wir anschließend den für die Fortpflanzung wichtigen Teil der weiblichen Geschlechtsorgane auf. Besonders gut gelungen ist die Darstellung der Eileiter, welche von zwei riesengroßen Röhren symbolisiert wurden. Den Luftpenis haben wir dann an den Eingang aus zwei Tüchern (die Vagina) gelegt und unsere ausgeschnittenen Spermien vor diesen geschüttet. Eine sehr effektive Darbietung des Samenergusses, wie ich finde.

Anne: In unserem Programm war das weibliche Innere wirklich sehr schön gestaltet. Mit farbigen Tüchern und Herzen, welche die Östrogen-Freundinnen symbolisierten. Besonders hat mir gefallen, wie die Samenzellen in den Krypten auf den Eisprung warten. Dazu konnten die Spermien auf ,Miniliegestühlen’ Platz nehmen und es sich bei Rock ?n’ Roll-Musik richtig gut gehen lassen. Unter dem Schleier des Gebärmutterhalses hatten sich einige Süßigkeiten und Getränke versteckt. Diese durften wir dann natürlich verzehren und so prägte sich spielerisch für alle sehr gut ein, dass der sehr nahrhafte Zervixschleim für die Spermien und die Befruchtung enorm wichtig ist.

Marcus: Süßigkeiten gab es auch beim Männerprojekt „Männer für Männer”, da jedes Spermium auf seinem Weg zur Eizelle regelmäßig mal wieder eine Stärkung braucht. Besonders anschaulich empfand ich die Reise zu den Eierstöcken, da die Jungen als Spermien durch die aufgebauten Tunnel krabbeln konnten. Wehe sie hatten sich für den falschen Eileiter entschieden – dann war ihre Reise beendet. An dieser Stelle hat der Kursleiter auf einen ganz wichtigen Fakt hingewiesen, der mir vorher völlig unbekannt war.

Anne: Welchen denn?

Marcus: Seit 1994 ist bekannt, dass die Spermien eine Art Rezeptor haben, der ihnen beim Aufspüren des richtigen Eileiters hilft. Es ist also kein Zufall, dass die meisten der Spermien in den richtigen Eileiter schwimmen. Die genaue Funktionsweise des Vorgangs ist noch nicht geklärt [2]. Insgesamt war im Projekt immer eine gute Mischung zwischen Theorie, Spiel und Praxis vorhanden.

Anne: Das ist ja interessant. Bei unserem Schauspiel würfelten die Mädchen den Eileiter, um den Zufall zu symbolisieren. Entgegen der Wirklichkeit würfelten von den 6 Mädchen 5 den ,falschen’ Eileiter, so dass schon alles entschieden war. Nachdem was du sagst, könnte das Konzept des Projektes leicht umgestellt werden.

Marcus: Ja, das ist richtig. Der Zufall ist eigentlich weniger gegeben. Ich habe erst kürzlich gelesen, dass man den Duft, dem die Spermien folgen, genau analysiert hat. Man kann diesen sogar blockieren, so dass viele Spermien in den gewünschten Eileiter finden. Aus diesen Erkenntnissen folgen ganz neue Perspektiven für Verhütung und Kinderwunsch [2]. Allerdings wird das Programm des MFM-Projektes ständig aktualisiert und verbessert. Ich bin sicher, dass dies bald etwas angepasst wird. Vielleicht trägt dieser Artikel dazu bei?

Anne: Das wäre denkbar sobald es wissenschaftlich besser hinterlegt ist. Außerdem wird unmittelbar nach der Arbeit mit den Kindern das MFM-Projekt ausgewertet. Hierbei werden die Reaktionen der Kinder und neue gute Ideen und Anregungen aufgenommen. So wird das pädagogische Konzept und der Inhalt mit jedem Mal verbessert. Um wieder zum MFM-Projekt zurückzukommen – war bei euch auch schon so schnell klar, wer die Eizelle befruchtet?

Marcus: Nein, am Ende mussten die „richtig orientierten” Spermien losen. Einer von ihnen hatte das Siegerlos und konnte die Eizelle befruchten. Der Sieger schaute nun, ähnlich gespannt wie bei einer Kinderüberraschung, im Rucksack nach, welches Chromosom er drin hat.

Anne: Jetzt bin ich neugierig, was ist es denn nun geworden Mädchen oder Junge?

Marcus: Auf dem Zettel stand ein Y. Es ist ein Junge geworden. Danach erklärte der Kursleiter die Schwangerschaft und zum Abschluss die Geburt.

