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Warum die symptothermale Methode so wenig verbreitet ist

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Wenn man sich eine Weile mit der symptothermalen Methode beschäftigt, kommt man früher oder später unweigerlich zu der Frage, warum die symptothermale Methode eigentlich so unbekannt ist, trotz der vielen Vorteile, die sie bietet. Die meisten Frauenärzte haben davon leider noch nichts gehört. Und woher sollen die Frauen von der Methode erfahren, wenn nicht von ihrem Frauenarzt? Von informierten Freundinnen oder durch das Internet.

Oft wird vermutet, dass kommerzielle Interessen der Grund dafür sind, dass Frauenärzte lieber die Pille verschreiben, statt über die symptothermale Methode zu informieren. Das könnte ein Teil der Wahrheit sein. Ein ebenso wichtiger Aspekt dürfte jedoch sein, dass die meisten Medizinstudenten während ihres Studiums nicht genügend über die symptothermale Methode aufgeklärt werden.

Statt vom Frauenarzt hören die meisten NFP-Anwenderinnen das erste Mal von Freundinnen und Bekannten von der symptothermalen Methode. Dies bestätigen auch unsere Daten, wenn man sich ansieht, auf welche Weise neue Nutzerinnen zu myNFP finden.

Das Internet ist ebenfalls eine gute Anlaufstelle, um von der symptothermalen Methode zu erfahren. Warum lassen sich gute Informationen dennoch nur schwer finden? Das lässt sich leicht beantworten: Die meisten Frauen suchen nach Begriffen, die nicht so Recht in das Schema der symptothermalen Methode passen.

Bei einer Analyse der Suchbegriffe [1] stellte sich heraus, dass viele Frauen im Zusammenhang mit natürlicher Verhütung nach Eisprungkalender suchen. Eisprungkalender? Das ist ungefähr so, als würde man nach Schweinedarm suchen, wenn man eigentlich Kondome meint. Die grobe Idee stimmt, an der Umsetzung hapert es allerdings noch.

Die Schuld trifft natürlich nicht die Frauen selbst. Diese haben meist eine ungefähre Richtung und bereits ganz gute Ideen im Kopf, in denen die Worte VerhütungEisprungZyklus und Kalender in einem nicht näher definierbarem Zusammenhang stehen. Ich denke, vielen von euch wird es anfangs ähnlich ergangen sein, als euch die symptothermale Methode noch nicht vertraut gewesen ist.

Dennoch ist interessant, dass das Wort Eisprungkalender 8x so häufig gesucht wird, wie Zyklus der Frau oder weiblicher ZyklusHormonfrei verhüten oder Verhütung ohne Hormone rangieren auf den hintersten Plätzen, auch wenn eine solche Suche wahrscheinlich sinnvoller wäre, weil es doch eigentlich das ist, was man finden möchte, wenn es um Alternativen zu Pille & Co geht. Interessant ist außerdem, dass ein Eisprung in der Vorstellung vieler Menschen offenbar berechnet und nicht bestimmt wird, was uns eine Auswertung der Suchvolumina verrät.

Berechnet. Ich meine, da arbeiten wir jahrelang an einer Webseite zur Zyklusauswertung, recherchieren, tragen Inhalte zusammen und dann scheitern wir daran, Frauen zu erreichen und zu informieren, weil wir nicht drauf kommen, dass Frauen Eisprünge lieber berechnen als bestimmen?

Wir haben uns ein kleines Experiment erlaubt und einen Eisprungkalender gebastelt. Damit möchten wir den Frauen helfen, etwas Licht ins Dunkel zu bringen und das lose Konstrukt aus Wörtern einordnen zu können. Sobald damit der ?Eisprung berechnet? wird, laden wir die Frauen dazu ein, sich einmal die symptothermale Methode genauer anzusehen, damit der Eisprung nicht mehr ungenau berechnet werden muss, sondern auf etwa drei Tage genau bestimmt werden kann. Ob die symptothermale Methode für diese Frauen geeignet ist oder nicht, können sie dann entscheiden.

Bleibt nur noch die Frage, wer denn nun die Frauenärzte informiert. Auch diese Frage lässt sich beantworten: Neulich telefonierte ich mit der Forschungsgruppe NFP und dort wurde mir mitgeteilt, dass die Forschungsgruppe in den letzten Monaten große Fortschritte in der Fortbildung von Frauenärzten gemacht hat und die Methode zunehmends unter der Ärzteschaft Verbreitung findet. Die Forschungsgruppe arbeitet außerdem weiterhin an internationalen Publikationen. Wir finden, dass das eine tolle Entwicklung ist.

Außerdem bekommen wir immer wieder E-Mails von unseren Nutzerinnen, die uns mitteilen, wie interessiert manche Frauenärztinnen gewesen sind, als sie das myNFP-Zyklusblatt zu sehen bekamen. Bleibt zu hoffen, dass sich diese Ärzte entsprechend weiterbilden.

Zum Eisprungkalender »

[1] Zur Analyse von Suchbegriffen im Internet kann man einfach in der Google-Suche ein Wort eingeben und bekommt thematisch ähnliche Suchbegriffe angezeigt. Diese kann man wiederum dafür nutzen, um das Suchvolumen eines Begriffs mit dem Google Keyword Tool zu ermitteln.

41 Antworten auf Warum die symptothermale Methode so wenig verbreitet ist

  1. Mondhäschen sagt:
    4. Juli 2011 um 22:28

    Als ich meiner Frauenärztin mitgeteilt habe, dass ich die Pille nicht mehr nehme sondern NFP mache fragte sie nur ?NFP?? ?Ja NFP. Da misst man die Temperatur und?? ?Und da machen sie dann ein Kreuzchen im Kalender, wenn sie denken dass sie ihren Eisprung haben??
    ?Äh, nee..?
    Ich hab ihr das dann richtig erklärt und bekam als Antwort:
    ?Und das halten sie für sicher??
    ?Ja hat den gleichen PI wie die Pille und ist ohne Hormone! =) ?
    ?Und wenn sie einen 2. Eisprung kurz vor der Periode haben??
    Das war dann das Argument wo ich es aufgegeben hab..
    Ich mein, wenn nichtmal ein Frauenarzt weis, dass ein 2. Eisprung maximal innerhalb von 24 Stunden erfohlgen kann, dann weis ich auch nicht mehr weiter?
    Klar ist sie schon vom älteren Semester, aber sie könnte sich ja selbst mal weiterbilden? es ist ja immerhin ihr Beruf..
    Ich bin froh dass ich durch ein Forum auf diese Verhütungsmethode gestoßen bin.
    Sonst würde ich heute wohl immernoch die Pille nehmen und mich mit einer Blasenentzündung nach der anderen rumschlagen =)

