Ausbleiben der Blutung, Druck vom Partner

Probleme, Krankheiten, Schwierigkeiten
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Knopfsammlerin
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Re: Ausbleiben der Blutung, Druck vom Partner

Beitrag von Knopfsammlerin » Donnerstag 25. April 2019, 07:46

Wenn du deinem Freund grundsätzlich vertraust und glaubst, dass eine gute Basis besteht, dann sieh diese Erfahrung einfach als einen schmerzhaften, aber wichtigen Entwicklungsschritt eurer Beziehung an. Manchmal tun solche Krisen ja gut, unter anderem weil ihr dann offen reden und Missverständnisse ausräumen könnt. Sein Verhalten war/ ist zwar unter aller Sau, aber für ihn war es vermutlich auch eine neue, überfordernde Situation und ich hoffe, dass er diese Überreaktion erkennt und sich dafür im Nachhinein entschuldigt.

Wer aber (aktuell) strikt gegen ein Baby ist und im Ernstfall auf eine Abtreibung besteht, hat das auch genau so klar und deutlich zu kommunizieren. Und dann müssen sich nämlich beide Seiten überlegen, wie sie um jeden Preis eine Schwangerschaft verhindern bzw ob eine Abtreibung wirklich okay ist- auch für dich, aus freien Stücken, nicht aus Druck.
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Jennifer1984
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Re: Ausbleiben der Blutung, Druck vom Partner

Beitrag von Jennifer1984 » Donnerstag 25. April 2019, 09:50

Ich finde Knopfsammlerin hat das sehr schön zusammengefasst. Und klar, Ehe und frische Beziehung sind zwei völlig unterschiedliche Baustellen. Wünsche dir jedenfalls, dass ihr das bald klären könnt und eine Lösung findet, die für euch beide passt. :flower:

Maghda
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Re: Ausbleiben der Blutung, Druck vom Partner

Beitrag von Maghda » Freitag 26. April 2019, 14:10

Ich bin mir zur Zeit nicht so sicher, wie ich zu ihm stehe. Ich würde gern "weitermachen" und sehen, wie ich mich dabei fühle. Ich sehe es eigentlich wie du Knopfsammlerin und möchte daraus lernen. Auf eine Entschuldigung warte ich noch... Aber wir haben uns seit der letzten Aussprache (Dienstag/Mittwoch) auch nicht mehr gesehen, nur geschrieben.
Heute hat meine Blutung eingesetzt, er hat sich gefreut, aber meint, glücklich sei er trotzdem nicht und er würde gern (auch wenn es vielleicht überflüssig ist) einen Schwangerschaftstest machen. Wir haben erst Mittwoch-Morgen einen gemacht, als wir uns das letzte Mal gesehen haben... Ich finde es übertrieben und etwas albern, aber will ja auch, dass er sich endlich beruhigt und es ist ja vielleicht auch sein Versuch, Verantwortung zu übernehmen, indem er für sich Sicherheiten fordert. Das darf er gern tun, da will ich nicht im Weg stehen.
Leider stört diese Beziehungsebene gerade für mich die Verhütungsebene. Mit Beginn des neuen Zyklus' würde ich gern Festlegungen treffen, wie wir künftig vorgehen, was er meint was ich beachten soll, was ihm wichtig ist, generell wie wir zusammenarbeiten. Leider ist er eher noch auf dem Trip, dass er allein sein möchte, für sich rausfinden will, wo wir stehen. Beziehungstechnisch für mich nicht so ein großes Problem (nervt zwar etwas, aber muss ich akzeptieren), es geht für mich nur in genau die gleiche Richtung wie zum Ende des letzten Zyklus' als ich auch schon viel allein gemessen und im Prinzip allein ausgewertet habe... Man kann NFP eben nicht pausieren so wie eine Beziehung.

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Knopfsammlerin
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Re: Ausbleiben der Blutung, Druck vom Partner

Beitrag von Knopfsammlerin » Samstag 4. Mai 2019, 17:07

Habt ihr noch einmal reden können?

