zu viele Gedanken

Krankheiten und ungünstige Umstände, die euch belasten
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Lanika
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zu viele Gedanken

Beitrag von Lanika » Samstag 9. März 2019, 18:22

Hallo meine Lieben!
Ich habe mich vor einiger Zeit dazu entschlossen, Mama zu werden (mein Partner möchte schon lange Papa werden, aber ich war einfach noch nicht bereit). Nun ist es so, dass ich es mir aber so richtig wünsche.

Kurz zu mir: Ich bin mittlerweile 35 Jahre alt und habe zwei jüngere Geschwister, die beide schon mehrfach Eltern sind. Aufgrund schwieriger Familiensituationen (kranke Eltern) gibt es eigentlich für alle 3 Geschwister immer wieder einiges zu tun. Leider bleibt das meiste oft an mir hängen. Der Grund, den die anderen nennen: "Ich habe ja Kinder."
Also sprich, sie ziehen sich immer wieder aus der Verantwortung.
Seit meinem Kiwu tut aber der Satz um einiges mehr weh. Am liebsten würde ich ihnen ins Gesicht schreien.... va weil ich Angst habe, dass es bei mir schon zu spät sein könnte oder es sehr lange dauern kann. Ich verrate ihnen aber nicht, dass wir schon am Kiwu arbeiten.
Nicht falsch verstehen (das ist nicht der Grund, warum ich Mama werden möchte), aber selbst wenn ich dann ein Kind habe, bleibt auch wieder alles an mir hängen, weil ich ja dann nur ein Kind habe und sie mehrere (ich kenne meine Geschwister gut genug, um das zu prophezeien).
Noch etwas trauriger macht es mich, dass ich bis jetzt keine Kinder bekommen hab, weil ich mich immer um die Eltern gekümmert habe. Ich selbst habe mich immer hintenangestellt - ehrlich gesagt, habe ich nicht wirklich gelebt, sondern war immer eine brave Tochter, die sich um alles gekümmert hat...und jetzt wünsche ich mir das wirklich für mich selber. Ich glaube, der Druck, den ich mir da selber mache, ist auch nicht unbedingt förderlich.

Das zweite, was mich belastet, ist mein Job. Ich habe ehrlich gesagt auch Angst, meiner Chefin von einer Schwangerschaft zu berichten (falls wir es dann geschafft haben). Ich bin der zweite Verantwortungsträger nach ihr und ein wichtiger Stützpfeiler aufgrund meiner Fähigkeiten. Es würde ihr überhaupt nicht schmecken, wenn ich für eine Weile ausfalle. Für einige zeitnahe Projekte braucht sie mich sehr... ABER ich will doch nicht mein ganzes Leben von anderen abhängig machen!!


Danke für`s Auskotzen hier...

-V-
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Re: zu viele Gedanken

Beitrag von -V- » Sonntag 10. März 2019, 21:36

Lanika hat geschrieben:
Samstag 9. März 2019, 18:22
Das zweite, was mich belastet, ist mein Job. Ich habe ehrlich gesagt auch Angst, meiner Chefin von einer Schwangerschaft zu berichten (falls wir es dann geschafft haben). Ich bin der zweite Verantwortungsträger nach ihr und ein wichtiger Stützpfeiler aufgrund meiner Fähigkeiten. Es würde ihr überhaupt nicht schmecken, wenn ich für eine Weile ausfalle. Für einige zeitnahe Projekte braucht sie mich sehr... ABER ich will doch nicht mein ganzes Leben von anderen abhängig machen!!


Danke für`s Auskotzen hier...
Was würde deine Chefin machen, wenn du länger wegen Krankheit ausfällst oder kündigst und den Arbeitgeber wechselt? Die Firma zusperren? Wohl kaum ;).
Jeder ist ersetzbar, deswegen würde ich mir darum wirklich keine Gedanken machen.
Literatur über NFP - Wissensbereich - FAQ
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Verhütung mit mittlerweile dreistelliger Kurvensammlung

Lanika
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Re: zu viele Gedanken

Beitrag von Lanika » Montag 11. März 2019, 18:01

Ich weiß, ohne mich dreht sich die Welt auch weiter!
Dich bei jeden Krankenstand einer Kollegin jammert sie, dass so viel Arbeit zu tun ist und dass sie endlich einmal selbst zu ihrer Arbeit kommen will und nicht ständig nur die derer machen, die fehlen.
Außerdem verlassen uns bald eine werdende Mama und zwei Kolleginnen. Da sagt sie ständig, sie hätte so gerne ein fixes Team und nicht ständig diese Wechsel. Das liegt mir halt ziemlich in den Ohren.

