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Skurrile natürliche Verhütung

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Natürliche Verhütung

Zitrone statt Kondome?!

Es gab eine Zeit vor der Pille und der symptothermalen Methode. In dieser Zeit waren Frauen auf ihre Kreativität angewiesen, um eine Schwangerschaft zu vermeiden. Staunt, wie ekelhaft, wie abenteuerlich, wie skurril damals natürlich verhütet wurde. Einige dieser Verhütungsmethoden erleben derzeit in der Forschung und Anwendung eine Reinkarnation und könnten das Sexualleben von HIV-Kranken revolutionieren.

Krokodilkot-Zäpfchen

Vor etwa 3000 Jahren war das Krokodilkotzäpfchen in Indien der Renner. Die Inderinnen führten das sogenannte Krokodil-Dung vor dem Geschlechtsverkehr vaginal ein. Die Kroko-Kot-Verhütung setzte sich nicht nur in Indien durch, sondern erreichte auch Ägypten und Arabien, wo die Frauen es auch mit Elefantenkot versuchten. In Griechenland wurde die natürliche Methode sogar mit einer Mischung von Honig und Kot verfeinert. Hintergrund ist die bisher nicht bewiesene spermizide Wirkung des Krokodilkots. Einige Historiker sehen die Entzündungsgefahr der Eileiter als größten Erfolgsfaktor der Methode. Für viele Menschen ist wahrscheinlich schon der Geruch Verhütungsmittel genug [5].

Cola-Dusche

Vor allem auf Festivals in den 50er und 60er Jahren in Amerika ein Hit, die Cola-Vaginal-Dusche danach. Die Methode war so bekannt, dass sie 1966 von der Rockband ?The Flugs? in einem Song ?Coca Cola douche? verewigt wurde [6]. Für die Erkenntnis, dass Cola tatsächlich eine spermizide Wirkung hat, wurde die amerikanische Forscherin Deborah Anderson sogar mit dem ?Anti-Nobelpreis? für Chemie 2008 ausgezeichnet [3]. Allerdings raten Mediziner von dieser Verhütungsmethode ab, da unter anderem das Infektionsrisiko für Krankheiten infolge der Cola-Dusche enorm steigt. Also für die Festivals doch lieber Kondome einstecken [1].

Pflanzliche Verhütung

Ob oral oder vaginal ? Pflanzen werden schon seit Jahrtausenden überall auf der Welt zur Schwangerschaftsvermeidung eingesetzt. Einige von ihnen wie z. B. das spermizid wirkende Niemöl, gepresst aus dem Samen des Niemölbaumes, haben sich bis in die heutige Zeit bewährt. Zur Verhütung träufelt man 2 bis 5 ml Niemölsaft vor dem Geschlechtsverkehr in die Vagina. Zahlreiche Studien belegen die gute Wirksamkeit der Methode. Von 225 Frauen wurden nur drei schwanger. Die Anwendung hat keine Nebenwirkungen. Allerdings hat Niemöl einen sehr strengen Geruch. Es kann in jeder Apotheke erworben werden [2].

Das Zitronendiaphragma

Einige Historiker vermuten, dass der berühmte Frauenschwarm Casanova
an der Entwicklung der Methode beteiligt war. Zur Anwendung wird eine Zitrone halbiert, gepresst und dann wie ein Diaphragma über den Muttermund gestülpt [1]. Labortests zeigen, dass Zitronensaft nicht nur Spermien, sondern auch HI-Viren killt. ?Ein halber Löffel Zitronensaft macht der vierfachen Menge an Spermien den Gar aus.? Außerdem konnte eine zehnprozentige Zitronenlösung die HIV-Aktivität um das 1000-fache verringern. Aktuell wird erforscht, ob die flüssige Verhütungsmethode für den Menschen taugt. Bei positivem Resultat könnten HIV-Kranke darauf hoffen, endlich wieder kondomfreien Sex genießen zu können. Insbesondere in Afrika würde eine solch kostengünstige Methode Sinn machen [4].

