Wissen » Hormonell verhüten?

Hormonelle Verhütungsmittel

Wollen Sie diese wirklich nehmen?

Haben Sie sich je gefragt, wie Frauen sicher verhüten können, ohne die Pille oder ein anderes hormonelles Verhütungsmittel zu verwenden? Haben Sie schon einmal überlegt, wie Frauen vor 100 Jahren verhütet haben, als es noch nicht einmal Latex-Kondome gab?

Sicher, es gab vor allem früher die skurrilsten Verhütungsmittel. Vom Schweinedarmkondom bis hin zum Zitronenscheibendiaphragma, aber davon sprechen wir hier nicht. Die sicherste Verhütung ist die, wenn Sie an den Tagen Sex haben, an denen Sie ohnehin nicht schwanger werden können und an denen Sie aufgrund Ihrer Zyklusphase sowieso unfruchtbar sind. Klingt logisch, oder?

Wie würde sich Ihr Leben verändern, wenn Sie wüssten, wann die Tage sind, an denen Sie nicht schwanger werden können? Wie würden Sie sich fühlen, wenn Sie hormonelle Verhütungsmittel, die täglich auf Ihren Körper einwirken, endlich loswerden könnten, ohne auf Sex zu verzichten oder irgendwelche unsicheren Verhütungsmethoden verwenden zu müssen?

Unerwünschte Nebenwirkungen hormoneller Verhütungsmittel

Die meisten Frauen kommen irgendwann an einen Punkt in ihrem Leben, wo sie sich fragen, ob die tägliche Dosis künstlicher Hormone wirklich gesund sein kann. Manche haben Glück und erleiden trotz Pille & Co. niemals irgendwelche Nebenwirkungen. Bei vielen anderen hingegen äußern sich früher oder später körperliche und/oder psychische Beschwerden, die von leichten Kopfschmerzen über Migräne, Gewichtszunahme, Libidoverlust, gehäufte Blasenentzündungen oder Pilzinfektionen, bis hin zu Depressionen führen können.

Für diese Nebenwirkungen kann es natürlich auch andere Gründe geben, aber erstaunlich ist doch, dass nach dem Absetzen der künstlichen Hormone oftmals schlagartig eine Besserung eintritt und diese Frauen fortan keinerlei Symptome mehr feststellen können.

Ich hatte auch definitiv einen Libidoverlust durch die Benutztung von hormonellen Verhütungsmitteln. Vorallem beim Nuvaring ist es mir sehr aufgefallen. Und ich hatte auch erhöhte Leberwerte!!! Diese haben sich nach Absetzen des Ringes wieder normalisiert: Auch mir hat kein Arzt geglaubt, dass meine veränderten Leberwerte von der Pille oder dem Ring kamen! Ich werde niemals wieder hormonell verhüten!!

Und dann wäre da noch das erhöhte Brustkrebsrisiko und die erhöhte Gefahr einer Thrombose – beides Gefahren, die für viele Menschen kaum greifbar sind und der Kategorie „sowas passiert nur den anderen, nicht mir” zugeordnet werden.

Bei den meisten Frauen, die mit Libidoverlust (also verminderte oder gar keine Lust mehr auf Sex) zu kämpfen haben, verbessert sich die Situation innerhalb weniger Zyklen. Diese Frauen verspüren plötzlich eine unglaubliche Lust, die sie gar nicht kannten oder an die sie sich nur noch dunkel erinnern können und zwar an die Zeit irgendwann in der Pubertät und vor der Pille.

Als ich die Pille schluckte, nahm meine Libido stark ab. Ich kannte damals den Zusammenhang nicht und dachte, dass ich halt so wäre und es da nix dran zu rütteln gebe. Vor drei Jahren wechselte ich zu NFP und dann schlug die Libido ein wie eine Bombe! Ich war so überrascht und überrumpelt und entdeckte mich neu. Es ist schade, dass ich so lange Zeit einen Teil meines Lebens aufgrund des Libidoverlustes verpasst habe. Bin aber glücklich, dass es nun anders ist ;o)

Ob Sie nun Libidoverlust erleiden, mit häufiger Migräne, Wassereinlagerungen, häufigen Blasenentzündungen oder Pilzinfektionen oder noch stärkeren Nebenwirkungen wie einer Depression zu kämpfen haben – Sie sollten in jedem Fall prüfen, ob die Pille (oder die Hormonspirale, Implantat, Verhütungsring usw.) der Auslöser dafür sein kann.