nicole266
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Re: zu viele Gedanken

Beitrag von nicole266 » Freitag 15. März 2019, 14:47

Wieso stellt deine Chefin nicht noch ein oder zwei Personen zusätzlich ein?
38 Jahre, bd. Eileiter undurchl., Endometriose // 05/2015 1. IVF, aber kein Transfer // 08/2015 1. Kryo - positiv: Hausgeburt // 05/2018 2. Kryo negativ // 11/2018 3. Kryo negativ

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kicki
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Re: zu viele Gedanken

Beitrag von kicki » Freitag 15. März 2019, 15:14

Lanika hat geschrieben:
Montag 11. März 2019, 18:01
Ich weiß, ohne mich dreht sich die Welt auch weiter!
Dich bei jeden Krankenstand einer Kollegin jammert sie, dass so viel Arbeit zu tun ist und dass sie endlich einmal selbst zu ihrer Arbeit kommen will und nicht ständig nur die derer machen, die fehlen.
Außerdem verlassen uns bald eine werdende Mama und zwei Kolleginnen. Da sagt sie ständig, sie hätte so gerne ein fixes Team und nicht ständig diese Wechsel. Das liegt mir halt ziemlich in den Ohren.
Das hört sich sehr manipulativ an. Kannst Du versuchen, Dich davon etwas zu distanzieren? Das ist wirklich alles nur ihr eigenes Problem, dafür ist sie die Chefin. Ihr Risiko. Bei solchen Sprüchen würde ich versuchen, ruhig zu bleiben und mir zu sagen "geht mich nichts an"

Katzendame
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Re: zu viele Gedanken

Beitrag von Katzendame » Freitag 15. März 2019, 22:21

Lanika, ich kann sehr gut nachfühlen, wie es dir geht. Sowohl in meiner als auch in meiner Schwiegerfamilie sind vor 1.5 Jahren zwei Katastrophen passiert, die uns den Boden unter den Füßen weggezogen haben. Und da übertreibe ich nicht! Fakt ist: mein Partner und ich pendelte zwischen meinen und seinen Eltern, die einmal 300 und einmal 850 km weit weg wohnen. Und dabei hatten wir unsre eigenen Pläne mit Kinderwunsch etc. Ich hab das engmaschige Pendeln 6 Monate durchgehalten und dann einen Schnitt gemacht. Meine Brüder sind zB gar nicht so oft zu meinen Eltern gefahren. Also habe ich das dann auch reduziert.

So. Was kannst du tun? Ich kann dir nur sagen, was ich getan habe und absolut im Reinen mit mir bin:

- die wichtigsten Personen sind dein Partner und du! ! NICHT deine Eltern, Nicht deine Geschwister! Stell dich an erste Stelle.
- deine Pläne sind wichtiger als die Pläne und Befindlichkeiten der anderen .
- Reduziere die Besuche und achte penibel darauf, dass ihr das macht, was für euch gut ist.
- Teile das deinen Geschwistern mit.

Nett, dass du die brave Tochter meinst sein zu müssen. Aber diese Rolle hast du dir selbst gegeben. Daran ist keiner Schuld, Sondern selbstgewähltes Schicksal. Es liegt in deiner Hand, das zu ändern.
Auch dein schlechtes Gewissen ist dein Problem. Dafür können deine Geschwister nix. Sie haben ja ihre äußerst billige Familienausrede. Sei ehrlich zu ihnen und sag, dass auch du Familie willst und darüber hinaus ein eigenes Leben hast.

Wichtig ist, dass du 100% hinter dir selbst stehst. Dann kannst du auch einen gesunden Egoismus entwickeln.

Glaub mir: du kannst versuchen, im Leben alles richtig und alles allen recht zu machen. Du kannst lieb und nett und brav sein. Dem Universum ist das aber scheißegal. Der Spruch "karma is a bitch" ist totaler Blödsinn. Meine Schwiegereltern sind ehrlich und aufrichtig, immer für andere da. Und dann haben sie auf einen Schlag Sohn, Schwiegertochter und die Enkel verloren. Das haben sie nicht verdient. Und laut Karma hätte ihnen und uns das nicht passieren dürfen.

