Verhütung - eine Lüge?

Geschlechtsverkehr in der fruchtbaren Zeit, Verhütungsmethoden
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Jayge
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Verhütung - eine Lüge?

Beitrag von Jayge »

Ich bin mit 17 Jahren ungewollt schwanger geworden. Ja, ich habe mynfp verwendet, aber ich habe mich halt nicht daran gehalten, denn ich hatte den Kupferball drin und die Kurven nur aus reinem Interesse weitergeführt. Ich habe meiner Verhütungsmethode einfach vertraut.

Im folgenden bitte auseinanderhalten: Frauenarzt (FA) und Abtreibungsarzt, hier handelt es sich um zwei verschiedene Ärzte

Ich habe 300€ für den Kupferball bezahlt, wahnsinnige Schmerzen beim Einsetzen, ein Monat später ist er verrutscht und wurde mit einer Narkose von meinem Fa wieder zurechtgerückt. Ein halbes Jahr lang später wurde ich schwanger - nein, der Kupferball ist nicht noch einmal verrutscht. Er saß perfekt, aber ich war trotzdem schwanger.

Der Abtreibungsarzt hat mir erzählt was alles falsch gelaufen ist:

- Verhütung ist in meinem Alter eine Kassenleistung, mein FA hat mich übers Ohr gehaun
- IUPs werden eigentlich mit lokaler Betäubung eingesetzt
- Ich hätte eigentlich ein Antibiotikum nach dem Einsetzen bekommen sollen, da ich ja ein gebärmutterweitendes Medikament bekommen hatte. (Bei der Abtreibung habe ich sogar mehrere Antibiotika bekommen und dennoch die Verordnung drei Tage lang nicht mehr aus dem Haus zu gehen wegen der Infektionsgefahr. Nichts davon beim Einsetzen des Kupferballs.)
- Ein verrutschtes IUP darf auf keinen Fall noch einmal eingesetzt werden!
[- Des Weiteren erinnere ich mich daran, dass der FA meinte es müsse erst einmal geprüft werden, ob meine Gebärmutter überhaupt die richtige Form für ein IUP hat und ich glaube er meinte damals: "Oh, Ihre Gebärmutter hat eine sehr schöne Herzform für den Kupferball" Aber daran erinnere ich mich nicht sicher! Was ich noch weiß, ist, dass der Abtreibungsarzt meinte, dass ich tatsächlich eine herzförmige Gebärmutter hätte, also kein Wunder dass das Ding verrutscht ist und dass mein FA zwei Wochen nach der Abtreibung beim Kontrolltermin meinte, dass eine Herform nur bei einer Abtreibung erkannt werden kann, wenn der Abtreibungsarzt mit seinen Geräten am Ende anstößt. Was aber nicht sein kann, denn ich erinnere mich (wie gesagt) daran, dass mein FA bereits vor dem Einsetzten des Kupferballs von einer herzförmigen Gebärmutter gesprochen hatte UND als er den Kupferball wieder zurechtgerückt hatte hätte er es ja auch merken müssen. Aber in hier, in diesem Punkt bin ich mir wirklich unsicher und ich werde deshalb nochmal in der Abtreibungsklinik nachfragen, weil das inzwischen der einzige Arzt ist dem ich vertraue.]

- Kupferbälle und Kupferketten sind eine einzige Lüge, die in einem ominösen Labor in Isreal getestet werden
- Der Abtreibungsarzt hat ständig Bälle- und Ketten- und Kondomfälle vor sich sitzen.
- Bälle und Ketten sind als solche Form überhaupt nicht geeignet
- "Wenn 100 Frauen 2 Jahre lang 2-3 Mal die Woche Sex haben und dabei mit Kondom verhüten werden 50% von ihnen schwanger!" Genauso hat es der Arzt gesagt, womit der sogenannte Pearl-Index für die Katz ist.


