NFP in der Stillzeit / LAM-Regeln / Grundmuster der Unfruchtbarkeit

Rund um die Verhütung nach der Schwangerschaft und in der Stillzeit
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minu
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NFP in der Stillzeit / LAM-Regeln / Grundmuster der Unfruchtbarkeit

Beitrag von minu » Freitag 10. Januar 2020, 15:35

Hallo ihr Lieben,

mein Kind ist jetzt 3 Monate alt. Vorher habe ich ca. 2 Jahre mit NFP verhütet und war am Ende auch sehr sicher. Das Kind war ein Wunschkind und es hat direkt im 1. Zyklus geklappt :-).

Nun geht es wieder ans verhüten. Zu Anfang hatten wir uns entschlossen die LAM-Regeln anzuwenden. Ich stille voll, meist alle 2 Stunden, auch nachts. Auf länger als 4 Stunden komme ich nicht tags und auf länger als 6 in der Nacht schon gar nicht. Eine Schwangerschaft wäre kein "Weltuntergang", wäre mir aber schon etwas früh. 1-2 Jahre würde ich schon gerne noch warten.

Nun hatte ich eine "Blutung", also es war leicht bräunlich. Hier schon meine erste Frage:

1. Wisst ihr, was innerhalb der LAM-Regeln als Blutung gewertet wird? Eine starke Blutung oder schon kleinste Anzeichen?

Ich hatte einen Tag nur leicht bräunlichen Zervixschleim, dazu S+ Schleim (glasig, wie Eiweiß) und ab und zu ein ziehen im Unterleib. Wir haben deswegen jetzt erstmal wieder mit CI "verhütet".

Gleichzeitig versuche ich mit NFP wieder in Gang zu kommen. Ich messe Temperatur seit ca. einer Woche und beobachte nun auch den Zervixschleim genauer. Meine Temperatur schwankt bis jetzt zwischen 36,65 und 36,35.
Die NFP Regeln in der Stillzeit schon sehr anders. Die Beispiele in "Natürlich und Sicher" dazu zeigen ja eigentlich, dass die Frau fast durchgängig Fruchtbarkeit annehmen muss (S. 103 + S. 106). Ich frage mich wozu ich mir dann die Mühe überhaupt machen soll?

Bei mir ist es nämlich so, dass seit Ausbleiben des Wochenflusses ich ständig feucht empfinde und ich Ausfluss habe. Es riecht auch immer noch ganz anders als vor der Schwangerschaft. Also eigentlich ein Grundmuster der Unfruchtbarkeit, aber trotzdem mit schwankender Qualität (mal cremig weißlich, mal glasig/ Eiweiß).

2. Das heißt ja, ich darf das Grundmuster nicht mehr annehmen, oder? Ich habe am Anfang nicht täglich aufgeschrieben, wie die Schleimqualität genau ist. Aber es ist eigentlich andauernd mindestens f.
Nun wüsste ich also nicht, wie ich auswerten soll. Vor ein paar Tagen hatte ich S+ (glasig), dann S (weißlich) und dann wieder gelblich, klebrig, nun sehe ich gerade: wieder glasig, Eiweiß, rötlich. Weniger als f wird es wohl erstmal nicht sein, also muss ich dauerhaft Fruchtbarkeit annehmen, richtig?

Danke Euch im Voraus für Euren Rat, mir scheint NFP jetzt doch etwas kompliziert leider...

Grüße, Minu
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minu
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Re: NFP in der Stillzeit / LAM-Regeln / Grundmuster der Unfruchtbarkeit

Beitrag von minu » Freitag 10. Januar 2020, 17:39

Ich habe dazu folgendes gefunden in: Praxisbuch: Besondere Stillsituationen:

https://books.google.de/books?id=E-j39l ... ng&f=false

Dort steht, dass eine Blutung dann eine Menstruation ist, wenn sie:
1. zwei Tage in folge auftritt
2. eine Schmierblutung 2 Tage in Folge + 1 Tage richtige Blutung
3. eine Schmierblutung an 3 aufeinander folgenden Tagen

Zusätlich zur LAM Methode kann der Zervixschleim beobachtet werden. "Solange Unfruchtbarkeit während einer Lactationsamenorrhö besteht, fehlt eine Vaginalsekretion ganz oder sie ist gleichbleibend".

Also schwierig bei mir. Ich hatte keine Schmierblutung an 3 aufeinander folgenden Tagen, sondern an einem, dann Pause, nun heute wieder, wobei sie wirklich sehr sehr gering ist und nur schwer auf dem Kloppapier zu erkennen.

Zudem habe ich ständig Zervixschleim, aber nicht gleichbleibend...
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Krachbum
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Re: NFP in der Stillzeit / LAM-Regeln / Grundmuster der Unfruchtbarkeit

Beitrag von Krachbum » Samstag 11. Januar 2020, 15:05

Hallo minu :wave:

ich habe versucht Deine Situation mal etwas aufzudröseln.

