Hallo Kellale,
Bei uns war es ähnlich wie bei Chrieschen. Eine Mischung aus Studium fertig, stabile Beziehung, Jobsicherheit, genereller Wunsch irgendwann eine Familie zu gründen. Wir wussten eigentlich schon lange, dass wir überhaupt Kinder wollen. Ich war zeitweise in meinen frühen Zwanzigern unsicher, aber machte mit 25 ein Praktikum in einer Kita, das mich doch überzeugte, irgendwann Kinder zu wollen.
Wir sind schon zusammen seit wir 15 und 17 waren. Nach 10 Jahren Beziehung wurde geheiratet aber da war noch kein Kinderwunsch. Ich habe es damals noch total weggedrückt, weil da die Familie anfing mit dem "Uuuuund? Wann kriegt ihr endlich Kinder?". Außerdem war ich damals noch im Studium. Das war dann beendet und ich startete in den Job (Lehrer, Referendariat). Damals (Winter 2021) startete Corona in die nächste Welle und die Schulen wurden wieder halb abgeriegelt. Die Arbeitsbedingungen waren die Hölle für mich und ich sagte scherzhaft "Ich kann ja einfach schwanger werden und im Beschäftigungsverbot und Elternzeit diese Pandemie aussitzen." - Da wurde uns beiden klar, dass das nicht nur ein Scherz war, sondern dass wir uns beide langsam Kinder wünschten. Wir redeten Abends dann drüber und drucksten beide noch etwas herum, ob wir jetzt wirklich probieren wollen oder nicht. Da wurde noch verhütet. Danach sagte mein Mann, er war drauf und dran das Kondom wegzulassen, war aber unsicher, ob ich das will. Ich sagte, dass ich gehofft hatte, dass es reißt. Danach ließen wir es weg und starteten in den Kinderwunsch (der leider deutlich länger dauerte als erwartet bei Kind 1). Damals war ich 27, Mama wurde ich mit 29.
Für Kind zwei war es ähnlich. Ich hatte im Kopf, dass ich erstmal wieder ein Jahr arbeiten wollte nach der Elternzeit. Dann hatten wir irgendwann mal Sex und keiner machte Anstalten zu verhüten. Ich wusste, ich bin unfruchtbar, aber mein Mann wusste das nicht genau. Da fragte er, was das jetzt war

Ich meinte, ich wusste ja, dass nichts passieren konnte. Aber irgendwie kam dann die Idee, die Verhütung eben nicht mehr so genau zu nehmen. Wir waren von Kind 1 ja drauf gefasst, dass es Jahre dauern kann, bis es klappt. Außerdem war während der Stillzeit, als wir wieder anfingen zu probieren, mein Zyklus noch chaotisch und ich dachte, es dauert allein deshalb eine ganze Weile, bis es klappt. Ende vom Lied - Kind zwei hat sich 4 Wochen, nachdem wir sagten "Na wir lassen es mal drauf ankommen" eingenistet und kam diesen Sommer zur Welt
Grundlegend haben wir vor Kind 1 auch einfach irgendwie gemerkt, dass es keinen perfekten Zeitpunkt gibt. Irgendwas ist immer, was "dagegen" spricht. Irgendwas könnte besser sein. Aber irgendwie schafft man es auch immer, unter welchen Umständen auch immer. Es gibt immer einen Weg, das wurde uns eben Mitte/Ende Zwanzig klar. Von daher wollten wir nicht mehr warten auf irgendwas, was vielleicht eh nie passiert.