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Zervixschleim und Zauberdosen

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Zervixschleim

Wie ich als Mann eine Beziehung zum Zervixschleim herstellte

Ich saß gerade am Frühstückstisch und las eine Frauenzeitschrift, als meine Freundin plötzlich halbnackt vor mir stand. Sie lächelte mir zu und warf mir einen erotischen Blick zu. Stürmisch zeigte sie auf das Bett und gab mir ein eindeutiges Zeichen? Einige Zeit später lagen wir kuschelnd im Bett. Als Alternative zur „Zigarette danach” hatten wir schon lange ein eigenes Ritual entwickelt: Die „Frage danach”. Diesmal war ich an der Reihe, schaute sie an und fragte: „Warum hast du eigentlich manchmal so irre viel Lust auf Sex?”

„Willst du das wirklich verstehen, dann musst du zuerst meinen Zervixschleim verstehen!”, erwiderte meine Schönste, ohne auch nur eine Miene zu verziehen. „Zervixschleim? Das ist doch jetzt ein Scherz, oder?”, stutzte ich. „Nein, Schatz?” In Windeseile schlug sie das Kapitel Zervixschleim im Buch ?Natürlich und Sicher? auf, in welchem verschiedene Fotos des Körpersekrets abgebildet sind. „Hier, schau mal, so sieht der Schleim aus, wenn ich weniger Lust habe und so sieht er aus, wenn ich richtig scharf bin.” Nach Luft ringend fragte ich: „Sind die echt?” „Keine Ahnung – sieht zumindest echt aus”, antwortete meine Liebste. In diesem Moment wurde mir so übel, dass ich die nächsten 60 Minuten damit beschäftigt war, mein innerliches Unwohlsein loszuwerden.

Nach dieser eindringlichen Erfahrung beschloss ich, nie wieder diese Fotos anzusehen. Ich hatte mich damit abgefunden, als Mann kein gutes Verhältnis zum Zervixschleim entwickeln zu können. Wie sollte ich diesen Ekel überwinden?

Etwa ein Jahr später wollte ich mich meinem ?Ekel? stellen und ging mit meiner Freundin zu einer NFP Beratung. Im Gegensatz zu mir war sie überzeugt, dass ich meinen Ekel für den Zervixschleim überwinden und sie nach dem Treffen besser verstehen würde.

Das Treffen begann eigentlich recht lustig. Die Beraterin hatte viel Humor und stellte den Kursteilnehmern am Anfang viele witzige Fragen rund um das Thema Zyklus, um die Atmosphäre aufzulockern.

Die Stimmung war bestens, bis sie sagte: „Und jetzt kommen wir zum Zervixschleim.” In diesem Moment war ich so geschockt, dass ich mit aufgeregter Hand mein Wasserglas umstieß, dessen Inhalt direkt auf das ?Natürlich und Sicher – Arbeitsheft? träufelte. Zum Glück ist das Buch wasserbeständig und wir konnten schnell weitermachen.

Im Seminarraum herrschte absolute Ruhe. Man konnte eine Spannung wie vor einen großen Zaubertrick spüren, bei dem wir Teilnehmer die Zuschauer, der Tisch die Bühne und die Kursleiterin die Zauberkünstlerin waren. Wie der große David Copperfield holte sie drei Plastiktupperdosen unter einem rötlichen Stofftuch hervor: Zauberhaft öffnete sie die erste Dose und sprach: „Das ist ganz gewöhnlicher Speisequark. Ich möchte Sie alle bitten, einen Finger voll davon zu nehmen und zu beschreiben, wie er sich anfühlt und aussieht.” Anfangs war ich sehr skeptisch und spürte, dass mein Magen zunehmend unruhig wurde. Die Teilnehmer waren sich einig: cremig, weiß und klumpig. Darauf öffnete sie die zweite Dose, ein Gemisch aus Mehl und Wasser: Das Gemenge fühlte sich sehr klebrig und feucht an. Schließlich kamen wir zur dritten Dose, einer transparenten Flüssigkeit aus der Aloe Vera Pflanze: Diese ließ sich mit den Fingern aufspannen. „All diese Formen kann der Zervixschleim während eines Zyklus annehmen”, analysierte die erfahrene NFP Beraterin.

Nach dem ?Zauber-Dosen-Experiment? kam der absolute ?Psychotest? und zwar sollten wir die Zervixschleim-Bilder aus dem NFP-Buch nach der Fruchtbarkeit ordnen: Hierbei ist trockener, klumpiger und weißer Schleim weniger fruchtbar als nasser, fadenspinnend und transparenter. Zu meiner Überraschung stellte ich fest, dass ich nun ohne Probleme auf die Bilder schauen konnte. Mein Ekel war spurlos verschwunden – ganz plötzlich, so, als ob er nie da gewesen wäre. Hatte die NFP-Beraterin mich etwa verzaubert?

Heute denke ich, dass das ?Dosen-Experiment? meine Einstellung zu dem Körpersekret merklich verbessert hat. Seit der NFP Beratung habe ich eine gute Beziehung zum Zervixschleim.

Bei meiner Freundin ist schon ein starker Zusammenhang zwischen Lust und Zervixschleimqualität zu beobachten. Aus diesem Grund ertappe ich mich öfter dabei, wie ich mir die Herzen in Zusammenhang mit der Schleimqualität anschaue. Für mich ist dieser Zusammenhang das Interessanteste an ihrem Zyklus. Trotz meines Wissens um den Zervixschleim überrascht mich meine Freundin jedoch immer wieder. Ich denke, dass ich den Zusammenhang ihrer sexuellen Lust jetzt besser einordnen kann, aber ich werde sie wohl nie ganz verstehen?

Natürlich möchten die Leser gern wissen, ob der Zervixschleim auf den Bildern im Buch echt ist. Um die Frage kurz zu beantworten, befragte ich die NFP Beraterin. Sie antwortete: „Ja, sie sind echt! Aber der Schleim ist nicht von mir.”

Hatten eure Männer auch eine gewisse Unbehaglichkeit gegenüber dem Zervixschleim? Würdet ihr zusammen mit eurem Partner in eine NFP-Beratung gehen, um den Zugang zu der Methode mit ihm gemeinsam zu verbessern? Habt ihr so wie meine Freundin am meisten Lust auf Sex, wenn euer Zervixschleim am fruchtbarsten ist oder existiert dort für euch kein Zusammenhang? Ihr könnt den Blog wie gewohnt nutzen, um Fragen über die Auswertung des Zervixschleims zu stellen. Unser Team sowie die erfahrenen Anwenderinnen der symptothermalen Methode werden eure Fragen nach bestem Wissen und Gewissen beantworten.

Für den interessierten Leser werden im zweiten Teil des Artikels die Grundlagen für die Deutung des Zervixschleims erläutert. Wir würden uns über eine große Beteiligung freuen. Bei den vorangegangenen Artikeln zur symptothermalen Methode habt ihr sicher vielen Einsteigerinnen geholfen – macht weiter so!

Hintergründe zum Zervixschleim

Der Zervixschleim ist biologisch gesehen ein Sekret, welches von den Drüsen im Gebärmutterhals (Cervix [lat.]: Hals, Nacken) produziert wird. Der Zervixschleim bildet eine Art Pfropf, der verhindern soll, dass Bakterien von der Scheide in die Gebärmutterhöhle aufsteigen können und der es möglich macht, die Fruchtbarkeit der Frau innerhalb eines Zyklus zu verlängern: Spermien können in Kombination mit ?gutem? Zervixschleim bis zu fünf Tage in den Krypten des Gebärmutterhalses befruchtungsfähig bleiben.

Zervixschleim als Fruchtbarkeitsindikator

Der australische Wissenschaftler Billings und der österreichische Facharzt Rötzer fanden in den 50er Jahren unabhängig voneinander heraus, dass jede gesunde Frau den Zervixschleim als Fruchtbarkeitsindikator nutzen kann. Billings leitete hieraus die Zervixschleim-Methode [6] ab, die heute noch in Entwicklungsländern angewendet wird. Im Grunde ist die Kernaussage der Theorie, dass die Fruchtbarkeit bzw. Unfruchtbarkeit der Frau anhand des Empfindens und Aussehens des Zervixschleims bestimmt werden kann. Im Allgemeinen können wir fünf unterschiedliche Phasen in der Zervixschleimbeobachtung unterscheiden, die zwar als allgemeingültig anerkannt sind, jedoch nur eine modellhafte Sicht auf die Phasen des Zervixschleims im Zyklus zulassen. Das meint, dass diese Beschreibung nicht für alle Frauen zutrifft und zutreffen muss.