An dieser Stelle würde es mich brennend interessieren, ob jemand unter euch Lesern schon eine skurrile, historische, abenteuerliche Verhütungsmethode verwendet hat. Hat jemand von euch schon mit Niemöl oder einer anderen Pflanze erfolgreich eine Schwangerschaft vermieden? Haben eure Eltern auf Festivals sich mit Cola geschützt und ihr seid daraus entstanden? Würdet ihr den HIV-Kranken einen Erfolg der Zitronenmethode wünschen? Ebenso könnt ihr den Blog nutzen um eure skurrilsten Verhütungsgeschichten zu erzählen.

Ich freue mich jetzt schon auf eure Geschichten und Kommentare.

Marcus Krahlisch für myNFP

PS: Ich danke dem Team Christian, Lydia und Anne für die wertvollen Korrekturen und Anmerkungen. Danke ihr seid die Besten!

Es sei darauf hingewiesen, dass keine Verhütungsmethode ohne entsprechende Beratung mit einem Facharzt oder sonstiger professioneller Spezialberatung durchgeführt werden sollte. Keine der in diesem Artikel vorgestellten Methoden ist zur Nachahmung gedacht, sondern sollte informativ verstanden werden.

[1] Unbekannt, So wurde früher verhütet, lifestyle.de.msn.com, Mai 2010

[2] Katrin Brander, Mit Pflanzen Verhüten, lebens-zeit.org/blog/, August 2010

[3] Unbekannt, Wie Cola als Verhütungsmittel taugen soll, Welt-Online, Oktober 2008

[4] TBY, Zitronensaft als flüssiger Kondomersatz, MensHealth.de, Oktober 2002

[5] Britt, Krokodil als Verhütungsmittel, kackblog.net, Juni 2008.

[6] Youtube Video ?The Flugs ? Coca Cola douche?

17 Antworten auf Skurrile natürliche Verhütung

  1. dot sagt:
    25. Juni 2011 um 18:01

    Ich kenn sonst nur normale verhütungs methoden wie darm kondome, Ich kann dafür sehr bizarre Methoden die angeblich die fruchtbarkeits steigern sollen oder ien bestimmtes geschlecht bevorzugen sollen? (zum beispiel die nicht nachahmenswerte prozedur seinen CM mit echtem eiweiß zu panschen? oder viel saures essen damit männliche spermien abgekillt werden etc?

  2. nervenbündel sagt:
    25. Juni 2011 um 18:56

    Ich habe ein Buch mit dem Titel ?Mit Pflanzen verhüten?, dort steht auch der Tipp mit dem Niemöl. Allerdings sind dort auch viele andere Plfanzliche Verhütungsmethoden aufgelistet, wie z.B. die Samen der Wilden Karotte. Die Anwendung ist besonders in Indien beliebt.

    Ich glaube, ich habe mal so eine Sammlung an skurrilen Verhütungsmethoden in einer Fernsehsendung gesehen. Da kann ich mich aber nur noch an die Vaginal-Essigspülung erinnern. Da krieg ich schon Schmerzen, wenn ich das nur schreibe?

    Das mit der Zitrone finde ich übrigens auch sehr interessant. In vielen Pflanzen steckt mehr, als man sich vorstellen kann, da wäre es schön, dieses Wissen für medizinische und gesundheitliche Zwecke verwenden zu können.

    • Christian sagt:
      26. Juni 2011 um 11:06

      Funktionieren die Samen der wilden Karotte nicht sogar abtreibend? Ich meine, ich hätte da mal was gelesen.

      Außerdem habe ich irgendwo im Internet mal davon gelesen, dass Papaya-Samen bei Einnahme über einen längeren Zeitraum die Spermien regelrecht auflösen. Diese Prozess ist angeblich auch reversibel (im Test mit Affen). Steht in dem Buch dazu irgendwas? Das würde mich mal interessieren.

      • nervenbündel sagt:
        26. Juni 2011 um 13:54

        Ich habs jetzt nochmal nachgelesen: ?Die Samen der Wilden Karotte verhindern die Einnistung einer (befruchteten) Eizelle.? Wie genau das passiert, wurde bisher noch nicht erforscht, aber die Methode scheint recht zuverlässig zu sein.