Vielleicht haben Sie schon Ihren Frauenarzt auf das Problem angesprochen und dieser hat Ihnen ein Wechsel des Präparats empfohlen. Bei einigen wenigen Frauen kann auch der Wechsel von einem hormonellen Mittel auf ein anderes oder beim Wechsel der Pillenmarke eine gewisse Verbesserung eintreten, aber das sind die Ausnahmen.

Erfahrungsgemäß ist es so, wenn Ihr Körper künstliche Hormone nicht verträgt, dann ist es völlig egal, welches Präparat Sie verwenden. Die Wirkungsweise ist bei allen Präparaten mehr oder weniger gleich. Die hormonelle Zusammensetzung unterscheidet sich ein wenig. Einige Pillen sind östrogen- und progesteronbasiert, andere basieren nur auf künstlichem Progesteron (Minipille).

In jedem Fall bezweckt jedes hormonelle Verhütungsmittel, dass Vorgänge in Ihrem Zyklus unterdrückt werden oder gar der gesamte Zyklus durch einen künstlichen Zyklus ersetzt wird.

Das Einzige, was Sie wirklich tun können

Es gibt daher nur einen Weg, um wirklich herauszufinden, ob unerwünschte Nebenwirkungen bei Ihnen von hormonellen Verhütungsmitteln ausgelöst werden:

Sie müssen das hormonelle Verhütungsmittel absetzen, um herauszufinden, ob Nebenwirkungen daher kommen.

Wir wollen Ihnen nichts vormachen. Es kann eine schwierige Entscheidung sein, die Pille abzusetzen und manche Frauen sind besser damit beraten, sich einfach auf hormonelle Verhütung zu verlassen. Nicht jede Frau ist daran interessiert, den eigenen Körper und die Vorgänge im Zyklus besser kennenzulernen und auch nicht jede Frau traut sich die Zyklusauswertung zu.

Sie würden dies jedoch vermutlich nicht lesen, wenn Sie sich nicht schon einmal mit dem Gedanken auseinandergesetzt hätten, auf hormonelle Verhütungsmittel zu verzichten.

Wir wollen Sie auf diesem Weg begleiten. Vor Ihnen haben schon Millionen von Frauen irgendwann aufgehört, die Pille zu nehmen. Klar, das ändert nichts daran, dass Sie sich womöglich unwohl bei dem Gedanken fühlen, weil Sie nicht wissen, wie Sie sonst sicher verhüten sollen und ob „danach” noch alles so unkompliziert ist wie vorher.

Alternativen zu hormonellen Verhütungsmitteln

Sie werden auf den folgenden Seiten lernen, dass es sehr wohl Alternativen zur hormonellen Verhütung gibt, die natürlich, sicher und völlig nebenwirkungsfrei sind.

Wir sind davon überzeugt, dass die meisten Frauen, die Zweifel an hormonellen Verhütungsmitteln haben, gut damit beraten sind, die Hormone abzusetzen. Nebenwirkungen verschwinden meist sehr schnell wieder, wohingegen ein bloßer Wechsel des Präparats oftmals keine Verbesserung bringt oder Nebenwirkungen nach kurzer Zeit wiederkehren.

Nach 15- jähriger Pilleneinnahme (teilweise im 1- Jahres- Langzyklus ohne Pillenpause) und langsam aufkommendem Kinderwunsch haben mein Partner und ich beschlossen, auf Verhütungsmittel zu verzichten. Mit Absetzen der Valette und anfänglicher Post- Pill- Symptomatik (Ausschlag im Gesicht, lange Abbruchblutung mit starken Krämpfen, erster Zyklus danach dauerte 42 Tage) kamen bei mir einige Gedanken auf, d. h. ich habe mich das erste Mal seit meiner Pubertät wieder genauer mit meinem Körper auseinandergesetzt (leider erst so spät). Des Weiteren merkte ich erst nach dem Auslassen der Hormone, mit welchen Nebenwirkungen ich die letzten Jahre gekämpft habe ohne die Ursache dafür zu wissen (z.B. Libidoreduzierung, Wassereinlagerungen, allgemeines Unwohlsein/ depressive Verstimmungen) und was ich meinem Körper zugemutet habe.
Ich habe Jahre lang die Pille genommen, ohne zu merken, dass diese Grund oder zumindest ein begünstigender Faktor für sowohl starke Depressionen als auch Gewichtszunahme waren. Erst als ich die Hormone abgesetzt hatte und sehr bald psychische Besserung verspürte und dann vor einigen Monaten, Jahre später, erneut mit der Pille anfing und zum ersten Mal seit dem wieder depressive Schübe bekam, zog ich den Zusammenhang. Somit kam die weitere Einnahme der Pille nicht in Frage.
Ich hatte seit Jahren Kopfschmerzen, zum Schluss so unerträglich, dass ich nicht mehr arbeitsfähig war und auch mein Privatleben sehr darunter litt. Ich wurde als Hypochonder abgestempelt, mein Umfeld war von meiner chronischen Unlust und meinem Desinteresse an allem entnervt. Ich konnte eines Tages meine Pille nicht nehmen, da ich im Krankenhaus war, da hab ich die Gelegenheit genutzt und hab die Pille abgesetzt. Ein paar Tage später merkte ich bereits, dass sich meine Stimmung aufhellte, und ich mich wieder besser konzentrieren konnte, ich nahm ein paar Kilo ab, bekam Lust auf Sport und Bewegung und ich hatte seitdem keinen Tag Kopfschmerzen, ich will nie wieder künstliche Hormone nehmen!!

