Erfahrungsberichte Postpill, Nebenwirkungen, Panikattacken..

Lust und Last nach Abwurf des Ballasts
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Mione
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Re: Erfahrungsberichte Postpill, Nebenwirkungen, Panikattack

Beitrag von Mione » Freitag 3. März 2017, 12:16

Unglaublich, wie viele es doch gibt, die mit ähnlichen Problemen zu kämpfen haben/hatten!
Sicherlich gibt es teilweise andere Auslöser, aber ich denke die Pille kann einen da schon ganz gut beeinflussen bzw. die Problematik verstärken.
Pixelfee hat geschrieben:[...] es wurde später richtig schlimmm, hat sich eben auch über 5 Jahre ganz langsam eingeschlichen und eingenistet.[...] und mit viel Mühe hab ich mich durchgekämpft und habe mittlerweile keine Panikattacken mehr :)
Pixelfee, wie krass, dass die Panikattacken über so lange Zeit in deinem Leben waren! Darf man fragen, wie du es schlussendlich geschafft hast symptomfrei zu werden? Hast du eine Therapie gemacht?

Noch ein Update zu mir:
Ich war bei der Psychologin und habe ihr alles erzählt und sie hat mir auch gesagt, dass es die richtige Entscheidung war die Pille abzusetzen. Das würde sie vielen Patientinnen raten. Auch die Schilddrüsenhormone habe ich abgesetzt (und zwei Monate später bei der halbjährlichen Schilddrüsenkontrolle ging es der Schilddrüse bestens und der Arzt meinte, dass es gut war die abzusetzen, da ich die augenscheinlich nicht brauche). Die Psychologin ist mit mir meine Autofahr-Erlebnisse durchgegangen (ein kleiner Unfall vor 2 Jahren und der Kreislaufzwischenfall letzten Spätsommer). Der Unfall war gut verarbeitet, der Zwischenfall... naja... Sie hat dann allerdings auch meine Beziehung, meine Familie, meine Freunde genau durchleuchtet und meinte mein Umfeld habe sich ja nicht verändert in der Zeit, als die Panikattacken anfingen, von daher könnte sie sich nicht so richtig erklären, dass mich das so aus dem Gleichgewicht bringt. Sie hat mir dann noch erklärt, was Panikattacken sind und sie hat mir auch erklärt, dass Panikattacken nicht einfach aufhören, nur weil man sich aus der Situation, die sie auslösen, zurückzieht. Die Panikattacke dauert 5-20 Minuten, ganz egal was man macht und wo man ist. Die Erkenntnis hat mir sehr weitergeholfen! Außerdem hab ich verstanden, dass ich mittlerweile auch echt oft Angst vor einer Panikattacke hatte und diese Angst schon die ersten Symptome auslöste. Sie hat mir noch eine Übung gezeigt, die ich machen kann, wenn ich Angst/Panik bekomme, um mich davon abzulenken. Und das klappt sehr gut! Die Psychologin meinte, dass ich wohl keinen weiteren Termin bei ihr bräuchte, bot mir allerdings an, dass ich gerne nochmal kommen könne, falls das mit den Panikattacken weitergeht. Aber ich war danach nicht noch einmal bei ihr, weil ich das Gefühl hatte allein zurechtzukommen.
Nach dem Termin bei der Psychologin habe ich mich gezwungen wieder mit dem Autofahren anzufangen. Zunächst nur kleine Strecken, bis ins Nachbardorf. Zur Uni bin ich zunächst dann mit Zug und Bus, anders ging es nicht. Aber ich habe nach ein paar Wochen angefangen dann wenigstens mit dem Auto bis zum Bahnhof zu fahren und so das Autofahren wieder ins tägliche Leben einzubauen. Tatsächlich klappt das mittlerweile echt gut. Ich fahre immer noch nicht oft längere Strecken und noch keine Autobahn, leider. Aber ich bin zuversichtlich, dass das irgendwann wieder wird. Ich zwinge mich auch die kurzen Strecken zu fahren, selbst wenn es mir nicht gut geht. Und wenn ich frei habe, dann fahre ich ab und an lange über die Dörfer, damit ich doch mal länger fahre (Anfang des Jahres waren es mal 40km am Stück), also ich arbeite daran... :)
Die letzte Panikattacke hatte ich tatsächlich im Oktober. Seitdem wird es stetig besser. Ab und an fühle ich mich nochmal unwohl, gerade wenn irgendwo viele Leute sind oder so. Aber ich weiß mittlerweile, dass mir meine Psyche dann einen Streich spielt, wenn mir schwindelig wird. Ich merke immer mehr, dass ich wieder "Ich selbst" werde und ich glaube mein Freund merkt es auch, dass ich wieder die werde, in die er sich mal verliebt hat. Ich glaube ohne meinen Freund, hätte ich das ganze nicht so gut durchgestanden, er war wunderbar in der Zeit und stand immer an meiner Seite. :love:
Im Januar hatten wir ein wunderbares Erlebnis. Ich hatte einer Freundin zugesagt bei einer Schwarzlichtgruppe mitzumachen auf einer Karnevalssitzung. Ich hatte Angst vor der Sitzung, 600 Menschen in einer großen Halle und ich mittendrin. Aber ich war total entspannt und habe den Abend total genossen! Direkt vor dem Auftritt hatte ich etwas Panik und dachte ich kipp gleich um, aber gleichzeitig habe ich mich so gefreut, nach drei Jahren endlich wieder auf der Bühne zu stehen. Und es war super!! Wir waren bis vier Uhr nachts noch feiern in der "Sektbar" (ein minikleiner Raum, wo ungefähr nach dem Sitzungsprogramm alle jungen Leute reinwollen zum feiern) und ich war so gut gelaunt wie lange nicht mehr und hatte kein bisschen Panik. Ein halbes Jahr zuvor, hätte ich mir das nicht annähernd vorstellen können!
Also was ich sagen will: Mir geht es wieder gut! Ich kämpfe noch etwas mit den Nachwirkungen (Autofahren...), aber es wird immer besser! :thumbup:
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mrehn
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Re: Erfahrungsberichte Postpill, Nebenwirkungen, Panikattack