Anne: Gerade die Befruchtung und Schwangerschaft war bei uns echt toll umgesetzt. Schön anzusehen war auch die Eizelle – eine durchsichtige Kugel mit einer goldenen Perle darin. Als die Östrogen-Freundinnen kamen, wurde die Kugel nach und nach mit einer immer größeren ausgetauscht und hatte Herzchenaufkleber auf ihrer transparenten Hülle. Die Eizelle konnte es sich nach der Verschmelzung mit der Samenzelle auf einem Minisofa inmitten der Stoffgebärmutter mit Kissen und entspannender Musik gemütlich machen. Den passenden Platz zur Einnistung durften die Mädchen selbst wählen. Ganz am Ende erhielten alle Teilnehmerinnen eine gebastelte Eizelle, an welcher ein Schild mit ihrem Namen und ein individueller Spruch befestigt war. Das fand ich eine sehr gute Idee. Zum einen hilft es den Mädchen, sich noch lange an das MFM-Projekt zu erinnern. Zum anderen steht es symbolisch dafür, dass jede Frau anders ist, aber alle eine Gemeinsamkeit haben – nämlich Eizellen zu besitzen.

Marcus: Hört sich etwas kitschig an, aber für die Mädchen in diesem Alter passt das sicher gut. Bei uns folgte im Anschluss an die Geburt eine Art Fragestunde, welche der geübte Sozialpädagoge sehr gut leitete. Die interessanteste Frage war:„Was passiert, wenn eine Schwangere Drogen nimmt?” Darauf entgegnete der Pädagoge:„Es kommt drauf an was für Drogen und in welchem Umfang sie diese zu sich genommen hat.” Die Antwort der Jungen kam prompt:„Kokain in großen Mengen.” Ich fand das schon etwas heftig, aber doch sehr wichtig, dass man diese Fragen beantwortet. In Zeiten des Medienkonsums kommen solche Fragen wahrscheinlich öfter vor. Der erfahrene Kursleiter beantwortete die Frage sachgemäß:„Kokain ist schon sehr bedenklich. Es ist ein starkes Nervengift, das direkt in das zentrale Nervensystem geht. In den ersten Monaten kann es beispielsweise zu einer Fehlgeburt führen. Generell sind Drogen während der Schwangerschaft überhaupt nicht gut [3].”

Anne: Es ist schon interessant, was die Kinder wissen möchten. Ein Mädchen fragte, ob es richtig sei, dass in einigen Kulturen der Mutterkuchen nach der Geburt gegessen wird? Die erfahrende Sexualpädagogin antwortete kurz und präzise:„Das ist richtig. Es existieren sogar richtige Rezepte [4]? Außerdem ist der Mutterkuchen in der Kosmetikindustrie sehr beliebt und wird häufig von den Krankenhäusern weiterverkauft [5].” Überdies zeigen neue Studien, dass die Plazenta sehr gute Stammzellen enthält, welche für die Behandlung von vielen Blutkrankheiten wie z. B. Sichelzellenanämie sehr bedeutsam sind [7].

Marcus: Mein Fazit ist, dass die überwiegend aus pädagogischen und medizinischen Berufen kommenden Kursleiter wirklich einen sehr guten Job machen. Sexualbildung ist schwieriger geworden, da den Kindern immer mehr Informationsquellen offen stehen.

Anne: Dem kann ich uneingeschränkt zustimmen. Außerdem finde ich gut, dass im Vorfeld des MFM-Projektes sechs Stunden Biologieunterricht zum Thema und ein ausführlicher Elternabend stattfinden. Somit lernen die Eltern viel lockerer und besser mit ihren Kindern zu sprechen. Die Ansicht ,Kinder klären sich von selbst auf’ ist vielleicht richtig, aber klären sie sich richtig auf? Meiner Ansicht nach kommt es häufig zu Unklarheiten und Missverständnissen, da sich die Jugendlichen nicht trauen, mit den Eltern zu sprechen. Schon allein aus diesem Grund ist das MFM-Projekt eine Bereicherung.

Marcus: Ich finde beeindruckend, welche Zufriedenheit bei den Schülern erzielt wurde. Über 90 % der Kinder geben im abschließenden Fragebogen an, dass sie an diesem Tag viel bis sehr viel gelernt haben. Über 97 % der Kinder schreiben, dass ihnen das MFM-Projekt Spaß gemacht hat. Aufgrund der schon angesprochenen ständigen Verbesserung des pädagogischen und inhaltlichen Konzeptes sehe ich der Zukunft des MFM-Projektes sehr positiv entgegen.

