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Warum Eisprungrechner Zeitverschwendung sind

und wie Sie trotzdem schwanger werden können

Okay, passen Sie auf. Wir müssen reden und es ist wichtig. Vielleicht ist es das Wichtigste überhaupt für Ihren Kinderwunsch. Es kann gut sein, dass Sie Ihren Körper nach unserem Gespräch mit völlig neuen Augen betrachten und ein völlig anderes Verständnis für Ihren Zyklus entwickeln werden.

Sie sind mir wichtig. Warum sage ich das, obwohl ich Sie nicht kenne? Weil Sie mir genauso wichtig sind, wie die 40.000 Frauen, die myNFP bisher verwendet haben und mir E-Mails schicken, dass ihnen die Infos hier eine Menge gebracht haben. Ich kann Sie nicht einfach mit dem gleichen endlosen unsinnigen Geschwafel vollquatschen, wie das all die anderen Eisprungrechner im Internet tun.

Und weil Sie mir wichtig sind und ich will, dass es mit Ihrem Kinderwunsch möglichst bald klappt, werden wir jetzt Klartext reden. Ich hoffe, Sie wissen das zu schätzen.

Sie sitzen vielleicht ein bisschen auf heißen Kohlen, weil Sie nicht auf Anhieb schwanger geworden sind oder weil Sie von Anfang an alles richtig machen wollen. Das ist völlig normal und Sie sind bei weitem nicht die einzige Frau, die sich so fühlt. Daher ist es aber umso wichtiger, dass Sie keine weitere Zeit mit einem Eisprungrechner verschwenden, sondern eine ganz einfache Taktik erlernen, wie Sie auch ohne Eisprungrechner möglichst bald schwanger werden. Ich komme gleich darauf zurück.

Ich weiß nicht, wie es Ihnen bisher ergangen ist, aber wenn ich mir Eisprungrechner so anschaue, habe ich immer das Gefühl, dass diese den Frauen gar nicht wirklich helfen wollen. Die Frauen werden regelrecht im Stich gelassen. Wenn man einen Dialog mit einem Eisprungrechner führen würde, sähe der so aus:

  • Sie: An dem Tag war meine letzte Periode, rechne mal aus.
  • Eisprungrechner rechnet und zeigt irgendein Datum
  • Sie: Ja und jetzt?
  • Eisprungrechner: Wie, und jetzt? Das ist das Ergebnis, was willst du noch?
  • Sie: Aber ... aber ich will doch eigentlich kein Ergebnis, sondern schwanger werden?!
  • Eisprungrechner: PECH GEHABT! Ich bin hier nur zum Rechnen da.

Der Punkt ist: Wenn Eisprungrechner so gut funktionieren würden, würden Sie das hier nicht lesen, sondern gerade mit einem Lächeln auf den Lippen Ihrem Bauch beim Wachsen zusehen und sich auf Ihr Baby freuen, oder?

Die Realität sieht jedoch anders aus: Eisprungrechner sind nicht besonders zuverlässig, sondern eine ziemliche Zeitverschwendung.

Ich verstehe Ihre Situation und sie können nichts dafür. Sie haben nur Eins und Eins zusammengezählt, denn die Idee mit dem Eisprungrechner hatten Sie ja nicht zum Spaß, sondern weil Ihnen das einleuchtend vorkam. „Fruchtbare Tage, die müssen sich doch irgendwie berechnen lassen?”, haben Sie sich vielleicht gesagt.

Möglicherweise haben Sie mal in der Schule gelernt, dass der Eisprung am 14. Zyklustag ist. Oder noch schlimmer: Ihr Frauenarzt hat Ihnen das gesagt.

Ihr Gedanke war völlig logisch:„Wenn der Eisprung etwa am 14. Zyklustag ist und ich weiß, wie meine Zykluslänge ist, dann muss sich der Eisprung doch berechnen lassen?!”

Ja, es wäre schön, wenn sich die Sehnsucht nach einem Baby so einfach lösen lassen würde. Eisprungrechner starten, ein paar Zahlen eintippen, Ergebnis ablesen, Sex haben, Baby da.

Mit diesem ominösen Versprechen versuchen unzählige Frauen jeden Monat ihr Glück mit einem Eisprungrechner. Ich hab's mir von Google anzeigen lassen: Rund 60.000 Frauen suchen pro Monat in Deutschland nach dem Wort Eisprungrechner. Das sind 2.000 Frauen pro Tag oder 83 pro Stunde oder jede Minute mehr als eine.

So tief hat sich die Idee in unsere Gehirne gebohrt, dass ein Eisprungrechner irgendwie sinnvoll sein MUSS, dass wir kaum nach links und rechts gucken.