NFP würde ich so oder so weiter machen, selbst wenn es jetzt erst mal nicht zum Verhüten benötigt wird. Aber solange das nicht sicher ist, und gern auch "einfach so" um ein Gefühl dafür zu bekommen, schadet es ja nicht.
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Maghda
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Re: Ausbleiben der Blutung, Druck vom Partner

Beitrag von Maghda » Dienstag 14. Mai 2019, 17:44

Hallo Knopfsammlerin,

ja wir haben nochmal geredet. Mehrfach. Zermürbend. Aber letztendlich haben wir uns zusammengerauft. Es nagt immer noch etwas an mir, dass er meint, wir hätten nur "Glück gehabt", weil ich eben nicht schwanger bin, dabei waren wir in der sicheren Zone. Vermutlich sollte ich das einfach ruhen lassen.
Das Entscheidende für mich war die Erkenntnis, was hinter seiner Aussage steckte, dass er sich von mir und einem eventuellem Kind abwenden würde, wenn ich denn schwanger wäre und das Kind bekäme. Er hatte selbst mal psychische Probleme und hat die eigentlich vor Jahren ins "Reine" gebracht. Er sagt zumindest, er lebt mit sich in Harmonie und hat Mechanismen, um eventuell ein Gleichgewicht bei sich wieder herzustellen. Soweit wusste ich Bescheid. Neu war jedoch, dass er diese Harmonie (im Moment) mit einem Kind als nicht gegeben sieht. Er sagt er will zur Zeit kein Kind und MEINT damit, dass er sich einfach nicht in der Lage sieht, ein Kind aufzuziehen, nicht im Moment. Er sagt er kann nicht garantieren, dass er die Energie, die ein Kind benötigt, aufbringen kann und möchte es auch nicht "ausprobieren" nicht auf Kosten seiner seelischen Gesundheit und auch nicht auf Kosten des Kindes. Deswegen möchte er diesen Schritt einfach nicht gehen, solang er sich nicht an dem Punkt sieht bzw. er keine Partnerin hat, bei der er sich sicher sein kann, dass man sich gegenseitig stützt und diese Aufgabe rücksichtsvoll teilt bzw. eben auch Verständnis für diesen Zustand hat, sodass es dennoch machbar wäre. Wenn ich mich trotz dieser Umstände FÜR ein Kind entscheide, kann er nichts dagegen tun (was ihn hat verzweifeln lassen) und müsste sich in seinen Augen davon distanzieren.

Ganz konform gehe ich damit immer noch nicht. Zumal er das zu Beginn auch viel härter formuliert hat und ich daran immer noch knabbere. Der Grundtenor ist jedoch ein anderer und ist für mich im Großen und Ganzen akzeptabel und ich gehe davon aus, dass da eben auch viel Panik mit drin steckte. Es würde mir jetzt in der Theorie die Entscheidung FÜR ein Kind zumindest wieder etwas erleichtern, da ich mich tatsächlich weniger verlassen fühlen würde, wenn er es täte, weil er nicht anders "kann", als wenn er einfach nicht will. Keine Ahnung, ob das hier jemand nachvollziehen kann? Mir ist mit dieser Erkenntnis jedenfalls ein Stein vom Herzen gefallen, da ich mich nicht in dem Menschen an sich getäuscht habe. Es war sogar sehr erhellend, da ich mehr über seinen Gesundheitszustand und seinen Willen, möglichst gut (auch mental) für ein Kind zu sorgen erfahren habe.