Anne: Besonders bedeutsam finde ich, dass in dem Projekt nicht nur aufgeklärt wird, sondern gleichsam sich das Bewusstsein der jungen Frauen für ihren Körper verbessert. Für viele Frauen ist der Zyklus ein Abschnitt zwischen zwei Blutungen. Gerade dieser Workshop zeigt ihnen wie der Zyklus wirklich funktioniert und was genau in ihrem Körper passiert. Dieses Bewusstsein ist bestimmt sehr förderlich für die Anwendung und Akzeptanz von NFP-Methoden. Nach dem Workshop finden es 72 % der befragten Mädchen normal, eine Blutung zu bekommen, 18 % freuen sich sogar darauf. Das ist für mich ein wirklicher Erfolg.

Marcus: Richtig. Ich würde als Elternteil mein Kind auf jeden Fall zu dem MFM-Projekt schicken, damit es besser mit sich und der Pubertät zurechtkommt. Dass ich mit diesem Gedanken nicht allein bin, zeigen die steigenden Teilnehmerzahlen. Während im Jahr 2000 nur 745 Schüler an dem Projekt teilnahmen, waren es 2010 schon 46.000 – Tendenz steigend. Diese Zahl ist schon bemerkenswert, denn das Präventivprojekt ist kostenpflichtig. Die Preise sind regional verschieden. Häufig wird das MFM-Projekt von verschiedenen Organisationen gefördert. Eine gezielte gute Entwicklung des Präventivprojektes ist kostenfrei nicht organisierbar. Ich finde jedoch, dass es das Geld wirklich wert ist.

 

Im Forum wurde schon gefragt, ob ihr eurer Tochter zu NFP raten würdet. Die Mehrheit hat sich dafür ausgesprochen [6]. Würdet ihre eure Tochter oder euren Sohn vorher zum MFM-Projekt schicken? Wenn ja, aus welchen Gründen würdet ihr das tun? Wenn nein, warum nicht? Ist für euch der Biologieunterricht allein ausreichend? Oder seid ihr der Ansicht, dass NFP-Methoden zum Unterrichtsstoff der Biologie gehören sollten? Ich freue mich auf eure Antworten.

Es ist unmöglich alle Fakten zum MFM-Projekt in einem Artikel darzustellen. Mehr Informationen findet ihr auf der unten angegebenen Homepage oder in anderen Fachartikeln. Aus Gründen des Leseflusses haben wir Informationen, welche der Seite des MFM-Projektes entnommen sind, nicht an der Textstelle verlinkt. Wir bitten die Verantwortlichen des MFM-Projektes um Verständnis.

Anne Zietmann und Marcus Krahlisch für myNFP

[1] Homepage des MFM-Projekts

[2] Prof. Dr. Dr. Dr. Hanns Hatt, Dr. Marc Spehr, Düfte locken Spermien zum Ei – Neue Möglichkeiten bei Kinderwunsch und zur Verhütung, SCIENCE berichtet: Riechrezeptor an Spermazellen entdeckt, Bochum, März 2003

[3] babycenter, Schwangerschaft gefährlich oder nicht? Illegale Drogen, babycenter.de, Unbekannt

[4] juho, Essen in manchen Ländern wirklich die Menschen den Mutterkuchen, cosmiq.de, Mai 2010

[5] Plazentanosoden, Die Plazenta zwischen Mythos und Heilmittel, Mentop Pharma e.K. Inh. W. Lau, Unbekannt

[6] myNFP Forum Thread, Würdet Ihr eurer Tochter zu NFP raten?

[7] Unbekannt, Die Plazenta ist eine Quelle für Stammzellen, news.de, Juni 2009

[8] Grafikdesign by Anne Zietmann

7 Antworten auf Das MFM-Projekt

  1. Mondhäschen91 sagt:
    21. August 2011 um 22:02

    Wow, das nenne ich mal Aufklärung!
    Wir hatten zwar in der 6. Klasse auch ein viertel Jahr, jeden Donnerstag in der 7. Stunde Sexualkundeunterricht, aber uns wurde nur die Verhütungsmethode Pille (ist ja sooo toll für die Haut.. etc.) vorgestellt (von Nebenwirkungen war nie die rede(!)) und das Kondom (aber ”vorsicht, das reißt ja ständig” -.-).
    Der Eisprung fand auch immer pünktlich am 15 ZT statt und ein Zyklus hatte genau 28 Tage.
    Dass das von Frau zu Frau unterschiedlich ist, wurde nie gesagt?
    Dann wurde noch eine Schwangerschaft erklärt und wenn noch jemand Fragen hatte sollte er sie stellen (was den meisten Mädchen vor der gesamten Gruppe natürlich peinlich war und so keine Fragen zustande kamen)
    Also Hut ab, das ihr euch so um die Aufklärung von Kindern kümmert! Ich hätte mir sowas echt gewünscht als ich in dem Alter war.

