Kinderwunsch ja oder nein? Unentschlossenheit+Mutterrolle

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Pulpo
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Re: Kinderwunsch ja oder nein? Unentschlossenheit+Mutterrolle

Beitrag von Pulpo » Donnerstag 16. August 2018, 09:16

Haha, o wie ich Euch verstehe :)
Mir geht s wirklich ähnlich. Genau auch der Punkt, dass viele Leute, wie Dein Freund, Ratzfatz, denken: "Jaja, das geht dann schon irgendwie", das geht für mich gar nicht! :crazy: ich müsste das auch genau planen können, weil, wie Du ja sagst, auch ich andere Ansprüche hätte. Ich glaube, wenn man es zuwenig bespricht, fallen die meisten Paare nach der Geburt in die klassische Rollenverteilung zurück, mehr oder weniger zumindest (das hatte ich kürzlich mal gelesen).
Wir haben ja aber alle auch noch etwas Zeit, um uns das gründlich zu überlegen ;) in meinem Freundeskreis hat noch niemand Kinder, von daher ist auch keinerlei "sozialer Druck" oder sowas da. Mit meinen Freundinnen rede ich aber schon immer wieder mal über das Thema, es beschäftigt so kontinuiertlich ein wenig. Das ganze Kinderthema geht ja auch immer einher mit einem Zukunfts-Planen, also wenn man keine Kinder kriegt, wie plant man sein Leben sonst? Was erwartet man vom Leben, was möchte man noch tun etc.? Ich weiss manchmal ja sowieso noch nicht, wie ich mir mein Leben mit 40, 50 vorstellen soll..ich weiss nur, dass ich nicht in die klassische "Mutti-Falle" geraten will! ;)

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Pippilotta_L.
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Re: Kinderwunsch ja oder nein? Unentschlossenheit+Mutterrolle

Beitrag von Pippilotta_L. » Donnerstag 16. August 2018, 13:02

Pulpo hat geschrieben:
Dienstag 14. August 2018, 13:41
ich glaube, das ist wirklich der knackpunkt: Viele leute gehen wohl mit einer idealisierten vorstellung ins kinderkriegen rein und sprechen sich nicht richtig ab! finds super, dass ihr da so detailliert darüber sprecht, ich glaube, das bräuchte ich auch dringend!! wenns konkret würde! da ich aber gerade in der jobwechsel- und studienendphase bin, lässt sich das leben (das berufliche v.a.) eben noch nicht so gut planen.
Also, bei uns ist es ja auch alles andere als "konkret" ;) . So im nächsten Jahr wollen wir sicher nicht anfangen. Aber mir ist auch echt wichtig, vereinbare Zukunftsvorstellungen zu haben, unabhängig davon ob das jetzt unmittelbar bevorsteht oder in 10 Jahren, sonst macht für mich die Beziehung wenig Sinn. Da bin ich vielleicht auch etwas extrem :mrgreen: . Aber wenn mir bei einem Mann früh klar wird, er ist ernsthaft der Meinung, die Frau ist fürs Kind zuständig und sollte dann auch Minimum 3 Jahre daheim bleiben, und sich davon auch nicht abbringen lässt, dann lasse ich die Sache sein und gehe meiner Wege (so bereits geschehen). Das passt dann für mich einfach grundsätzlich nicht (zumal das für mich auch viel über das Frauenbild desjenigen aussagt, davon abgesehen).

@Ratzfatz: ist natürlich blöd, wenn ihr nicht so richtig drüber sprechen könnt und es für ihn noch so weit weg ist. Ist er noch relativ jung? Aber ist doch auf jeden Fall schon mal super, dass du ihm immer mal wieder sagst, wie du dir alles vorstellst, selbst wenn er noch keine Meinung dazu hat. Die kann er sich ja dann noch bilden, aber so weiß er bei dir zumindest schon mal in etwa, woran er ist.
Das wird auf jeden Fall besser, wenn die ersten im Freundeskreis anfangen. Für mich war es total praktisch, als eine gute Freundin schwanger wurde, weil damit alles viel realer wurde und man sich das besser vorstellen konnte. Meinen Freund hab ich zu den Treffen immer schön mitgeschleppt und im Nachhinein konnte man sich dann wunderbar anhand eines konkreten Beispiels austauschen, wie man sich bestimmte Sachen vorstellt, sei es Erziehung, Betreuung usw.