Beitrag von mrehn » Mittwoch 22. März 2017, 16:30

Ich bin ja nun schon seeeehr lange pillenfrei 8-), aber ich kenne die ganzen beschriebenen Symptome. Auch ich habe mit 16 angefangen, die Pille zu nehmen. Hatte davor nie Probleme mit Angstzuständen oder Depression. Bereits nach kürzester Zeit habe ich Panikattacken und Angstzustände entwickelt, die sich zu eine handfeste Depression ausgewachsen haben.
Zudem hatte plötzlich ständig wiederkehrende Blasenentzündungen und Candida Infektionen, sowie massive Stimmungsschwankungen. Von der permanenten Unlust und den Schmerzen beim Verkehr gar nicht zu sprechen.
Ich erinnere mich, daß ich das alles anfangs niemals mit der Pille in Zusammenhang gebracht habe. Auch die Ärzte, bei denen ich war, haben nie davon gesprochen.
Mit 18/19 habe ich zum ersten Mal an der ach so tollen hormonellen Verhütung gezweifelt, weil erhebliche Gewichtszunahme und massive Migräneattacken während der Pillenpause dazu kamen. Aber jeder Frauenarzt, dem ich davon berichtet habe, hat abgewunken. Also habe ich erst mal weitergemacht mit der Pille, weil mir niemand eine Alternative außer dem Kondom angeboten hat.
Mit 25 habe ich dann meinem aktuellen Frauenarzt klipp und klar gesagt, daß ich auf keinen Fall weiterhin die Pille nehmen will und gerne eine Kupferspirale hätte und daß, wenn er das nicht macht, ich so lange suche, bis ich einen Arzt gefunden habe, der damit einverstanden ist. Er war zum Glück sehr erfahren und hat mir eine Kupferspirale eingesetzt.
Das war die absolute Initialzündung: die Lust kam mit Macht zurück und alle anderen Beschwerden gingen nach und nach auch zurück. Daraufhin habe ich mich natürlich schlau gemacht und auch mit meinem FA darüber gesprochen, er hat mich in meiner Entscheidung absolut bestärkt.
Nachdem ich mir nach 10 Jahren lesbischer Beziehungen wieder Gedanken um Verhütung machen mußte, kam eine Spirale aufgrund meines Alters nicht mehr in Frage. Daraufhin hat mein Arzt mir zwar wieder die Pille angeboten, nachdem ich aber vehement abgelehnt habe, hat er mir geraten, mich über NFP schlau zu machen.
Ich würde heute niemals einem Mädchen raten, die Pille zu nehmen. Bei mir waren die Nebenwirkungen einfach zu viel. Ich habe eine gute Schulfreundin, die damals die Pille sogar nach zwei Wochen wieder absetzen mußte, weil sie völlig durchgedreht ist.
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Runa97
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Re: Erfahrungsberichte Postpill, Nebenwirkungen, Panikattack