  2. cooie sagt:
    22. August 2011 um 08:45

    Wo genau in Deutschland wird das angeboten? Also ich kenne das aus meiner damaligen Zeit leider nicht und ich habe bisher auch noch nie hier (zumindest in Berlin) davon gehört oder gesehen. Ich weiß die Caritas macht so etwas, und das sei sehr beliebt und erfolgreich, wenn die Eltern und Kinder das erst einmal gesehen haben. Aber so richtig live gesehen habe ich das bisher noch nicht und keine Mutter die Schulkinder hat, die ich getroffen habe, kennt das. Warum gibt es nicht mehr Unterstützung und wieso ist das nicht in jeder Schule Pflicht? Das frage ich mich immer. Eins steht fest, meine Tochter bekommt die Aufklärung die sie verdient. Die heutige Aufklärung kann mal ja nicht mehr mit der von damals vergleichen.

  3. p.h. sagt:
    23. August 2011 um 18:34

    Toller Beitrag!
    Klingt nach einem fantastischen Projekt. Schade, dass es das nicht zu meiner Zeit geben hat. Würde gerne selbst mal dran teilnehmen ;-)
    Das die Eltern vorher ebenfalls informiert werden klingt nach einem wirklich guten Rundum-Paket.
    Viele scheuen ja vielleicht ihre Kinder zu solchen Informationsveranstaltungen zu schicken, wenn sie danach ”schreckliche” Fragen befürchten, auf die sie keine Antwort wissen. Denn es gibt sicher vieles, was die Kinder erlebt haben und später nochmal genauer erklärt bekommen wollen. Steht das Projekt da auch zur Verfügung?

    Ich würd mein Kind auf jeden Fall mitmachen lassen. Aber nur, wenn ich ebenfalls dabei sein kann ;-) ;-)

    Zwei Anmerkungen.
    1. Wird nirgends gesagt was MFM heißt.
    2. Bilder von der Veranstaltung wären perfekt gewesen. :)

    • .anne. sagt:
      24. August 2011 um 17:51

      Bei genaueren Detail-Fragen kannst du dich auf der Homepage des MFM-Projekts (siehe Quellen) informieren. Dort findest du auch Bilder von den Workshops.

      Beim Mädchen-Projekt steht MFM für „Mädchen, Frauen, Meine Tage”. Beim Jungen-Projekt steht MFM für „Männer Für Männer”. Ist auch im Text erwähnt ;) .

  4. Pingu sagt:
    25. August 2011 um 08:38

    Selbstverständlich werde ich meine Kinder da hinschicken! Ich dachte zwar immer, das wäre für größte Kinder / Jugendliche (so 13-15), aber vielleicht ist es ja auch besser, je jünger sie sind.

    Und wenn ich meiner Tochter später – also vielleicht mit 14 – den Unterschied zwischen Methoden- und Gebrauchsicherheit und den Zusammenhang zwischen Verhütungsmotivation und Verhütungssicherheit erkläre, tu ich ihr vermutlich einen größeren Gefallen, äks wenn ich sie einfach zum FA schicke, sich die Pille verschreiben zu lassen. Wobei ich ihr die sicherlich auch erklären werde und wenn sie sie probieren möchte, ist das schon okay.

    Liebe Grüße,

    Pingu

  5. Alana sagt:
    26. August 2011 um 21:12

    Ich denke die Schule kann die Sexualaufklärung nicht alleine tragen. Kinder und Jugendliche sind so unterschiedlich in ihrer Entwicklung und ihren Interessen, das viele Dinge gar nicht ankommen (noch kein Interesse) während Informationen zur Verhütung oft erst zum Lehrplan gehören, wenn schon einige aus der Klasse Verkehr hatten.

    Um dem eignen Kind immer die richtige Menge an Wissen zum richtigen Zeitpunkt mitzugeben braucht es viel Aufmerksamkeit und gutes Material für die Eltern.

    Übrigens gibt es auch von der BZgA diverse Projekte und auch Informationsmaterial für Jugendliche, Lehrer und andere Interessierte.