Ich hab glaub ich den Vorteil, dass wir einfach schon gut drüber sprechen können, weil mein Freund selber auf jeden Fall Kinder möchte, bald 30 wird und ich da eher die bremsende Kraft bin, glaub ich. :think:
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Happines
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Re: Kinderwunsch ja oder nein? Unentschlossenheit+Mutterrolle

Beitrag von Happines » Freitag 17. August 2018, 14:08

Hallo zusammen,
gerne würde ich mit euch meine Erfahrungen zum Thema Kinderwunsch teilen. Vielleicht hilft es ja jemandem. Als dieses Thema für mich damals "aufs Tablett" kam, habe ich lange im Internet nach differenzierten Meinungen hierzu suchen müssen und es war schwierig, Artikel zu finden, in denen Frauen schreiben, dass das einfach nicht immer schon ihr größter Wunsch war.

Ich bin jetzt 38 und habe von 1995-2012 hormonell verhütet. Erst die Pille und dann irgendwann den Nuvaring. Meine Eltern haben wir mit 15 wg. meiner Haut dazu geraten und dann waren sie heilfroh, dass ich die Pille nehme, weil das gefühlt Schlimmste, was passieren kann, ist eine eintretende Schwangerschaft in jungen Jahren. Meine Eltern waren auch mal ganz aus dem Häuschen, als ich mit 18 mal spontan woanders übernachtet habe und dann die Pille erst mittags genommen habe. Ich erinnere mich noch sehr gut an diese Situation :lol:
Naja, ich denke, dass die Haltung meiner Eltern, obwohl sie natürlich grundsätzlich nichts gegen Kinder hatten, maßgeblich dazu beigetragen hat, dass ich unglaublich lange riesige Angst davor hatte, schwanger zu werden - souzusagen ein Worst-Case-Szenario, dass sich tief in mein Unterbewusstsein eingegraben hat. Außerdem kann hormonelle Verhütung, sich wohl auch negativ auf den Kinderwunsch auswirken, wie ich mal gelesen habe. Ich hatte auch große Angst, was mit einem Baby alles hinsichtlich Mutterrolle und eingeschränkter Freiheit auf einen zukommt. Das Ganze schwebte immer wie ein großes Monster über mir. Und wirklich loslassen konnte ich dieses Monster erst dieses Jahr, aber dazu komme ich später.
1998 habe ich meinen Mann kennengelernt, 2004 haben wir geheiratet. Kinder wurden ewig nicht thematisiert. Ab 2012 hat mein Mann immer mal wieder mit dem Thema angefangen, aber ich habe das immer geblockt. Ende 2012 habe ich mit dem Nuvaring aufgehört, da ich diverse Problem hatte. Wir haben dann mit Kondom verhütet.
Zum Jahreswechsel 2014/2015 hat dann mein Mann das Thema direkt angesprochen und ob wir es nicht einfach darauf ankommen lassen sollen. Wir hatten ein sehr langes Gespräch dazu und ich 3 Tage Angst :crazy: Vor allem die vermeintlichen Einschränkungen mit Baby haben mich in Panik geraten lassen.
Irgendwo im Internet habe ich dann den Tipp gelesen, man soll sich doch mal vorstellen, wie das Leben mit einem Kind ist, dass schon viel älter ist. Der Gedanke, einen Sohn oder eine Tochter im Alter von 18 oder 20 zu haben, Gespräche mit ihnen zu führen etc. hat sich sehr gut angefühlt. Daraufhin habe ich mich darauf eingelassen und wir haben ab 1/2015 nicht mehr verhütet. Da war ich 35. Und es passierte erstmal nix und mein Mann und ich haben dieses Thema auch nicht mehr weiter angesprochen. Wir hatten ganz normal Sex nach Lust und Laune ohne im geringsten auf fruchtbare Tage o.ä. zu achten. Ich hatte trotz dieser bewussten Entscheidung nach wie vor diese Angst in mir. Und dann hatte ich im Mai 2018 einen positiven Test in der Hand und ich war total von den Socken und hab natürlich gleich wieder Panik geschoben. Mein Mann hat die Situation aber super gemeistert. Ich habe mich dann immer mehr mit dem Gedanken angefreundet und freute mich dann tatsächlich drauf. Leider hatte ich dann nur 5 Tage nach dem positiven Test eine Fehlgeburt. Da war ich in der 6. SSW, ich habe wirklich erst sehr spät getestet.
Daraufhin hat mich eine nie geahnte Traurigkeit erfasst und alles mögliche andere an psychologischen Themen kam nach oben.
Mittlerweile würde ich mich sehr freuen, wenn ich schwanger werden würde. Die Angst ist größtenteils weg. In diesen wenigen Tagen, in denen ich von der Schwangerschaft wusste, habe ich mich intensiv damit beschäftigt, wie ich möglicherweise mein Leben mit einem Kind weiterleben könnte, auch und v.a. Reisen etc. Das hat mir sehr geholfen.