Wenn Sie die Art von Frau sind, die sich ungern für dumm verkaufen lässt, dann interessiert es Sie vielleicht, was renommierte Gynäkologen zum Thema Eisprungrechner zu sagen haben:

Häufig wird von einem »mittzyklischen« Eisprung um den 14. Tag ausgegangen, was hartnäckig in Schulbüchern und bisweilen selbst in medizinischen Lehrbüchern verbreitet wird. Dies stellt eine grobe und unzulässige Vereinfachung dar.

Und weiter:

In jedem 2. Zyklus findet der Eisprung erst nach dem 14. Zyklustag statt. Bei 5% der Zyklen findet der Eisprung vor dem 12. Zyklustag statt.

(Quelle: Natürliche Familienplanung Heute, Springer Verlag, 4. Auflage)

  • Ja, schnell schwanger werden wäre toll.
  • Ja, bei einigen Frauen klappt es sofort im 1. Übungszyklus (je nach Alter liegt die Chance im 1. Zyklus schwanger zu werden zwischen 20% und 35%).
  • Aber es ist nunmal Realität, dass es bei allen anderen Frauen einfach eine Weile dauert. Sie brauchen sich darum keinen Kopf zu machen, weil es nichts zu bedeuten hat. Es gibt so viele Faktoren, die dabei eine Rolle spielen und Sie können nur wenig Einfluss darauf nehmen.

Allerdings – und wenn Sie nur diese eine Idee aus diesem Artikel mitnehmen – spielt ein Faktor eine ganz entscheidende Rolle, auf den Sie sehr wohl Einfluss haben.

Es gibt eine absolut simple Taktik, mit der Sie statistisch gesehen bis zu 6 Monate schneller schwanger werden und mit der Sie die Erfolgschancen in den nächsten 3 Zyklen auf über 60% steigern können.

Beobachten Sie Ihren Zervixschleim, der sich zum Eisprung hin in Aussehen und Konsistenz verändert und DAS Anzeichen für Ihren Eisprung schlechthin ist.

Diese simple Taktik ist das, was Ihre Erfolgschancen auf ein Baby steigert. Nicht um 100%. Das kann ich Ihnen nicht versprechen und wäre höchst unseriös. Aber eben doch mehr als wenn Sie gar nichts unternehmen (außer Sex haben natürlich) oder weiterhin mit einem Eisprungrechner herumalbern würden.

Wie, was, Zervixschleim?

Haben Sie schon einmal bemerkt, dass Sie sich an manchen Tagen feuchter anfühlen als an anderen, ohne erregt zu sein? Oder finden Sie in Ihrer Unterwäsche an manchen Tagen mehr weißlichen „Ausfluss”? Das ist Zervixschleim und der verändert sich im Laufe eines Zyklus.

Sie wissen sicherlich, dass eine Eizelle lediglich in einem Zeitraum von etwa 12-18 Stunden befruchtet werden kann und dass Spermien maximal 5 Tage befruchtungsfähig sind. Sie haben also nur wenige fruchtbare Tage im Zyklus – eben die Zeit kurz vor dem Eisprung.

Den Zervixschleim zu beobachten ist das absolut Beste, was Sie tun können, um das richtige Timing für Sex zu ermitteln. Sie brauchen dann nicht einmal Ovulationstests (LH-Tests) oder irgendwelche teuren Zykluscomputer. Ich kann Ihnen nur empfehlen, diesen Artikel zu lesen:

Die Rolle des Zervixschleims für Ihre Fruchtbarkeit

Wichtig: Auch wenn wir hier auf myNFP alle medizinischen Fakten nach bestem Wissen und Gewissen zusammengetragen haben und uns vor allem auf aktuelle Forschungsergebnisse berufen und nicht jahrzehntealtes überholtes Halbwissen hervorkramen, sollten Sie bei allem was Sie lesen Ihren gesunden Menschenverstand einsetzen, damit Sie sich ein akkurates Bild machen können.

Wenn Sie es ganz genau wissen wollen, haben wir hier noch ein paar handfeste Fakten über Eisprungrechner zusammengetragen, was an diesen nicht funktioniert und warum Sie sich auf diese einfach nicht verlassen können.

Wie funktioniert ein Eisprungrechner?

