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Flexible Familienplanung der Zukunft

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Künstliche Befruchtung

Können Frauen den Kinderwunsch und die Karriere künftig leichter unter einen Hut bekommen?

Wir schreiben das Jahr 2020. Maria ist gerade 20 Jahre geworden und möchte das, wovon heute viele Frauen nur träumen: eigene gesunde Kinder zum Zeitpunkt ihrer Wahl vom perfekten Mann und eine Bilderbuchkarriere. Was heute noch wie eine Illusion klingt, könnte in weniger als zehn Jahren durchaus realisierbar sein, denn die Forschungsergebnisse der Zukunft geben hier allen Grund zur Hoffnung.

Maria weiß, dass sie mit 20 bis 25 Jahren die besten Eizellen ihres Lebens hat und daher lässt sie sich ihre Eizellen einfrieren, um sie zum Zeitpunkt ihrer Wahl von ihrem Traummann befruchten zu lassen.

Als sie Joseph, ihren Traummann, kennenlernt, ist sie schon etwa 50 Jahre alt. Vorher war einfach keine Zeit, denn ihre aufregende Karriere als Filmschauspielerin machte eine dauerhafte Beziehung unmöglich. Dank der Eizelle auf Eis stellt ihr Alter kein Problem dar, denn die gefrorenen Eizellen aus ihrer fruchtbarsten Zeit haben eine erfolgreiche Befruchtungswahrscheinlichkeit von etwa 30 Prozent. Das ist etwa drei mal wahrscheinlicher, als eine natürliche Befruchtung der Frau in den Mittdreißigern. Dadurch kann sie es locker angehen und sich auf zwei Kinder freuen, denn Mediziner fanden heraus, dass Frauen auch weit in den Wechseljahren Kinder austragen können.

Hintergründe

Schon seit Jahren werden lebendige Spermien- und befruchtete Eizellen
bei -200°C eingefroren. Die sogenannte Kryokonservierung ist mittlerweile ein Standardvorgang. Nun ist es Forschern kürzlich gelungen,  auch die unbefruchteten Eizellen einzufrieren und erst zum Zeitpunkt des Kinderwunsches zu befruchten. In Italien sollen bereits 200 Kinder aus unbefruchteten eingefrorenen Eizellen geboren worden sein. Das  Marktpotential der neuen Methode im Sinn haben einige Kryobanken (z. B. in Berlin und Bonn) das Einfrieren von unbefruchteten Eizellen im Angebot [2].

Nach diesen Erkenntnissen können sich Frauen also einen Vorrat an Eizellen einfrieren, um ihn anschließend befruchten zu lassen, wenn es die Karriere zulässt.

Jedoch ist Vorsicht geboten, denn bisher ist das Einfrieren von gesunden Eizellen keine hundertprozentige Garantie für eine erfolgreiche Fortpflanzung. Die Chancen sind etwa genauso gut wie bei der gewöhnlichen künstlichen Befruchtung einer Frau in den Mittdreißigern.

„Die Chance, bei einer künstlichen Befruchtung mithilfe der gelagerten Eizellen schwanger zu werden, liegt in jedem Zyklus bei etwa 30 Prozent.” Klaus Diedrich, Direktor der Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe am Universitätsklinikum Schleswig-Holstein in Lübeck.

Die Nachfrage und Bereitschaft für diese Methode ist bereits heute unter den Medizinstudentinnen riesengroß. Srilatha Gorthi vom Leeds Centre for Reproductive Medicine in Großbritannien führte eine Befragung von 98 jungen Medizinstudentinnen (bis 21 Jahren) durch; das Ergebnis ist eindeutig: Etwa 80 Prozent der befragten Frauen möchten ihre Eizellen einfrieren lassen. Eine nachvollziehbare Antwort, da 86 Prozent von diesen jungen Medizinerinnen die Familienplanung zugunsten der Karriere nach hinten schieben möchten [1].

Theoretisch sind die Eizellen einmal tiefgefroren unbegrenzt haltbar. Darüberhinaus können Frauen auch in den Wechseljahren noch Kinder austragen. Dies hat erst kürzlich eine Britin mit 62 Jahren bewiesen. Allerdings empfehlen die Mediziner keine Schwangerschaft nach dem fünfzigsten Lebensjahr [2].