Was sagt ihr zu der ganzen Sache? Wurde ich wirklich total an der Nase herumgeführt und habe Unfruchtbarkeit riskiert, weil ich kein Antibiotikum beim Einsetzten des IUPs bekommen habe und dass Verhütung in meinem Alter wirklich eine Kassenleistung ist und ich übers Ohr gehaun wurde? Glaubt ihr meinem Abtreibungsarzt, dass Kupferball und -kette und Kondome eine Lüge sind und nicht funktionieren? Seht ihr auch, dass es für mich nun keine hormonfreie Verhütungsmethode mehr gibt, da ich mynfp zwar absolut vertraue, aber mir selbst nicht und mynfp ja davon abhängt, ob ich Fehler mache? Soll ich meinen FA verklagen oder sollte ich die Sache lieber auf sich beruhen lassen?
jolina_
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Re: Verhütung - eine Lüge?

Beitrag von jolina_ »

Jayge hat geschrieben: Donnerstag 12. April 2018, 20:48 Glaubt ihr meinem Abtreibungsarzt, dass Kupferball und -kette und Kondome eine Lüge sind und nicht funktionieren?
Ich möchte mal nur auf das hier antworten: Nein, das glaube ich nicht. Ich bin 6 Jahre mit Kupferkette nicht schwanger geworden. Und mit Kondomen kann man nicht schwanger werden, wenn man sie korrekt anwendet. Dass viele Frauen zu ihm kommen, die Kondome falsch angewendet haben, glaube ich hingegen durchaus.
zoOOoz

Re: Verhütung - eine Lüge?

Beitrag von zoOOoz »

Jayge hat geschrieben: Donnerstag 12. April 2018, 20:48 - Verhütung ist in meinem Alter eine Kassenleistung, mein FA hat mich übers Ohr gehaun
Falls du gesetzlich versichert bist, hat er recht.
- IUPs werden eigentlich mit lokaler Betäubung eingesetzt
Nicht zwingend.
- Kupferbälle und Kupferketten sind eine einzige Lüge, die in einem ominösen Labor in Isreal getestet werden
Ich habe ehtlichgesagt keine Lust zu suchen, aber ich möchte wetten, du findest dazu einige seriöse Studien, die nicht aus einem ominösen Labor in Israel kommen.
- Bälle und Ketten sind als solche Form überhaupt nicht geeignet
Das halte ich für Unsinn. Vor allem beides in einen Topf zu schmeißen.
- "Wenn 100 Frauen 2 Jahre lang 2-3 Mal die Woche Sex haben und dabei mit Kondom verhüten werden 50% von ihnen schwanger!" Genauso hat es der Arzt gesagt, womit der sogenannte Pearl-Index für die Katz ist.
Dann bin ich wohl unfruchtbar. :D
Und gaaaaanz viele andere Frauen, die ich seit Jahren kenne auch. Nein, im Ernst, was will der Kerl dir verkaufen? Ist das eine neue krude Form Neukundinnen zu gewinnen und an sich zu binden? :crazy:
Was sagt ihr zu der ganzen Sache? Wurde ich wirklich total an der Nase herumgeführt und habe Unfruchtbarkeit riskiert, weil ich kein Antibiotikum beim Einsetzten des IUPs bekommen habe und dass Verhütung in meinem Alter wirklich eine Kassenleistung ist und ich übers Ohr gehaun wurde? Glaubt ihr meinem Abtreibungsarzt, dass Kupferball und -kette und Kondome eine Lüge sind und nicht funktionieren? Seht ihr auch, dass es für mich nun keine hormonfreie Verhütungsmethode mehr gibt, da ich mynfp zwar absolut vertraue, aber mir selbst nicht und mynfp ja davon abhängt, ob ich Fehler mache?
Ich finde deine Ärzte beide nicht besonders vertrauenswürdig.Beide scheinen gelinde gesagt eher verkaufsorientiert als im Sinne deiner Gesundheit zu handeln. Wir wäre es mit einer Drittmeinung?
Soll ich meinen FA verklagen oder sollte ich die Sache lieber auf sich beruhen lassen?
Ganz schwieriges Thema. Selbst bei anerkannten Kunstfehlern werden jahrelange Prozesse geführt, die oft ohne Ergebnis enden. Und bei dir klingt es nicht so, als ob du deinem FA irgendeinen Fehler nachweisen könntest. Verschwommene Erinnerungen zählen vo Gericht nicht,

Mein Tipp: Versuch es irgendwie als Erfahrung zu verdauen und begegne Ärzten in Zukunft mit gesundem Misstrauen und hinterfrage ihre Aussagen mit eigenen Recherchen.
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SunnyFrani
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Re: Verhütung - eine Lüge?