Zu meinem Mann: er wäre ein wundervoller Vater und würde beruflich deutlich kürzer treten, um Zeit mit seinem Kind verbringen zu können. Auch war für uns beide immer klar, dass es gar nicht für mich zur Debatte steht, nicht mehr zu arbeiten. Das war auch immer so eine komische Paranoia von mir, obwohl meine Mutter immer gearbeitet hat.

Mit NFP habe ich nach der Fehlgeburt angefangen, weil ich mich vermehrt mit meinem Zyklus beschäftigen wollte und wissen wollte was da los ist. Wir haben weiterhin Sex nach Lust und Laune ohne auf die "richtigen" Tage zu achten. Nur ich weiß das halt jetzt genauer ;)

Nunja, jetzt ist der Post recht lange geworden, aber vielleicht hilft es ja der ein oder andern von euch. Wichtig ist in meinen Augen auch, dass man gemeinsame Werte und Vorstellungen hat, wie man als Eltern sein will. Dazu haben wir auch viele Gespräche geführt, auch in Bezug auf unsere eigenen Eltern.

Ich würde euch wirklich wünschen, dass ihr nicht erst durch eine Fehlgeburt müsst, um sich auf ein Kind einlassen zu können. Ich habe diese Erfahrung scheinbar gebraucht.

Ich bin gespannt, was die Zukunft für uns bereit hält. :flower:

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MissRainbow
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Re: Kinderwunsch ja oder nein? Unentschlossenheit+Mutterrolle

Beitrag von MissRainbow » Freitag 17. August 2018, 21:41

Vielen Dank liebe Happines dass du deine Geschichte mit uns teilst :flower:
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Pippilotta_L.
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Re: Kinderwunsch ja oder nein? Unentschlossenheit+Mutterrolle

Beitrag von Pippilotta_L. » Montag 20. August 2018, 16:38

Danke für deine Geschichte Happines :)

Das grenzt für mich auch an so ein Thema, das es für mich (als Frau) umso schwieriger macht. Mir fällt es schwer, mich zu Kindern durchzuringen. Aus vielen hier schon genannten Themen (Mutterrolle, Einschränkungen, Verantwortung etc.pp.). Andererseits ist mir aber auch sehr bewusst, dass es eben aber auch irgendwann spät wird, Kinder zu bekommen, vielleicht sogar zu spät. Dass man am Ende eben lange und immer wieder versucht und es vielleicht nicht mehr klappt, und die Zeit dann drängt. Und man sich dann denkt, ach hätte ich mich nur früher dazu entscheiden können. Was auch irgendwie Blödsinn ist, aber ihr wisst, was ich meine. Es ist doch irgendwie unfair.