Wir haben unsere Strategie zu NFP grundlegend überarbeitet. Er hat einen dauerhaften Link zur Kurve und ich trage sämtliche Infos, die mir so einfallen ein. Wenn ihm etwas zur Kurve auffällt, z.B. das dieser oder jener Störfaktor nicht eingetragen wurde, sagt er es mir. Parallel möchte er gerne analog seine eigene Kurve führen, da er der App nicht traut, was ich verstehen kann. Er hat sie ja nicht in der Hand und kann sie nicht so prüfen wie ich.
Demnächst wollen wir uns zusammensetzen und eine "Kurvendiskussion" machen, da die aktuelle Kurve wieder durchwachsen ist. Sex ohne Kondom ist auch erstmal kein Thema, da uns das nach dem Konflikt zu heikel ist. Zu Beginn des aktuellen Zyklus ist dann auch ein Kondom gerissen (was ich bis dahin noch nie hatte) und jetzt besteht zusätzlich das Problem, dass er den Kondomen nicht mehr traut. Wir machen einfach sehr langsam und nähern uns wieder an, ich bin zuversichtlich. :)

Vielleicht könnt ihr nochmal einen Blick auf meine aktuelle Kurve werfen und mir Tipps zur Auswertung geben? Ich hab die automatische Auswertung deaktiviert, um selbst ein bisschen zu üben. Ich denke ich habe in diesem Zyklus für mich den Störfaktor "spätes Messen" identifiziert, denn die beiden Ausreißer nach oben am ZT 10 und 16 sind beides spätere Messwerte als sonst. Wenn ich die ausklammere, habe ich eine ehM an ZT 13, was für mich sehr früh ist. Ohne Klammern wäre die ehM an ZT 16 (soweit richtig?). Dazu passend habe ich auch zwei Schleimhöhepunkte, wobei ich mir mit der Schleimauswertung noch nicht so sicher bin... Am Anfang finde ich immer gar nichts und dann landet mit einem Schlag alles in der Unterhose, sodass ich die Qualität nicht sicher bestimmen kann. Nach Gefühl würde ich dann immer S+ sagen, komme aber von den Auswertungsregeln her nur auf S. Wir haben anfangs versucht den Muttermund auszuwerten, leider komme ich allein nicht gut ran und wir sehen uns nicht häufig genug, damit er das regelmäßig machen könnte.

Edit: Leider komme ich gerade an meine Zyklen nicht ran, da ich immer die Fehlermeldung bekomme, dass ich schon eingeloggt sei. Ich liefere den Link zur Kurve nach.

Van
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Re: Ausbleiben der Blutung, Druck vom Partner

Beitrag von Van » Mittwoch 15. Mai 2019, 11:20

Hallo Maghda,

erstmal: Schön, dass ihr offen über eure Beziehung und die Verhütung sprecht. Ich denke, das ist der richtige Weg. Ich kann auch deine Gefühle gegenüber deinem Partner nachvollziehen, da du seine Beweggründe und Ängste jetzt besser nachvollziehen kannst.

Zur Verhütung mit nfp konkret: Du hast in deinem ersten Post geschrieben, dass das eigentlich erst dein erster, bzw. inzwischen zweiter Zyklus ist, in dem du nfp ernsthaft betreibst. Gib dir selbst doch noch etwas mehr Zeit, um sicher mit der Methode und dir selbst zu werden. Sieh nfp nicht als deinen letzten Notnagel an, was Verhütung angeht, sondern lieber als Erweiterung deiner Kenntnis über deinen Körper und deiner Beziehung zu deinem Körper. In diesem Zusammenhang finde ich es übrigens etwas - ich sage mal - seltsam, wenn dein Partner das MuMu-Tasten für dich übernimmt. Das könnt ihr jetzt natürlich mal so machen, um euch sicherer zu fühlen (und vielleicht ist es ja auch gut, wenn er das Gefühl hat, auch aktiv etwas beizutragen), aber letzten Endes ist es dein Körper, den du analysieren und kennen lernen musst.

Zum Schleim: Wenn du meinst, alles landet auf einmal in die Unterhose, spürst du da dann überhaupt nichts (aus der Kategorie Empfinden)? Also hast du dann kein nasses oder rinnendes Gefühl oder glitschiges, rutschiges beim abwischen mit TP? Mit der Zeit wirst du aber auch beim Schleim bestimmt sicherer werden und dein Muster finden. Es kommt ja eh auf den Schleimumschwung von der individuell höchsten Qualität auf schlechtere an und nicht darauf, "die" perfekte S+ Qualität zu haben.