  2. fabulousloon sagt:
    4. Juli 2011 um 23:38

    Also erstmal: Danke für den tollen Blog und ein riesiges Lob für mynfp :)

    Es stimmt tatsächlich, dass Medizinstudenten in ihrer Ausbildung viel zu wenig über die symptothermale Methode erfahren. Wenn, dann wird sie nur beiläufig erwähnt und als ?viel zu unsicher, nicht anwendbar bei unregelmäßigem Zyklus oder unterschiedlichen Aufstehenszeiten? etc. bezeichnet. Das weiß ich zu berichten, weil ich selbst Medizin studiere?ich versuche stets, nfp bekannter zu machen, aber stoße vielfach auf taube Ohren, auch unter Kommilitonen ? schade eigentlich.

    Liebe Grüße!

    • Christian sagt:
      6. Juli 2011 um 18:06

      Was hast du bisher denn versucht? Und reagieren tendenziell eher die männlichen oder die weiblichen Kommilitonen abweisend? Ich habe nämlich festgestellt, dass es durchaus Unterschiede bei den Geschlechtern gibt, was die Reaktionen angeht.

  3. PPPPPPPP sagt:
    5. Juli 2011 um 07:33

    Ich finde, dass die Kritik vieler Frauenärzte an NFP als Verhütungsmethode durchaus berechtigt ist. Viele Frauen unterliegen ja wirklich dem Trugschluss, dass die Sicherheit der Methode NFP durch ihren Pearl Index widergespiegelt würde, während dieser jedoch nur für Enthaltsamkeit in der fruchtbaren Zeit gilt. Für alle die nicht enthaltsam sein möchten, bedeutet NFP keine größere Verhütungssicherheit sondern in Wirklichkeit genau das Gegenteil. Das Schwangerschaftsrisiko von NFP addiert sich mit dem einer ? in den meisten Fällen ? Barrieremethode mit einem deutlich höheren PI, und die Kombination mit NFP macht diese nicht einmal sicherer sondern unsicherer. Es ist verständlich, wenn viele Frauenärzte über ihre Patienten schmunzeln, wenn diese meinen, NFP ? so wie es am Ende ohne Enthaltsamkeit praktiziert wird ? sei so sicher wie die Pille. Da haben die betreffenden Frauen einfach nicht zuende gedacht. Ich persönlich halte es für geradezu absurd, bei Nicht-Enthaltsamkeit in der fruchtbaren Zeit überhaupt von einer Verhütungsmethode zu sprechen. Es ist lediglich eine Methode zur Bestimmung der Zyklustage, an denen die Verwendung von Verhütungsmitteln nicht zwingend notwendig ist, allerdings auf Kosten eines zusätzlichen Schwangerschaftsrisikos und dies betreffend in keiner Weise minimierend.

    • Christian sagt:
      5. Juli 2011 um 08:25

      Die gleichen Gedanken hatte ich mir auch gemacht ? eigentlich müsste rein logisch betrachtet der PI der symptothermalen Methode im Wesentlichen von der eingesetzten Barrieremethode abhängen.

      Was in der Theorie Sinn macht, stimmt in der Praxis jedoch nicht. Wenn du dir mal die der symptothermalen Methode zugrundeliegenden Studien anschaust (im Buch ?NFP Heute? werden sehr viele Zahlen dazu veröffentlicht) wirst du feststellen, dass die Anwendungssicherheit in Kombination mit Kondomen immer noch bei 0,6 liegt.

      Das wird damit erklärt, dass NFP-Anwenderinnen sehr viel versierter im Umgang mit Kondomen sind als ?normale? Anwender. In Wahrheit verhält es sich so, dass Barrieremethoden unter bestimmten Bevölkerungsgruppen viel sicherer sind, als der PI angibt. In meinen Augen macht es durchaus Sinn, Barrieremethoden differenzierter nach Anwendergruppen zu betrachten.

      Es gibt eine andere Anwendergruppe, die übrigens auf einen ähnlich hohen PI mit Kondomen kommen. Studien zeigen, dass Prostituierte in Nevada interessanterweise ebenfalls auf einen PI von 0,6 kommen.

      Ein weiterer interessanter Fakt: Die Anzahl der ungewollten Schwangerschaften NACH erfolgreich ermitteltem Eisprung liegt bei 0 oder nahezu 0. Das muss man sich erstmal vorstellen: Von den rund 1000 Frauen ist keine einzige schwanger geworden, nachdem der Zyklus in der zweiten Zyklushälfte erfolgreich ausgewertet werden konnte.

      Das bedeutet aus praktischer Anwendersicht, dass NFP-Anwenderinnen rund 10-14 Tage völlig sorgenfrei Sex haben können, ohne auch nur einen weiteren Gedanken an Verhütung zu verschwenden. Das ist zugegebenermaßen ein psychologischer Effekt und kein Sicherheitsgewinn. Es behauptet aber auch keiner, dass die symptothermale Methode nicht auch andere Vorzüge hätte, die über den reinen PI hinausgehen.

      Um dies zu einem Ende zu bringen: Dass so viele Frauenärzte über NFP schmunzeln liegt mit Sicherheit nicht daran, dass NFP unsicher ist, sondern daran, dass viele Frauenärzte die Methode nicht vollständig nachvollzogen haben.

      • p.h. sagt:
        5. Juli 2011 um 20:21

        Das Frauenärzte die Methode nicht kennen und sogar ablehnen, kann ich nicht verstehen.

        Aber den PI nach Anwendergruppen zu berechnen, kommt einer Statisik gleich, die sich jeder selbst ?gefälscht? hat. Auch mit der Pille gibt es sicherlich Gruppen, die einen wesentlich schlechteren PI haben, als aufgeklärtere Frauen. Allein der Unterschied zwischen normaler Pille und Minipille kennen ja nicht mal alle.