Mir ist völlig bewusst, dass ich da jetzt mit Ende 20 noch "leicht reden" hab, aber ehrlich gesagt geistert mir doch ab und zu im Hinterkopf rum, dass die Fruchtbarkeit ja angeblich schon mit Mitte 20 abnimmt. Das macht mir innerlich doch irgendwie Druck, weil ich mir denke, also wenn ich mich für Kinder (ja, wenn dann eher Mehrzahl) entscheide, dann sollte ich das lieber bald tun. Auch, weil Kinder bekommen, betreuen usw. in jüngeren Jahren körperlich sicher leichter fällt und ich es selbst mit alten Eltern oft anstrengend fand. Damit fällt entspanntes Abwarten, bis mich irgendwann mal die ultimative Erkenntnis (ja oder nein) überrascht, wohl leider raus und ich werd eines Tages ins kalte Wasser springen müssen :crazy:
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Happines
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Re: Kinderwunsch ja oder nein? Unentschlossenheit+Mutterrolle

Beitrag von Happines » Montag 20. August 2018, 17:08

Pippilotta: ich weiß, was du meinst.
Leider denke ich mir hin und wieder genau das: ach hätte ich mich doch nur früher dazu entscheiden können.... Aber ich versuche, Frieden mit meinen früheren Entscheidungen zu finden. Ändern kann ich sie ja eh nicht mehr. Was mich tröstet, ist der Gedanke, dass wir heute aus meiner Sicht viel bessere Eltern wären, als wir gewesen wären, wenn wir früher Kinder bekommen hätten. Tief in mir drin habe ich wirklich das Gefühl, dass es noch klappt, aber manchmal kommt schon die Traurigkeit hoch, dass es vielleicht doch nichts mehr wird. Aber das liegt ja eh alles nicht in meinen Händen.

Zur Fruchtbarkeit fand ich diesen Artikel interessant:
https://www.theatlantic.com/magazine/ar ... by/309374/

In meinem Umfeld habe ich Frauen, die jenseits der 40 Mutter geworden sind und die das top wegstecken. Da habe ich nicht im geringsten den Eindruck, dass es jünger leichter gewesen wäre.

Pulpo
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Re: Kinderwunsch ja oder nein? Unentschlossenheit+Mutterrolle

Beitrag von Pulpo » Montag 20. August 2018, 19:31

liebe @happyness, auch von mir alles Liebe - ich drücke euch die daumen, dass es bald doch noch klappt :flower:

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Ryanalex
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Re: Kinderwunsch ja oder nein? Unentschlossenheit+Mutterrolle

Beitrag von Ryanalex » Dienstag 21. August 2018, 09:24

Hallo zusammen,
ich habe auch einen Großteil meiner Zeit mit einer unentschlossenen Mutterrolle / Kinderwunsch verbracht, da die Bedingungen ja fast nie zu 100 % stimmen. Mir ist auch immer ein Grund eingefallen warum noch nicht der richtige Zeitpunkt gekommen ist.
Nach 19 Jahren Pille und 2,5 Jahren NFP Verhütung bin ich nun mit 39 Jahren im 7. Übungszyklus schwanger geworden. Das aber eigentlich ohne Temperaturmessen, sondern nur mit Östrogenzeichen beobachten und Herzen nach Lust und Laune und nicht Zykluszeitpunkt abhängig.
Ich denke man sollte sich auch nicht zu viele Gedanken über Alter und Fruchtbarkeit machen, das setzt einen nur unter Druck und ist auch nicht unbedingt förderlich. :flower:
Glücklich mit Stella seit dem 27.01.2019 :love:

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Re: Kinderwunsch ja oder nein? Unentschlossenheit+Mutterrolle