Zur Temperatur: Ich persönlich würde noch nicht "im laufenden Betrieb" klammern, da ihr euch gerade ja darauf geeinigt habt, nur zu beobachten und noch nicht freizugeben. Deine Gedanken zur Messzeitabhängigkeit könnten richtig sein, wenn man sich nur den aktuellen Zyklus anguckt. Im letzten Zyklus hattest du aber eine spätere Messung mit eindeutig ungestörter Temperatur an ZT 11. Vielleicht hängt der SF im aktuellen Zyklus ja doch noch mit einem anderen SF zusammen. Z.B. nicht nur spätes Messen sondern vielleicht auch zusätzlich weniger Schlaf o.Ä. Es hilft, sich auch die Schlafstunden zu notieren oder die Zubettgeh-Zeit.
Deine Auswertung im Falle einer Klammerung von ZT 10 und 16 wäre stur nach den T-Regeln richtig gedacht (ehM an ZT 13). ABER wenn du ZT 10 nicht klammerst, musst du dennoch die ZT 16 - 18 klammern, da du Störfaktoren eingetragen hast, von denen du noch nicht sicher weißt, dass sie nicht stören und die T-Werte zu einer Auswertung führen. Damit musst du klammern, um eine zu frühe Auswertung zu verhindern, die du nicht sicher ausschließen kannst. Ist dir diese (inoffizielle) Klammerregel bekannt? Dann wäre deine ehM erst gestern gewesen.

Ich würde an deiner Stelle einfach weiter beobachten und viel notieren und wenn dann die Mens kommt, rückwirkend nochmal beurteilen und aus deinen Notizen und Erfahrungen lernen. Da ist es sicherlich auch nicht hinderlich, wenn du das mit deinem Partner zusammen diskutierst. Du kannst übrigens auch Gedankenexperimente machen, in denen du dir die Auswertung überlegst und kurzfristig auf automatische Auswertung umstellst und damit überprüfst, ob deine Gedanken richtig sind. Es gibt ja auch immer eine Erklärung, welche Auswertungsregeln von der App angewendet wurden.

Viele Grüße,
Van

Maghda
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Re: Ausbleiben der Blutung, Druck vom Partner

Beitrag von Maghda » Mittwoch 15. Mai 2019, 16:41

Hallo Van,
vielen Dank für deine Antwort.
Deinen Tipp zum Klammern verstehe ich nicht ganz.
ABER wenn du ZT 10 nicht klammerst, musst du dennoch die ZT 16 - 18 klammern, da du Störfaktoren eingetragen hast, von denen du noch nicht sicher weißt, dass sie nicht stören und die T-Werte zu einer Auswertung führen.
Wieso muss ich denn ZT 10 nicht klammern, wenn ich dann aber 16-18 wieder unbedingt klammern muss? Liegt es daran, weil die Werte von ZT 16-18 sich im Anstieg befinden? Warum wird bei potenziell gestörten Werten aus der Tieflage nicht unbedingt geklammert? Wegen der früheren Freigabe? Da ich ja im Moment gar nicht auf die Freigabe warte, geht es mir nur einfach darum, möglichst "richtig" zu liegen und ein früherer Temperaturanstieg, was ja wenn ich ZT 10 klammere der Fall wäre, würde ja solche Dinge wie die Minus-Acht-Regel beeinflussen. Wäre das nicht genauso "fahrlässig", wenn ich das falsch mache?

Und muss ich denn wirklich immer ausklammern, wenn ich einen Störfaktor eingetragen habe, von dem ich nicht weiß, ob er wirklich stört? Denn für mich hat es jetzt erstmal keinen Unterschied gemacht, ob ich das als Notiz oder eben SF eintrage - hauptsache erstmal notiert. Das Notizfeld nutze ich für Details zum Alkoholkonsum, Stimmungsschwankung, allgemeines Befinden sowas. Bei den Werten von ZT 16 und 17 kann ich es total verstehen, denn die stechen wirklich raus, aber 18 passt ja eigentlich wieder ganz gut. Ist das zu manipulierend gedacht?