Phase 1 – trockene Tage

Direkt nach der Menstruation ist der Östrogenspiegel noch sehr niedrig: Die Östrogenproduktion wiederum ist von den in der Hirnanhangsdrüse (Hypophyse) gebildeten Steuerhormonen FSH und LH abhängig. All dies macht ein komplexes Zusammenspiel der Hormone aus. Die Folge ist, dass nur wenig Schleim produziert wird. Gerade so viel, dass die oben benannte Schutzfunktion vor Bakterien erhalten bleibt. Die Scheide fühlt sich rau oder gar schmerzhaft trocken oder auch wie ?ausgedörrt? an, so dass diese Phase häufig als die Zeit der ?trockenen Tage? bezeichnet wird.

Phase 2 – klebrig, trübe Tage

Einige Zeit vor dem Eisprung steigt der Östrogenspiegel leicht an. Hierdurch ändert sich die Schleimkonsistenz: Der Schleim in der Scheide wird ein zäh-elastisches, klebriges, gelblich oder weißes Sekret. Diese Beschaffenheit eignet sich durchaus, um Spermien bereits aufzunehmen und ihnen bis zur Zeit der tatsächlichen Befruchtung beim Eisprung, ihre Befruchtungsfähigkeit zu erhalten.

Phase 3 – der Eisprung – die ?nassen Tage?

Einige Tage vor dem Eisprung erreicht die Zervixschleimqualität ihren Höhepunkt. Folgerichtig ist in dieser Zeit auch die Masse der Schleimproduktion maximal. Im Volksmund wird diese meist mehrtägige Phase mit ?den nassen Tagen? umschrieben. Neben der gefühlten ?Nässe? ist auch das Aussehen des Schleims stark verändert. Der Schleim ist meist glasig bis transparent und lässt sich zwischen den Fingern, wie in Abb. 1 zu sehen ist, aufspannen. In diesem Schleim halten sich Spermien besonders befruchtungsfähig, da die Spermien den Schleim gut durchdringen und in diesem auch länger überleben können. Der ?basische? Schleim bildet somit einen Schutz für Spermien vor dem ?sauren? Scheidenmilieu. Frauen mit Kinderwunsch können bei gezieltem Geschlechtsverkehr in dieser Zeit ihre Chancen auf eine erfolgreiche Empfängnis deutlich erhöhen.

Phase 4 – das Abklingen – klumpigen und zähe Tage

Direkt nach dem Eisprung produzieren die Eierstöcke verstärkt Progesteron, den natürlichen ?Gegenspieler? des Östrogens. Folglich wird der Zervixschleim wieder zäher, deutlich trüber und klumpiger: Seine Konsistenz verschließt den Muttermund während weniger Stunden wieder. Die Bedingungen für eindringende Spermien verschlechtern sich. Somit wird auch die Befruchtung nahezu unwahrscheinlich.

Phase 5 – prämenstruale Phase

In dieser Phase geht der Schleim im Idealfall wieder in eine ähnliche Beschaffenheit wie in Phase 1 über. Dass in dieser Phase auch noch sehr feuchter Schleim beobachtet werden kann, wird nachfolgend näher erläutert.

Zervixschleim-Methode-Phasen

Abbildung: Zervixschleim-Methode-Phasen

Die bei der Zervixschleim-Methode vorgestellten fünf Phasen stellen den idealen Verlauf der Schleimveränderung dar. In der Praxis zeigt sich, dass der Zervixschleim viele verschiedene Formen annehmen kann. Die häufigsten sind in der folgenden Grafik zusammengestellt.

Zervixschleim Qualitätsstufen

Abbildung: Zervixschleim Qualitätsstufen

Schleimbeobachtung und Eintragung ins Zyklusblatt

Die Zervixschleimbeobachtung erfordert eine Kombination aus Empfinden/Fühlen und Sehen. Der Schleim wird tagsüber beobachtet und am Abend wird die beste Qualität des Tages aufgezeichnet. Um diese möglichst schnell und effektiv zu dokumentieren, haben sich für die ?Güte? des Schleims folgende Symboliken bewährt.

Empfinden/Fühlen Aussehen Fruchtbarkeit Abkürzung
nichts gefühlt, keine Feuchtigkeit keine Feuchtigkeit unfruchtbar ?
trocken nicht gesehen, kein Schleim am Scheideneingang unfruchtbar t
feucht nichts gesehen, kein Schleim am Scheideneingang wenig fruchtbar f
feucht oder nichts gefühlt dicklich, weißlich, gelblich, trüb, klebrig, zäh fruchtbar S
feucht oder nichts gefühlt transparent, spinnbar, fadenziehend, flüssig, wegrinnend wie Wasser, rötlich, gelb-rot sehr fruchtbar S+
nass, rutschig, glitschig transparent, spinnbar, fadenziehend, flüssig, wegrinnend wie Wasser, rötlich, gelb-rot sehr fruchtbar S+

Für Anfängerinnen der symptothermalen Methode haben wir hier ein kleines Tool bereitgestellt, dass euch erleichtert, die Schleimkategorie anhand des Empfindens und Aussehens zu bestimmen.

Gefühlt/gesehen:

+
=

Der Schleim wird am Scheideneingang entnommen und kann mit dem Toilettenpapier oder Finger gefühlt und begutachtet werden. Dieser Vorgang erfordert etwas Übung und Vertrauen in den eigenen Körper. Für Frauen, welche mit diesen Vorgängen Probleme haben, ist ein Besuch bei einer NFP Beratung oder dem myNFP-Forum zu empfehlen. Dort können gezielte Fragen zur Körperbeobachtung genauer besprochen werden. Die vorgestellte Zervixschleim-Methode nach Billings ist mit einem Pearl-Index von 5 – 15 nicht für die Verhütung geeignet. Die symptothermale Methode (STM) koppelt den Fruchtbarkeitsindikator Zervixschleim mit dem der Temperatur. Diese doppelte Kontrolle (auch ?double-check? genannt) liefert einen Pearl-Index von 0,4 bei Enthaltsamkeit, der mit der Sicherheit der Pille von 0,2 – 0,5 zu vergleichen ist. Bei der Kopplung der symptothermalen Methode mit Barriere-Methoden in der fruchtbaren Zeit, wie beispielsweise Kondomen, steigt der Pearl-Index erwiesenermaßen nur leicht auf 0,6 an. Mit einer Anwendungssicherheit von maximal 1,6 ist die symptothermale Methode, entgegen der vielen Falschdarstellungen im Internet, eine der sichersten Verhütungsmethoden überhaupt.

Für die Anwendung der symptothermalen Methode folgt nun eine Kurzdarstellung der notwendigen Kombination von Zervixschleim und Temperatur für die doppelte Zykluskontrolle und -analyse. Aus zeitlichen Gründen steht hier die Zervixschleimauswertung im Vordergrund. Die Temperaturauswertung wird in einem gesonderten Beitrag ausführlicher erklärt werden.

Zervixschleim in Kombination mit der Temperatur

Bevor wir die Auswertung vertiefen können, ist es notwendig, den Begriff des Schleimhöhepunkts zu definieren.

Der Zervixschleimhöhepunkt ist ein Zyklustag (ZT), an dem die persönlich beste Schleimqualität und am nächsten Tag eine schlechtere Schleimqualität beobachtet werden kann. Der Höhepunkt kann also frühestens einen Tag später bestimmt werden. Es ist üblich, den Schleimhöhepunkt mit einem H und die darauf folgenden Tage schlechterer Schleimkategorie mit den Ziffern 1, 2, 3 zu versehen (s. Abb.). Maximal werden also drei Tage mit schlechterer Kategorie aufgezeichnet, um die Schleimauswertung vollständig abschließen zu können, falls bereits die Temperaturauswertung erfolgt ist.

Im idealen Fall ist der Schleimhöhepunkt ein Tag mit der Qualität S+, gefolgt von S, f, t oder ?. Falls in einem Zyklus erneut die individuell beste Qualität, beispielsweise S+, auftritt, gilt dies als der neue Schleimhöhepunkt und es müssen abermals die Tage mit schlechterer Qualität gekennzeichnet werden. Dieser Vorgang wird so lange wiederholt, bis erstens die Temperaturauswertung abgeschlossen ist und zweitens eine vollständige Schleimauswertung möglich ist. Das Ende der Temperaturauswertung und Zervischleimauswertung müssen nicht zusammenfallen. Sie weichen üblicherweise jedoch auch nicht stark voneinander ab. Das Thema der Zervixschleimauswertung lernt man am besten in der Anwendung. Aus diesem Grund werden wir an einigen Beispielzyklen erklären, wie man den Zervixschleim exakt aufzeichnet, und einen Zyklus in Kombination mit der Temperatur auswertet.