Beitrag von SunnyFrani »

Abtreibungsarzt klingt bissi heftig. Er (Name geht aus den Kurvennotizen hervor) hat sich halt auf Abbrüche spezialisiert.
Und wer das seit Jahrzehnten macht, kennt alle Geschichten und Lücken der Pearl-Indexe. Dem brauchst Du mit keinem Langzeithibbelfaden kommen. Vor dem sitzen nur Schwangere, nix anderes. Der ist praktisch der Gegenpol zu Reproduktionsmedizinern in dem KiWu-Kliniken.
Dass er pro hormonelle Verhütung ist, liegt ganz einfach daran, dass der PI des bspw. Implanons als subkutane Langzeitverhütung, bei dem Anwenderversagen ausgeschlossen ist, immer noch der Beste ist - die o.g. Lücke quasi am kleinsten.
Ausserdem verkauft der nix. Bei dem holt sich frau nicht das Quartalsrezept für die Pille.

Zu Deinem FA, kein US vorab zur Gebärmutterprüfung: hier liegt mMn Ärzteversagen vor. Gibt's ja neben Methoden- und Anwenderversagen auch noch. Dass das mit der Kassenleistung verpennt worden ist - sehr schade.
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Ohne
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Re: Verhütung - eine Lüge?

Beitrag von Ohne »

SunnyFrani hat geschrieben: Freitag 13. April 2018, 07:43 Vor dem sitzen nur Schwangere, nix anderes. Der ist praktisch der Gegenpol zu Reproduktionsmedizinern in dem KiWu-Kliniken.
Das habe ich mir auch gedacht - dass der quasi eine etwas eingeschränkte Wahrnehmungt hat, weil er eben vor allem die Fälle erlebt, bei denen was schief ging. Und vermutlich einige darunter, die nicht deswegen schwanger geworden sind, weil die Methode an sich schlecht war, sondern weil sie sie falsch angewendet haben. Dass diejenigen das ihm dann nicht unbedingt wahrheitsgemäß berichten - müssen sie auch nicht -, sollte ihm selbst bewusst sein. Deshalb finde ich es schon krass von ihm, mit solchen Zahlen um sich zu werfen.
Ich würde auf jeden Fall auch eher Studien zur Verhütung vertrauen als einem einzelnen Arzt. Informiere dich besser selbst und entscheide danach, wie du weitermachen möchtest. :wave:
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SunnyFrani
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Re: Verhütung - eine Lüge?

Beitrag von SunnyFrani »

Sollte oder könnte bewusst sein, ja.
Ich seh es trotzdem nach, wenn diese Thematik nicht (mehr) differenziert wird. Diese Verengung des Blickwinkels entwickelt sich wohl von alleine, sowie auch diese recht eindringliche Art der Gesprächsführung, wenn halt jahrein jahraus ungewollte SSen eintrudeln.

Um nochmal zu den Repro-Medizinern zu kommen: andersrum würden die vielleicht sagen, "puh, Schwangerschaft, also nee, gar nicht so einfach das Ganze!". Und da sagt der andere natürlich: "Nö, geht schneller, Du denkst". ;)
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Re: Verhütung - eine Lüge?

Beitrag von 510Mari »

Nur am Rande, wenn du das privatrezept über den kupferball noch besitzt oder eine Rechnung von deinem Arzt sollte es aber theoretisch möglich sein, dass du dir das Geld von deiner Krankenkasse wieder holst.

Zum Rest kann ich nicht viel sagen. Ich hab eine Freundin, die noch nie mit Pille verhütet hat, sondern ausschließlich mit Kondom, sie wird bald 30 und ist auch noch nie schwanger geworden. Also bei korrekter Anwendung ist ein Kondom halt eine Barriere, da kommt kein Schwimmer durch.

Und wenn du deinem FA nicht mehr vertraust, dann such dir wirklich lieber einen anderen und hol dir da eine zweite Meinung ein. Ich denke mit klagen wird schwierig, aber da ist ein Rechtsanwalt wohl auch ein besserer Ansprechpartner als ein Forum.
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