Die Entnahme von Eizellen ist allerdings kein angenehmer und risikoloser Vorgang. Vor der Entnahme ist eine Hormonbehandlung erforderlich. Bei dieser kann es zur Bildung von Zysten in Blase und Darm kommen [2].

Zudem sind die Kosten mit 3.000 Euro für Entnahme, Einfrierung und Einlagerung der Eizellen sehr hoch. Jedes Jahr müssen für den Lagerungsprozess weitere 150 Euro gezahlt werden. Die anschließende künstliche Befruchtung ist mit 1.500 Euro ebenso ein Kostenfaktor. Aus diesen Gründen zogen einer Umfrage von 97 Sport- und Pädagogikstudentinnen zufolge nur 4 von 10 Frauen die Einfrierung zur flexiblen Familienplanung in Betracht [1].

Allerdings kann auch den Frauen, die eine natürlich Befruchtung wünschen, in Zukunft geholfen werden. Ein einzigartiger Bluttest soll den Zeitpunkt der Wechseljahre künftig vorhersagen können. Mit dieser Information würde die Frau viel gezielter entscheiden, ob sie ein Kind in den frühen Zwanzigern abtreiben oder behalten möchte. Frauen mit Kinderwunsch, welche schon sehr früh in die Menopause kommen, würden somit die erste Chance sofort nutzen ? egal ob der Partner der Traummann ist.

Die neuen medizinischen Fakten machen eine flexiblere Familienplanung für Frauen in der Zukunft wahrscheinlich. Allerdings sind die Risiken und Kosten sehr hoch.
Das Sprichwort „Geld regiert die Welt” scheint auch künftig im puncto flexible Familienplanung seine Gültigkeit zu behalten. Mich persönlich würde interessieren, wie ihr zu diesen neuen Methoden steht. Kommt für euch die Einfrierung der Eizellen unter dem Kosten- und Risikoaspekt in Frage? Ist Frauen eine perfekte Familienplanung wirklich so wichtig? Wie viele von euch haben einen Kinderwunsch, aber können ihn nicht umsetzen, weil der Partner fehlt? Würdet ihr euer Blut testen lassen, um zu wissen, wann eure Menopause beginnt? Oder seid ihr der Ansicht, dass euch die Antwort psychologisch schaden würde?

Ich freue mich, eure Kommentare, Anregungen und Diskussionen zu diesem Thema zu lesen.

Marcus Krahlisch für myNFP

[1] Susanne Schäfer, „Mehrheit der Frauen möchte ihre Eizellen einfrieren”, Spiegel-Online, 29.06.2010

[2] Jens Lubbadeh , „Familienplanung auf Eis”, Stern-Online, 31.07.2006.

[3] Interview mit Carl Djerassi „Laborbabys werden mehr geliebt”, Spiegel-Online, 21.01.2002

[4] Unbekannt, „Bluttest für die Wechseljahre”,Tagesspiegel, 28.06.2010

21 Antworten auf Flexible Familienplanung der Zukunft

  1. Sunshine159 sagt:
    9. Mai 2011 um 11:16

    Schön wenn es so geht. Aber mit 50 erst Mutter werden finde ich schrecklich. Ein Kind hat dann ja dann vielleicht gar nicht mehr viel von seiner Mama. Sie ist vielleicht nicht mehr so fit um mit ihrem Kind/ihren Kindern herum zu tollen.

    Aber ja, jedem das seine :)

  2. momo007 sagt:
    9. Mai 2011 um 12:27

    Ich persönlich möchte nicht Mutter werden, wenn mein Körper es nicht auf natürliche Weise könnte. Mit 50 Mutter, Rente mit 67 und mein Kind macht gerade den Schulabschluß?
    Die Frage:” Ist Frauen die perfekte Familienplanung wirklich so wichtig?” sollte besser heißen: Wie wirkt sich die Gesellschaft, der Karrieredruck, auf die Planung von Frauen aus?

  3. LadyBlackraven sagt:
    9. Mai 2011 um 16:09

    Ich kann mich nur Momos Meinung anschließen. Die eigentliche Lösung müsste lauten, was die Gesellschaft tun kann, damit Frauen Beruf und Kinder gleichzeitig gut unter einen Hut bringen können. Die Eltern vergreisen zu lassen bevor sie Kinder bekommen finde ich keine Lösung. Es ist nicht umsonst so, dass Frauen zwischen 20 und 30 die besten Chancen haben.