        Bei NFP muss ich in der fruchtbaren Zeit enthaltsam sein, oder auf andere Methoden zurückgreifen. Das will auch nicht jeder.
        Da ist die Pille wesentlich komfortabler. Zumal es damit sogar möglich ist, seine Periode nicht mehr zu bekommen. Was in meinem Bekanntenkreis als Vorteil genutzt wird.

        • Christian sagt:
          6. Juli 2011 um 18:08

          Das Argument mit der ?gefälschten? Statistik kann ich nicht nachvollziehen. Es gibt den Methoden-PI. Bei Kondomen ist der einzige Unsicherheitsfaktor ein Produktionsfehler (der meines Wissens nach bei etwa 1 zu 10.000 liegt). Alles andere gilt schon als Anwendungs-PI. Die Frage ist nun: Sprichst du eine allgemeine Empfehlung für eine möglichst breite Masse an Menschen aus? In diesem Fall solltest du auch einen Durchschnitt der gesamten Masse betrachten, was die Anwendungssicherheit betrifft. Wenn du jedoch nur eine Einzelperson ansprichst, von der du exakt über deren Versiertheit im Umgang mit einem Verhütungsmittel Bescheid weißt oder für dich selbst eine Entscheidung triffst, dann gibt es keinen Grund, den Durchschnitt der gesamten Masse anzunehmen. Im Idealfall nimmst du eine Statistik, die aufgrund eines dir ähnlichen Anwenderprofils erstellt wurde. Dazu gibt es ja auch Studien mit unterschiedlichen Personengruppen :)

          Das ist außerdem der Grund für diese z. T. extremen Schwankungen in den Aussagen über PIs, eben dass die Anwendergruppe in jeder Studie ein wenig anders gewählt wurde.

          Und zu deinem letzten Punkt: Nicht jede Verhütungsmethode ist für jeden gleich geeignet. Wenn du keine schlechten Erfahrungen mit der Pille gemacht hast, ist das doch sehr gut und du hast das für dich optimale Verhütungsmittel gefunden. Worum es uns in diesem Blog und mit myNFP jedoch geht, ist, dass Frauen überhaupt erstmal eine Alternative kennenlernen, damit sie selbst entscheiden können. Das ist nämlich, wie du anhand der Erfahrungsberichte hier lesen kannst, leider sehr selten der Fall. Im Endeffekt läuft es auf die ganz einfache Frage hinaus: Welche Vorteile einer Methode überwiegen deren Nachteile?

  4. mupfeltupfl sagt:
    5. Juli 2011 um 11:31

    Also ich hatte als erstes ?Temperaturmethode? gegoogelt und bin dann auf die Seite ?Frauenärzte im Netz? oder so ähnlich gestoßen. Da wurde dann aber auch nur von der Temperaturmethode gesprochen. Über einige weitere Seiten kam ich dann zu profamilia, die die symptothermale Methode recht gut in einer Broschüre erklären. Dort gab es dann auch den Hinweis auf die NFP-Forschungsgruppe und mynfp. Waren also auch viele Umwege, bis ich endlich hier gelandet bin.
    Keine meiner Freundinnen hat schonmal davon gehört, obwohl wir Biologie auf Lehramt studieren und später in der Schule Aufklärungsarbeit leisten sollen! Ist schon traurig. Wenn ich erzähle, dass ich die Pille abgesetzt hab, krieg ich immer als erstes zu hören: ?Wie, lässt du es jetzt schon drauf ankommen??
    Neulich hab ich auch mit einer Medizinstudentin gesprochen, die die Pille in den Himmel gelobt hat. Sie sagte, man solle die Pille von Anfang an (also mit 13/14/15) bis zu den Wechseljahren nehmen und sie nur zum Kinderkriegen absetzen, weil die Pille der beste Schutz gegen verschiedene Krebsarten ist! Die Studien hab ich nicht gelesen, deshalb kann ich mir darüber kein Urteil bilden, aber von Nebenwirkungen unter der Pille scheint sie auch noch nix gehört zu haben.

  5. Epica sagt:
    5. Juli 2011 um 12:19

    Also ich rede mit meinem Frauenarzt schon gar nicht mehr darüber, weil er tatsächlich immerwieder von ?Kalendermethode? redet, also sag ich, ich verhüte mit Kondom(was ja zu 90% auch stimmt, bei den langen Zyklen).Tatsächlich ist es erschreckend wie wenig die Meisten darüber wissen.Auch ich kam über Eisprungkalender (was ich noch nie ernst nahm, da meine Zyklen ja sehr schwanken) und Persona auf die Seite MyNFP.Auch bei Profamilia gab es ganz gute Informationen.Schlimm finde ich dass eine gute freundin von mir nach der Geburt ihres Kindes mit der ?Kalendermethode? verhüten wollte, ihr Arzt hatte gesagt die Frau hat ja immer 14 Tage nach ihrer Periode einen Eisprung?!Was für ein fataler Fehler!Es ist echt komisch, was so manche Ärzte den Frauen erzählen.

  6. LaLaLa sagt:
    5. Juli 2011 um 13:38

    Mir erging es leider auch so mit meiner Frauenärztin. Als ich ihr nach einjähriger erfolgreichen Anwendung der Methode meine Zyklen zeigte, blätterte sie diese ganz kurz durch und meinte nur: ?Sie wissen aber schon, dass es aus medizinischer Sicht sehr unsicher ist, oder? Sie müssen damit rechnen ungewollt schwanger zu werden und sollten sich darauf schon mal einstellen.? Ich habe sie gefragt ob sie denn das Buch ?Natürlich&Sicher? kennt? Sie schüttelte nur noch abwertend mit dem Kopf und sagte ?ja, ja kenn ich.? Und das war KEINE Ärztin aus dem älteren Semester sondern sie kam frisch vom Studium und hatte sich sogar noch auf Frauen mit Kinderwunsch spezialisiert! Man muss doch als Patient erwarten können, dass die Ärzte in Deutschland/Europa gut genug im Medizinstudium fachlich ausgebildet werden. Das ärgert mich schon sehr und ich kann nur meine persönliche Konsequenz daraus ziehen und den Arzt wechseln?