Und ja, du hast recht. Im letzten Zyklus gab es eine späte Messung mit normalem Wert. Deswegen hatte ich mir in diesem Zyklus an ZT 10 auch bewusst den Wecker auf "spät" gestellt, weil ich davon ausging, dass das meine Temperatur nicht beeinflusst. Überrascht musste ich feststellen, dass der Wert ein Ausreisser wurde und als dann der zweite späte Wert dazukam, vermutete ich, dass da ein Zusammenhang besteht. Aber du hast recht, da hilft nur notieren, beobachten, abwarten.
Ich versuche künftig auch die Schlafdauer zu notieren. Die liegt leider irgendwo zwischen 5 und 6 Stunden, was ich gern hochschrauben würde. Aber an der Messzeit lässt sich kaum was Rütteln und früher ins Bett gehen klappt einfach nicht. :(
Zur Verhütung mit nfp konkret: Du hast in deinem ersten Post geschrieben, dass das eigentlich erst dein erster, bzw. inzwischen zweiter Zyklus ist, in dem du nfp ernsthaft betreibst. Gib dir selbst doch noch etwas mehr Zeit, um sicher mit der Methode und dir selbst zu werden. Sieh nfp nicht als deinen letzten Notnagel an, was Verhütung angeht, sondern lieber als Erweiterung deiner Kenntnis über deinen Körper und deiner Beziehung zu deinem Körper. In diesem Zusammenhang finde ich es übrigens etwas - ich sage mal - seltsam, wenn dein Partner das MuMu-Tasten für dich übernimmt. Das könnt ihr jetzt natürlich mal so machen, um euch sicherer zu fühlen (und vielleicht ist es ja auch gut, wenn er das Gefühl hat, auch aktiv etwas beizutragen), aber letzten Endes ist es dein Körper, den du analysieren und kennen lernen musst.
Es ist mein dritter gut dokumentierter Zyklus, aber erst der zweite, den ich teilen kann, da ich vorher nicht myNFP genutzt habe. Ich sehe NFP eigentlich auch so, wie du es beschreibst. Deswegen habe ich es ja vorher so "lose" betrieben und rumprobiert, um meinen Körper und den Zyklus, den ich bis dahin ja nicht hatte, besser kennenzulernen, war aber nicht bereit dafür großen Aufwand zu betreiben. Mit Beginn der Partnerschaft habe ich es dann ernsthafter betrieben, da mein Partner es direkt zu Beginn thematisiert und den Wunsch danach geäußert hat. Ich ging bis dahin davon aus, dass man das gar nicht so leicht in einer Partnerschaft etabliert kriegt, weil Männer das vielleicht noch weniger kennen bzw. dem nicht trauen. Der Impuls, die Verhütung vor allem auf NFP zu stützen, ging damit also eher von ihm aus bzw. habe ich mich mitreißen lassen, da ich NFP sowieso besser kennenlernen wollte und mich vielleicht etwas überschätzt habe. Da bin ich ja nun aufgewacht. :)
Thema Muttermund: Er hat das in einer vergangenen Partnerschaft auch regelmäßig gemacht und es mir angeboten, als wir darüber sprachen. Ich fand den Gedanken auch erst seltsam. Dann nach kurzem Nachdenken aber irgendwie interessant. Auf diese Art lernt man, sich sexuell zu berühren, ohne sexuell zu sein. Ich finde das normalisiert die Sexualität und den Körper des Anderen, was ich sehr wichtig finde. Dazu kommt eben, dass ich allein meinen Muttermund nur schwer erreiche. Warum also nicht vom Partner helfen lassen, wenn der dazu bereit ist? (Mittlerweile gucken wir uns ja sogar zusammen meinen Schleim an und rätseln gemeinsam.) Sehe ich keine Abnormität drin und genau darum ging es ja in unseren zahlreichen Gesprächen zuletzt: Es ist zwar mein Körper, aber damit noch lange nicht allein meine Sache. Ich sehe das auch nicht als Maßnahme, um ihm das Gefühl zu vermitteln, dass er seinen Beitrag leistet, auf die Idee wäre ich gar nicht gekommen. Das widerspricht für mich eben total der Idee, dass wir beide verantwortlich sind. Wenn er diesen Part besser kann als ich, ist es nur richtig, dass er ihn übernimmt, ich versuche dabei natürlich auch zu lernen - wenn ich denn rankomme. Lange Rede, gar kein Sinn: Da ich aber allein nicht immer an den MuMu rankomme und wir nicht zusammen leben, fällt das als dauerhafte, verlässliche Methode erstmal raus.
Zum Schleim: Wenn du meinst, alles landet auf einmal in die Unterhose, spürst du da dann überhaupt nichts (aus der Kategorie Empfinden)? Also hast du dann kein nasses oder rinnendes Gefühl oder glitschiges, rutschiges beim abwischen mit TP? Mit der Zeit wirst du aber auch beim Schleim bestimmt sicherer werden und dein Muster finden. Es kommt ja eh auf den Schleimumschwung von der individuell höchsten Qualität auf schlechtere an und nicht darauf, "die" perfekte S+ Qualität zu haben.
Leider ist das Empfinden bei mir so ein Thema. Ich würde es manchmal als feucht oder sogar nass beschreiben und dennoch reibt es und ist stellenweise wie trocken. Wenn ich dann sehe, was alles in der Einlage gelandet ist, ergibt das gar keinen Sinn. Ich hoffe auch noch darauf, dass das mit dem Schleim einfach "mit der Zeit" für mich eindeutiger wird. Das Problem ist für mich ja gerade, diesen Umschwung festzustellen. Denn ich schwanke dann manchmal plötzlich zwischen S+ und S, wobei nur mein Empfinden den Unterschied ausmacht und das verunsichert mich, da es eben subjektiv ist.