  4. dot sagt:
    9. Mai 2011 um 16:35

    mit 50 will ich auch nicht erst Mutter werden. War der einleotende satz nicht vereinbarkeit von karriere und kinder? wo war denn da die Vereinbarkeit , dort wurde doch die karriere einfach bevorzugt anstatt der kinder. Und ich kann mir nicht vorstellen wieso man ploetzlich mit 50 mehr zeit haben sollte. und mit spaeter kuenstlicher befruchtung hat nfp auch nicht viel zu tun.

    • Marcus sagt:
      9. Mai 2011 um 17:10

      Vielen Dank für deinen Einwand. Ein wirkliches unter den Hut bekommen von Karriere und Kinderwunsch ist es dann doch nicht. Allerdings würde es Frauen mehr Zeit geben sich für ein Kind zu entscheiden. Schließlich gibt es Frauen die sehr spät einen Kinderwunsch entwickeln.

      Der Blog soll nicht nur Inhalte zu der symptothermalen Methode thematisieren. Vielmehr soll er auch allgemein über aktuelle Forschungen rund um den Kinderwunsch bzw. die Verhütung informieren. Dieser Artikel geht in diese Richtung. Keine Sorge, es wird auch Artikel geben, welche sich ganz konkret mit der symptothermalen Methode auseinandersetzen.

  5. sonnenblumenkern sagt:
    10. Mai 2011 um 00:43

    Finde das Thema interessant, vor allem für Frauen, die z.B. verfrüht in die Wechseljahre kommen. Habe schon von Frauen gehört bei denen es mit 30 anfing oder noch früher. Wenn diese Frauen mit 18 so einen Bluttest machen und dann gesagt bekommen, dass sie so früh die Menopause erreichen, würden diese Frauen vielleicht das Einfrieren in Erwägung ziehen?! Kann ich mir zumindest vorstellen. Oder sie schieben dann den Kinderwunsch nicht auf die lange Bank und stellen die Karriere an zweiter Stelle?
    Ich würde den Test auf jeden Fall machen sobald es beim Arzt angeboten wird, um herauszufinden wie viel Zeit mir noch bleibt ;)

    Finde gut, das es hier im Blog eine Kategorie für Kinderwunsch gibt, da das Thema für mich immer interessanter wird in den nächsten paar Jahren?

    • Sheri sagt:
      10. Mai 2011 um 09:32

      Zuerste dachte ich, dass ich so einen Bluttest machen würde. Doch dann hätte ich ein bestätigtes *Verfallsdatum* und bekäme vielleicht mehr Torschlusspanik, wie wenn ich es nicht wüsste?! Daher lasse ich für mich die Natur entscheiden.

      Dennoch finde ich die Möglichkeit Eizellen einzufrieren/ Bluttest gut. Wenn es sich aber nur Reiche leisten können, dann finde ich es wieder unfair den normalverdienenden Leuten gegenüber.

  6. sitopanaki sagt:
    10. Mai 2011 um 14:38

    Da lese ich doch mal wieder ganz klar den Klassiker ”Kind gehört zur Frau und der Mann ist frei” raus. Wir brauchen doch keine Möglichkeit, um das Kinderkriegen nach hinten zu schieben, sondern vielmehr eine echte und gute Vereinbarkeit von Kind und Karriere, für Männer und Frauen. Das sollte doch eigentlich gar nicht so schwierig sein .. DANN müssten Familien sich nicht mehr entscheiden, ob Kind oder Karriere, sondern könnten auf ihren Körper hören. In meinem Umkreis möchten fast alle Frauen Kinder, aber natürlich erst das Studium fertig machen, erstmal etwas arbeiten .. und so wird es natürlich schnell ”zu spät”.

    Ich weiß nicht, ob eine sehr frühe Menopause genetisch bedingt ist. Falls ja, dann wäre das für die Betroffenen gut zu wissen, ob bzw. in welchem Umfang sie das geerbt haben oder nicht. Selbst würde ich den Test aber wahrscheinlich nicht machen. Ich muss nicht alles über mich wissen. Wenn ich mir vorstelle, dass da rauskäme, dass bei mir mit 30 Sense ist mit Kinderkriegen ? ich würde es nicht wissen wollen. Lieber davon überrascht werden und neu überlegen, wie es weiter geht, als schon jahrelang im Voraus um die Zukunft zu trauern! Meine Eizellen würde ich auch nicht einfrieren lassen, auch nicht wenn es kostenlos und risikofrei ginge. Die sind in meinem Körper viel besser aufgehoben.