  7. Sensaia sagt:
    5. Juli 2011 um 15:02

    naja, vielleicht glauben viele Gyns, dass sie manchen Frauen nicht so viel Verantwortung übergeben können? Und dass sie nicht verantworlich sein wollen, wenn es schief geht und dass sie zu wenig (von der Kasse bezahlten) Zeit haben, um den Frauen NfP zu erklären. Geht ja nicht in 3 Minuten wie mit der Pille, Spirale, Pflaster?
    Ich rege aber zur Bekämpfung des wenigen Verständnisses einen Leitfaden an: wie sage ich es meinem Gynakologen? Wie sage ich es meinen (Schwieger)eltern? Wie erkläre ich es meinen Freunden? etc. Ich hatte letztens eine Broschüre des Bundes gelesen, die den Männern Argumente zur Teilzeit in die Hand geben. Ich würde mich freuen, wenn es das für NFP gäbe (http://www.bmas.de/portal/37938/property=pdf/a265__teilzeit__maennerbroschuere.pdf)

  8. Epica sagt:
    5. Juli 2011 um 16:06

    @ sensaia, das ist eine ziemlich gute Idee,aber die Frage ist auch, wer bereit wäre solch eine Broschüre herzustellen bzw. zu verbreiten.

    • Christian sagt:
      6. Juli 2011 um 18:08

      Wir werden uns mal Gedanken zu dem Thema machen. Eine Broschüre sollte eigentlich machbar sein. Zumindest eine digitale Version.

  9. Natalie2807 sagt:
    5. Juli 2011 um 18:23

    Halli Hallo,

    es ist schon echt immer wieder interessant wie die FAs auf NFP reagieren. Ich selbst hatte bis vor kurzem auch einen ?Unwisssenden? :-) (habe jetzt gewechselt)
    Es war noch zu meiner Pillen-Zeit, als ich langsam damit anfing, über ?andere? Verhütungsmethoden nachzudenken und im Internet zu stöbern (bin am Ende übrigens über das Buch von J. Rötzer zu NFP gekommen). Da ich bis dahin eigentlich immer eine sehr gute Meinung von meinem FA hatte, dachte ich ich sprech es einfach bei meinem nächsten Termin mal an. Ja seine Antwort war in etwa folgende: ?Temperatur messen?? Schleim beochbachten?? Ach das ist doch eigentlich ganz schön eklig mit dem Schleim und so *grins* und wenn man bedenkt, dass der Eisprung immer am 14 ZT ist und sie ja auch noch ihre Mens haben, dann müssen sie ja fast einen halben Monat enthaltsam sein! Wollen sie das wirklich??
    Ok, damit hatte er sich disqualifiziert?und ich hab mich trotzdem richtig entschieden, nämlich FÜR NFP! :-)

  10. Sheri sagt:
    6. Juli 2011 um 13:40

    Mein letzter FA schüttelte nur den Kopf, als ich voller Stolz meine ersten NFP-Blätter zeigte. Das wäre zu unsicher und ich müsste ja sooo viele Tage an Verhütung denken oder enthaltsam sein. Das könne ja nicht funktionieren, wär nicht zuverlässig, die Pille ist viel einfacher. Wenn ich kein Kinderwunsch hätte, warum ich mir das antun würde und mir klar sein müsse, dass ich schwanger werden könne und mit dem Ergebnis dann leben müsse. Blabla. Dass ich unter der Pille gar keinen Bock mehr auf Liebe hatte, beachtete er gar nicht. Ob er nun Ahnung von NFP hat, weiss ich nicht. Seine Einstellung, mir lieber die Pille gegen meinen Wunsch aufs Auge zu drücken, hat mir gereicht.

    Ich kann mich allerdings errinnern, als wir vor 20 Jahren in der Schule im Biologieunterricht das Thema menschlicher Körper/ Sexualität hatten, wurde von der Knaus Ogino-Methode gesprochen und dass es unsicher sei. Dann, als das Zeitalter der Talk-Shows aufkam, war mal ein Ehepaar in einer Sendung. Sie vertrug hormonelle Verhütungsmittel nicht und machte NFP, hatte aber total 6 Kinder. 3 oder 4 waren ?Unfälle?, weil sie die Methode nicht korrekt anwendete (hab halt mal nicht gemessen und mein Mann hatte keine Lust auf Kondome?) und somit war NFP verteufelt.

    Jede Methode ist nur so sicher, wie sie angewendet wird.

  11. Sensaia sagt:
    6. Juli 2011 um 14:40

    @ Epica ? es muss ja nicht so dicke hochwertige Broschüre sein. Mir ging es eher um die Thematik der Imageaufbesserung. Und NFP ja auch GETEILTE Verantwortung im Gegensatz zu z.B. der Pille. Wie das Image der Männer-Teilzeit muss auch die Verhütungs-?Teilzeit? unter die Leute gebracht werden. Und ja es stimmt: wer sollte es drucken, verbreiten etc. Daran verdient ja niemand etwas. NFP als Opfer unserer gewinnorientierten Gesellschaft?

    • Epica sagt:
      6. Juli 2011 um 21:21

      ich glaube am wichtigsten wäre es solche Broschüren den Frauenärzten zu überreichen ;-) die halten scheinbar am wenigsten von der Methode.Für viele Menschen ist es wohl einfach zu umständlich/aufwändig, ging mir am Anfang auch so muss ich ehrlich gestehen.

  12. mfs sagt:
    6. Juli 2011 um 16:26

    Schön, dass dieses Thema hier einmal angesprochen wird. Ich vertrug die Hormonspirale nicht und liess sie mir nach 1.5 Jahren ziehen. Vor der Spirale hatte ich lange keine feste Beziehung und wusste daher, wie schön ein Leben ohne Pille ist. Ich hatte Hautprobleme im Gesicht und meine Ärztin empfahl mir, auf die Hormonspirale zu verzichten.

    Meine Frauenärztin hatte mich (damals 27 Jahre alt) gefragt, ob ich denn schon einmal von natürlicher Verhütung gehört hätte. Ich bat trotzdem um ein Pillenrezept, habe die Pille zwei Monate genommen, hatte keinerlei Lust mehr auf Sex und die Hautprobleme, die ich durch die Hormonspirale hatte, wurden auch mit der Pille nicht besser (Ich glaube daher nicht an die ?Pille gegen Akne?). Ich entschied mich also für NFP. Seither sind meine Hautprobleme verschwunden, und es geht mir viel besser.
    Ich finde es faszinierend, mehr über den eigenen Körper zu wissen und ärgere mich, dass ich es nicht früher erfahren habe. Jede Frau müsste Zykluswissen vermittelt bekommen, stattdessen wird der Zyklus, der am Anfang oft schwierig ist, bevor er sich eingependelt hat, mit der Pille ?normiert?.
    Als Wissenschaftlerin, die oft mit Statistik arbeitet, ist es ausserdem spannend, die Zyklen zu studieren und nach Regelmässigkeiten zu suchen.