Beitrag von Runa97 » Mittwoch 22. März 2017, 18:43

Zufällig bin ich hier drüber gestolpert. Ich bin gerade so erleichtert, dass ich nicht alleine bin mit meinen Panikattacken, welche zum Glück nach absetzen der Pille im November langsam weniger werden. Nur ans Auto fahren habe ich mich noch nicht wieder heran getraut. Wie hast du das gemacht? Einfach reingesetzt und wieder los?

Lg :)
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Mione
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Re: Erfahrungsberichte Postpill, Nebenwirkungen, Panikattack

Beitrag von Mione » Freitag 24. März 2017, 10:05

Runa, du hast auch Panikattacken beim Autofahren? Gab es da einen Auslöser oder kam das "einfach so" durch die Pille, dass du plötzlich beim Autofahren Panik hattest?

Also ich hatte es ja schon sehr grob beschrieben in meinem Update-Post, aber ich kann verstehen, dass du da gerne mehr drüber wissen willst.
Wie beschrieben war ich bei der Psychologin, die mir sehr weitergeholfen hat und vor allen Dingen eine ganz andere Sichtweise auf die Panikattacken gegeben hat.
Mione hat geschrieben:Sie hat mir dann noch erklärt, was Panikattacken sind und sie hat mir auch erklärt, dass Panikattacken nicht einfach aufhören, nur weil man sich aus der Situation, die sie auslösen, zurückzieht. Die Panikattacke dauert 5-20 Minuten, ganz egal was man macht und wo man ist. Die Erkenntnis hat mir sehr weitergeholfen! Außerdem hab ich verstanden, dass ich mittlerweile auch echt oft Angst vor einer Panikattacke hatte und diese Angst schon die ersten Symptome auslöste.


Sie hat mir auch gesagt, dass man Panikattacken aushalten muss, das wäre dann wie Kopfschmerzen oder Zahnschmerzen. Ein körperliches Leiden, das man über einen Zeitraum aushalten muss und dann ist es gut. Diese neue Sichtweise hat mir so gut weitergeholfen! Mach dir das auch bewusst, vielleicht hilft dir dieser Erkenntnis auch schon weiter, so wie mir!