Sie werden in der Regel nach dem 1. Tag Ihrer letzten Periode befragt, manchmal auch nach der durchschnittlichen Zykluslänge und dann wird gerechnet. Dabei gibt es zwei Arten von Eisprungrechnern:

  • Die richtig dummen Rechner, die vorwärts rechnen. Dabei wird fälschlicherweise davon ausgegangen, dass die Ovulation am 14. Zyklustag stattfindet. Sie geben den 1. Tag Ihrer letzten Periode ein und es wird einfach plus 13 gerechnet.
  • Die nicht ganz so, aber immer noch dummen Rechner, die rückwärts rechnen. Diese Eisprungrechner fragen nach der durchschnittlichen Zykluslänge und ziehen davon etwa 12-14 ab. Dahinter steckt der Gedanke, dass die Zeit nach dem Eisprung (die sogenannte Lutealphase) im Durchschnitt bei den meisten Frauen etwa 12-14 Tage dauert.

Wo liegt das Problem beim Eisprungrechner?

Sagen wir besser: Wo liegen die Probleme? Davon gibt es nämlich zwei:

1. Selbst bei einem perfekten 28-Tage-Zyklus erfolgt Ihr Eisprung nicht immer am gleichen Zyklustag und daher kann dieser nicht auf den Tag genau berechnet werden.

Ihre Ovulation kann einmal am 14. Zyklustag stattfinden, einmal am 16. Zyklustag oder auch früher oder später. Sie erahnen sicherlich schon, dass es schwierig ist, unter diesen Umständen den Eisprung zu berechnen.

eisprungrechner zyklen

Geringe Schwankungen in der Zykluslänge und trotzdem stark unterschiedlicher Eisprung

2. Viel wahrscheinlicher ist es jedoch, dass Ihr Zyklus nicht einmal genau 28 Tage lang ist, sondern schwankt. Das folgende Diagramm zeigt, wie stark die Zyklen bei den meisten Frauen schwanken. Nur bei 3% aller Frauen sind die Zyklen fast immer gleich lang und schwanken nur um 3 Tage.

Bei 58% aller Frauen schwanken die Zyklen innerhalb eines Jahres um 8 Tage oder mehr. Das ist also völlig normal.

Die berechtigte Frage lautet daher:

Wie soll ein Eisprungrechner trotz dieser Schwankungen richtig berechnen?

Und die Antwort lautet: Gar nicht.

Bei einem Eisprungrechner bleibt Ihnen nämlich leider nichts anderes übrig, als „irgendwie rumzurechnen” und das ist schlichtweg das falsche Werkzeug, um effektiv schwanger zu werden. Sie würden ja Ihren Rasen auch nicht mit der Nagelschere schneiden, oder?

Eisprungrechner zusammengefasst

Bei einem perfekten 28-Tage-Zyklus schwankt der Eisprung bereits um 1-2 Tage. Da jedoch nur 3% aller Frauen diese Art von Zyklus haben, müssen Sie noch die Schwankungen der Zykluslängen mit einbeziehen. Selbst wenn wir ganz optimistisch rechnen, liegt ein Eisprungrechner meist um etwa 5-6 Tage daneben.

Sie erinnern sich, dass Sie sowieso nur an etwa 5-6 Tagen im Zyklus fruchtbar sind.

Wenn Sie mit Hilfe eines Eisprungrechners schwanger werden wollen, ist eine solche Schwankungsbreite kaum akzeptabel. Die Aussagekraft eines Eisprungrechners ist praktisch Null.

Fruchtbarkeitsanzeichen ohne Eisprungrechner

Mit welcher simplen Taktik Sie trotzdem Ihre fruchtbaren Tage berechnen können, habe ich weiter oben schon erwähnt. Ich hoffe, dass Sie das Thema Eisprungrechner nun erstmal vergessen und sich ernsthaft mit Ihrer Fruchtbarkeit auseinandersetzen.

Weiterlesen: Die Rolle des Zervixschleims für Ihre Fruchtbarkeit

Erfahrungen mit Eisprungrechnern

Einen Eisprungrechner habe ich ausprobiert, ist aber Schwachsinn weil die meistens mit einen starren 28 Tage Zyklus rechnen.

Als Jugendliche nimmt man sofort die Pille und macht sich über seinen eigenen Körper doch keine Gedanken, erst wenn ein konkreter Kinderwunsch besteht, brauch man eine gewisse Zeit um sich selbst kennen zu lernen.

Ich bin der Meinung, dass die Rechner keinem Sinn machen, da sie in ihrer Berechnung viel zu starr sind. Selbst wenn man die durchschnittliche Zykluslänge angibt, geht der Rechner davon aus, dass erste und zweite Zyklushälfte bei allen Frauen dieselbe (lehrbuchvorgegebene) Länge haben.

Meine Zyklen sind sehr unregelmäßig, schon deshalb werde ich so einen Eisprungrechner nicht (noch einmal) nutzen.

Also, keine Zeit verschwenden. Wenn Sie sich ein Baby wünschen, gehen Sie es gleich richtig an.

Weiterlesen: Wie Sie Ihren Kinderwunsch effektiv erfüllen können »