    • expo sagt:
      10. Mai 2011 um 16:12

      @sitoponaki

      Das sehe ich zum Teil anders: Es hat doch nichts damit zu tun, dass der Mann raus ist. Gerade das Gegenteil ist der Fall. Es geht hier doch eher um eine ganz gezielte Selbstbestimmung der Frau, die aber den Mann doch einbeziehen kann?

      Natürlich würden sich fast alle von uns wünschen, dass es mehr Vereinbarkeit zwischen Karriere, Kindern und Familie gäbe. Dies wird aber nie ganz der Fall sein. Selbst wenn politisch ein erheblicher Wandel in dieser Hinsicht vollzogen würde und bspw. als erster Anfang jedes Kind wie in Berlin bundesweit einen Anspruch auf einen Kitaplatz hätte, wäre die Frau doch weiterhin durch ihre Schwangerschaft studien- oder karrieremäßig eingeschränkt.

      Und das hat m. E. wenig mit einer Entlastung durch den Mann zu tun. Ein Mann kann doch sowieso bestimmte Aufgaben nicht erledigen. Oder siehst Du das anders? Im Übrigen können wir ? egal durch welche Regierung ? auf eine durchgreifende Verbesserung der Vereinbarkeit von Beruf und Familie ? so glaube ich ? lange warten, wahrscheinlich länger, als dass das Szenario Realität wird. :(

      Und wenn dann als Option das langfristige Einfrieren von jungen Eizellen über einen langen Zeitraum möglich würde, wäre das doch fantastisch. Die Frau wäre, wie oben schon erwähnt, wesentlich selbstständiger und flexibler in IHRER Planung. Aber das schließt den Mann doch nicht aus. Also, ich würde es nicht machen. Aber: Die Möglichkeit finde ich schon sehr spannend. Und ich denke, zum entsprechenden Zeitpunkt werden dies Angebot auch viele Frauen wahrnehmen.

  7. p.h. sagt:
    11. Mai 2011 um 21:51

    Hallo,

    erst vor wenigen Tagen gelesen:
    http://www.faz.net/s/Rub7F74ED2FDF2B439794CC2D664921E7FF/Doc~EECCACF2BED524163BCBC07F5114103CE~ATpl~Ecommon~Scontent.html
    Dann noch das:
    Das Thema finde ich sehr schwierig.
    Das Stimulieren birgt ja risiken. Paare, die keinen, oder einen seltenen Eisprung haben, sind vermutlich bereit die Nebenwirkungen und Risiken zu tragen.
    Aber gesunden Frauen diese Prozedur aufzubürden, um eine vermeintliche Freiheit zu erlangen, halte ich für grenzwertig.
    Wenn es dann mit 50 zu keiner Befruchtung kommt, ist der Zug dann aber wirklich abgefahren. Da fragt ”frau” sich dann sicher wirklich ob sie nicht doch besser früher angefangen hätte. Denn jetzt ist ihre Chance wirklich vorbei.
    Es sei denn, die befruchteten Eizellen trägt dann eine Leihmutter aus.
    Und irgendwann sind wir dann in der ”Schönen neuen Welt” von Huxley.
    Nein danke!

    • expo sagt:
      13. Mai 2011 um 00:11

      Ich finde, dass Du weitgehend den Punkt triffst. Nur ? die ”Prozedur” ? welche denn eigentlich (?) ? muss sich doch keine Frau ”aufbürden”. ;) Der Link ist schon sehr gut und er nimmt vor allem die Illusion, mal eben durch künstliches Befruchtung der Eizelle im fortgeschrittenen Alter die Schwangerschaft austragen zu können. Wir wissen doch alle, dass die Fehlgeburtenrate bei späten (künstlichen) Befruchtungen enorm hoch ist. Dennoch ? wer die Kenntnis davon hat und den richtigen Zeitpunkt wählt, wird auf diesem Wege auch schwanger werden können. Und zwar ganz individuell!

      Wir können das alles mit Huxley vergleichen, und Huxley hat genauso wie Orwell ganz gut getroffen. Wir können das ablehnen: Die Frage ist, leben wir bereits in jenem Soma, nehmen wir so wahr, wissen wir es überhaupt noch? Und ich glaube gar nicht, dass der Blog vermitteln will, dass das alles positiv zu sehen ist, sondern einfach nur die Info liefert, dass die Entwicklung eben in diese Richtung fortschreitet.

