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Warum Verhütungscomputer Geldverschwendung sind

Wissen Sie, was mit vielen Verhütungs-Computern passiert, die von Anwenderinnen der symptothermalen Methode am Anfang zur natürlichen Verhütung gekauft wurden? Sie werden weiterverkauft oder vergammeln in der Ecke. Bestenfalls werden sie als Thermometer weiterverwendet – ein ziemliches Teures, wenn man bedenkt, dass ein brauchbares Thermometer gerade einmal 5 Euro kostet.

Ich will hormonfrei verhüten. Da ich auf keinen Fall schwanger werden will, überlege ich, ob ich den Cyclotest 2 Plus zusätzlich kaufen soll.

– Anfrage per E-Mail

Ich verstehe diesen Gedankengang, aber eigentlich muss es genau anders herum lauten: Ich hab mir einen Verhütungscomputer gekauft, aber zur Sicherheit lerne ich jetzt noch die symptothermale Methode.

Warum?

  • Weil die symptothermale Methode Ihnen überhaupt erst das nötige Grundverständnis über die fruchtbare und unfruchtbare Phase in Ihrem Zyklus liefert
  • Weil Sie nicht in den Verhütungscomputer reingucken können. Was macht das Ding denn eigentlich genau?
  • Weil es bei einer sicheren natürlichen Verhütung sehr wichtig ist, dass Sie die Methode verstehen und anwenden können

Die Technik gibt uns ein gutes Gefühl. Da kommt ein Lämpchen, das dann zeigt: fruchtbar oder unfruchtbar. Das empfinden wir als viel sicherer als unserer eigenen Zyklusauswertung zu vertrauen. Wir könnten ja Fehler machen.

Das Problem ist jedoch, dass Sie damit Verantwortung abgeben. Falls es schief geht und Sie ungewollt schwanger werden, nützt Ihnen es jedoch nichts, den Verhütungscomputer zu beschuldigen.

Tatsächlich sind Verhütungscomputer der symptothermalen Methode unterlegen. Das stellen auch die meisten Anwenderinnen der symptothermalen Methode relativ schnell fest.

Natürliche Verhütung ohne Computer

Echte natürliche Verhütung erreichen Sie nur, indem Sie Ihren Zyklus selbst auswerten. Sie können sich dabei durchaus von Software unterstützen lassen. Diese sollte Ihnen jedoch verdeutlichen, wie sie arbeitet und wie sie bei der Zyklusauswertung vorgeht. Ein großer Nachteil eines Verhütungscomputers ist, dass Sie gar nicht sehen können, wie dieser intern arbeitet.

Vielleicht haben Sie derzeit noch das Gefühl, dass ein Verhütungscomputer Ihnen mehr Sicherheit verschaffen könnte oder Ihnen ein besseres Ergebnis liefert, wenn Sie sich unsicher fühlen. Lassen Sie sich von Ihrem anfänglichen Unsicherheitsgefühl nicht täuschen (empfehlenswert: 6 Tipps für vorsichtige Anfängerinnen).

Einige Verhütungscomputer müssen erst „trainiert” werden und werten anfangs (glücklicherweise) sehr konservativ aus. Erst nach einigen Zyklen werden diese genauer, sofern Ihre Zyklen nicht zu unregelmäßig sind. Bis dahin haben Sie die Sensiplan-Regeln aber sowieso schon verinnerlicht und Ihnen wird die mangelnde Transparenz eines Verhütungscomputers auf die Nerven gehen. Der Verhütungscomputer ist dann schlicht und ergreifend unsinnig, da Sie keinen Mehrwert davon haben und Ihre eigene Auswertung schneller und sicherer ist.

Fast alle Verhütungscomputer verwenden ausschließlich ein einzelnes Symptom (meist die Temperatur) als Fruchtbarkeitsindikator. Die symptothermale Methode ist deswegen so sicher, weil sie zwei Körpersymptome (meist Temperatur + Zervixschleim) miteinander kombiniert und erst dann Unfruchtbarkeit angenommen werden darf, wenn beide Körpersymptome entsprechend ausgewertet werden können. Das Prinzip wird doppelte Kontrolle genannt. Kein einziger Verhütungscomputer verwendet die doppelte Kontrolle. Verhütungscomputer versuchen diese Schwäche dadurch wett zu machen, dass sie ein statistisches Modell bilden, das sich den Zyklen der Nutzerin anpasst. Das hilft, die Sicherheit eines Verhütungscomputers etwas zu steigern, kommt jedoch an die symptothermale Methode nicht heran.