  13. tilly sagt:
    7. Juli 2011 um 15:20

    Ich finde das Thema persönlich sehr spannend. Zumal es mich jedes mal, wenn ich darüber nachdenke, erschüttert, wie hormonorientiert die Verhütungswelt doch ist. Ich sagen gezielt erschüttert und nicht verwundert, da ich es selbst vor langer Zeit nicht besser wusste.
    Den ersten Kontakt zu NFP hatte ich im Zuge der Vorbereitung auf die kirchliche Hochzeit. Der Vortragende im Seminar sprach von natürlicher Verhütung, von der Kirche gebilligt, total sicher, Zyklus kennen lernen, blablabla? warum habe ich nicht zugehört? Weil er selbst 10 Kinder in 15 Jahren oder so hatte. Ich dachte mir, ja klar, total sicher, und hab auch noch Witze darüber gemacht. Erst später ist mir bewusst geworden, dass das vermutlich tatsächlich so gewollt war (er und seine Frau waren wohl auch NFP-Berater, müssen das also auch richtig angewendet haben). Aber zu der Zeit fand ich das Ganze nur lächerlich, wie vermutlich auch alle anderen Pärchen bei dem Vortrag.
    Ich wurde erst richtig auf NFP aufmerksam, als sich der Kinderwunsch bei mir meldete und ich mir dachte, wie praktisch es doch sei, die fruchtbaren Tage bestimmen zu können. In der Zwischenzeit bin ich vollends von der Sicherheit von NFP als Verhütungsmethode überzeugt, aber umso mehr war ich enttäuscht, als mein Frauenarzt nur meinte ?ach, dann messen sie also die Temperatur? und es bei diesem einen abfälligen Satz beließ.
    Ich denke auch, dass die Aufklärung an der Wurzel dieser Hormonorientierung, bei den Ärzten, angesetzt werden sollte. Denn wo geht frau denn mit ihrem Verhütungswunsch hin? Zum Frauenarzt!

  14. Primel sagt:
    7. Juli 2011 um 22:16

    Bei meinen FAs wurde es bisher immer kommentarlos aufgenommen, aber ich spreche auch nie von NFP, sondern sage immer, dass ich symptothermal verhüte. Ich könnte mir vorstellen, dass das den Ärzten mehr sagt. Es sickert aber trotzdem bei jedem durch, dass erstens die Ärzte einem diesbezüglich wenig zutrauen, als ob wir seit der Pille unfähig geworden sind, Verantwortung für unseren Körper zu übernehmen oder der pure Trieb uns davon abhält mehr über Verhütung nachzudenken, als jeden Tag eine Pille zu schlucken. Und zweitens sie nicht so gut Bescheid wissen.

  15. clydesbonnie sagt:
    8. Juli 2011 um 11:37

    Als Anwenderin der symptothermalen Methode bei Kinderwunsch möchte ich auch etwas zum Thema sagen.

    Hier ist leider meist ausschließlich die Rede davon, dass die Methode zur Verhütung angewendet wird und das ist schade. Sie leistet nämlich auch wertvolle Hilfe, wenn man sich ein Kind wünscht, den letztendlich geht es bei beiden Verwendungsarten darum, die fruchtbare Zeit zu bestimmen und den Eisprung möglichst weit einzugrenzen.

    Ich selbst bin erst durch den Kinderwunsch auf diese Methode gestoßen und kenne sehr viele, die sie ebenfalls mit diesem Ziel anwenden ? viele dieser Frauen nicht ganz so streng und nicht immer in Kenntnis aller Regeln, was bei Kinderwunsch aber auch nicht so wichtig ist.

    In der Zeit zwischen der Pille und dem Kinderwunsch hatte ich zwar längst davon gehört, dass man mittels Temperaturmessung und Schleimbeobachtung den Eisprung bestimmen kann (auch eher im Zusammenhang mit Kinderwunsch) jedoch erschien mir die Anwendung mit einem Blatt Papier und einem Bleistift zu aufwendig. Die Verwendung eines Verhütungscomputers erschien mir dagegen perfekt und einfach in der Anwendung, wenn man natürlich verhüten will. Jetzt sehe ich das anders: durch die Methode lernt man seinen Körper kennen, zudem ist sie sicherer und zuverlässiger.

    Was ich sagen will: ohne die Kinderwunschzeit hätte ich mich wohl nie mit dieser Methode befasst und hätte damit auch nicht ein perfektes Verhütungsmittel für die Zeit danach gefunden. Ob ich die Methode jedoch auch in jüngeren Jahren angewendet hätte, weiß ich nicht. Man muss schon mitdenken und verstehen und auch etwas mehr Zeit investieren als bei der Verwendung hormoneller Verhütungsmittel. Das ist wohl auch der Punkt, weshalb die Methode nicht so verbreitet ist und Frauenärzte sie ihren jungen Patientinnen auch nicht empfehlen.