      Ich für mich persönlich finde, dass meine Individualität, mein Leben, auch durch die Symptothermale Methode, bereichert, nicht bestimmt wird. Und ich habe den Eindruck, dass über meinem Bewusstsein noch kein Soma liegt.

      Dennoch finde ich Deinen Beitrag richtungsweisend und kann mich letztendlich der Meinung nur anschließen.

  8. Marcus sagt:
    13. Mai 2011 um 08:41

    Ich finde es gut, dass so kritisch über den Artikel nachgedacht wird. Das war auch Ziel des Artikels. Ich möchte als Autor klarstellen, dass ich nicht die Intention habe eine Meinung zu vertreten. Vielmehr möchte ich zur Diskussion und zum Nachdenken anregen. Finde eure Beitrage bis jetzt sehr gut und freue mich auf weitere kritische Gedanken. Der Aspekt mit der Fehlgeburt ist noch nicht so gut im Artikel enthalten. Allerdings muss man auch eine gewisse Länge einhalten und daher finde ich den Einwand sehr wichtig und ergänzend. Vielen Dank dafür!:)

  9. linch3n sagt:
    15. Mai 2011 um 09:16

    Interessanter Artikel.

    Bei allem Verständnis dafür, dass Karriere heutzutage für Frauen oft priorität hat und sich die Familienplanung nach hinten ”verschiebt”, aber ich bin der Meinung dass die Natur schon das tut, was sie ”für richtig” hält und dazu gehört sicher nicht das Einfrieren von Eizellen um im ”Greisenalter” Mutter zu werden. Wir leben in einer Zeit, in der nichts mehr dem Zufall überlassen wird, aber irgendwo sollte es eine Grenze geben. Für mich ist diese bei der ”unnatürlichen” Familienplanung im hohen Alter.

  10. Mondhäschen sagt:
    16. Mai 2011 um 16:21

    Schön dass die Forschung immer weiter geht, aber irgendwo muss doch auch ne Grenze sein.
    Das Kind von der ”Zukunfts-Maria” ist doch gestraft!
    Ihre Mutter ist ja schon im ”Oma-Alter”, kann nicht mehr so viel mit ihr herumrennen und spielen, wie es vielleicht eine jüngere Frau könnte, blickt auch in neumodischen Sachen nicht mehr so durch und wird vielleicht auch nicht mehr lange für sie da sein können.
    Immherhin werden die meisten Menschen auch nur zwischen 70 und höchstens 90 Jahre.. Da wäre Maria dann 20 bzw. 30 Jahre alt, müsste ihre Mutter evtl pflegen ohne selbst studieren oder eine Familie gründen zu können, schließlich ist sie ja für ihre Mutter da?

  11. clydesbonnie sagt:
    20. Mai 2011 um 23:36

    Die Frage stellt sich mir in dieser Form nicht.
    Zu dem Zeitpunkt, zu dem meine Eizellen am besten waren, hätte ich nicht gedacht, dass ich 10-15 Jahre später solche Schwierigkeiten haben werde, ein Kind auf natürlichem Weg zu bekommen. Wegen der Kosten und wegen des Eingriffes an sich hätte ich dankend abgelehnt.
    Aus heutiger Sicht sehe ich das natürlich anders. Ich würde jetzt nicht mehr ablehnen, aber jetzt kommt es auch nicht mehr in Frage. Jetzt stellt sich eher die Frage, wie lange wir es noch probieren und wann wir mehr machen, als nur ein wenig hormonelle Stimulation. Es könnte also auf das selbe hinaus laufen, mit dem Unterschied, dass die gewonnenen Eizellen nun älter sind und sofort befruchtet und wieder eingesetzt werden.

    • Christian sagt:
      21. Mai 2011 um 14:58

      Es ist sehr interessant, eine Meinung zu lesen, was du im Nachhinein anders gemacht hättest, wenn du aus heutiger Sicht nochmal die Wahl gehabt hättest. Das gibt der Diskussion hier nochmal eine ganz andere Perspektive. Ich hoffe, es klappt alles, so wie du es dir wünschst.