Vielen Dank jedenfalls für deinen Input und viele Grüße
Maghda

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Re: Ausbleiben der Blutung, Druck vom Partner

Beitrag von Van » Mittwoch 15. Mai 2019, 17:12

Hallo nochmal,
Deinen Tipp zum Klammern verstehe ich nicht ganz.
Wie du selbst schon geschrieben hast, geht es beim Klammern im Anstieg darum, zu vermeiden, dass eine zu frühe Freigabe fälschlicherweise erfolgt. Anschaulich erklärt ist das Klammern in dieser Übersicht aus dem nfp forum.
Grundsätzlich hast du natürlich recht, dass du eine fehM "mitkriegen" möchtest, wegen der Minus-8-Regel, die irgendwann mal gilt. Aber prinzipiell gilt erstmal die Methode im aktuellen Zyklus so regelkonform wie möglich anzuwenden, damit man die Sicherheit der Methode hat. In deinem Fall: Ja, wenn ihr diesen Zyklus eh garantiert nicht freigeben wollt, kannst du das natürlich so handhaben, wie du magst. Du kannst dir natürlich auch die "eventuelle fehM", die du diesen Monat siehst, in die Notizen schreiben und merken, bis du 12 ausgewertete Zyklen voll hast. Falls dann wirklich keine ehM mehr früher war, kannst du dir ja immer noch Gedanken zur Verhütung am Zyklusanfang machen. Aber wenn es daran geht, dass du wirklich nach abgeschlossener Auswertung am Zyklusende freigeben willst, gilt es eine zu frühe Freigabe zu verhindern. Sonst entsteht wieder die Situation deines ersten Posts :)
Ist das zu manipulierend gedacht?
Schon ein bisschen ;) Du musst systematisch und konsequent klammern und nicht so, wie du denkst, dass es sein könnte, weil dann die Kurve logisch aussieht. Das alles kannst du mit mehr Erfahrung besser beurteilen, wenn du auch deine Temperaturniveaus besser kennst.
Sehe ich keine Abnormität drin
Hat auch niemand gesagt ;) Ich sehe da durchaus auch den Reiz drin, dass es für eine Partnerschaft gewinnbringend sein kann! Ich habe es auch eher so gemeint, wie du auch schreibst: Dass es so eben nicht auf Dauer für dich und die Methode praktikabel sein kann, wenn das dein Partner machen muss.

