Temperaturauswertung vs. ZS und Mumu

Auswertung, Beobachtung, Unregelmäßigkeiten
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LaRosa
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Temperaturauswertung vs. ZS und Mumu

Beitrag von LaRosa » Mittwoch 16. Oktober 2019, 15:02

Liebe Nfplerinnen,

ich möchte euch gerne um Rat bitten zum Thema Schleimauswertung vs. Temperaturauswertung.

Normalerweise liegt mein Schleimhöhepunkt vor der ehM, was sich auch gut mit den Beschreibungen deckt, die man findet: vor dem Eisprung ist die Schleimqualität am besten, so dass die Spermien sich ihren Weg durch den (schön geöffnete) Muttermund bahnen können und es sich dann gemütlich machen können.

Mein aktueller Zyklus hat mich etwas verunsichert: laut Temperaturauswertung bin ich seit ZT 10 in Hochlage. Allerdings hatte ich bis dahin wenig ZS, und auch mein Mumu war eher hart und geschlossen. Vier Tage in der Hochlage, am ZT 13, hatte ich dann meinen Schleimhöhepunkt, und zu dieser Zeit fühlte sich mein Mumu auch weich und offen an.

Ich habe sowohl gelesen, dass die Temperatur der sicherste Indikator ist, um den bereits stattgefundenen Eisprung festzustellen – wenn nämlich die Temperatur in die Hochlage geht, hat der Eisprung in den Tagen zuvor stattgefunden.

Andererseits habe ich auch gelesen, dass die Fruchtbarkeit und der Eisprung am besten festzustellen ist durch den ZS und den Mumu.

Ich würde mich sehr um Hilfe von euch Forenmitgliedern freuen: Was meint ihr: wann war mein Eisprung?

Danke und viele Grüße

LaRosa
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Re: Temperaturauswertung vs. ZS und Mumu

Beitrag von LaRosa » Mittwoch 16. Oktober 2019, 15:29

LaRosa hat geschrieben:
Mittwoch 16. Oktober 2019, 15:02
Liebe Nfplerinnen,

ich möchte euch gerne um Rat bitten zum Thema Schleimauswertung vs. Temperaturauswertung.

Normalerweise liegt mein Schleimhöhepunkt vor der ehM, was sich auch gut mit den Beschreibungen deckt, die man findet: vor dem Eisprung ist die Schleimqualität am besten, so dass die Spermien sich ihren Weg durch den (schön geöffnete) Muttermund bahnen können und es sich dann gemütlich machen können.

Mein aktueller Zyklus hat mich etwas verunsichert: laut Temperaturauswertung bin ich seit ZT 10 in Hochlage. Allerdings hatte ich bis dahin wenig ZS, und auch mein Mumu war eher hart und geschlossen. Vier Tage in der Hochlage, am ZT 13, hatte ich dann meinen Schleimhöhepunkt, und zu dieser Zeit fühlte sich mein Mumu auch weich und offen an.

Ich habe sowohl gelesen, dass die Temperatur der sicherste Indikator ist, um den bereits stattgefundenen Eisprung festzustellen – wenn nämlich die Temperatur in die Hochlage geht, hat der Eisprung in den Tagen zuvor stattgefunden.

Andererseits habe ich auch gelesen, dass die Fruchtbarkeit und der Eisprung am besten festzustellen ist durch den ZS und den Mumu.

Ich würde mich sehr um Hilfe von euch Forenmitgliedern freuen: Was meint ihr: wann war mein Eisprung? Was ist wichtiger bei der Bestimmung des Eisprungs, Temperatur oder ZS und Mumu?

Danke und viele Grüße

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pisang
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Re: Temperaturauswertung vs. ZS und Mumu

Beitrag von pisang » Donnerstag 17. Oktober 2019, 04:17

Hi LaRosa,
bei Sensiplan gibt es keine Regel zum zeitlichen Zusammenhang zwischen SH/Höhepunkt des MuMus und ehM. Beide müssen lediglich in zeitlichem Bezug zueinander stehen (ich weiß die genaue Formulierung gerade nicht, weil ich das Buch nicht vorliegen habe). Vier Tage nach der ehM ist jetzt nicht so weit weg, finde ich.
War denn mit abgeschlossener Temperaturauswertung bereits deine übliche HL-Temperatur erreicht? Ist deine ehM immer so früh?