Beispiel 1: Schleimauswertung erst nach der Temperaturauswertung beendet – ohne warten

Zervixschleimauswertung nach Eisprung

Abbildung: Zervixschleim nach Eisprung

Am 10. Zyklustag kann hier der erste Schleimhöhepunkt beobachtet werden, dessen Auswertung am 13. Zyklustag (ZT) beendet ist. Die Temperaturauswertung ist noch nicht abgeschlossen, deshalb wird die Beobachtung des Zervixschleims fortgesetzt. Der zweite Schleimhöhepunkt findet am 14. ZT statt: Dieser kann allerdings nicht beendet werden, da am 16. ZT noch einmal dieselbe Schleimkategorie auftritt. Der nächste Schleimhöhepunkt kann am 18. ZT festgestellt werden und die Auswertung kann abermals nicht beendet werden. Der letzte Schleimhöhepunkt vor der abgeschlossenen Temperaturauswertung ist am 21. ZT und kann am 24. ZT abgeschlossen werden, da nun endlich drei Tage in Folge ?schlechtere? Schleimqualität eingetreten ist. Die Temperaturauswertung wurde am 22. ZT beendet. Am Abend des 24. Zyklustages sind also Schleim- und Temperaturauswertung abgeschlossen, weshalb ab diesem Zeitraum Unfruchtbarkeit besteht, sofern nicht irgendwelche Auswertungsfehler aufgetreten sind.

Beispiel 2: Warten auf den Zervixschleimhöhepunkt

Guter Zervixschleim vor Menstruation

Abbildung: Zervixschleim vor Menstruation

Es kann auch vorkommen, dass man auf den Zervixschleimhöhepunkt etwas länger warten muss. Obwohl die Temperaturauswertung in der Grafik schon am 18. Zyklustag beendet ist, muss man auf das Ende der Schleimauswertung noch bis zum 22. ZT warten, da der Schleimhöhepunkt erst am 19. Zyklustag auftritt. Das Ende der Schleimauswertung kann sich auch mal hinziehen.

Merke: Erst wenn Temperatur- und Zervixschleimauswertung abgeschlossen sind, kann Unfruchtbarkeit angenommen werden. Das heißt, ab diesem Tag gilt der gesamte Zyklus im Hinblick auf die Fruchtbarkeit als abgeschlossen.

Zervixschleim vor der Menstruation

Viele Frauen beobachten am Ende kurz vor der Menstruation nochmals einen rötlichen Schleim der Kategorie S+ (vgl. Abbildung Zervixschleim vor Menstruation). Obwohl dieser Schleim als fruchtbarer Schleim in der Tabelle aufgeführt ist, wird er in dieser Zeit als unfruchtbar angenommen. Der Hintergrund dieses Phänomens kann mittels des ?Hormonkreislaufs? der Frau verstanden werden. Kurz vor Ende der Hochlage ist dem Körper bekannt, dass es zu keiner erfolgreichen Befruchtung der Eizelle gekommen ist. Infolgedessen wird die Progesteron-Produktion in den Eierstöcken verringert. Der auf dem Gebärmutterhals sitzende Zervixschleim-Propf löst sich und gleichsam strömt Flüssigkeit aus dem Zervix heraus. Aus diesem Grund kann von der Frau ein vermehrter Schleim der Kategorie S oder S+ beobachtet werden. Die Ursache seiner Produktion ist als eine Art Vorbereitung des Körpers auf die Menstruationsblutung zu verstehen.

Merke: Es ist jedoch Vorsicht geboten: Im Falle, dass eine Temperaturauswertung nicht möglich war, ist dieser Schleim als hoch fruchtbar anzusehen, da ein Eisprung nicht eindeutig bestimmt werden konnte.

Beispiel 3: Zervixschleimauswertung vor der Temperaturauswertung beendet

Zervixschleimauswertung vor Eisprung

Abbildung: Zervixschleim vor Eisprung

Wie beim letzten Zyklus notieren wir den ersten Höhepunkt am 10. ZT. Die Schleimauswertung könnte prinzipiell am 13. ZT als abgeschlossen gelten. Die Temperaturauswertung ist allerdings noch nicht beendet: Also wird der Schleim weiter beobachtet und aufgezeichnet im Hinblick auf einen evtl. noch möglichen neuen Schleimhöhepunkt H. Nun stellt sich tatsächlich am 15. ZT ein neuer Schleimhöhepunkt ein. Die Temperaturauswertung ist am 20. ZT abgeschlossen. Die unfruchtbare Zeit beginnt ab dem Abend des 20. ZT, da sowohl die Schleim- als auch die Temperaturauswertung vollendet sind.

Beispiel 4: Ausnahmeregel: Zervixschleim immer gleicher Kategorie

Aussnahmeregel - Zervixschleim immer gleicher Kategorie

Abbildung: Zervixschleim und Eisprung

In seltenen Fällen haben Frauen über einen sehr langen Zeitraum die gleiche Zervixschleimqualität und ein wirklicher Umschwung bzw. Höhepunkt ist mithilfe der Schleimkategorie nicht bestimmbar. In diesem Fall muss die Frau sich selbst und ihren Schleim genau beobachten, wann der Schleim also innerhalb der gleichen Kategorie ein wenig schlechter wird. Zum Beispiel ist weißlich klumpiger Schleim weniger fruchtbar als zäh-elastischer, obwohl sie beide in die Schleimkategorie S gehören. Durch Klammerung des Schleimsymbols wird markiert, dass sich die Schleimqualität verändert hat. Dies darf nur angewendet werden, wenn der Schleim anderweitig nicht mehr unterscheidbar ist.

In diesem Zyklus bemerkt die Frau eine leichte Verschlechterung der Zervixschleim-qualität an den Zyklustagen 16, 17, 18 und legt daher den Zervixschleimhöhepunkt am 15. Zyklustag fest. Gemeinsam mit der Temperaturauswertung ist die Schleimauswertung am 18. ZT beendet.

Die Konsistenz und Beobachtung des Zervixschleims kann außerdem durch Medikamente, Gleitgele oder Geschlechtsverkehr beeinflusst sein. Bei Fragen und Problemen in diesem Zusammenhang empfehlen wir, den Frauenarzt oder eine entsprechende NFP-Beraterin aufzusuchen.

Zervixschleim: Fragen, die Frauen bewegen

Der letzte Teil des Artikels befasst sich mit Fragen, die sehr häufig in Foren diskutiert werden. Nicht immer wird eine eindeutige, richtige und vollständige Antwort gegeben, so dass sich teilweise falsche Gerüchte halten. Hier findet ihr die richtigen Antworten auf einen Blick!

Gibt der Zervixschleim Auskunft über eine Schwangerschaft?

Im Internet kursiert das Gerücht, dass man eine Schwangerschaft an einem Temperaturabfall und vermehrtem Schleimausfluss in der zweiten Zyklushälfte nach dem Eisprung erkennen kann. Tatsächlich fällt dieses Ereignis zwar in den Einnistungszeitraum der Eizelle. Allerdings hat es mit diesem nichts zu tun. Die Kinderwunschseite Winnirixi [5] hat zur Klärung der Frage 100 Schwangerschaftszyklen analysiert. Das Ergebnis: Nur 56 % der Frauen mit vermehrten Zervixschleim und Temperaturabfall waren schwanger. Dieser Unterschied ist nicht signifikant genug, um den Zervixschleim als Indikator für eine Schwangerschaft heranzuziehen. Diese Aussage wird auch von Frauenärzten, wie z. B. durch die Aussage von Frau Dr. Britt Barchet, im Netz gestützt [8]. Es empfiehlt sich also, bei Verdacht einen Schwangerschaftstest durchzuführen oder eine kompetente Frauenärztin/einen kompetenten Frauenarzt aufzusuchen bzw. mit der symptothermalen Methode eine Schwangerschaft eindeutig festzustellen.

Allerdings steigt die Zervixschleimproduktion während einer Schwangerschaft enorm an. Die Frau kann einen vermehrten, geruchlosen, transparenten, weißlich-durchsichtigen Schleim beobachten. Die Ursache des sogenannten ?Weißflusses? ist der veränderte Hormonhaushalt und die bessere Durchblutung der Vagina. Sie soll den Körper und das Kind vor schädlichen Bakterien schützen.

Ist es möglich, Zervixschleim während der Menstruation zu beobachten?

Im myNFP-Forum [7] wurde diese Frage ausführlich diskutiert. Fakt ist, dass es schwierig, aber nicht unmöglich ist, den Zervixschleim während der Menstruation zu beobachten und diesen als ?Fruchtbarkeitsindikator? zu identifizieren. Dies bestätigte uns auch die NFP-Beratungsstelle in Berlin. Klar ist, dass für dieses Phänomen meist eine schwache Regelblutung und eine sehr gute Selbstwahrnehmung zusammentreffen müssen. In diesem Zusammenhang sorgt die folgende Frage in Foren für regen Diskussionsbedarf.

Kann eine Frau während der Menstruation schwanger werden und/oder fruchtbaren Zervixschleim beobachten?

