Kinderwunsch ja oder nein? Unentschlossenheit+Mutterrolle

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Mondgeist.
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Re: Kinderwunsch ja oder nein? Unentschlossenheit+Mutterroll

Beitrag von Mondgeist. » Dienstag 4. Juni 2019, 19:25

Vor zwei Jahren habe ich diesen Text geschrieben und nun melde ich mich wieder zu Wort, um zu zeigen, wie sich alles ändern kann. (Ich habe den alten Account und alle Zyklen wegen der Erinnerungen gelöscht.)
In den zwei Jahren ist sehr viel passiert!
Zwischen meinem damaligen Partner und mir gab es eine einzigartige Verbindung, meine einzige Liebe wie diese bisher und es kam der Wunsch, einmal Kinder mit ihm zu bekommen, aus dem Gefühl, etwas aus uns beiden entstehen zu lassen.
Leider wurde ich viel belogen und im Stich gelassen von ihm, kam nach Hause und stand mehrmals in einer halb leeren Wohnung usw. Ich bin aufgrund der Verbindung jedoch immer wieder mit ihm zusammengekommen. Anfang diesen Jahres habe dann das erste Mal ich Schluss gemacht, weil ich merkte, dass zu viel kaputt gegangen ist. Ich hatte immer die Schmerzen der Vergangenheit im Kopf bzw. lebe immer noch mit den Erinnerungen. In den alleinigen Zeiten davor hatte ich aber schon so viel gelernt, was mich stärker und psychisch stabiler gemacht hat. Das hat Monate gedauert.
Nun bin ich in einer neuen Beziehung. Ich habe nach der alten in Bezug auf das Kinderbekommen das Gefühl, dass ich mit niemandem je wieder Kinder bekommen möchte und habe auch gesagt, dass ich wenn dann vielleicht später mal in meinen 30ern Kinder wollen könnte, wer weiß das schon.
Nun kam es so, dass ich jetzt schwanger wurde und es gleich nach 3 (5) Wochen am Donnerstag verloren habe.
Und was meine ganze Welt umgeworfen hat, waren die Gefühle, die ich die Zeit über hatte. Als ich den positiven Test gesehen habe, habe ich mich gefreut, ich war einfach nur glücklich. Es war so ein gutes Gefühl und plötzlich spielten die Dinge, vor denen ich vorher Angst hatte, keine Rolle mehr. Also die körperlichen Veränderungen/Folgen, ob ich meinem Kind gerecht werden kann usw. Ich bin mir sicher, dass ich jetzt alles schaffen kann und ich weiß, dass ich es über alles geliebt hätte. Es ist ganz anders und ein völlig neues Gefühl, aber jetzt freue ich mich, wenn es mal dazu kommt, auch wenn ich jetzt noch an der Vergangenheit zu knabbern habe und meine jetzige Beziehung dadurch schwieriger, langsamer und für mich auch nicht so unbeschwert ist, oder ich nicht mehr so unbeschwert bin, wie damals. Ich merke, dass ich mich in der Hinsicht verändert habe, dass ich, wenn ich Entscheidungen treffen soll und dazu Möglichkeiten durchgehe, immer mich allein sehe. Ich habe also daran gedacht, dass ich am Ende komplett allein mit einem Kind dastehen würde, und ich hätte es in KaufKauf genommen. Gleichzeitig hat mich das alles meinem Partner auch ein ganzes Stück näher gebracht. Es gibt also noch eine Menge, das verarbeitet und abgeschlossen werden muss, aber ich fühle mich (auch) alleine stark und habe nun einen starken Kinderwunsch, der nach logischen Überlegungen in ca. 3 Jahren ausgelebt werden sollte, sodass der Frühabort gut zu verkraften ist. Der Wunsch an sich, ist jetzt aber da und momentan noch stark und ich gehöre jetzt zu denen, die ja sagt. :love:

Das wollte ich gern mit euch teilen. So schnell kann sich alles verändern und man steht auf der anderen Seite.
Mondgeist hat geschrieben:
Dienstag 27. Juni 2017, 15:49
Ich habe jetzt mal alles nachgelesen. Ersteinmal finde ich es beruhigend, dass man liest, dass es anderen Frauen auch so geht.
Aus meinem Umfeld kenne ich nur. "Wenn du keine Kinder kriegst wirst du allein und einsam bleiben." Auf die Antwort "Ich möchte keine Kinder." folgt nur "Warte mal ab, das ändert sich noch." Und es ist einfach belastend. Ich habe zwar noch mehr als genug Zeit, darüber nachzudenken, aber es macht mich einfach fertig; oder ich mich selber.
Bei mir ist es nicht nur so, dass mich Kinder nicht interessieren, ich habe eine regelrechte Abneigung gegen sie. Ich kann eine Liste erstellen, warum ich keine Kinder möchte und denke trotzdem darüber nach.
Gründe dagegen gehen von Freiheitsbeschränkung zur trad. Mutterrolle (die ich mehr als ablehne) zu Angst vor der Geburt und ich möchte auch einfach die Veränderungen nach der Geburt nicht. Ich kann noch nicht mal auf ein Kind aufpassen. Meine Schwester tut mir leid, aber nein, niemals. Und trotzdem ist die Angst da, dass ich es bereuen könnte. (Obwohl die Sprüche "Wenn du mal ein Kind hast.... Mutter wirst... zu Hause bleiben... Essen machen...." helfen, meine Abneigung gegenüber Kindern zu erhalten und zu vertiefen) Ich gehe jetzt schon aus dieser Hausfraurolle heraus, weil ich so eine Abneigung spüre.
Das einzige, was mich beruhigt, ist, dass ich es "geschafft" habe, meinen Freund davon zu überzeugen, dass wir keine Kinder bekommen sollten. (Ich habe ihm von Anfang an gesagt, dass ich keine möchte.) Das hat seehr viel Druck genommen. Auch wenn es hieß, in ein paar Jahren. Ich hatte solche Panik. Er ist zwar noch jung, der Kinderwunsch wird bestimmt, wenn er älter ist, wieder eine Rolle spielen, aber im Moment finde ich es angenehmer und ich werde warten, wie sich das entwickelt. Ich habe nur Angst, mich überreden zu lassen und es zu bereuen..
Meine endlos langen Zyklen: #11

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