Natürlich hatte ich dennoch Angst vor dem Autofahren, dafür hat sie mir eine Übung gezeigt, die ich auch während dem Autofahren machen kann und die von den ( teilweise zumindest bei mir eingebildeten) Symptomen einer auftretenden Panikattacke ablenken soll.
Kennst du die 5-4-3-2-1-Übung? (Falls ja, dann überlese den nächsten Abschnitt... :lol:) Mir hilft die Übung sehr!
Du beginnst damit fünf Dinge zu nennen, die du siehst ("Ich sehe... ein 70er-Schild... ich sehe, dass mein Tacho ca. 67 km/h anzeigt..."), danach 5 Dinge, die du hörst ("Ich höre das Radio... ich höre das regelmäßige Brummen meines Motors...") und danach 5 Dinge, die du fühlst. Gerade beim Fühlen immer darauf achten, dass du Dinge nennst, die dir Sicherheit geben und nichts, was irgendwie mit Symptomen einer Panikattacke zu tun hat! Sonst steigerst du dich mehr rein und die Übung bringt nichts! Also: "Ich fühle das Leder meines Lenkrads an meinen Händen. Ich fühle den Sitz in meinem Rücken." Versuch dabei mit ruhiger Stimme zu sprechen und bewusst ruhig zu atmen und immer neue Dinge zu finden (gerade beim Fühlen ist das im Auto natürlich schwer, da wiederholt es sich schnell, aber sehen und hören geht gut). Nach den 5 Dingen, die du fühlst, beginnst du wieder mit 4 Dingen, die du siehst, die du hörst, die du fühlst, dann 3 Dinge, die du siehtst und immer so weiter, bis du bei 1 Sache, die du fühlst, angekommen bist. Dann solltest du schon viel ruhiger sein. Falls du immer noch nicht sooo ruhig bist, beginne einfach wieder von vorne. (Die ersten zweimal kam ich mir auch sehr dumm dabei vor und hatte nicht so den Eindruck, das es helfen könnte, aber doch, es hilft! :)) Das mag auch so klingen, als wäre das während dem Fahren gar nicht so leicht umsetzbar, aber ich habe festgestellt, dass das wirklich gut klappt. Am Anfang musste ich immer die ganze Übung durchziehen, mittlerweile klappt das Fahren auch ohne wieder ganz gut und falls ich doch mal unruhig werde, starte ich mit der Übung und bereits nach den ersten 2 gesehenen Sachen, bin ich schon viel, viel ruhiger.

Ich hab das Ganze dann noch eine Woche sacken lassen und dann hab ich wieder angefangen Autozufahren. Wohlgemerkt bin ich davor einige Wochen auch gar nicht gefahren. Mir fiel es wirklich sehr schwer und zunächst bin ich wirklich nur bis ins Nachbardorf gefahren, das waren vermutlich noch keine 3km. Dennoch eine Überwindung ohne Ende, aber ich habe dann brav die Übung gemacht und war stolz, als ich es geschafft hatte.
Blöderweise fing dann die Uni auch schon wieder an. Ich wohne in einem Dorf ca. 20 km weg von der Uni, dennoch ist es schwierig mit öffentlichen Verkehrmitteln dahin zu kommen. Ich muss von meinem Dorf ins Nachbardorf mit dem Bus, von da mit dem Bus in die nächst größere Stadt an den Bahnhof. Von da mit dem Zug weiter in die Unistadt und von da mit dem Bus von der Stadtmitte bis auf den Campus. Da ist man gut und gerne 1,5-2h unterwegs von der Haustür bis zu Uni. Das größere Problem ist aber zurück, denn ab 4 Uhr nachmittags fahren keine Busse mehr von der nächst größeren Stadt in mein Dorf. Dennoch zog ich es 2 Wochen so durch. Zum Glück waren meine Mama und mein Freund so lieb und haben mich dann abends am Bahnhof abgeholt oder wenn ich gar bis um 8 Uni hatte, dann sogar an der Uni. :love:
Nach 2 Wochen fuhr ich mit dem Auto bis ins Nachbardorf und von da mit dem Bus weiter. Denn abends konnte ich dann immerhin bis zum Nachbardorf mit den ÖNV und von da mit dem Auto heim. Das war schon mal eine enorme Erleichterung.