  16. Funnymopp sagt:
    9. Juli 2011 um 14:38

    Als Biologiestudentin bin ich nur erschrocken darüber, wie schnell und leicht heute Gynäkologen Hormonpräparate, v.a. die Pille als Verhütungsmittel verschreiben, z.T. dann noch ohne vorherige ausführliche Anamese (mir selber passiert, als ich noch mit der Pille verhütet hatte).
    Es ist nunmal viel einfacher und man muss sich weniger Gedanken um alles machen, wenn man die Pille nimmt (oder andere Hormonpräparate).
    Aber ich finde es wirklich erschreckend, da auch Gynäkologen während des Studiums den Stoff behandeln müssten (ich hoffe es), wie viele Stoffwechselvorgänge die Hormone im Körper einer Frau beeinflussen.
    Jedem klar denkenden Menschen müsste es einleuchten, dass es nicht auswirkungslos sein kann, wenn man über Jahre dem Körper Hormone zuführt.
    Vor allem aber finde ich es erschreckend, wie schnell (Noch-)Kinder oder (Schon-)Jugendliche Hormone verschrieben bekommen. Besser als schwanger denken dann viele, mag auch sein, aber hormonelle Auswirkungen auf noch nicht ausgereifte Geschlechtsorgane sind nicht unter den Tisch zu kehren ? darüber spricht aber niemand.
    Und dem Jugendlichen ins Gewissen zureden, dass Kondome sinnvoller sind, weil sie auch vor >Geschelchtskrankheiten schützen und dann den sinngemäßen Umgang zeigen/beibringen, das setzt sich leider immer noch nicht durch.
    So wir schon bei Jugendlichen ein relativ sorgloser Umgang mit der Verhütung gefördert, weil mit Hormonen ja nix passieren kann?
    Meine Gynäkologin ist nicht begeistert, wie ich verhüte, aber sie versucht zumindest nicht mich umzustimmen oder von oben herab über NFP zu urteilen.
    Schade finde ich dann eher die Reaktionen von Freunden und Bekannten, die die Methode als ?öko? einstufen und dann lästern, dass 2 Kinder doch genug wären und wir damit unbedingt ein 3. riskieren wollten.
    Dass die beiden aber GEWÜNSCHT enstanden sind und NFP in dem FAlle nicht zur Verhütung diente, das wollen sie einfach nicht glauben.
    ?Na Hauptsache ihr könnt es euch schön reden, oder??? haben wir dann schon des Öfteren zu hören bekommen?

    • tilly sagt:
      9. Juli 2011 um 14:46

      Der Beitrag könnte zu 90% von mir sein (bis auf das mit den 2 Kindern) ? das ist alles so richtig!
      Und die Aussage mit dem Schönreden hat mich gerade eben schockiert! Ich finde solche Aussagen anmaßend, und wenn sie aus reinem Unwissen entstehen sogar noch schlimmer. Ein Hoch auf die Hormone?

      • Christian sagt:
        9. Juli 2011 um 14:50

        Ja, das ?Schönreden? ist wirklich absurd. Besonders merkwürdig finde ich, dass harte Zahlen und Fakten dabei kaum weiterhelfen, gerade bei solchen ?Zweiflern?, die sich allerdings allzugerne auf Zahlen und Fakten über die Sicherheit der Pille beziehen. Traurig.

  17. Christian sagt:
    9. Juli 2011 um 14:46

    Ich denke, wir sollten mal ein Interview mit ein oder zwei Frauenärzten führen und mal sehen, wie die sich dazu äußern. Vielleicht gibt es auch eine andere Erklärung für dieses absurde Verhalten. Z. B. schlicht und ergreifend rechtliche Entscheidungen, die FAs berücksichtigen müssen (oder glauben, diese berücksichtigen zu müssen).

    Danke jedenfalls an euch alle für eure Beiträge. Es ist doch immer wieder sehr interessant zu lesen, welche Erfahrungen ihr gemacht habt.

  18. SuRe28 sagt:
    10. Juli 2011 um 14:16

    Ich bin durch meine FÄ zu NFP gekommen und ich war es, die sagte ?oh Gott, dieser Blödsinn mit Temepratur und so??. Mittlerweile möchte ich meiner FÄ die Füße küssen für ihre Geduld mir die Vorteile und die Sicherheit nahezulegen! Bei Fragen kann ich mich mit meinen Kurven immer an sie wenden ? sie ist einfach toll! (Danke Frau Dr. Hoge!)
    Die Verbreitung und Akzeptanz der Methode an sich ist aber wirklich immer wieder erschreckend und von Vorurteilen geprägt. Leider muss ich sagen, dass das Image der NFP-AG aber auch nicht das beste ich und gelinde gesagt etwas verstaubt erscheint, gerade in Bezug auf neuere Entwicklungen (siehe iButton-Verwendung). Mit etwas mehr ?Propaganda? könnten die da sicher auch viel (mehr) erreichen.

  19. Feline sagt:
    11. Juli 2011 um 19:12

    Haha, sehr coole Idee! Bei mir hat der Rechner sogar zufällig mal recht gehabt. Aber das ist wirklich nur ein Glückstreffer. Immerhin schwanken meine Zykluslängen um locker mal 10 Tage! Deswegen NFP! Juhu! ;-)
    Mein Frauenarzt war damals auch absolut der Meinung das die symptothermale Methode viel zu unsicher ist. Ich glaube er hat sie aber mit der Kalendermethode oder derartigen verwechselt. Ich hab mir die Informationen dann auch mühsam im Internet zusammengesucht.

  20. pointi sagt:
    13. Juli 2011 um 15:14

    Erstmal- sehr guter Blog!
    ich selbst kann ein bisschen internationale Erfahrung beisteuern. Wir, bisher unerfuellter Kinderwunsch, wohnen in Grossbritannien. In der ?fertility clinic? hier, wurde meine mitgebrachten NFP Boegen (vom mehr als 12 Montagen!) als uninteressant zu Seite gelegt (und stattdessen eine Ultraschalluntersuchung gemacht, die zeigte, dass ich heranreifende Eizellen im Eierstock hatte (ach??). Das war offenbar aufschlussreicher?
    In Norwegen (wo wir wohl IVF machen werden) hingegen, war man sehr interessiert und begeistert (ich konnte nicht ermessen, ob die mynfp Seite bekannt war- aber die Methode definitiv) und hat sich die Boegen ausfuehrlich zusammen mit uns angesehen.

  21. Susieisprinzessin sagt:
    25. Juli 2011 um 20:34

    Als ich 8 Wochen nach der Entbindung das erste Mal wieder bei meiner FÄ war, konfrontierte sie mich auch gleich damit, dass es ?nur 3 geeignete Verhütungsmethoden in der Stillzeit? gebe, eine bestimmte Pille, Spirale und Kondom. Als ich meinte, das möchte ich alles nicht, und dass ich stattdessen NFP weitermachen will, kam sie natürlich auch mit ?kein regelmäßiger Zyklus? usw. Ich setzte dem nur entgegen, dass ich damit Erfahrung habe und mir dessen bewusst bin. Dann sagte sie, naja ihretwegen müsse ich nicht die Pille nehmen, und sie würde auch nicht lachen, wenn ich schwanger wiederkomme. Das fand ich dann fast schon wieder lustig. Erst etwas später rückte sie dann von sich aus damit raus, dass diese eine Pillensorte, die ich hätte nehmen können, solche Nebenwirkungen hat, dass man damit eigentlich auch gar keine Verhütung mehr bräuchte, weil man sowieso keinen Sex mehr hat?