Ja, es ist definitiv möglich, dass Geschlechtsverkehr während der Regelblutung eine Befruchtung zur Folge hat. Der häufigste Fall ist jener, dass die Frau einen sehr frühen Eisprung hat, beispielsweise am 10. Zyklustag. Spermien sind bis zu fünf Tage im Zervixschleim befruchtungsfähig. Hat eine Frau nun während ihrer Periode fruchtbaren Schleim, können die Spermien bis zum 10. Zyklustag überleben.

Auch nach einem Zyklus ohne Eisprung ist eine Befruchtung während der Menstruation möglich. Aus diesem Grund darf bei diesem anovulatorischen Vorgängerzyklus für keinen einzigen Tag am Zyklusbeginn Unfruchtbarkeit angenommen werden. In diesem Fall könnte sich fruchtbarer Zervixschleim hinter der Blutung verbergen. Jede auch nur verspürte geringste Feuchtigkeit ist vor der Temperaturhochlage grundsätzlich als fruchtbar anzunehmen.

Merke: Eine Frau mit lang anhaltender Periode und einem frühen Eisprung oder einem anovulatorischen Vorgängerzyklus muss im Zweifelfall von Anbeginn Fruchtbarkeit annehmen, da sie sich nicht sicher sein kann, ob die Spermien in ihrem Zervixschleim befruchtungsfähig sind. Für diese Frauen sind die Regeln am Zyklusanfang sehr genau zu prüfen!

Vielen Frauen ist der Unterschied zwischen einer Regelblutung und einer Eisprungblutung (Zwischenblutung) nicht geläufig [4]. Solange der Blutung keine Hochlage vorausgegangen ist, kann es sich ebenfalls um eine Eisprungblutung handeln. In diesem Fall ist Fruchtbarkeit anzunehmen. Eine Eisprungblutung ist im Normalfall weniger stark als eine Regelblutung, das Blut ist von der Farbe eines zarten hellen Rot und kann durchaus vom Zervixschleim der fruchtbaren Kategorie begleitet sein. Natürlich kann die Frau um den Eisprung herum auch mit einer Blutung schwanger werden. Die Ursachen der Blutung können erst mit zahlreichen Tests aufgeklärt werden. Das Auftreten dieser Blutung ist völlig normal und kann bei vielen Frauen beobachtet werden. Treten bei der Eisprungblutung vermehrt stärkere Schmerzen auf, ist der Besuch eines Frauenarztes sehr empfehlenswert.

In einem Artikel wie diesem ist eine vollständige Darstellung der Grundlagen zum Zervixschleim bzw. der symptothermalen Methode nicht möglich. Aus diesem Grund raten wir, vor Anwendung der symptothermalen Methode bzw. der Zyklusauswertung die unten angegebene Literatur zu verwenden oder ein Beratungsgespräch mit einer NFP Beraterin zu ersuchen. Falls wir unwissentlich einen Zusammenhang inkorrekt dargestellt haben, bitten wir um eine Benachrichtigung. Entsprechende Korrekturen werden dann umgehend vorgenommen. Die meisten Inhalte sind den Werken der Malteser Arbeitsgruppe [1],[2],[3] entnommen. Zur Lesbarkeit des Artikels sind nur die Internetquellen an den entsprechenden Stellen verlinkt.

Zum Schluss möchten wir von myNFP der NFP-Beratungsstelle Berlin für ihre Aufklärung danken. Darüber hinaus danke ich dem Team für die hilfreichen Anregungen und Korrekturen. Außerdem bedanke ich mich bei den Lesern und Leserinnen für die zahlreichen Kommentare zu den Artikeln.

Marcus Krahlisch für myNFP

 

[1] S. Baur, P. F. Hermann, E. R. Paula, U. Sottong, Natürlich und Sicher. Das Arbeitsheft: Natürliche Familienplanung – Mit Zyklusbeispielen von Pubertät bis Wechseljahre, Herausgeber: Köln Malteser Arbeitsgruppe Natürliche Familienplanung, 2008

[2] E. Raith, P. Frank, G. Freundl, S. Baur, N. Klann, U. Sottong, Natürliche Familienplanung heute: Mit ausführlicher Darstellung der Zykluscomputer für Ärzte, Berater und interessierte Anwender, Herausgeber: Sichere Empfängnisregelung, Köln Arbeitsgruppe nfp der Malteser e.V., 4. Auflage, 2008

[3] P. Frank, E. R. Paula, J. Sadlik, U. Sottong, Natürlich und sicher: Auf den eigenen Körper hören. Natürliche Familienplanung, Herausgeber: Sichere Empfängnisregelung, Köln Arbeitsgruppe nfp der Malteser e.V., 2005

[4] Forum-Beitrag, Eisprungblutung und Regel, aber Auswertung unmöglich, NFP-Forum.de, Oktober 2008

[5] Unbekannt, Zervixschleim, Winnirixi-Kinderwunsch-Seite, Unbekannt

[6] Unbekannt, Fruchtbare Tage nach Billings mit Zervixschleim bestimmen, netmoms.de, Unbekannt

[7] Forum-Beitrag, myNFP Forum, mynfp.de, Juni 2011

[8] Dr. Britta Barchet, Zervixschleim das Sekret richtig deuten, eltern.de, unbekannt

[9] Grafikdesign von Anne Zietmann

38 Antworten auf Zervixschleim und Zauberdosen

  1. cooie sagt:
    26. Juli 2011 um 23:25

    Also jetzt muss ich mal kurz kritisieren. Der 1. Absatz wo du erzählst wie deine Freundin dich wegen dem ZS fragt, ist total unrealistisch. Wenn ich Sex haben will frag ich doch nicht meinen Partner ob er sich im Buch den ZS ansieht. Dann will ich poppen und nicht über Schleim reden. Zumal man eig. wissen sollte das Männer dem Thema eher abgeneigt sind und es die Libido des Mannes zerstören könnte?
    Und auch in dem Blog „minus8-regel” klingt die Ausgangspostion mit der Freundin doch sehr „ausgedacht”. Also ich bin nicht so, auch wenn mein Partner dem NFP sehr offen geworden ist.
    ->”Hatten eure Männer auch eine gewisse Unbehaglichkeit gegenüber dem Zervixschleim?”
    Mein Mann war auch mit zur NFP-beratung. Und das Thema ZS wurde auch angesprochen. Aber er hörte einfach nur zu. Er hat nie darüber gesprochen und nie Fragen dazu gestellt. Was ok für mich ist. Ich frage ihn ja auch nicht nach der Farbe und Konsistenz seines Ejakulats. Es ist für den Mann einfach nicht wichtig zu wissen, da es die Frau ist die ihn beobachtet. Ich renne doch nicht mit meinem Schleim am Finger durch die Wohnung um es meinem Mann zu zeigen. Ich würde ihm wahrscheinlich auch nen Vogel zeigen, wenn er sich keinen „keult” und mir dann freude strahlend eine schleimige Hand vor’s Gesicht hält. Also gewisse Dinge, gehören einfach der Frau und dem Mann hat es nichts anzugehen. Finde ich.

    ->”Habt ihr so wie meine Freundin am meisten Lust auf Sex, wenn euer Zervixschleim am fruchtbarsten ist oder existiert dort für euch kein Zusammenhang?”
    Zervixschleim ist Östrogenabhängig. Viel Östrogen, guter/viel Schleim. Östrogene sind aber auch zum Teil für die Libido verantwortlich. Für mich ist es also alles eins. Ich würde nicht behaupten dass ich am Schleim erkenne wann ich Lust habe, sondern am Zyklusstand. Ich kann auch Hochlagen-S+ haben und keine Libido. Es ist nur natürlich um den ES herum mehr Lust auf Sex zu haben. Das hat meiner Meinung nach aber nichts mit dem Schleim zu tun. Denn es gibt auch Frauen die diesen super spinnbaren, glasigen Schleim eben nicht haben und das höchste ihrer Gefühle vielleicht nur zäh-elastischer Schleim ist.
    ->”Kann eine Frau während der Menstruation schwanger werden und/oder fruchtbaren Zervixschleim beobachten?”
    Ich finde das ist immer wieder unglücklich formuliert. Nicht nur hier. Wie du ja direkt daraufhin schreibst, kann Gv während der Menstruation einige Tage später bei einem frühen ES zu einer SS führen. Allerdings ist es nicht möglich im natürlichen Zyklus WÄHREND der Menstruation schwanger zu werden.
    Ich habe eine relativ schwache und kurze Blutung mit durchschnittlichen 26ml an 4 Tagen. Meine Mens ist IMMER schleimig(glasig, spinnbar). Das ist aber kein Zervixschleim sondern Gebärmutter-SCHLEIM-haut. Im Gegensatz zu meinem spinnbarglasigem ZS ist dieser Mensschleim extrem klebrig. ich bekomme ich nur mit Druck von meiner Menstruationstasse ab.