An den freien Tagen habe ich mich dann bemüht auch Autozufahren. Ich bin dann mal in die nächst größere Stadt und wieder ca. 2 Wochen später beschloss ich immer bis zum Bahnhof zu fahren, wenn ich Uni hatte. An manchen Tagen habe ich sogar noch eine Freundin ausm Nachbardorf mitgenommen und so lernte ich wieder mit Beifahrer zu fahren (vorher die Wochen absolut undenkbar!). Die Strecke bis zum Bahnhof (ca. 7-8 km?) war wieder eine ganz schöne Herausforderung, besonders an Tagen, an denen ich mich sowieso nicht gut fühlte. Aber ich biss die Zähne zusammen und mittlerweile (ca. 3 Monate später), ist das für mich gar kein Problem mehr, selbst wenn es mir mal nicht so gut geht, die Strecke schaffe ich ohne Probleme, ohne die Übung zu machen. Mittlerweile sind Semesterferien und ich fahre immernoch nicht die ganze Strecke zur Uni mit dem Auto. Aber wer hat schon gesagt, dass es leicht werden würde wieder vollends in der Normalität zu landen?
Dafür bin ich um Weihnachten mal wieder 40km am Stück gefahren. Ich fahre mittlerweile selbst wenn ich müde(r) bin (im Herbst undenkbar, da das Angstpotenzial dann noch größer ist), ich fahre wieder im Dunklen, ich bin im dicksten Schnee bis zum Bahnhof gefahren und letzte Woche bin ich das erste Mal immerhin eine Ausfahrt weit auf der Schnellstraße gefahren.
Ja, es mögen kleine Schritte sein, aber es wird immer besser. Die letzten zwei Wochen merke ich auch, dass mir Autofahren zeitweise wieder richtig Spaß macht und ich auch Lust habe mal wieder längere Strecken zu fahren.

So. Ich hoffe das hilft dir weiter. :)
Erzähl doch mal, wie es bei dir so ist und weitergeht. :)


mrehn, unglaublich, dass du die Pille dennoch so lange weitergenommen hast! Und das obwohl du so viele Nebenwirkungen hattest! Ich finde es klasse, dass du dann irgendwann aufgehört hast auf den FA zu hören und ihm "die Pistole auf die Brust gesetzt hast"! Krass, was mit deiner Schulfreundin war! :shock: Ich würde auch keinem mehr die Pille empfehlen, bei meinen näheren Freundinnen bin ich auch überall Werbung für NFP am machen und am erzählen, was die Pille anrichten kann. Ich kann allerdings auch verstehen, dass NFP nicht für jeden etwas ist.
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Moona
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Re: Erfahrungsberichte Postpill, Nebenwirkungen, Panikattack

Beitrag von Moona » Montag 27. März 2017, 13:39

Hallo ihr Lieben,

ich bin ganz neu hier und gerade heute Abend an dem ich keine weitere Pille mehr nehmen werde. *aufregung*

Habe gerade Tränen in den Augen- ich bin nicht alleine! :flower:
Seit ein paar Jahren (ich weiß gar nicht so genau wann, ich glaube es verlief schleichend) habe ich auch immer wieder Nervosität und Panikattacken aus heiterem Himmel- dass die Pille Auslöser oder begünstigend sein könnte kam mir bis vor kurzem gar nicht in den Sinn..

Bisher kann ich also noch nicht so viel berichten, bin aber gespannt und hoffe neben dem restlichen Haufen Nebenwirkungen auch diesbezüglich Besserungen zu beobachten.

Die 5-4-3-2-1 Übung ist ja super, vielen lieben Dank dafür!

SwissJul
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Re: Erfahrungsberichte Postpill, Nebenwirkungen, Panikattack

Beitrag von SwissJul » Donnerstag 6. April 2017, 15:03

Das ist echt wahnsinnig!

Wenn ich das so lese, sehe ich mich in einigen Dingen, hatte aber nie darüber nachgedacht, dass es mit der Pille zu tun hat. Seit ich 16 bin, nehme ich die Pille, vor fast 5 Jahren habe ich ein Jahr pausiert und jetzt möchte ich aufhören, weil ich körperlich involviert bin.