  22. mausi sagt:
    24. August 2011 um 17:01

    Also ich bin noch gar nicht lange dabei, aber ich bin zu mener Frauenärztin gegangen, habe gesagt ich habe die Pille abgesetzt, weil ich keine Libido mehr habe und habe da aber schon nfp gemacht, ihr aber nicht gesagt?
    Ich wollte die Spirale haben, die Kupferspirale, weil alle anderen Verhütungsmethoden nichts für mich sind und mein Zyklus dermaßen lange in der fruchtbaren Phase ist, dass ich zusätzlich verhüten muss?tut jetzt nichts zum Thema?
    jedenfalls wollte ich in der Apotheke ein Thermometer kaufen und was man sich da anhören muss ist eine Frechheit:
    ?Sie wissen aber schon, dass das total unsicher ist, oder??
    Also, ja das könnte man schon behaupten, wenn man keine Ahnung hat, meine ich!
    Meine Frauenärztin hat auch gesagt, führen sie trotz Spirale weiterhin einen Regelkalender um zu sehen ob sie überfällig sind!
    Ein Regelkalender?
    Warum sind die Frauenärzte eigentlich so derbe unterinformiert und stopfen Teenager schon mit Hormonen zu?
    ich finde das unverantwortlich!
    Ich WUSSTE gar nichts von anderen Methoden außer Kondom, was für mich nicht in Frage kam, da alleine zu unsicher?
    Schwupps gabs die Pille, die ich nicht vertragen habe, danach noch 8 weitere Sorten, die ich nicht vertragen habe?
    Es MUSS bekannter werden UNBEDINGT und mehr aufgeklärt werden, wie sicher die Methode ist!
    Man wird überall total dämlich angeguckt, wenn man gefragt wird, wieso man denn nicht die Pille nimmt und ob man denn das Schwangerschaftsrisiko eingeht???
    Krass ey, wie ein Außenseiter?
    Und ich möchte behaupten, dass ich mit meiner Sexualität jetzt bewusster umgehe, als mit der Pille?

  23. mausi sagt:
    24. August 2011 um 17:17

    nochmal ich?
    es nützt ja auch nichts, wenn in irgendwelchen Gynäkologenzeitschriften mal ein Artikel veröffentlich wird?
    die Bevölkerung muss aufgeklärt werden, die Gynäkologen müssen gechult werden?!
    Aber auch das nützt alles nichts, weil die Praxen Verträge mit den Pharmafirmen haben, die nicht erhebliche Summe zahlen, damit ihre Produkte an die junge unerfahrene Teenagerin verschrieben werden!
    Weiß nicht ob euch das nicht auch aufgefallen ist, die Frauenärzte suchen förmlich nach Gründen einem die Pille verschreiben zu dürfen!
    ?Oh ich sehe sie haben auch eichte Akne, da habe ich eine tolle Pille für Sie!?
    Klar, dass junge Mädchen darauf SOOOOFORT anspringen!
    Ich jedenfalls fand das damals TOOOTAL GEIL!
    Dass ich mit 21 Akne schlimmer als im Teeniealter bekam, weil ich die Akne immer unterdrückt habe, das hat mir natürlich keiner prognostiziert!
    Wenn man mal vernünftig auch schon in der Schule (da waren immer nur Kondome und Aids das Thema) vernünftig aufgeklärt wird und alle Verhütungsmethoden MIT ihren Auswirkungen erklärt werden?auch mit ihren Nebenwirkungen?NEUTRAL und nicht durch einen voreingenommenen Arzt, der dafür gut bezahlt wird, dass er die Pille verschreibt?
    Ich meine?man müsste sich auch mal fragen, warum viele Paare keine Kinder bekommen?sind die langzeitwirkungen der Pille überhaupt erforscht???

  24. Bohemienne sagt:
    22. Dezember 2011 um 17:10

    sorry, wenn ich was wiederhole ? aber ich könnte mir vorstellen, dass gyns den wenigsten frauen (und insbesondere mädchen im teeniealter) zutrauen, ihren zyklus vernünftig auszuwerten (mir ist kürzlich auch fast ein ausrutscher passiert, obwohl ich mich inzwischen für einigermaßen versiert halte und auch regelmäßige zyklen habe). und mal ernsthaft: in meiner studienzeit hätte ich aufgrund meines damaligen, räusper, lebenswandels, wahrscheinlich auch das ein oder andere kind produziert, weil ich völlige chaoskurven gehabt hätte. insofern kann ich die gyns da zum teil verstehen, wenn sie skeptisch sind.

    grundsätzliche ablehnung der methode gegenüber finde ich aber unangemessen. trotzdem bleibt es (für mich) dabei: die pille ist die absolut bequemste art der verhütung. für alle beteiligten.

  25. Bianca79 sagt:
    11. Februar 2012 um 22:03

    Also ich bin inzwischen bei meinem 2. NFP-Anlauf. Beim ersten Mal wurde ich von einem FA ausgelacht als ich in der Praxis erzählte, dass ich NFP mache. Damals war ich erst so Anfang 20 und ich habe es mir ausreden lassen.
    Die Pille an sich wollte ich nicht nehmen, da ich laktoseintollerant bin und daher öfters mal Magenprobleme habe. Also dann NuvaRing. Selbst nach meiner Thrombose mit dem Nuva Ring wollen mir FAs trotzdem Hormone aufschwazen. Inzwischen bin ich älter und lasse mich nicht mehr belabern.
    Die Wut bleibt!

  26. Bloomingorchid sagt:
    16. Juni 2012 um 14:27

    Hallo,
    Ich bin auch total wütend was meinen Frauenarzt betrifft, welcher ebenfalls alternative Verhütungsmethoden komplett belächelt und mir einredet wie umständlich es doch wäre jeden Tag zu messen und so eine Pille ist doch schnell mal eingeworfen. Und so habe ich aufgrund von Nebenwirkungen einen Pillenwechsel nach dem anderen durchgemacht und wohlgemerkt immer die von der teuren Sorte, bis ich explizit nach einer billigeren und schwächer dosierten verlangt habe. Selbst die Nebenwirkungen werden auch nicht ernst genommen obwohl mich diese mit Anfang 20 extrem belasten wie z.B. geschwollene Beine so dass ich zwischendurch auf Kompressionsstrümpfe ( die auch nicht gerade billig sind) zurück greifen muss, selbst dagegen habe ich eine Pille verschrieben bekommen die ja extra gegen Wasser einlagerungen sei und es wurde zu meiner Frustration nur schlimmer.
    Es ist doch so offensichtlich die Ärzte gehen mit der Pharmaindustrie Hand in Hand das darf man nicht vergessen und der Arzt reibt sich schön die Hände wenn er die Provision für das Verschreiben eines bestimmten (und natürlich teureren) Produktes kassiert. Warum sonst werden Heilpraktiker nicht von der Krankenkassen unterstützt obwohl diese langfristig doch besser sind da nicht nur die Symptome behandelt werden, sondern die ganzen Lebenumstände berücksichtigt werden, was zu der Ursache des Problems führt. Alles hängt zusammen und keines von den Gliedern (sei es Krankenkasse, Arzt und schon gar nicht die Pharmaindustrie) ist ernsthaft an unserem Wohlergehen oder Gesundheit interessiert.