    Auch altersgerechte Bücher, in denen die Jugendlichen jederzeit nachschlagen können sind sehr wertvoll. Da man sich mit ”peinlichen” Fragen nicht unbedingt jemandem anvertrauen muss, sondern ganz in Ruhe für sich nachlesen kann. Und zwar mit seriösem Material!

    Aber auch das ist von Typ abhängig. Jedes Kind ist anders.
    Und genau darauf Rücksicht zu nehmen ist für die Schule, mit einem Lehrplan der für alle gleich ist, furchtbar schwer.

    Sehr wichtig ist mir auch der kritische Umgang mit Medien. Nicht alle Informationen die man bekommt sind neutral. Oft stehen Firmen dahinter die auch ihre Interessen vertreten, dafür muss auch ein Bewusstsein geschaffen werden.

    Die Hersteller von Pillen, Tampons, Spiralen,Schwangerschaftstests etc. sind keine neutralen Informationsquellen. Ebenso wenig religiöse Gruppen die medizinische Fakten verdrehen wie z.B. die Aktion Leben e.v.

    Gerade in einer Zeit, in der jeder sich im Netz über alles erdenkliche informieren kann, ist das Einordnen von Informationen in seriöse und unseriöse Quellen extrem wichtig.

    • lyd sagt:
      30. August 2011 um 22:31

      Ich möchte Alana weitgehend zustimmen.

      Gewiss aber ist es m. E. die erzieherische Aufgabe vorrangig des Schulsystems, rechtzeitig den Anteil zur sexuellen Aufklärung zu leisten. Grad auch die von Dir, Alana, erwähnte BZgA stellt hervorragende Lehrmaterialien zur Verfügung. Und so starr, wie immer behauptet wird, sind die Lehrpläne grade an Grundschulen nicht. Ansonsten wären diese mfm-Projekte an Schulen kaum durchführbarbar. Grade in Grundschulen verfügen Lehrer noch über viel Gestaltungsfreiheit.

      Allerdings bedarf es eben grad in dieser selben und ?binnendifferenziert’ doch so sehr heterogenen Altersgruppe lehrerseits ein besonderes didaktisches und methodisches ?Händchen’, ja eben, weil die Kids, wie Du schreibst, Alana, so arg unterschiedlich :!: weit entwickelt sind. Somit fällt es naturgemäß besonders schwer, dieser Individualität gerecht zu werden. Doch Kinder, die bereits reif genug sind, werden es wohl auch verstehen *unsure* ?!

      Ich denke halt, dass so, wie immer noch weit an Schulen verbreitet, einmal sexuelle Aufklärung zu behandeln und dann abhaken, äußerst suboptimal ist. Nein, im Grunde genommen sollte es begleitend in verschiedenen Fächern interdisziplinär und altersgruppengerecht als wichtiger ”Aspekt” der Entwicklung ständig nebenherlaufen. Denn schließlich ist es DAS THEMA für die kindliche und jugendliche Entwicklung, das die gesamte Schulzeit über in Psyche und Körper der Kids eine (wenn nicht die zu Zeiten DIE(!)) entscheidende Rolle spielt, die ja schließlich in der Pubertät enorm starke Wirkungen auch auf die schulischen Leistungen hat ;) , oder?

      Damit sollen natürlich Eltern nicht aus der Pflicht genommen werden. Aber wir wissen doch allzu gut, dass es nicht nur Eltern gibt, die vor dem Thema Sexualität & Co. zurückschrecken oder Eltern, die nicht über das notwendige pädagogische Geschick verfügen, sondern ebenfalls allzu viele Eltern, die ihre Kinder in jeglicher Hinsicht im Stich lassen, vernachlässigen und weit mehr negativen Einfluss ausüben, aus welchen Gründen auch immer.

      Deshalb sehe ich, dass der nicht durch Werbung verschleierte, befangene und kritische Blick auf dieses Thema weitgehend in der Schule angesiedelt bleiben und stärker institutionalisiert werden sollte. Doch davon ist das Bildungssystem wohl weit entfernt, wenn wir realistisch bleiben.

      Dennoch – bspw. bietet die BZgA neben oben erwähnten Materialien auch bspw. ein hervorragendes interaktives Portal für Jugendliche im Internet an: http://www.loveline.de finde ich äußerst gut gelungen, wenn die Zielgruppe allerdings auch die der Jugendlichen ist. Immerhin wird die Symptothermale Methode dort kurz angesprochen. Naja, will ja schon was heißen ;) ?