  2. .anne. sagt:
    27. Juli 2011 um 15:08

    Hallo cooie,

    im Text steht es eindeutig richtig, mit dieser Formulierung hier, drin:

    „Ja, es ist definitiv möglich, dass Geschlechtsverkehr während der Regelblutung eine Befruchtung zur Folge hat.”

    Dieser Fakt ist von uns zusätzlich in der NFP Beratung abgestimmt worden.

    • Angela sagt:
      3. September 2011 um 17:04

      Alles in allem ein sehr interessanter und auch irgendwie lustiger Artikel. Nun frage ich mich zwar wozu sich Frauen die Konsistenz ihres Schleimes täglich anschauen sollen. Um heraus zu finden, ob frau ihre fruchtbaren Tage hat oder nicht, reicht es ja vollkommen aus, zu zählen?
      Aber wie gesagt ist es sehr interessant, dass sich die Konsistenz des Schleims verändert, wenn sich die fruchtbaren Tage einstellen. Wenn sich die erhoffte Schwangerschaft nicht einstellen will trotz Sex an den fruchtbaren Tagen, so kann ich nur die Akupunktur als Mittel zum Zweck empfehlen. Ich konnte schon einigen Frauen so zur Schwangerschaft verhelfen.
      http://www.heilpraxis-limberg.de

      • .anne. sagt:
        4. September 2011 um 11:05

        Liebe Angela,
        schön, dass dir der Artikel gefällt.

        Allerdings ist ein „Abzählen„ eben überhaupt NICHT ausreichend, um die fruchtbaren- bzw. unfruchtbaren Tage wirklich sicher zu bestimmen. Die meisten Frauen haben nämlich keinen Zyklus so wie er im Medizinbuch steht und selbst wenn sie einen solchen regelmäßigen Zyklus haben, kann dieser auch durch äußere Einflüsse mal schnell gestört werden ohne, dass man dieses vorhersagen könnte.

        Vielleicht hast du ja Lust und Interesse dich etwas näher mit der symptothermalen Methode zu befassen? Dann findest du hier (https://www.mynfp.de/einfuehrung-in-nfp) einen guten Einstieg. :)

  3. KatiN sagt:
    27. Juli 2011 um 18:58

    Ich finde es geht hier nicht darum, ob irgendwelche Phrasen ausgedacht klingen oder nicht. Sondern es geht darum den Zusammenhang ZS, ES und Libido zu erklären und ich bin der Meinung, dass ist sehr gut gelungen.
    Ganz abgesehen davon, hat er die Frage „danach” gestellt und nicht davor ;) !
    In Summe finde ich es einen gelungenen Beitrag um wieder einmal mehr NFP anschaulich zu erläutern! Danke und ich werde den Beitrag weiterempfehlen.

    ”Hatten eure Männer auch eine gewisse Unbehaglichkeit gegenüber dem Zervixschleim?”
    Klar!! Auch jetzt noch, nach über einem Jahr, möchte er nicht wirklich genaueres über meinen Schleim wissen. Muss er ja auch nicht?.reicht ja wenn ich es weiß.

    ”Habt ihr so wie meine Freundin am meisten Lust auf Sex, wenn euer Zervixschleim am fruchtbarsten ist oder existiert dort für euch kein Zusammenhang?”
    Oh ja, der Zusammenhang ist für mich sehr deutlich erkennbar. Alle Gedanken drehen sich nur darum zu der Zeit ;) !

    LG
    Kati

    • cooie sagt:
      27. Juli 2011 um 21:17

      Also ich persönlich(!) lese ungern Beiträge die für mich persönlich(!) unreal wirken.
      Ich weiß durch aus dass es die Frage „danach” war. ;-)
      Egal ob vor oder danach, ich persönlich (!) würde das echt blöd finden. Aber darum geht es hier ja nicht. Ich fand es einfach nicht schön zu lesen, weil ich mir das Szenario nicht vorstellen kann. Ich persönlich (!) würde auch niemals meine Leser anlügen wollen. ;-) Und nein, das ist keine Unterstellung.

      • Marcus sagt:
        27. Juli 2011 um 22:14

        Liebe cooie,

        an dieser Stelle möchte ich sagen, dass es nicht mein Ziel war Leser zu belügen. Die Stories zum Minus-8-Regel- und Zervixschleim-Blog basieren größtenteils auf wahren Begebenheiten. Einige Elemente sind fiktiv, da der Leser auch etwas zum Lachen haben soll. Ein Blog hat auch einen gewissen Unterhaltungswert und genau das soll die Story auch tun – unterhalten. Schade, dass es Dir nicht so gefallen hat – vielleicht beim nächsten Mal. :)

  4. henna sagt:
    27. Juli 2011 um 20:50

    Die Formulierung über die Situation nach anovulatorischem Zyklus: „In diesem Fall könnte sich fruchtbarer Zervixschleim hinter der Blutung verbergen. Jede auch nur verspürte geringste Feuchtigkeit ist vor der Temperaturhochlage grundsätzlich als fruchtbar anzunehmen.” ist dennoch sehr unglücklich, denn während der Periode versprüt jede gesunde Frau Feuchtigkeit (was sonst) und diese Feuchtigkeit bleibt laut Regelwerk eben unberücksichtigt, solange die Menstruationsblutung anhält. In allen Fällen.

    Nach einem anovulatorischem Zyklus ist die Schleimbeobachtung für Freigabe am Zyklusanfang überflüssig, da nicht freigegeben wird, egal was der Schleim macht.

    Und Frauen mit frühen Eisprüngen werden durch die -8 Regel abgesichert, und brauchen eben nicht während der Mens nach Schleim zu suchen, sondern erst nach Ende der Blutung.

  5. Alana sagt:
    27. Juli 2011 um 22:25

    @ cooie
    Mag sein dass es unrealistisch ist. Aber ich habe meinem Mann schon S+ Schleim gezeigt während ich auf der Toilette saß und er sich die Zähne putzte und fand gar nichts dabei. Und er auch nicht.
    Ich wäre mir da also nicht so sicher.

    Der Zusammenhang zwischen Zervixschleim und Libido ist bei mir sehr deutlich.

    Aber ist das wirklich etwas neues?

  6. Funnymopp sagt:
    29. Juli 2011 um 09:57

    Hihi, ich musste bei dem Artikel schon lachen: wie unterschiedlich Männer doch sind.
    Meinem Mann macht es rein gar nix aus, wie der Schleim aussieht. Ich hab ihm den mal gezeigt, als er es wissen wollte: Ein interessiertes „Aha” war die Antwort. Man muss es ja nicht überbetonen, oder?
    Ich denke aber, dass ihn da eh nix mehr schocken kann: Nach 2 Geburten, wovon die 2. bei uns zu Hause im Wohnzimmer stattfand und er hinterher die blutigen, verschleimten Laken und Malerplanen weggeräumt hat. ;)
    Dann hat er noch aus eigenen Stüccken die Plazenta am nächsten Tag im Garten unter einem Baum vergraben.
    „Iiiiieeeh” mögen jetzt manche denken; er jedoch sieht es als etwas natürliches. Die Geburt gehört zum Leben dazu und die Plazenta hat eben unser Kind ernährt. ;)

    Zusammenhang zwischen Schleimqualität und Libido besteht bei mr auf jeden Fall, da ich eigentlich nur S+ -Schleim, bzw. Schleim bester Qualität für mich vor dem ES bis zum ES habe.

    Nochmal zurück zu deinem Artikelbeginn: Etwas übertrieben oder nicht: Deinen Ekel versteh ich aber nicht so ganz, es sei denn, ihr habt keinen Oralverkehr. ;)
    Immerhin kommst du dabei ja auch mit dem Schleim in Kontakt und es gibt auch doch auch Tage, an denen man den Partner lieber „riechen” mag, vor allem da unten, als an anderen.

    Und insgesamt fände ich es von den Männern mal wieder toootaaaal „unverschämt”, wenn sie sich vor dem Schleim ekeln, im Gegenzug es jedoch toll finden, wenn Frau beim Oralverkehr ihr Ejakulat schluckt, oder?! *zwinker*

    • Funnymopp sagt:
      29. Juli 2011 um 09:58

      Ach so, das Zauberdosenbeispiel ist echt gut anschaulich, finde ich. ;)

    • .anne. sagt:
      3. August 2011 um 12:34

      Den Vergleich mit dem Oralverkehr finde ich in diesem Zusammenhang nicht einleuchtend. Es ist doch etwas völlig anderes, ob ich mich einfach der sexuellen Lust und der Liebe zum Partner hingebe und es toll finde wenn er/sie erregt ist ODER ob ich mir alle Einzelheiten und Details des Zervixschleims anschaue – und dann auch noch von einer fremden Frau auf hochauflösenden Bildern. ;)

      Ein anderes Beispiel macht es vielleicht deutlicher:
      Bloß weil jemand gerne und häufig seinen Partner küsst, heißt das noch lange nicht, dass dieser sich auch freudestrahlend den Speichel des Partners ganz genau ansieht und vielleicht noch in die Hand nimmt um festzustellen wie es sich anfühlt. Das ist eine ganz andere Stufe und ich denke, dass es auch eine Reihe von Frauen gibt, die sich vor dem Aussehen der Zervixschleim Bilder ekeln (nicht jedoch vor ihrem eigenem ZS). Das sollte man hier doch berücksichtigen.