        Über Papaya-Samen steht leider nichts drin. Werden die vom Mann oder von der Frau eingenommen?

        • Christian sagt:
          26. Juni 2011 um 14:51

          Die werden vom Mann eingenommen. Die Spermien lösen sich dadurch dann im Körper auf ? angeblich.

          • nervenbündel sagt:
            27. Juni 2011 um 00:02

            Es wäre echt schön, wenn Männer durch sowas auch mal zur Verhütung beitragen könnten?
            Beim Blättern in meinem schlauen Buch, habe ich noch einige Methoden für den Mann gefunden: Baumwollsamen oder -öl, besonders das enthaltene Gossypol hemmt die Spermienbildung, heißt es. Auch der für viele Frauen hier bekannte Mönchspfeffer hat eine ähnliche Wirkung (wie der Name schon vermuten lässt).

  3. sitopanaki sagt:
    25. Juni 2011 um 19:02

    Das erinnert mich gerade an ein ?Gedicht? von Diana Gabaldon:

    In times of old
    when knights were bold
    and condoms not invented,
    they wrapped some socks
    around their cocks
    and babies were prevented.

    ;)

  4. Jaba sagt:
    26. Juni 2011 um 18:27

    Die spermizide Wirkung von Zitrone, Cola, Essig und Co dürfte auf dem sauren pH-Wert von 1-2 basieren, der die Spermien lahm legt. Auch das Scheidenmilieu ist ja leicht sauer (pH 4-4,5) ? deswegen gibt es den alkalischen Zervixschleim, der die Spermien schützt und überleben lässt.
    Da stellt sich nur die Frage, wie effektiv Zitrone und Co Spermien auch wirklich abtöten und ob in der hochfruchtbaren Phase nicht der Zervixschleim auch diese Mittel ausschalten kann?!
    Ist auf jeden Fall sehr interessant ? vor allem hinsichtlich des Einsatzes in der 3. Welt!

  5. p.h. sagt:
    27. Juni 2011 um 22:12

    Ich frag mich immer, warum solche Methoden für die ?3. Welt? besonders interessant sind. Haben die kein Anrecht auf pharmakologische Unterstützung? Sollen die doch das ?billige? Zeuch nehmen, während wir hier unsere ?sauberen? Pillen nehmen?
    Auch HIV könnte bereits kein Thema mehr sein, wenn man allen Menschen den Zugang zu modernen Medikamenten zu angemessenen Preisen ermöglichen würde.
    Aber auch das wäre ja den Pharmaunternehmen nicht zuzumuten. Also sollen sich die ?Wilden? die sich das nicht leisten können mit Zitronensaft behelfen.

    • cooie sagt:
      27. Juni 2011 um 23:49

      Nun ja, ich könnte mir vorstellen das in Afrika keine Anti-Baby-Pille genommen wird, weil die Frauen dort 1. kein/kaum Geld haben ? wer würde den Frauen dort kostenlos die Pille geben?
      2. Es bedarf dann auch einer regelmäßigen gynäkologische Kontrolle da die Pille auch Krankheiten fördern kann! Dazu fehlt in den meisten Entwicklungsländern das Geld und die nun ja,? Entwicklung, Einrichtung und Personal.
      3. in Afrika herrschen hohe Temperaturen. Es ist erwiesen dass Medikamente die der hohen Temperatur/Sonne ausgeliefert sind, an Wirkung verlieren.
      4. Der Glaube. Ich denke viele würden so etwas auch ablehnen weil ich glaube dass viele Frauen in den Entwicklungsländern ect., sehr naturverbunden sind.