Zum Beispiel mache ich mir immer extrem Gedanken darüber, ob irgendwas schlimmes passieren wird und male mir dann im Kopf Bilder aus, wie so ein Unglück ablaufen könnte. Solche Gedanken habe ich von meinem Partner, aber auch von meinem Hund. Natürlich habe ich Angst, dass etwas passiert. Ich lag auch,wenn ich meine Mama besuchte, neben ihr und hatte schreckliche Angst, dass sie aufhört zu atmen, obwohl sie kerngesund ist.

Auch habe ich manchmal Vorstellungen, wie ein geliebtes Gerät, wie z.B. mein Laptop, Spinnrad usw. kaputt geht, aber nicht normal, sondern wie ich zB das Handy an die Wand werfe und in dem Moment hab ich Sorge drum.

Ich hab auch schreckliche Angst vor dem Tod oder Krankheiten, im Grunde mach ich mir den ganzen Tag nur Sorgen. Manchmal kann ich nachts nicht schlafen deswegen, auch wache ich aus schrecklichen Albträumen auf. Diese habe ich mehr als schöne Träume.

Ich hoffe, dass es aufhört, wenn mein Körper wieder sauber ist. Heute möchte ich mit meinem neuen Leben beginnen und dieses Teufelszeug loswerden.

Nini7
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Re: Erfahrungsberichte Postpill, Nebenwirkungen, Panikattacken..

Beitrag von Nini7 » Montag 25. Juni 2018, 15:03

Hallo zusammen!

Möchtet ihr vielleicht berichten, wie es euch heute allgemein mit euren Angstzuständen und Panikattacken geht?

Liebe Grüße 😊

atzenjule
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Registriert: Montag 3. Juni 2019, 16:30

Re: Erfahrungsberichte Postpill, Nebenwirkungen, Panikattacken..

Beitrag von atzenjule » Freitag 14. Juni 2019, 17:40

Hallo zusammen,

der Thread ist ja nun zwar schon etwas älter, aber vielleicht gibt es noch Gleichgesinnte mit denen ich mich ein wenig austauschen kann.

Ich habe 16 Jahre lang die Pille genommen, insgesamt 3 verschiedene. Vor 4 Jahren bin ich in eine andere Stadt gezogen, habe einen neuen Job angenommen und natürlich auch den Frauenarzt gewechselt, der mir eine andere Pille gab - Maexeni, vorher hatte ich soweit ich mich noch erinnern kann immer Yasmin gehabt.

Ich kann jetzt nicht sagen ob das in einem engeren Zusammenhang steht oder nicht:
Vor 3 Jahren hat es angefangen dass ich mich sehr überfordert mit meiner Arbeit gefühlt habe, über die ich mich bis dato sehr definiert habe, viel Leistung = man ist ein toller Mensch und ist mehr wert. Jeden Tag wurde die Angst in dir Arbeit zu gehen schlimmer, so dass ich letzten Endes für einige Wochen zuhause war und seitdem Medikamente nehme. Eines bei dem ich keine Nebenwirkungen habe und eines bei dem die ersten Wochen, die ich es eingenommen habe der komplette Horror waren.

Ich war lange gegen das Absetzen der Pille weil ich immer dachte keine Nebenwirkungen zu haben, ausser vielleicht etwas Wassereinlagerungen.
Nun bin ich im ersten Zyklus PP und kann noch nicht viel sagen, außer dass ich mich vielleicht etwas mehr als "Frau" und irgendwie "erwachsener" fühle und vielleicht ist es auch nur Einbildung aber auch mehr Lust und Interesse an gesundem Essen bzw. gesünderer Lebensweise habe. (Dazu kommt auch dass ich mich seit einigen Monaten mit einem latenten Kinderwunsch beschäftige und ich/wir diesen in den nächsten Monaten umsetzen möchten.)

Ich bin hellhörig geworden als das Stichwort Depression durch Pille fiel und habe sie dann abgesetzt.

Langfristig hoffe ich dass ich auch meine anderen Medikamente absetzen kann und dass meine Depression vll doch durch die Pille langfristig über die Jahre gekommen ist bzw. verstärkt wurde.