  7. LadyBlackraven sagt:
    29. Juli 2011 um 13:20

    Also ich finde die Blogeinträge wo irgendwelche Begebenheiten mit Freundin beschrieben sind, öfter ziemlich schwülstig formuliert und unrealistisch ;-) Wenn mein Mann mich fragen würde, warum ich manchmal soviel Lust auf Sex hätte, würde ich einfach sagen, dass das am bevorstehenden Eisprung liegt und nicht am Schleim bzw. dass er dann erst meinen Schleim verstehen müsse. Ist doch ein bißchen albern. Kein Mensch redet so. Und wenn ich „meine Schönste” lese, kräuseln sich mir die Fußnägel hoch, sorry nicht böse gemeint, aber das kann man wirklich weniger schwülstig formulieren :-)

    Ansonsten: Wundert mich nicht, viele Männer ekeln sich vor Körperflüssigkeiten, wenn sie konkret gefragt werden. Wieviele ekeln sich vor der Mens? Ist halt so. Es mag ja auch nicht jede Frau Ejakulat ;-)

    • deep.red sagt:
      31. Juli 2011 um 16:14

      Oh ja, die Einschübe mit der Freundin finde ich auch extrem konstruiert.

      • Marcus sagt:
        31. Juli 2011 um 18:11

        „Okay Leute, eure Kritik an der Story ist angekommen, ich werde in Zukunft einen anderen Schreibstil wählen. Es würde mich freuen, wenn wir nun wieder über den eigentlichen Inhalt diskutieren könnten ;)

  8. Sheri sagt:
    29. Juli 2011 um 15:20

    Mein Schatz steht nicht auf genaue Details der Schleimbeschaffenheit.

    Auf jeden Fall ist meine Libido vor dem Eisprung viel höher und der Schleim auch entsprechend. Ich kann mich noch erinnern, als ich post pill nach Monaten das erste Mal glasklaren und spinnbaren Schleim fand: ich hab mich gefreut wie Bolle! Nachteil: er ist oft sehr flüssig und riecht stark.

  9. lyd sagt:
    2. August 2011 um 15:43

    Aaalso, jetzt möchte ich doch einmal eine Lanze für Marcus brechen: Ich finde die Story schon ganz nett und er hat sich sicher eine Menge Mühe gegeben, auch wenn ich sie natürlich so nicht geschrieben hätte ;) ?

    Ich glaube ihm das auch, auch, dass er sich geekelt hat, denn Marcus ist schon recht authentisch. Die Sache mit den Zauberdosen ist wirklich wahr. Bei der NFP-Beratung oder bei manchen Treffen stellen die Malteser dies Thema auf diese Weise vor, durchaus raffiniert. Weiß ich einfach.

    Nein, ich kann wirklich nur einen minimalen Zusammenhang zwischen „gutem” Schleim und Libido feststellen. Vielmehr ist mein Lustempfinden doch stärker bestimmt von meiner Alltagssituation und meinem Kopf. Es mag allerdings auch sein, dass ich nicht ganz so hormongesteuert bin wie andere :-P ?

    Dennoch trifft es auch bei mir zu, dass ich im Grunde – wenn also auch die Umgebungsbedingungen stimmen – mehr Lust habe, je besser der Schleim ist. Das trifft, wie cooie sagt, aber eben auch in der Hochlage zu, denn es ist ja nicht so, als produziere der Körper ausschließlich noch Gestagene, sondern weiterhin Östrogen und natürlich „habe ich auch feucht, S und S+” während der Lutealphase.

    Nein, mein Partner ekelt sich nicht vor Schleim, genausowenig wie vor meinem Blut, aber er interessiert sich auch nicht weiter dafür. Ist das nicht trotz partnerschaftlicher Sexualität, die zur Symptothermalen Methode gehört, nicht nachvollziehbar? Allerdings blieb es meinem Partner auch nicht erspart, ihn sich wenigstens einmal in verschiedenen Zuständen anzuschauen: Dies nur als Replik auf funnypopp, wenn sie doch unterschwellig ausdrückt, dass hier eine Ungleichheit zum Zuge käme.

    Im Übrigen ist es dem Typen im Allgemeinen doch meist egal, was die Frau mit den Spermien nach einem Cunnilingus macht. Also runtergeschluckt habe ich die ja nun wirklich noch nie. Meist landen sie ausgespuckt auf dem Bauch ? *grin*

    Nochmal, ich finde es schon ganz normal, sich vor bestimmten Körpersekreten zu ekeln, denn die Liebe zu Ohren- oder Nasenflüssigkeiten hält sich meiner Vermutung nach bei den meisten Menschen schließlich auch in Grenzen ? Schön ist es allerdings, dass Marcus durch diese Art der Präsentation seine ursprünglich Abscheu vor dem Schleim überwinden konnte.

    Und gut erklärt finde ich die Zervixschleimauswertung ebenfalls. Insbesondere die dritte Variante ist deutlich interessant.

    Nein cooie, nach Ansicht der Fachleute ist Zervixschleim durchaus von Blut und Gebärmutterschleimhautfetzen zu unterscheiden. Es geht und es ist – wenn auch nicht notwendig – so manchmal doch durchaus sinnvoll, dann nämlich, wenn ein anovulatorischer Zyklus vorausging. Ich weiß es von einer Freundin, die damit auch (ex post betrachtet) immer richtig liegt. Ich behaupte allerdings nicht, dass die Leutchen der Unis Düsseldorf und Heidelberg, die ja letztendlich die Forschung für die Malteser betreiben, auf die sich wiederum die Beraterinnen stützen, unrecht haben können. Vielleicht ist dies noch einmal ein Anstoß, hier genauer zu forschen.

    Insgesamt ein recht gelungener Beitrag.

    Liebe Grüße an euch alle.

    • henna sagt:
      2. August 2011 um 22:14

      Hi lyd, ich vermute Du meinst damit mich:
      Nein cooie, nach Ansicht der Fachleute ist Zervixschleim durchaus von Blut und Gebärmutterschleimhautfetzen zu unterscheiden. Es geht und es ist – wenn auch nicht notwendig – so manchmal doch durchaus sinnvoll, dann nämlich, wenn ein anovulatorischer Zyklus vorausging.

      Wozu sollte es sinnvoll sein, den Schleim nach einem anovulatorischem Zyklus während der Mens von Blut zu unterscheiden?

      Da gibt man ja eh nicht frei am Zyklusanfang.

      • .anne. sagt:
        3. August 2011 um 12:17

        Ich zitiere jetzt mal „NFP heute„, S.51 zu diesem Thema (und so war es auch in diesem Artikel gemeint):

        „Die Konzeptionswahrscheinlichkeit bis zum 5. Zyklustag ist sehr gering. Die wenigen bisher aufgetretenen Schwangerschaften stammen von Frauen, die zu frühen Ovulationen neigen und [...] vorgewarnt wurden.„

        ,Vorgewarnt’ meint an dieser Stelle eine 1. höhere Messungen am 12. Zyklustag oder noch früher. An Frauen mit solchen Zyklusanzeichen richtet sich diese Aussage der Schleimbeobachtung während der Menstruation. Ansonsten habt ihr natürlich Recht, dass bei Frauen mit ,normal-späteren’ Eisprüngen die Minus-8-Regel und die Regel nach anovulatorischen Zyklen schon genug absichert. Ich hoffe, dass war jetzt eindeutiger formuliert. :)

        • henna sagt:
          5. August 2011 um 18:16

          aber eben, vorgewarnt bedeutet hier, sie haetten wegen der -8 Regel nicht freigeben duerfen (die gab es damals noch nicht ab sofort bei sehr fruehen EHM und sie wurde daraufhin so eingefuehrt, um sowas zu verhindern).

          Das hat also nix mit Schleim zu tun, sondern nur mit Einhalten der -8 Regel, also EHM am Tag 11 -> nur noch 3 freie Tage am Zyklusanfang. Tag 4 und 5 ist dann eh nicht mehr frei, egal was der Schleim macht. Oder meinst Du, dass frau dann an den ersten 3 Tagen der Mens noch in dem ganzen Blut nach Schleim fischen soll? Die Regeln geben das afaik nicht her, bzw. die nach -8 freien Tage am Anfang einer normal starker Blutung (echte Mens) werden generell nicht als potenziell fruchtbar angesehen, bzw. finden in den Regeln keine beruecksichtigung.