    • Jaba sagt:
      28. Juni 2011 um 17:53

      Wenn das ?billige Zeuch? so effektiv wäre wie andere Verhütungsmittel, dann würde ich es definitiv auch bevorzugen! Das hat doch nichts mit 3. Welt zu tun. Und Fakt ist nunmal, dass es niemanden gibt, der den Frauen in der 3. Welt teure Medikamente wie die Pille bezahlt, was auch nix bringen würde, weil das an der HIV-Problematik nämlich gar nichts ändert.
      Also ist es definitiv interessant für die Frauen der 3. Welt, wenn sie die Chance bekommen könnten, ein billiges, natürliches und effektives Mittel zur Verhütung und gegen HIV zu verwenden.
      Und übrigens gibt es namhafte Pharmakonzerne, die Medikamente in die 3. Welt verschenken bzw. billiger anbieten. Aber leider ist das auch nur limitiert möglich, weil sich das kein Konzern der Welt auf Dauer leisten könnte. Die leben nämlich auch nicht nur von Luft und Menschenliebe?

    • sosonene sagt:
      6. Mai 2013 um 23:02

      LIEBER DIE NATUR ALS DIE PHARMAINDUSTRIE UND PILLEN!!!

      • sosonene sagt:
        6. Mai 2013 um 23:06

        DIE PHARMAINDUSTRIE WILL NUR DEIN GELD UND NICHT DEINE GESUNDHEIT ? ALLES HEUCHLEREI!
        BEI DER NATUR IST DAS ANDERS :)

  6. p.h. sagt:
    1. Juli 2011 um 20:08

    Und wenn ich mir Niemöl oder Zitronensaft einführe muss ich nicht zur gynäkologischen Untersuchung?
    Auch wenn es angeblich keine Nebenwirkungen hat, denke ich dass es auch dort zumindest ein Infektionsrisiko gibt. Und wenn es aufgereitet wird, damit dieses geringer ist, kommen wir wieder in die Diskussion der Bezahlung. Denn ich glaube nicht, das jemand hingehen soll und sich eine Zitrone mal eben auspresst und den Saft einführt. Ebenso bei Niemöl.
    Wie billig wäre das denn?
    Und wie sicher dürfen Frauen in Afrika verhüten? Welchen Pearl-Index gestehen wir ihnen zu?

    Und es geht bei der Frage um HIV für mich nicht nur um die Verhütung. Es gibt heute bereits Medikamente, die die Ansteckungsgefahr bei Geschlechtsverkehr gegen 0 bringen. Damit könnte man sehr wohl das ein oder andere Menschenleben retten.
    Und dann würde ich gerne mal so einen Pharmakonzern fragen, was denn das Menschenleben wert ist?!
    Wenn er den Wert seines Medikamentes beziffern kann, dann wird er das sicher auch dort können.

    Und natürlich sollen sie NICHT ihre Medikamente umsonst abgeben. Das verlange ich nicht. Aber zu angemessenen Preisen. Schließlich wird die Forschung und Entwicklung nicht in Afrika bezahlt, sondern von den reichen Industrienationen, die es sich durchaus leisten können. Und wenn das Medikament entwickelt ist, sind die Produktionskosten meist lächerlich.

  7. Bianca79 sagt:
    11. Februar 2012 um 21:32

    Ich frage mich, ob Zitronensäure basierende Diaphragmagele dann auch diese HIV Virus abtötende Eigenschaft haben. Das Contragel weiß zBsp ist ja ein Zitronesäuregel.

  8. Sundarii sagt:
    23. August 2012 um 09:21

    Mensch, mensch, mensch?so viel positiver und negativer Rassismus hier??die? Frauen (welche genau? die erfolgreiche Managerin, die Bauersfrau, die Händlerin, die Hausfrau, die Prostituierte?), in der ?3. Welt? (es gibt nur eine Welt!), die so ?naturverbunden? sind (warum sind ?die? da naturverbunden?) ? die Welt ist doch ein wenig komplexer.

  9. Clearblue Verhütung sagt:
    26. November 2013 um 23:16

    Die Clearblue Verhütung gehört, gemeinsam mit der Persona Verhütung und Kondome von Durex zu den besten Methoden zur Verhütung. Wieso werden diese nicht verwendet?
    Sollte es dennoch zu einem ?Unfall? kommen, kann man durch einen Schwangerschaftstest Gewissheit bekommen.