Sprecht ihr offen mit Freunden und Familie?

Warum nicht ich? Ich halte es nicht mehr aus!
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minou85
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Re: Sprecht ihr offen mit Freunden und Familie?

Beitrag von minou85 » Montag 7. Januar 2019, 11:36

Hallo Jenny, hallo Katzendame,
mich bewegt dieses Thema ebenfalls, allerdings in zweierlei Sinne.

Eigentlich bin ich auch ein großer Freund von Offenheit, aber in dieser Sache bin ich mir im Moment noch unsicher. Anfang 2018 haben mein Lebensgefährte und ich entschieden zum Ende des Jahres den Kinderwunsch nachzugehen. Eine freudige Entscheidung, welche wir erst einmal als süßes Geheimnis für uns beide behalten wollen.

Nun zu meinem Problem: Mein Bruder und meine Schwägerin haben mich bereits vor 3 Jahren wissen lassen, dass sie sich "an´s Werk" machen. Leider wird es ihnen nicht einfach gemacht - PCO, Septum Gebärmutter § etlichen Zysten verhinderten bislang eine Schwangerschaft. Trotz vielen abartig teuren Tabletten, Spritzen (und deren Nebenwirkungen) und Arztterminen.

SIE geht auch relativ offen damit um und leidet (ich glaube sogar seither) häufig unter wenig feinfühligen und dummen Aussagen aus der Familie. Mein Vater schafft es regelmäßig - nett ausgedrückt - in das Fettnäpfchen zu treten. Aussagen wie: "ihr müsste euch nur ranmachen!", "Wann kommt denn nun unser Enkelkind?" und "vllt. sollte ich eine Prämie auf das erste Enkel aussetzen!?" sind die traurigen Hightlights. Mir tut es im Herzen weh und SIE lächelt die mal mehr oder weniger weg. Meine Erkenntnis: Also meinen Eltern sind die letzten die von dem Plan erfahren!!!

Seitdem wir nun offiziell dran sind, denke ich immer wieder an meine Schwägerin. Soll ich es ihr sagen oder lasse ich es lieber sein? Kommt das einer "Vorwarnung" nahe oder würdet ihr die Verbundenheit in dem gemeinsamen Ziel erkennen? Birgt das die Gefahr sie zu verletzen? Wie ist eure Meinung dazu?
Wir(36 & Ich 33) wünschen uns eine gemeinsame Familie. :love:

5. ÜZ - der "Carpe diem -Zyklus" :)

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Klapperstorch84
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Re: Sprecht ihr offen mit Freunden und Familie?

Beitrag von Klapperstorch84 » Montag 7. Januar 2019, 12:25

Hallo Minou,

mal eine etwas andere Richtung das zu sehen, du bist ja noch ganz am Anfang. Ich hoffe für euch dass es schnell klappt :flower:

Ich persönlich bereue es, dass ich damals gesagt habe, dass wir uns an die Familienplanung machen sobald wir geheiratet haben. Aber wer ahnt auch dass es nicht klappen will und man dann mit dieser völlig neuen, unerwarteten Situation dar steht?!
Gott sei Dank blieben die Nachfragen und Kommentare weitestgehend aus bzw. sind immer weniger geworden. Etwas so verletzendes wie dein Vater es sagt ist schon krass. Dem würde ich es auch nicht erzählen, ich denke man macht sich dann mehr Druck. Für deine Schwägerin stelle ich es mir unfassbar schlimm vor, da sie ja gerne will... Man kann es ja nunmal nicht beeinflussen...

Als betroffene, bei der es nicht klappen will, würde ich es nicht wissen wollen dass ihr jetzt auch startet. Mich würde das unter Druck setzen und ich würde die ganze Zeit damit rechnen dass du bei nächster Gelegenheit eine SS verkündest. Ich komme aber auch eher schlecht mit dieser Situation klar und kriege mal mehr, mal weniger Heulanfälle wenn mal wieder jmd an mir vorbeigezogen ist. Deine Schwägerin scheint das ganze ja etwas lockerer zu sehen und kann gut damit umgehen. Eine Verbundenheit würde ich da eher weniger sehen, da sie ja bereits mit etlichen Schwierigkeiten zu kämpfen hat und ihr ja im schönen Vorfreude-Modus seid :)

Meine beste Freundin und ich sind damals zusammen angefangen zu hibbeln und ich wünschte auch das hätte ich nicht getan, weil es sich bis heute so anfühlt, als hätte ich diesen "Wettkampf" verloren. Und gerade als sie dann schwanger war, war der Druck erstmal noch höher, doch noch mithalten zu können. Wenn sie voraussichtlich irgendwann dies Jahr anfängt fürs 2. zu üben (zumindest denke ich dass sie das tun wird) möchte ich es nicht wissen.

Ich glaube ich würde es erstmal weiter probieren ohne was zu sagen und vielleicht habt ihr ja in ein paar Monaten schon eine freudige Nachricht zu verkünden. Ansonsten kannst du ja immernoch erzählen dass ihr jetzt auch angefangen seid.

Ich wünsch euch alles Gute :)
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Katzendame
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Re: Sprecht ihr offen mit Freunden und Familie?

Beitrag von Katzendame » Montag 7. Januar 2019, 13:06

Hallo Minou,

Im Großen und Ganzen kann ich mich Klapperstorch anschließen. Und ich glaube fast nicht, dass deine Schwägerin locker damit umgeht. Sie hat wohl keine andere Wahl, als es wegzulächeln. Arme Frau! Echt!
Vielleicht könntest du mal mit deinem Vater reden und ihm auf diplomatische Weise sagen, dass seine Kommentare das Allerletzte sind?