          Man kann natuerlich dennoch drauf achten, aber das ist dann nicht mehr sensiplan, oder? Wobei man natuerlich das so sehen kann, dass fruehe Eispruenge nicht genuegend von den Sensiplan-Regeln abgesichert sind und man daher eigene Regeln noch hinzuzieht?

          • .anne. sagt:
            5. August 2011 um 20:31

            Am Zyklusanfang ist Fruchtbarkeit anzunehmen sobald Zervixschleim gefühlt oder gesehen wird, egal ob Minus-8- oder 5-Tage-Regel noch länger freigeben würde. Das ist schon eine ,Sensiplan-Regel’.

            Bsp. 1:
            Die erste höhere Messung war am 12. Zyklen erstmals am 12.ZT. Dann wäre also laut Minus-8-Regel ab dem 13. Zyklus nur bis zum 4.ZT Unfruchtbarkeit. Viele Frauen haben ab dem 3.ZT schon eine deutlich schwächere Blutung und könnten auch bereits an diesen Tagen Zervixschleim von der Blutung unterscheiden. Was in diesem Fall nämlich wichtig wäre, da es relativ wahrscheinlich ist, dass sich die 1.hM nochmal um 1-2 Tage nach vorne verschiebt. Zumindest könnte es passieren, deshalb gibt es ja diese ,Schleimregel-je nach dem was zuerst kommt’.

            Die Frauen, die mit der symptothermalen Methode verhüten, sollten sich diesem bewusst sein und deshalb auch die Zyklustage der ,echten’ Menstruation nicht einfach pauschal als unfruchtbar freigeben. Gerade NFP-Anfängerinnen sollten das wissen. Denn da gilt erstmal nur die 5-Tage-Regel solange nicht eine 1.hM vor dem 13.ZT war.

            Bsp. 2:
            Innerhalb der ersten 6 Zyklen war die 1.hM immer zwischen dem 13.-15. ZT. Hier besagt die 5-Tage-Regel eigentlich, dass die ersten 5 Tage unfruchtbar sind. Es kann dann durchaus sein, dass die Frau in den kommenden Zyklen mal schon am 4.ZT S+ Schleim sieht. Dann muss auch sofort Fruchtbarkeit angenommen werden.

            Natürlich kann jede Frau auch je nach ihrem persönlichen ,Sicherheitsbedürfnis’ entscheiden wie streng sie diese Regeln einhält.

          • henna sagt:
            8. August 2011 um 17:20

            .anne., Du schreibst:
            „Natürlich kann jede Frau auch je nach ihrem persönlichen ,Sicherheitsbedürfnis’ entscheiden wie streng sie diese Regeln einhält.”

            Das ist definitiv falsch, da es keine Regel gibt, die eine Schleimüberprüfung während der Mensblutung erfordern würde.

            Richtig ist, dass jede Frau natürlich über Sensiplan hinaus noch strengere eigene Regeln anwenden kann, wenn sie denn möchte, zum beispiel Schleimbeobachtung während der Mens.

            Die Fälle die Du genannt hast sind sicher grenzwertig, aber vorausgesetzt echte Mensblutung dauert noch an (!) sind sie dennoch auch ohne Schleimüberprüfung von den Regeln abgedeckt!

      • lyd sagt:
        3. August 2011 um 20:00

        Hallo Henna,

        nee, da gibt man eh nicht frei am Zyklusanfang! Das ist natürlich ganz richtig.

        Ich habe sie das auch mal gefragt, also wozu sie das macht: Sie ist ganz einfach neugierig und hat durchaus feststellen können, wenn sie während der Blutung fruchtbar oder eben nicht fruchtbar war. Und sie will dann ja auch ?freigeben” – ganz bewusst ;) ?

        Grundsätzlich ist es ja nur eine stereotype Regel, dass Fruchtbarkeit auch während der Periode anzunehmen ist, wenn ein Zyklus ohne HL vorausging. Doch trifft Fruchtbarkeit dann natürlich meist dennoch nicht zu. Es kann (!) eben sein und bei ihr war es auch schon so, dass sie richtig wunderschön spinnbaren Schleim finden konnte.

        Selbst könnte ich Schleim zum einen gar nicht erkennen, weil meine Blutung zu stark ist und zum anderen, weil es mich ehrlich auch nicht sonderlich interessiert. Wann habe ich denn mal anovulatorisch?

        Temp und Schleim abschließen. Temp vielleicht manchmal noch in der Hochlage weitermessen und feddisch. Auf den Schleim achte ich selbst dann später nicht mehr so doll.

        Liebe Grüße
        lyd

  10. .anne. sagt:
    9. August 2011 um 12:28

    @henna:
    Du schreibst, dass „es keine Regel gibt, die eine Schleimüberprüfung während der Mensblutung erfordern würde„. Es steht zwar nicht direkt in den sensiplan-Büchern, aber dennoch steht auch NICHT drin, dass die Menstruation die Fruchtbarkeit aufhebt und somit generell als unfruchtbar zu werten ist solange die ,richtige’ Menstruation anhält.

    Es gibt genug Frauen, die während der Periode schwanger geworden sind. Vielleicht traut sich ja auch eine Frau, der dies passiert ist, mal etwas zu diesem Thema beizutragen?!

    ALSO:
    Eine Blutung schützt NICHT vor einer Schwangerschaft! Deshalb besteht am Zyklusanfang immer ein gewisses Restrisiko (trotz 5-Tage- und Minus-8-Regel), dem sich alle Frauen im Klaren sein sollten. Das Risiko besteht ja gerade weil die meisten Frauen eben während der Mens nicht in der Lage sind die Blutung von Zervixschleim zu unterscheiden. Deswegen wurde es vielleicht auch in den Büchern nicht ausführlicher dargestellt, weil die meisten es eh nicht können. Das heißt aber nicht, dass es nicht auch Frauen gibt, die das können. :)

    • henna sagt:
      9. August 2011 um 15:28

      .anne., natürlich schützt die Blutung nicht vor Schwangerschaft und natürlich könnte es frauen geben, die während der Periode schwanger geworden sind.

      Dennoch beinhaltet Sensiplan einfach anders als hier suggeriert keine Schleimuntersucheng während der Mens, sie ist schlicht nicht nötig für die hoche Sicherheit, die sensiplan bietet.

      Der PI gilt genau dann, wenn frau erst nach Ende der Mens den Schleim beobachtet. Will man den guten PI erreichen, braucht man also eben nicht im Blut nach Schleim zu fischen. Das finde ich schon eine wichtige Info, die hier fehlt bzw. anders empfohlen wird?

      Der Zyklusanfang ist nicht 100% sicher, in der Studie wäre z.B. nach heutigen Regeln genau eine methoden-Schwangerschaft am Zyklusbeginn zu vermelden gewesen, also PI von 0,4 finde ich super – ganz ohne Schleim gucken während der Mens :-)

      kann ja sein, dass Du das persönlich anders siehst, aber mir ist wichtig, dass die Leser da nicht irregeführt werden – niemand muss oder soll im Mensblut nach Schleim suchen, um nfp sicher anwenden zu können. Der PI basiert darauf, dass erst nach der Mens nach Schleim geschaut wird. Da gibt es nichts hineinzuinterpretieren.

      Im Übrigen kann keine einzige Frau regelkonform Schleim prüfen während der Mens – nicht weil manche es können und manche nicht, sondern weil sie immer Nass empfingen wird, da Blut aus ihr rausrinnt, also immer S+ haben muss, und zwar jede Frau die menstruiert ;-)

      • .anne. sagt:
        9. August 2011 um 18:59

        Ok, henna, ich wollte hier keineswegs die Frauen verunsichern oder ähnliches, sondern nur darauf hinweisen, dass eben diese Regeln für den Zyklusanfang nicht 100% sicher sind. So wie du es auch schon geschrieben hast. Klar, ist 0,4 PI (natürlich auch ohne Schleim-während-der-Mens-Beobachtung) immer noch super gut – das sehe ich auch so. Diese 0,4 sind aber nun mal gerade durch die „–Zyklusanfang-Schwangerschaft(en)„ entstanden. Auch wenn es nur ganz ganz wenige sind.