Fakten über Verhütungscomputer

  • Ein Verhütungscomputer wird Ihnen insbesondere am Anfang nicht mehr Sicherheit verschaffen können. Wenn Sie sich unsicher fühlen, tasten Sie sich langsam an die symotothermale Methode heran.
  • Verhütungscomputer arbeiten fast immer undurchsichtig. Solange keine Software mitgeliefert wird, die Ihnen Ihren Zyklus genauer erklärt und alle wichtigen Messungen darstellt, können Sie nicht nachvollziehen, wie der Verhütungscomputer arbeitet und werden auch nichts über Ihren Zyklus lernen.
  • Ein Verhütungscomputer hilft Ihnen nicht dabei, die symptothermale Methode besser zu erlernen.
  • Kein Verhütungscomputer ist so sicher wie die symptothermale Methode auf einem Blatt Papier oder mit einer Zyklussoftware.
  • Kein Verhütungscomputer kann mit stark unregelmäßigen Zyklen umgehen, da in diesem Fall kein statistisches Modell gebildet werden kann. Sie können die symptothermale Methode jedoch auch anwenden, wenn Ihr Zyklus beispielsweise 100 Tage lang ist. Es gibt keine Obergrenze bei der symptothermalen Methode.
  • Persona hat einen Pearl-Index von 6, was heutzutage aus Verhütungssicht regelrecht leichtsinnig ist. Dazu kommen strenge Rahmenbedingungen, die die Anwendung erschweren (Zyklus darf nicht kürzer als 23 oder länger als 35 Tage sein und es muss möglichst immer zur gleichen Zeit der Urintest gemacht werden) Quelle. Im Gegensatz zu anderen Fruchtbarkeitscomputern verwendet Persona Urintests anstatt der Temperatur, um herauszufinden, ob Sie fruchtbar oder unfruchtbar sind.
  • Cyclotest 2 Plus hat einen Pearl-Index von 1-3 Quelle.
  • Lady-Comp kostet 495 € und ist trotzdem nicht sicherer als die symptothermale Methode Quelle.

Wir empfehlen Ihnen, die ersten 3 Zyklen erst einmal aufzuzeichnen (myNFP erspart Ihnen dabei viel Arbeit) und die Regeln der symptothermalen Methode zu lernen, eben weil Verhütungscomputer insbesondere am Anfang fast keinen Mehrwert bieten und noch nicht trainiert sind. Wenn Sie Verhütungscomputer dann nicht sowieso schon vergessen haben, können Sie sich damit ja noch einmal näher beschäftigen.

Ich war schon drauf und dran mir einen zu kaufen, aber die Preise haben mich tatsächlich noch zu sehr abgeschreckt. Ihre Gegenargumente haben mich dann restlos überzeugt, dass das gar nicht nötig ist.

–Kommentar per E-Mail

Natürliche Verhütung mit Persona

Besonders bekannt ist der Verhütungscomputer Persona, da die Hersteller u. a. auch TV-Werbung schalten und insgesamt relativ viel Geld für Marketing ausgeben. Daher gibt es hier noch einen kleinen extra Abschnitt über Persona.

Persona weist eine vergleichsweise schlechte Verhütungssicherheit auf und schneidet deutlich schlechter als temperaturbasierte Computer ab. Der Pearl-Index liegt bei 6, d. h. 6 von 100 Frauen werden pro Jahr schwanger, die mit Persona verhüten. Wenn Sie mehrere Jahre mit Persona verhüten wollen, summiert sich das Risiko auf, dass Sie ungewollt schwanger werden.

Dazu kommen relativ hohe laufende Kosten, da ständig neue Urin-Teststreifen gekauft werden müssen. Lassen Sie sich also von der Bekanntheit von Persona nicht täuschen und überlegen Sie sich zweimal, ob Sie einen Pearl-Index von 6 bei der natürlichen Verhütung in Kauf nehmen wollen.

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