Zu euch: jetzt übt erst mal und falls es dann schnell klappt, solltest du es deiner Schwägerin und deinem Bruder möglichst einfühlsam mitteilen. Es kann sehr gut sein, dass deine Schwägerin am Boden zerstört sein wird. Im schlimmsten Fall kann es auch sein, dass sie den Kontakt zu euch etwas einschränkt,was absolut verständlich und nachvollziehbar wäre. Ab einem bestimmten Punkt hat man als Langzeithibbler einfach keine kraft und Kapazitäten mehr, sich Schwangere oder Neugeborene anzutun. Also mir geht es so. Wie Klapperstorch es sagt: die anderen ziehen an einem vorbei und das ist für mich einfach erniedrigend - vollkommen egal, ob die anderen was dazu können. Ich kann da momentan überhaupt nicht drüberstehen und hab auch keine Lust mehr dazu.
Genauso wie ich ausrasten könnte, wenn Frauen in Panik geraten, weil es im 3. ÜZ immer noch nicht geklappt hat. Da war ich zB noch ganz tiefenentspannt.

Also ich drücke deiner Schwägerin die Daumen!! Und dir auch...dass es bei euch nicht so schwierig wird mit dem Schwangerwerden.

Klapperstorch : wolltest du nicht heute auch deine Familie informieren? Ich drücke dir die Daumen! :flower:
Viele Grüsse Katzendame
Positiv getestet im 20. oder 21. Zyklus
https://app.mynfp.de/zyklus/freigabe/JY ... wJmsmWVDVZ

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minou85
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Re: Sprecht ihr offen mit Freunden und Familie?

Beitrag von minou85 » Montag 7. Januar 2019, 15:08

Hallo Klapperstorch84,
vielen lieben Dank für deine Meinung wie auch für deine lieben Worte.
Ich kann nun gut nachvollziehen, welche Gedanken in einer solchen Situation aufkommen können. So hatte ich es noch gar nicht gesehen: ich vergleiche mich seitdem ich NFP nutze ja auch unentwegt mit anderen und deren Zyklusverläufen, wie soll es beim Schwangerschaftswunsch anders sein? Es ist verständlich, dass eine Art "Siegeswunsch" bzw. auch "Wettkampfgedanke" hierbei hochkommt.

Meine Schwägerin ist - wie ich finde - die vergangenen Jahre echt tapfer mit der Situation umgegangen. Aber seit diesem Winter merke ich ihr auch eine Veränderung (wie z.B. v. Freunden distanziert) an. Ich hoffe so sehr, dass sie es schafft es nach all der Zeit und den Behandlungen wieder mehr Kraft zu finden.

Ich hoffe auch für dich, dass euer Wunsch sich ganz bald erfüllen wird und der lange und kraftzehrende Weg ein Ende hat. Für das (heutige?) Gespräch mit deiner Familie wünsche ich dir auch von Herzen ganz viel Kraft! :flower:


Hallo Katzendame,
auch an dich ein dickes Danke! Ich vermute (leider), dass du mit deiner Aussage bezüglich dem "weglächeln" Recht hast. Und glaube mir, ich habe meinem Vater dahingehend schon einige Male den Kopf gewaschen im Nachgang. Aber was soll ich sagen? Die Äußerungen sind nur schwer wieder gut zu machen. Zudem ist es schwer bei einem alten Mann das Verständnis zu schaffen. Er selbst hat mit meiner Mutter 4 Kinder bekommen und deren Umfeld hatte jeder das Glück mindestens 1 Kind zu bekommen und selbst wenn es länger dauerte, dann wurde da - so glaube ich - nie offen darüber gesprochen. Also ich will die grauenhaften Aussagen nicht mildern, aber ich kann mir das verhalten nur so erklären, denn er ist kein böser oder einfühlloser Mensch.

Auch verstehe ich deine Schilderung vom Abstand schaffen, wenn´s zu viel wird. Um ehrlich zu sein: Ich wüsste, dass ich es ihr nicht übel nehmen dürfte, aber ich habe dennoch Angst sie zu "verlieren". Ähnlich wie du es dir vormals mit deiner besten Freundin ausgemalt hast, wünschte ich mir ein gemeinsame Schwangerschaft mit ihr.

Liebe Katzendame, ich drücke dir ebenfalls ganz fest die Daumen und hoffe das Warten hat bald ein Ende. :flower:
Wir(36 & Ich 33) wünschen uns eine gemeinsame Familie. :love:

5. ÜZ - der "Carpe diem -Zyklus" :)

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Klapperstorch84
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Re: Sprecht ihr offen mit Freunden und Familie?

Beitrag von Klapperstorch84 » Montag 7. Januar 2019, 15:41

Ich finde es ist insgesamt schwierig mit diesem Thema umzugehen, vor allem zwischen Betroffenen und Nicht-Betroffenen. Ich hätte mir früher auch nie vorstellen können wie das ist. Ich hab eine Freundin die 12 Jahre Kinderwunsch hatte (und mittlerweile ganz natürlich ein Baby bekommen hat), die ist sehr offen damit umgegangen, auch mit Freundin und Familie. Ich muss sagen, für mich als Außenstehende war das irgendwie nie ein Thema was zwischen uns stand oder mich irgendwie beeinflusst hat mit ihr. So wünsche ich mir das auf Dauer (sollte es noch lange dauern) auch... Mal schauen ob ich morgen den ersten Schritt dahin mache, denn morgen wollen wir das den Geschwistern von meinem Mann mitteilen. Heute hat Schwiegervater Geb., das warten wir erst ab.
Danke euch für eure netten Worte, ich werde berichten wie die Reaktionen waren, wobei wahrscheinlich erst langfristig zu sehen ist wie die damit (mit mir...) umgehen...
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