        Aber die sehr sehr wenigen Ausnahme-Frauen gibt es halt auch und die werden meiner Meinung nach durch die Bücher nicht ausreichen darauf hingewiesen. Was ist denn z. B. wenn durch die Minus-8-Regel NUR die ersten zwei Zyklustage freigegeben werden (weil 1.hM mal am 10. ZT war). Dann würde ich nicht meine Hand dafür ins Feuer legen, dass sie ganz sicher Tag 1+2 unfruchtbar ist. Und auch jede sensiplan-Beraterin würde der Frau dann wahrscheinlich raten ,sicherheitshalber’ komplett am Zyklusanfang zu verhüten/abstinent zu bleiben (solange sie auf keinen Fall schwanger werden möchte). Erstens weil es eh ,nur’ zwei Tage sind und zweitens weil eben der Schleim zur doppelten Kontrolle aufgrund der Periode nicht zu rate gezogen werden kann (die doppelte Kontrolle spielt doch schon eine sehr wichtige Rolle bei sensiplan). Man könnte es auch als Störung der Schleimbeobachtung verstehen. Schließlich ,zählt’ es ja auch als Störung wenn man aufgrund von GV den Schleim schlecht unterscheiden kann. Das finde ich eigentlich genauso schwer bis fast nicht möglich.

        Ich finde frau sollte das zumindest wissen, um auf solche Eventualitäten vorbereitet zu sein, falls es mal dazu kommt ;) . Also bitte als ,Sonder-Ausnahme’ betrachten. Der PI bleibt bei 0,4 wenn ihr die Regeln so anwendet wie sie im Buch stehen. :)

  11. henna sagt:
    10. August 2011 um 23:40

    Ich würde davon ausgehen, dass die Tage 1+2 bei EHM am Tag 10 als sicher gelten, sofern die Mens anhält und somit noch keine Schleimbeobachtung durchgeführt werden muss?

    Eine Schwangerschaft durch GV am 1. oder 2. Zyklustag ist wohl extrem unwahrscheinlich, vermutlich spielen da mehrere Faktoren zusammen – die Spermien werden „weggespült”, die Gebärmutterschleimhaut ist gerade am abbluten und kann sich nicht ausreichend aufbauen usw. Nicht umsonst sind extrem frühe Eisprünge eigentlich eine Fruchtbarkeitsstörung.

    Es ist offensichtlich sowas von extrem selten, dass die AG es erst gar nicht berücksichtigt hat im Regelwerk – ich denke das spricht für sich.

    Gibt es eigentlich verlässliche Zahlen, ob es übehraupt jemals zu Schwangerschaften durch GV am 1. Tag einer echten Menstruation (nicht zwischenblutung, nicht nach anovulatorischem Zyklus) gekommen ist? Oder Statistik, wie häufig das vorkommt?

  12. kema sagt:
    14. August 2011 um 18:53

    FEHLER: Im Beispiel 1, man klammert keine Temperaturwerte, die im Tieflagenniveau liegen!

    • Anne sagt:
      14. August 2011 um 22:10

      Danke für deinen Hinweis, kema. In diesem speziellen Beispiel geht es jedoch nicht um die Störfaktoren und deswegen ist auch nicht angegeben welche Störfaktoren nun genau für die Ausklammerung gesorgt haben, so dass es vielleicht doch nötig war an diesem Tag zu klammern.

  13. Lumpi sagt:
    16. August 2011 um 17:10

    Hallo, mal eine ganz andere frage im zusammenhang mit der Schleimbeobachtung. Ich bin noch nicht so lange dabei und habe noch etwas Schwierigkeiten den ZS richtig einzuschätzen. Bei mir ist es so, dass ich zu den (glücklichen) Frauen gehöre, die leicht erregbar und dann gut feucht werden, egal an welcher Stelle des Zyklus. Wie kann ich nun ausschließen, dass dies meine Schleimauswertung verfälscht? Gleiches gilt für Schleimproduktion nach Masturbation oder Geschlechtsverkehr. Lassen sich diese Flüssigkeiten gut auseinanderhalten? Haben sie überhaupt einen bemerkbaren Einfluss? Ich meine ich hab keine Lust 2 Tage nach der Mens zusätzlich verhüten zu müssen, nur weil ich spitz wie Lumpi war und das nicht spurlos an meinem Körper vorbei gegangen ist?
    Grüße an die Runde

    • Marcus sagt:
      17. August 2011 um 11:06

      Hallo Lumpi,

      zunächst einmal empfehle ich Dir den Wissensteil auf der myNFP-Seite sowie das Buch ?Natürlich und Sicher’ zu lesen.

      Erstmal es steht im Artikel, dass nach dem Geschlechtsverkehr ein anderer Zervixschleim beobachtet werden kann. Auch das man bei Erregung feucht wird, hat rein nichts mit der Beobachtung zutun. Zur Begründung beim Geschlechtsverkehr löst sich der Zervixschleimpfropf.

      Bei der Beobachtung solltest du also den Zervixschleim vor dem GV betrachten oder ein paar Stunden danach. Ist dieser in der fruchtbaren Kategorie musst du leider auch am 2. ZT nach der Mens von Fruchtbarkeit ausgehen.

      Allerdings kann ich Dir den Tip geben, den Zervixschleim nach dem GV in der Tieflage (vorm Eisprung) sowie in der Hochlage (nach dem Eisprung) zu beobachten. Der Zervixschleim in der Hochlage kann durchaus anders sein – dieser ist auch nicht fruchtbar. Wenn du diesen Unterschied kennst – fällt es Dir vielleicht einfacher?

      Neben dem Zervixschleim gibt es noch das Muttermund-Symptom, dass du bei Unsicherheit in der Beobachtung des Zervixschleims heranziehen kannst. In ?Natürlich und Sicher’ steht hierzu eine Menge.

      Generell kann ich Dir auch nur empfehlen bei Unsicherheiten mal zum NFP-Berater zu gehen. Dieser kann Dir helfen – die Körperzeichen besser zu deuten.

  14. Mark Machine sagt:
    23. August 2011 um 06:51

    I learned a lot from this post, much appreciated! :)

  15. gweny sagt:
    5. September 2011 um 16:56

    also ich finde in dem artikel ist die auswertung nach dem schleim endlich mal anschaulich mit bildern erklärt :)
    die beispiel-bilder und zyklen bringen manchmal mehr als tausend worte.
    danke dafür! :)

  16. Kathi682 sagt:
    2. Oktober 2011 um 20:37

    Juhu!

    Die Kinderwunschseite hei?t übrigens winnirixi und nicht winrixi ;-)

    http://kiwu.winnirixi.de/index.html

    LG, Kathi

  17. kema sagt:
    30. Oktober 2011 um 01:08

    @ Anne vom 14. August:

    Nein, der Wert darf nicht geklammert werden, egal welchen Störfaktor er aufweist. Damit man einen Wert klammern darf, benötigt man einen Störfaktor UND der Wert muss aus dem Tieflagenniveau herausragen. Der geklammerte Wert in Beispiel 1 liegt ja sogar unter der Hilfslinie, also im Tieflagenniveau. Wenn man die STM erklärt, dann bitte richtig und vor allem konsistent. Fehler dürfen keine drin sein, auch wenn in Beispiel 1 nicht das Klammern erklärt wird.

    • Marcus sagt:
      31. Oktober 2011 um 12:56

      Hallo kema,

      zunächst einmal geht es in diesem Blog nicht um Störfaktoren, sondern um den Zervixschleim. Um wirklich zu wissen, ob eine Störung vorliegt müssen mehrere Zyklen der Frau betrachtet werden. Ein Beispielzyklus ist meiner Ansicht nach noch zu wenig um Alles abschließend beurteilen zu können. Schließlich kann eine Störung auch Einfluss auf den Zervixschleim und nicht nur die Temperatur haben. Zum Beispiel bei der Einnahme von Medikamenten. Ich sehe derzeit klar, dass der Wert am 2.ten Zyklustag klar aus dem Temperaturniveau heraussticht. Ich würde ihn daher ausklammern. Im Fall des 6.ten Zyklustages könnte ich Dir Recht geben – weil der Wert nicht aus dem Temperaturniveau herausspringt. Für die Auswertung des Zyklus sind die Störungen in diesem Zyklus nicht entscheidend.

      Ich denke es wäre am Besten gewesen in die Beispielzyklen keine Störfaktoren einzubauen, da hier andere Lehrinhalte besprochen werden.
      Vielleicht wird dies in der nächsten Bearbeitung behoben.

      Ich danke Dir für deinen Hinweis. Viele Grüße und einen schönen Feiertag wünscht Marcus

  18. kema sagt:
    2. November 2011 um 15:53

    Ich denke auch, das beste wäre es, die SF wegzulassen und somit auch die Klammern. Denn es ist einfach gegen die Regel, einen Wert auszuklammern, der klar im TL-Niveau liegt.

  19. kema sagt:
    2. November 2011 um 15:54

    Noch was: Beide Werte ragen nicht aus dem TL-Niveau heraus, da der Wert an ZT 9 gleich hoch ist wie an ZT 2. Das Beispiel ist insgesamt einfach unglücklich gewählt.