Sensiplan ist eine symptothermale Methode, Temperatur und Östrogenzeichen werden gleichwertig betrachtet. Beim Kinderwunsch ist das Östrogenzeichen außerdem wichtig für die Bestimmung der hochfruchtbaren Zeit. Der genaue Tag des ES kann nicht bestimmt werden, es ist lediglich eine Eingrenzung auf ein bestimmtes Zeitfenster möglich. Wenn du magst, kannst du deine Kurve hier teilen, dann lässt sich vielleicht mehr sagen.
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LaRosa
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Re: Temperaturauswertung vs. ZS und Mumu

Beitrag von LaRosa » Donnerstag 17. Oktober 2019, 14:26

Liebe Pisang,

vielen Dank dir für deine Antwort.

Zu deinen Rückfragen: mein Zyklus schwankt meist zwischen 23 und 26 Tagen. Es waren manchmal in stressigen Zeiten auch einmal lediglich 22 Tage, was sehr selten der Fall war. Eine ehM an ZT 10 könnte daher jedoch vorkommen.
Meine letzten zwei Zyklen lagen bei 25 und 26 Tagen, mit der ehM an ZT 14. Die Lutealphasen dauern meistens 12 oder 13 Tage.

Auch meine HL-Temperaturen schwanken leicht, meistens befindet sich meine Coverline zwischen 36,35 und 36,55.
Meine ersten höheren Messungen liegen meistens zwischen 36,6 und 36,8 und etwas später ich der Hochlage bei 36,9.

Was mich besonders an diesem Zyklus verunsichert ist mein Temperaturanstieg! Normalerweise hatte ich bisher fast immer zum Ende der Tieflage einen deutlichen Temperaturabsacker, gefolgt von einem sehr deutlichen Anstieg am nächsten Tag, so dass die ehM stets sehr schön zu erkennen war.
In diesem Zyklus allerdings ist die Temperatur innerhalb von zehn Tagen treppenartig nach oben getrudelt. Das hatte ich bisher noch nicht und dies macht es mir schwer, die ehM zu bestimmen.

Ich habe nämlich auch gelesen, dass manchmal die ehM fälschlicherweise ermittelt werden kann, wenn man nicht manuell, sondern automatisch auswertet.
Es gab jedoch in meiner Tieflage keine wirklichen Störfaktoren, so dass die 3-über-6-Regelung eigentlich greift.

Was meinst du, könnten folgende Auswertungen auch plausibel sein oder mache ich an irgendeiner Stelle einen Denkfehler? Wenn man etwa die fehlende Temperatur an ZT 6 ausgefüllt und dieser bei 36,6 gelegen hätte, so hätte die ehM wiederum auch auf ZT 12 fallen können. Dies würde eigentlich mehr Sinn machen, denn es kommt näher an die Östrogenzeichen heran.
Und wäre eine Messung in der Tieflage noch höher gewesen, könnte auch der ZT 15 eine mögliche ehM sein? Dann nämlich wären Östrogenzeichen und Temperatur sehr harmonisch und so, wie ich es auch bei mir gewohnt bin. Gerade das zweite Szenario allerdings erscheint mir auch unrealistisch, da in der Tieflage dann schon ein starker Ausreißer nach oben hätte sein müssen, so dass die Coverline bei 36,7 Grad läge.

Und um diese Nachricht nun noch komplizierter zu machen: ich habe auch noch etwas gelesen über den so genannten "vorzeitigen Temperaturanstieg" (nach Rötzer). Dieser besagt, dass die Temperatur tatsächlich auch schon ansteigen kann, obwohl der Eisprung noch nicht stattgefunden hat. Wenn ich es richtig verstanden habe, liegt es daran, dass der Körper durch den heranreifenden Follikel bereits Progesteron produzieren kann, der Follikel jedoch noch nicht geplatzt ist...