Was ich sagen will: Dinge passieren. Egal, wie tadellos du bist. Also sei weniger tadellos...das geht. Und zwar so, dass man sich trotzdem noch leiden und im Spiegel anschauen kann.

Zu deiner Chefin : die ist unwichtig und spielt keine Rolle. Der Job darf niemals wichtiger sein als das Privatleben. Wer sein Leben von Job diktieren lässt, ist selbst Schuld.

Scheiß aufs Dauerperfektsein. Es bringt dich nirgendwo hin. Sei für deine Eltern da...Aber nur, wenn du die Energie hast. Denn nur eine energiegeladene Lanika wird in der Lage zu sein, ehrliche Fürsorge zu geben. Und ehrliche, positive Fürsorge tut euren Eltern besser als reine Pflichterfüllung.

Mein Partner und ich machen das so. Wir machen immer noch Kompromisse und verbringen zB unsere Urlaube zum Teil bei den Schwiegereltern. Aber wir achten auch extrem auf uns.

Meine kranke Mutter besuchen wir alle 4 bis 6 Wochen. Je nachdem wie es uns passt. Vorher waren wir alle 2 Wochen da. Wie gesagt, sie leben nicht um die Ecke.

Viele Grüsse Katzendame
Positiv getestet im 20. oder 21. Zyklus
https://app.mynfp.de/zyklus/freigabe/JY ... wJmsmWVDVZ

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Anirahtak
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Re: zu viele Gedanken

Beitrag von Anirahtak » Samstag 16. März 2019, 12:17

Katzendame hat geschrieben:
Freitag 15. März 2019, 22:21
Es liegt in deiner Hand, das zu ändern.
Ich will gar nicht so viel Text zitieren, wollte dir @Katzendame aber nur sagen, dass ich deine Worte sehr wahr und wichtig finde. Danke also. :flower:
Kurvt verhüterisch in Zyklus Bild
Klammerregeln Kurve freischalten

Lanika
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Re: zu viele Gedanken

Beitrag von Lanika » Sonntag 17. März 2019, 07:21

Danke!

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quadrat
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Re: zu viele Gedanken

Beitrag von quadrat » Sonntag 17. März 2019, 14:03

Lanika, ich kann absolut nachvollziehen, dass du dir so viele Gedanken machst. Ich bin von Typ her auch so ein "Nachdenker" und fühle mich unwohl, wenn ich meine Bedürfnisse mal vor die eines anderen stelle. Da bekomme ich gleich ein schlechtes Gewissen. Aber ich weiß auch, dass ich das nicht haben sollte/muss, denn gerade sowas wie Job und Schwangerschaft muss der Arbeitgeber einfach hinnehmen. Auch wenn die Situation vielleicht blöd ist und man "fehlt" und der AG deshalb Stress hat einen Ersatz zu suchen. Man muss meiner Meinung nach gerade beim KiWu seine Bedürfnisse darüber stellen. Es dank einem wirklich keiner, wenn man im Job zwar immer alles toll erledigt, man aber einfach seine Lebensplanung nie so umgesetzt hat, wie man wollte. Ich würde mir am Ende ewig Vorwürfe machen, dass ich meine Lebensplanung hinten angestellt habe und wäre wohl später totunglücklich.
Zu deinen Geschwistern: ich finde man kann auch mit Familie mal einspringen und sich kümmern und finde das eine doofe Ausrede von ihnen :thumbdown: . Gerade wenn man noch den Partner hat, kann der ja durchaus auch mal ein, zwei Tage auf die Kinder aufpassen. Sich dann so komplett rauszunehmen und alles an dich abzudrücken, finde ich wirklich unfair von deinen Geschwistern. Ich würde ihnen wirklich auch mal klipp und klar sagen, dass du auch ein eigenes Leben hast und nicht allzeit verfügbar bist nur weil du noch keine Kinder hast.
Ich weiß, dass es manchmal richtig schwer ist sich aus dieser Spirale zu befreien, gerade weil oft das schlechte Gewissen ankopft und man denkt, dass man das machen "muss" und es "nicht anders geht". Oft klopft es aber auch grundlos an und man sollte sich und seine eigenen Bedürfnisse auch einfach mal wertschätzen :thumbup: . Alles Gute dir!
Hibbeln aufs Geschwisterchen in ÜZ #9

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