Zur ersten Frage bzgl. Deiner Blutung:

Ich würde das nicht als Regelblutung ansehen. Meine erste Regelblutung war schwach, aber doch eindeutig als Menstruation zu erkennen. Ich würde mich da auch an der Definition des Praxisbuches orientieren.

Aber:

Bräunlicher oder rötlicher ZS gehört ja nunmal zur S+-Kategorie. Das wäre für mich das Zeichen gewesen, dass zumindest etwas in Schwung kommt hormontechnisch. Ob das nun tatsächlich zu einem ES führt ist dann ja wieder was anderes.
Wenn ich es richtig verstehe, muss man aber nicht zwangsläufig den ZS während der LAM-Zeit beobachten, oder?
Und noch eine Frage: künstliche Sauger bekommt Dein Kind nicht?


Bei mir war es so, dass eine relativ starke Blutung gegen Ende des Wochenflusses mir einen Strich durch die LAM-Rechnung gemacht hat. Auch konnte ich nie so richtig eine Grundmuster der Unfruchtbarkeit feststellen, weil der ZS stark schwankte, ähnlich wie bei Dir. Ich habe dem Braten daher nicht getraut und wir haben mit Kondomen verhütet.

Als meine erste Blutung und ein verkrüppelter ES bevorstanden (übrigens genau als mein Sohn ein halbes Jahr alt wurde und anfing homöpathische Mengen an Beikost zu essen) habe ich aber sehr genau gespürt, dass etwas anders ist. Da hatte ich sehr eindeutigen ZS und MS. Da haben mir die 2 Jahre nfp vor der Schwangerschaft doch sehr geholfen.

Kurz: EIGENTLICH wären die LAM-Regeln ja erfüllt bei Dir. Ob Dir die 98% Sicherheit reichen und Du Dich auf Dein Körpergefühl verlassen möchtest, ist eine andere Frage ;)
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Re: NFP in der Stillzeit / LAM-Regeln / Grundmuster der Unfruchtbarkeit

Beitrag von minu » Dienstag 19. Mai 2020, 09:55

Hallo Krachbum,

danke für Deine ausführliche Antwort und sorry für meine späte!
Ich hatte sie gelesen, es hat mir auch geholfen! Hatte es dann aber im Baby-Stress einfach nicht geschafft zu antworten.
Ich fand meinen Beitrag dann auch so wirr, irgendwie waren es so viele Fragen auf einmal und ich habe auch die Themen vermischt (NFP + LAM).

Ich bin das "Risiko" eingegangen und habe LAM bis zum 6 LM gemacht. Mein Kind benutzt Schnuller und ich hatte auch zwischendurch mal abgepumpt... Aber er hat immer mind. alle 2h getrunken (außer zwei Ausnahmen wo ich mal mit Abpumpen 4-6 h unterwegs war). Klar war das nicht konsequent nach Regel, aber es hat geklappt und ich habe nicht ganz eingesehen, wieso ein Schnuller mich nun fruchtbar machen sollte (Ich weiß es gibt sicher Studien dafür und verändert anscheinend das Saugverhalten des Säuglings... Aber er trinkt so oft, tags wie nachts und manchmal nuckelt er auch einfach nur...).

Nun machen wir CI, aber mein Kind trinkt immer noch mind. alle 2h, obwohl er immer mal wieder Beikost bekommt.

Ich hätte nun nochmal Fragen zur Zervixschleimauswertung in der Stillzeit:

Ich versuche mich schon länger an NFP, aber irgendwie bekomme ich es einfach nicht richtig hin.
Mein Zervixschleim hat sich, nachdem es ja wie oben beschrieben war, mittlerweile bei dauerhaftem S-Schleim eingependelt (weißlich, cremig, aber eher trocken) . Ein Muster, dass ich auch immer in der unfruchtbaren Zeit vor der Schwangerschaft hatte.

Trotzdem kann ich es ja nicht als Grundmuster ansehen, weil ich vorher schon andere Schleimqualitäten hatte? Wobei ich nicht sicher bin, ob das nach dem Wochenfluss so eine Art "Ausläufer" des Wochenflusses war. Ich habe nämlich auch noch lange nach dem Wochenfluss einen eher untypischen Geruch festgestellt, es roch die ganze Zeit eher so wie nach der Geburt.

Ich messe nebenbei Temperatur, da konnte ich noch keinen Anstieg feststellen. Temperatur bewegt sich so zwischen 36,40 und 36,55. Hochlage war bei mir früher immer eher 36,7 / 36,8, 36,9.

Aber freigeben darf ich ja erst, wenn ich gar keinen Zervixschleim feststelle. Ich nehme meist am Mumu ab.

Das heißt für mich ist NFP momentan nicht möglich?
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