Wichtig ist all dies für mich natürlich im Hinblick auf das "Herz hinter Gittern". Wenn man bereits vier Tage in der Hochlage ist, so ist eine SS sehr unwahrscheinlich (jedoch verwirrten mich dann die Östrogenzeichen, die vier Tage nach der ehM auf Fruchtbarkeit hinweisen, so dass ich auch nicht freigegeben habe). Wäre aber die ehM einige Tage später, so wäre eine SS sogar sehr wahrscheinlich. Daher bereitet mir dieser Zyklus so ein Kopfzerbrechen.

Noch einmal Danke für deine Hilfe und viele Grüße

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Re: Temperaturauswertung vs. ZS und Mumu

Beitrag von LaRosa » Donnerstag 17. Oktober 2019, 14:32


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pisang
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Re: Temperaturauswertung vs. ZS und Mumu

Beitrag von pisang » Donnerstag 17. Oktober 2019, 15:18

Eine Frage vorweg: Möchtest du verhüten oder schwanger werden? Dein Zyklusblatt ist auf Verhütung gestellt, aber aus deiner Antwort werde ich irgendwie nicht so ganz schlau ;)

Für mich sieht die Auswertung so eindeutig aus. Mach dir keine Gedanken um andere Regelwerke oder ungemessene Werte, sondern arbeite mit den Daten, die hast.
LaRosa hat geschrieben:
Donnerstag 17. Oktober 2019, 14:26
Meine ersten höheren Messungen liegen meistens zwischen 36,6 und 36,8 und etwas später ich der Hochlage bei 36,9.
Die Höhe der ehM ist nicht so wichtig, hauptsache, die Kurve kommt spätestens beim dritten Wert (oder vierten bei Auswertung mit AR) in der HL an. Das tut sie in deinem Fall nicht, dein typisches HL-Niveau scheint erst ab ZT 15 erreicht. Macht aber nichts, ZS/MuMu sichern dich nach hinten ab und die sicher unfruchtbare Zeit beginnt erst, wenn die Auswertung des Östrogenzeichens durch ist.

Falls du verhüten willst, würde ich die ehM in jedem Fall so stehen lassen (Stichwort: Minus-8-Regel). Und sonst auch. Klar ist es möglich, dass in diesem speziellen Fall der ES eher nach der ehM war. Aber du hast ja die doppelte Absicherung durch zwei Symptome. Ich jedenfalls würde dieser Auswertung vertrauen.

Wann war denn der vergitterte GV? Und warum bereitet er dir Sorgen?
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Re: Temperaturauswertung vs. ZS und Mumu

Beitrag von Van » Donnerstag 17. Oktober 2019, 16:37

Hallo!
pisang hat ja schon genau richtig geantwortet und ich glaube, du machst dir zu viele Sorgen. Ich lese heraus, dass du verhüten willst und dir unsicher bist, weil der (geschützte) GV nach erfolgter Temperaturauswertung stattfand, der Schleim aber noch nicht ausgewertet war. Du denkst darüber nach, dass das gefährlich hätte sein können, wenn der Schleim nicht fruchtbar gewesen wäre und du freigegeben hättest... Das ist viel Konjunktiv :lol:

Ich versuche mal, dich zu beruhigen: Wir machen absichtlich die symptothermale Methode, um solche Fälle wie deinen absichern zu können! Du hast entsprechend der Regeln nicht freigegeben und das ist auch gut so. Deine Verunsicherung über den Tempi-Verlauf ist völlig unbegründet und es ist einfach so, dass nicht jeder deiner Zyklen exakt gleich ablaufen wird. Die NFP ist aber eine Methode, die auf Statistiken beruht und deshalb sollten eigentlich (bis zu einem gewissen Restrisiko) alle möglichen Fälle abgedeckt werden.

Zudem: Falls du dir in Zukunft mal nicht sicher über eine Auswertung bist, zwingt dich (hoffentlich :lol: ) niemand, direkt freizugeben. Du kannst immer noch einen oder zwei Temperaturwerte abwarten und beobachten, ob der Schleim wirklich umgeschwungen ist...

Viele Grüße,
Van

Edit: Wendest du denn die Sensiplan-Regeln an oder Rötzer oder alles Mögliche kombiniert? Ich komme nur darauf, weil du Rötzer ansprichst und von der "Coverline" schreibst. Im Sensiplan-Regelwerk definiert man die "Hilfslinie".
letzter und aktueller Zyklus - im 2. Frauenjahr nach Absetzen der Pille :wave:

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Re: Temperaturauswertung vs. ZS und Mumu

Beitrag von LaRosa » Donnerstag 17. Oktober 2019, 17:20

Liebe Pisang, liebe Van,

vielen Dank euch beiden für eure Einschätzungen!