  12. Jaba sagt:
    7. Juni 2011 um 19:16

    Für mich käme eine Schwangerschaft fernab der 40 nicht mehr in Frage. Ich denke, die Natur hat sich schon was dabei gedacht, dass man zwischen 40-50 in die Menopause kommt. Eine Schwangerschaft ist schließlich Hochleistung für den weiblichen Körper (es gibt ja auch in der Regel keine aktiven Athleten mehr über 40) und die Geburt ist nun sowieso höchst riskant. Natürlich können wir heutzutage selbst dieses Risiko minimieren, indem man einen Kaiserschnitt machen lässt. Aber ich muss sagen, da schließe ich mich den Meinungen der anderen Kritiker hier an.

    Allerdings finde ich die Option, über einen Bluttest bestimmen zu können, wann man in die Wechseljahre kommt, für mich sehr interessant bzw. hätte ich das mit Mitte 20 wichtig gefunden. Meine Mutter ist mit 36 in den Wechsel gekommen. Ich habe eine 9-jährige Ausbildung hinter mir und nun im Beruf erstmal Fuß gefasst ? also die Karriere ”vorgezogen”, obwohl ich das so nicht nennen würde, da ich einfach vorher nicht den richtigen Partner gefunden hatte.
    Nun bin ich fast 33 und plane das 1. Kind (bei dem es nicht bleiben soll!) und ich habe jetzt wirklich ein wenig Sorge, ob ich wohl das Schicksal meiner Mutter teilen werde. In meinem Fall wäre es nämlich beruhigend, zu wissen, dass man evtl. noch länger Zeit hat?

  13. Strudelwurm sagt:
    11. Juni 2011 um 19:01

    @Jaba: ich finde deine Antwort sehr interessant. Allerdings stellt sich mir die Frage, ob es wirklich so beruhigend wäre, wenn du wüsstest ob du Zeit hast, oder nicht. Denn was bringt es dir? Nehmen wir an, es käme heraus, dass du das Schicksal deiner Mutter teilst: was dann? Ich glaube, ich persönlich würde in einen permanenten Zustand des Drucks verfallen. Und unter Druck klappt kaum etwas. Ich finde den Gedanken interessant, die Wechseljahre bestimmen zu können. Aber ich halte es auch für ein Risiko für die Psyche der betroffenen Frauen. Unentwegt zu warten ist mit Sicherheit auch nicht gut, aber im Voraus zu wissen, dass es nur noch x Jahre klappen kann-nein Danke. Was letzteres angeht haben wir doch sowieso eigentlich eine grobe Vorstellung, ab wann es ”eng” werden könnte.

    • Jaba sagt:
      14. Juni 2011 um 22:32

      Ja, irgendwie hast Du recht. Jetzt würde ich diesen Test sowieso nicht mehr machen. Ich habe mich nunmal zu meinem jetzigen Lebensweg entschieden und jetzt kommt es eben, wie es kommen soll. Aber deswegen meinte ich, dass es evtl. mit Mitte 20 interessant gewesen wäre, es zu wissen, wo man dann noch ”massig” Zeit hat (wenn ich annehme, dass ich mit 35 in die Menopause komme). Vielleicht wäre ja auch rausgekommen, dass ich erst mit 45 anfange zu ”wechseln”. :-)
      Aber die Kehrseite wäre wiederum, dass man mit 25 dann krampfhaft einen Typen sucht, damit man schnell ”zum Zug” kommt und das geht meist nicht gut aus?
      Nein, man muss wirklich nicht alles wissen!

  14. Schule sagt:
    7. Juni 2012 um 13:11

    Hey,
    ich muss für die Schule etwas herausfinden.
    Und zwar haben wir ein Buch gelesen in dem es um Retortenbabys und weiteres geht.
    Und nun sollten wir uns eine Frage dazu ausdenken die wir nun lang und breit beantworten sollen.
    Meine Frage ist ”Wie wird die Befruchtung in Zukunft aussehen” bzw. ”Werde in Zukunft für eine Befruchtung überhaupt noch echt Menschen gebraucht?”
    Da in dem Buch ein Mensch von einer Maschine ”geboren” wurde.(das Buch heißt : geboren 1999)
    und ich dachte vielleicht könnte mir hier jemand helfen .. :)
    wäre euch sehr dankbar wenn ihr antwortet ;) ?

    • Christian sagt:
      8. Juni 2012 um 20:02

      Na, du hast doch in diesem Artikel schon einige Anregungen erhalten. Wie weit bist du denn schon mit deinen eigenen Antworten :) ?