Eine Bitte: Benutzen Sie Ihren gesunden Menschenverstand und zwar sowohl für die Informationen, die Sie hier lesen, als auch für das, was Sie bereits wissen oder was Ihnen Bekannte, Freundinnen und insbesondere Ihr Frauenarzt oder Ihre Frauenärztin rät.

Setzen Sie sich mit der Thematik Verhütung kritisch auseinander und überlegen Sie selbst, was das Richtige für Sie ist.

Frauenärzte und hormonelle Verhütungsmittel

Sie werden im Internet auf Seiten, die medizinischen Rat geben, immer zu hören bekommen, dass Sie die vorliegenden Informationen mit Ihrem Arzt besprechen sollten. Das ist hier auf myNFP nicht anders. Sie sollten das Absetzen eines hormonellen Präparats durchdenken und besprechen.

Wir raten Ihnen jedoch ausdrücklich, sich mehrere Meinungen anzuhören, denn leider haben wir im Laufe der Jahre unzählige Geschichten über Frauenärzte gehört, die Ihren Klientinnen einfach die Pille verschreiben und das Thema Verhütung gar nicht weiter besprechen. Selbst, wenn von starken Nebenwirkungen berichtet wird, erfolgt durch manche Ärzte keine kritische Auseinandersetzung mit dem Thema hormonelle Verhütungsmittel und es wird einfach eine andere Pillenmarke verschrieben.

Wir können daher nicht einfach nur sagen:„Besprechen Sie das mit Ihrem Arzt”, sondern fühlen uns verpflichtet, Ihnen zu raten, immer mehrere Meinungen einzuholen. Wenn Sie das Gefühl haben, dass Ihr Frauenarzt Sie nicht für voll nimmt, wechseln Sie ihn/sie ohne mit der Wimper zu zucken. Dieser Arzt ist Ihre Zeit einfach nicht wert und es gibt keinen Grund, bei einem solchen Arzt zu bleiben.

Es gibt sehr kompetente Frauenärzte, die sich Zeit für Ihre Klientinnen nehmen und über das Zyklusgeschehen und das Thema Verhütung sehr gut Bescheid wissen und differenzierte Einschätzungen abgeben können – diese Ärzte müssen Sie jedoch finden. Und wenn Sie einen guten Arzt/Ärztin gefunden haben, tragen Sie ihn hier in unser Frauenärzte-Verzeichnis ein. Wir sind immer daran interessiert, eine Anlaufstelle weiterempfehlen zu können.

Vorurteile gegen hormonfreie Verhütung

Typischerweise hört man immer wieder von Vorurteilen gegenüber hormonfreier Verhütung, die jedoch bei genauerer Betrachtung unsinnig sind. Leider haben wir über die Jahre auch schon von einigen Frauenärzten ähnliche Aussagen bekommen.

  1. Vorurteil: Hormonfreie Verhütung geht nur mit regelmäßigem Zyklus.
  2. Vorurteil: Man braucht sehr viel Disziplin.
  3. Vorurteil: Man braucht einen regelmäßigen Lebensrhythmus.
  4. Vorurteil: Die Methode muss erst einmal erlernt werden.

Was meinen Sie? Wollen Sie mehr erfahren?

Dann geht es weiter mit: Natürliche Verhütung mit der symptothermalen Methode