Aktuell möchte ich verhüten, aber es ist nicht ausgeschlossen, dass ich in Zukunft mit dieser Methode auch einmal den Kinderwunsch angehen möchte. Für beides ist es mir daher wichtig, alles richtig verstehen und deuten zu können.

Ich habe der Temperaturkurve wahrscheinlich in der Vergangenenheit zu große Bedeutung zugemessen. Zur Verhütung und in Anbetracht der Tatsache, dass meine Hochlagen auch schon einmal früher kommen können, war ich ohnehin immer äußerst vorsichtig mit Freigaben in den Tieflagen.
Da bei mir die Östrogenauswertung immer vor oder spätestens zum Temperaturanstieg ausgewertet war, stelle ich bei diesem Zyklus fest, dass ich die Möglichkeit, dass die Östrogenzeichen nach der ehM, in der Hochlage, auf Fruchtbarkeit stehen könnten, ziemlich vernachlässigt habe. Ich mache mir zwar keine Sorgen für diesen Zyklus, da ich nicht freigegeben habe, aber Van, du hast Recht, man hätte auch - wenn man sich blöderweise nur auf die Temperaturauswertung verlassen hätte - davon ausgehen können, dass eine unfruchtbare Zeit vorliegt, obwohl dies gar nicht der Fall ist.

Pisang, du bist also der Meinung, dass in dieser Kurve alles richtig ausgewertet wurde? Die ehM an ZT 10 ist für dich stimmig, so dass der Eisprung an den Tagen zuvor stattgefunden haben muss? Wie würdest du in diesem Fall dann die Östrogenzeichen zwischen ZT 11 und 13 deuten? Ist es für dich unrealistisch, dass erst zu diesem Zeitpunkt der Eisprung war?

Noch einmal Danke für eure Hilfe und viele Grüße!

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pisang
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Re: Temperaturauswertung vs. ZS und Mumu

Beitrag von pisang » Donnerstag 17. Oktober 2019, 18:33

LaRosa hat geschrieben:
Donnerstag 17. Oktober 2019, 17:20
Pisang, du bist also der Meinung, dass in dieser Kurve alles richtig ausgewertet wurde? Die ehM an ZT 10 ist für dich stimmig, so dass der Eisprung an den Tagen zuvor stattgefunden haben muss? Wie würdest du in diesem Fall dann die Östrogenzeichen zwischen ZT 11 und 13 deuten? Ist es für dich unrealistisch, dass erst zu diesem Zeitpunkt der Eisprung war?
Ja, formal gesehen stimmt die Auswertung so. Bitte versteife dich nicht so auf die Aussage, dass der ES vor der ehM stattfindet. Im Grunde genommen ist der Zeitpunkt des ES für die Verhütung sogar vollkommen irrelevant, weil du solange Fruchtbarkeit annimmst, bis Temperatur und Östrogenzeichen ausgewertet sind. Man könnte jetzt spekulieren, dass die echte ehM vielleicht erst einen oder zwei Tage später war, weil ja auch der SH erst danach war - aber wozu? Es ist sogar sicherer, die ehM so stehen zu lassen, weil es deine neue früheste ehM ist und du ab sofort nur noch am ersten ZT Unfruchtbarkeit annehmen darfst.
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Van
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Re: Temperaturauswertung vs. ZS und Mumu

Beitrag von Van » Freitag 18. Oktober 2019, 09:52

Hallo LaRosa,
guck doch mal hier, da stehen die Wahrscheinlichkeiten, wann der Eisprung stattgefunden haben kann, im Vergleich zur ehM und zum SH. Beachte dabei, dass auch eine Wahrscheinlichkeit von 20% am Tag der ehM + an den beiden folgenden Tagen eben doch sehr weit weg sind von 0%!
In der Theorie der Biologie ist es so, dass der SH vor dem Temperaturanstieg kommt, aber in der Praxis eben nicht zwingend!
Grüße,
Van
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