Ich freue mich, wenn sich jemand angesprochen fühlt und sich mit mir austauschen möchte.

MonaLummer
Beiträge: 13
Registriert: Dienstag 7. Mai 2019, 21:25

Re: Erfahrungsberichte Postpill, Nebenwirkungen, Panikattacken..

Beitrag von MonaLummer » Samstag 15. Juni 2019, 11:40

Hallo atzenjule,

wow - das klingt super ähnlich wie bei mir.
Ich habe schon 13 Jahre hormonell verhütet (OMG) - die letzten 3 Jahre mit Implanon. Hatte in dieser Zeit immer wieder auch starke depressive Phasen.Zuletzt war ich im Februar 3 Wochen wegen akuten Erschöpfungszuständen (monatelange 70h Woche) krankgeschrieben.
Bin jetzt im 1. Post Pill Zxklus (heute Auswertung) - kann also über Langzeit auch noch nichts sagen aber mir geht es echt super.
Meine Libido ist explodiert - was natürlich während den Depri Phasen nicht vorhanden war - und allein das macht schon gute Laune.

Kinderwunsch ist bei uns auch demnächst angesagt. Wir heiraten in 3,5 Monaten und dann solls losgehen. Meinst du dass du dich auch dadurch weiblicher fühlst? So kommt es mir zumindest vor? Ich hab ja folgende Theorie: Die Pille hat mri jahrelang vorgekaulet schwanger zu sein und wenn man schwanger ist braucht man keinen Sex haben. Jetzt gibts diese Täuschung nicht mehr - und das kombiniert mit einem Kinderwunsch (und ohne Sex kein Baby) fördert natürlich die Lust. Und wenn ich mehr Sex habe und mich begehrt und befriedigt fühle fühle ich mich auch gleich wieder femininer und will das zeigen. Ein positiver Teufelskreis sozusagen. :love:

Ich wünsch dir alles gute - habe selbst einige Monate Antidepresiva bekommen und komme jetzt sehr gut ohne aus :)
Juhuu! 1. Auswertung :clap:
https://app.mynfp.de/zyklus/freigabe/do ... CffQLSn9uo

Verliebt: 2014 :love:
Verlobt: 2017 :flower:
Verheiratet: 2019

Hormonfrei ab 10.05.2019

atzenjule
Beiträge: 153
Registriert: Montag 3. Juni 2019, 16:30

Re: Erfahrungsberichte Postpill, Nebenwirkungen, Panikattacken..

Beitrag von atzenjule » Samstag 15. Juni 2019, 15:28

Oh herzlichen Glückwunsch zur baldigen Hochzeit :)

Ich muss sagen an meiner Libido hat sich nicht viel verändert, ich glaube es ist eher die Tatsache dass es nun bei mir möglich ist ein Kind zu bekommen, was mich irgendwie fraulicher fühlen lässt. Das klingt jetzt irgendwie etwas komisch :D aber vll verstehst du mich.

Ich habe grosse Angst meine Medikamente abzusetzen. Und ich denke erst einmal werde ich das auch nicht. Mit meinem FA habe ich darüber gesprochen dass die Medikamente die ich nehme keinen einfluss auf ein Kind haben, auch da meine dosis sehr gering ist. Trotz allem will ich langfristig weg davon. Man fühlt sich einfach irgendwie seltsam wenn man es so betrachtet dass man etwas einnehmen muss damit man sich "normal" fühlt und keine Ängste oder andere schlimmen Gedanken hat. Ich werde das alles Schritt für Schritt machen, denn ich bin froh dass es mir nach der langen schlimmen Zeit so gut geht und ich mein Leben in vollen Zügen genießen kann.

Die neue freude vll bald für ein kleines menschlein da zu sein geht mir aber nun auch nicht mehr aus dem Kopf, obwohl ich nie Kinder wollte... Haha
Aber das Leben ist eben nicht so wie man denkt :D

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