Grüße,
Van

Edit: Ich dachte auch, ich würde an den MuMu nicht rankommen. Verschiedene "Stellungen" ausprobieren hat aber geholfen und jetzt komme ich ran.

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Re: Ausbleiben der Blutung, Druck vom Partner

Beitrag von SunnyFrani » Mittwoch 15. Mai 2019, 19:48

Maghda, ich finde es sehr interessant, dass ihr eure Strategie überarbeitet habt (wie Du so schön schriebst) und dass Dein Partner Vorschläge gemacht hat, wie er sich einbringen könnte (ich meine ich las schon mal von mind. einem Mann, der die MuMu-Untersuchung übernahm).
Es gab da mal dieses Sprichwort, ich glaube es stammte von Rötzer und seiner NER (quasi der Vorgänger von NFP bzw. Sensiplan) und es ging so: "Die Frau misst, der Mann wertet aus".
Ich fand den Spruch lange doof weil von wegen "selbst ist die Frau" und eine Auswertung krieg ich ja wohl selber hin, aber glaube, dass das in einer solchen Konstellation vielleicht genau der richtige Ansatz ist. Denn dann gibt's hinterher keine Ausreden und sowas wie "Ja, aber DU blabla...".
Hat er das Praxisbuch mittlerweile gelesen?
☆ im Juni '18. Nach ü50 Verhütungszyklen auf dem Weg zu einer Familie.
Klammerregeln | Kurve freischalten | Natürlich & sicher, das Buch für Sensiplan-Anwenderinnen

Maghda
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Re: Ausbleiben der Blutung, Druck vom Partner

Beitrag von Maghda » Donnerstag 16. Mai 2019, 05:23

@Van
Ja, Die Klammerregeln liegen mitttlerweie ausgedruckt bei mir zu hause. Das ist tatsächlich auch der Punkt, den ich noch am wenigsten verstehe und üben muss. Das Klammern wird, finde ich, bei den meisten Anleitungen und Büchern auch nicht so gut erklärt, fast nur beiläufig erwähnt. Zumindest habe ich beim Lesen die Wichtigkeit irgendwie unterschätzt.
Ich warte mal ab, wie sich der Zyklus entwickelt.

@SunniFrani
Er hat das Buch nicht nur gelesen, er besitzt es auch - schon seit Jahren. Wie gesagt, ER hat das Thema überhaupt aufgebracht und ER hat das schonmal dauerhaft in einer Partnerschaft betrieben. ;) insgesamt kennt er sich also besser aus als ich. Während unserer Auseinandersetzung hat er sich auch beschwert, dass er ja versucht hat, sich einzubringen, aber ich hätte dicht gemacht. Das war mir so gar nicht bewusst. Aber mittlerweile glaube ich, dass das stimmt... Es ist als Frau nicht so einfach, sich etwas über den eigenen Körper von einem Mann erzählen zu lassen. #mansplaining - auch wenn er es tatsächlich besser weiß, zumindest was die Methodik angeht.
Ich vermute mein Stolz hat sich da verselbstständigt und das Gefühl, ich müsse das als Frau eben alles einfach wissen. Jetzt weiß ich, dass ich einfach noch viel lernen muss. Und am Ende weiß ich vermutlich mehr als er, ja, weil ist ja mein Körper, aber in der "Theorie" ist er jetzt halt schon weiter als ich und das ist was Gutes. :)

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