Beitrag von Happines » Dienstag 21. August 2018, 09:56

Ryanalex hat geschrieben:
Dienstag 21. August 2018, 09:24
Hallo zusammen,
ich habe auch einen Großteil meiner Zeit mit einer unentschlossenen Mutterrolle / Kinderwunsch verbracht, da die Bedingungen ja fast nie zu 100 % stimmen. Mir ist auch immer ein Grund eingefallen warum noch nicht der richtige Zeitpunkt gekommen ist.
Nach 19 Jahren Pille und 2,5 Jahren NFP Verhütung bin ich nun mit 39 Jahren im 7. Übungszyklus schwanger geworden. Das aber eigentlich ohne Temperaturmessen, sondern nur mit Östrogenzeichen beobachten und Herzen nach Lust und Laune und nicht Zykluszeitpunkt abhängig.
Ich denke man sollte sich auch nicht zu viele Gedanken über Alter und Fruchtbarkeit machen, das setzt einen nur unter Druck und ist auch nicht unbedingt förderlich. :flower:
Danke für deinen Beitrag Ryanalex! Genau sowas liest man viel zu selten von Frauen, die mit diesen Themen auch ewig lang gehadert haben und dann auf ganz natürlichem Weg ohne das ganze Drama Ende 30 schwanger geworden sind.
Herzlichen Glückwunsch! :flower:

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Cornella
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Re: Kinderwunsch ja oder nein? Unentschlossenheit+Mutterrolle

Beitrag von Cornella » Dienstag 21. August 2018, 10:51

Hallo Zusammen :flower:

Ich reihe mich auch mal ein und beleuchte das Thema aus einer anderen Sicht: Was ist, wenn man sich mit dieser Unentschlossenheit auseinander setzen muss, weil man einfach nicht schwanger wird?!

Ich wollte nie Kinder haben, solange ich denken konnte. Für mich war immer klar, dass ich eine kinderlose und katzenreiche Frau sein werde. Dann hab ich meinen Mann kennen gelernt und plötzlich war alles anders. Wir konnten uns beide vorstellen Eltern zu werden.
Mittlerweile versuchen wir es seit August 2015 und ich bin heute in den 34. ÜZ gestartet. Wir haben auch schon so ziemlich alles durch von Hormonbehandlungen, Nahrungsergänzungsmitteln, Bluttests, SD-Tabletten als auch Akupunktur, Coachings, ganzheitliche Gesundheit (Darmsanierung, etc.pp.).

Nachdem es einfach nicht hinhauen will haben wir am vergangenen Wochenende wieder eines dieser lauten, zornigen, emotionalen und tränenreichen Gespräche geführt an dessen Ende wir uns gefragt haben, ob wirklich „WIR“ Eltern werden wollen oder ob es nicht einfach „der gesellschaftliche Standard“ ist. Und genau das sind jetzt die Gedanken, die mir im Kopf herum schwirren: Will ICH Mutter werden, oder will die Gesellschaft, dass ich Mutter werde?
Wir sind beide über 30, verheiratet, leben in einem Haus mit Garten und haben beide gute und sichere Jobs im öffentlichen Dienst. Da bleibt dann die Frage nach dem „wann ist es denn soweit“ nicht lange aus.

Ich für mich sehe das ganze so: Ich bin glücklich und zufrieden mit meinem Leben. Prinzipiell wären wir beide der Meinung, dass Kinder nicht unbedingt sein müssen. Wir lieben uns, wir haben uns, es geht uns gut. Wir haben Pläne, was wir alles machen wollen, wenn wir kinderlos bleiben. Aber soll das dann wirklich alles gewesen sein? Andererseits kommen Fragen wie: Wäre ich eine gute Mutter? Will ich das wirklich (immerhin kann man es nicht rückgängig machen)? Was ist wenn eines der Kinder allergisch gegen Katzen wäre? Was ist wenn ich die Erziehung verhaue? Was ist, wenn das schreckliche Menschen werden? Was ist, wenn ich die Nerven dafür nicht habe?

Wie ihr seht, hier geht es nicht um die Frage, wann ist der richtige Zeitpunkt sondern um die Frage, woher der Kinderwunsch kommt und ob man diesem gerecht werden will ;)
Hibellig seit August 2015 und derzeit in ÜZ 43
Wegen PCO und Endo erste IVF gestartet im Mai 2019 - Negativ

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