    Danke fürs Dampf ablassen :)

  27. Anna Molly sagt:
    15. November 2013 um 17:57

    Hallo
    ich nehme zur Zeit die Pille (Zoely) und bin absolut unglücklich (Kopfschmerzen, Müdigkeit, Unreine Haut, Reizbarkeit bzw. weinerlich, Libidoverlust und bei Sex ein Trockenheitsgefühl -> folglich wird auch die psychische Belastung immer stärker).
    Deshalb habe ich mich im Internet nach hormonfreier Verhütung erkundigt, einige Foren durchlesen und bin zu dem Entschluss gekommen, dass die NFP Methode die ?gesündeste? für meinen Körper ist (Spirale oder Kupferkette kommen für mich auch keinesfalls in Frage, da a) zu teuer und b) zumindest zu Anfang genug negative Argumente aufweist).

    Da ich in einer Beziehung bin, möchte ich aber auch meinen Freund in die Entscheidung mit einbeziehen ? die Hormone belasten zwar im Moment meinen Körper, aber im Notfall sind wir es eben doch beide, die mit einem Kind klar kommen müssten.
    Problem dabei ist nur, dass er von der Methode überhaupt nichts hält.
    Ich weiß nicht wie ich ihn überzeugen kann die Methode auszuprobieren.

    • Christian sagt:
      16. November 2013 um 15:29

      Hallo Anna,

      was sind denn die Gegenargumente deines Freundes? In 99% der Fälle liegt es daran, dass die medizinischen Grundlagen fehlen und das Verständnis dafür, wie die Methode überhaupt funktioniert. Halbwissen und falsche Annahmen sorgen dann für Zweifel, wie und warum NFP überhaupt funktionieren soll.

      Die Methode wird seit über 30 Jahren erforscht, es gibt viele Studien dazu, die Verhütungssicherheit ist eindeutig belegt.

      Manchmal gibt es auch andere Gründe, die für eine ablehnende Haltung sorgen. Vielleicht fragt sich dein Freund, ob mit NFP + Kondom noch alles so spontan und locker läuft wie mit der Pille.

      Daher: Mach ihm klar, dass die Pille bzw. hormonelle Verhütung für dich aufgrund der Nebenwirkungen keine Option mehr ist. Es gibt außerdem keinen allzu bedeutenden Unterschied zwischen den einzelnen Präparaten. Das Funktionsprinzip ist immer gleich, die hormonelle Zusammensetzung unterscheidet sich ein wenig. Erfahrungsgemäß treten unerwünschte Nebenwirkungen jedoch auch bei anderen Präparaten auf.

      Frag ihn, was er als Alternative einsetzen möchte. Das bringt ihn dazu, sich mit dem Thema auseinander zu setzen. Frag ihn außerdem, warum er glaubt, dass die Methode nicht funktioniert. Auf diese Bedenken kannst du dann mit einem Grundlagenbuch wie Natürlich & Sicher eingehen.

  28. Linda sagt:
    17. Januar 2014 um 07:21

    Ich habe mich seit absetzen der Pille davor gedrückt zum FA zu gehen weil meine Ärztin absolut Homonversessen sind. Ich leide unter hormonell bedingter Migräne und habe lange die Pille durchgenommen ?weil ihre Migräne sonst deutlich schlimmer wird? hieß es. Stimmt nicht. Auch andere Nebenwirkungen wie starker Libidoverlust sind verschwunden. Mein Partner findet nfp toll, hat es doch regelrecht unsere Beziehung gerettet. Zunächst war er aber auch skeptisch, jetzt ist er glücklich über unseren Sex. Wir haben auch oft keine Lust auf Kondome, aber wer sagt eigentlich dass Sex immer eine Penetration beinhaltet? Wir haben genialen Sex und vermissen nichts, wenn grade kein Kondom in der fruchtbaren Phase zur Hand ist ;-)

    • Christian sagt:
      17. Januar 2014 um 14:45

      Danke für deinen Erfahrungsbericht. Wenn einem Ärzte nicht zuhören und auch nicht ernst nehmen, sollte man sie einfach wechseln. Es gibt auch gute Ärzte und mit den ?schlechten? verschwendet man nur seine Zeit.

  29. Kiwu2012 sagt:
    11. Mai 2014 um 20:09

    Ich bin über die hier oft verteufelten Zykluscomputer (cyclotest) zu nfp gekommen. Wenn man schon mal misst, beschäftigt man sich auch eher mit den zusätzlichen Symptomen.

  30. Bruno77 sagt:
    30. August 2014 um 12:40

    ich habe mich gerade furchtbar über diesen Artikel geärgert:

    http://www.neon.de/artikel/sehen/gesellschaft/die-nfp-luege/665708

  31. maring sagt:
    7. September 2015 um 23:19

    Vl liegt es daran, dass ich schon älter als 30 bin, oder daran, dass ich schon Mama bin ? ich weiss es nicht; aber es erschreckt mich wie sehr eine eventuelle Schwangerschaft als absolute Katastrophe dargestellt wird!

    ?Sie riskieren eine Schwangerschaft? ist mMn etwas, dass ein FA NICHT sagen dürfte, finde ich;
    Ja, es gibt Phasen im Leben, da ist es möglicherweise nicht soooo ideal; aber ganz ehrlich: fragt eine schwere Krankheit ob?s gerade passt oder ob sie vl erst 3-5 Jahre später kommen soll?

    Und ich bin nicht von der katholischen Frauenbewegung oder so. ;) )