Kinderwunsch ja oder nein? Unentschlossenheit+Mutterrolle

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Happines
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Re: Kinderwunsch ja oder nein? Unentschlossenheit+Mutterrolle

Beitrag von Happines » Dienstag 21. August 2018, 12:13

Guter Punkt, den du da ansprichst, Cornella.

Ich habe mir diese Fragen immer wieder in unterschiedlicher Gewichtung und Asuführung gestellt, seitdem wir nicht verhüten und natürlich um so mehr, nachdem ich nach über 3 Jahren immer noch kein Kind habe.

Ich glaube, wenn sich manche diese Fragen stellen würden, bevor sie mit dem Versuch, schwanger zu werden anfangen, viel Drama erspart bleiben könnte. Du darfst auch glücklich und zufrieden sein ohne Kinder. Grundsätzlich finde ich es aus heutiger Sicht richtig und wichtig offen für Kinder zu sein, da Kinder eine wirkliche Bereicherung sind. Aber die ganzen Unsicherheiten und Fragen, die damit einhergehen (können) will irgendwie niemand hören und manchmal habe ich das Gefühl, dass man das gar nicht laut sagen darf - quasi nicht "political correct". Und somit stellen sich manche Paare diese Fragen leider erst, wenn es nicht (gleich) klappt.

Ich habe es ganz vereinzelt auch schon erlebt, dass einen Leute ganz komisch anschauen, wenn sie wissen wie lange wir schon zusammen und verheiratet sind und immer noch keine Kinder haben. Ja, wir haben uns erst spät dazu entschieden, nicht mehr zu verhüten, aber wir wollen einfach dieses ganze Behandlungsdrama nicht.

Eine Freundin, deren größter Wunsch es immer war, Kinder zu haben, sagt hin und wieder und vor allem nach meiner FG: "Ich weiß, ihr wollt es nicht steuern, aber ihr könntet doch dieses oder jenes machen und ich kenn da einen tollen Arzt etc." Sie selbst hat sich mit über 40 dazu entschieden, auch ohne passenden Partner zwei Kinder zu bekommen. Das ist toll und hat meinen größten Respekt. Aber nur weil man alles mögliche probieren kann, müssen wir das nicht machen.

Meiner Meinung nach tut man schon genug, wenn man nicht mehr verhütet. Das Leben ist ein Wunder.

Sorry, bin jetzt etwas abgeschweift, aber das sind auch Gedanken, die sich bei diesem Thema der Unentschlossenheit immer wieder bei mir gemeldet haben.

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Cornella
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Re: Kinderwunsch ja oder nein? Unentschlossenheit+Mutterrolle

Beitrag von Cornella » Dienstag 21. August 2018, 13:02

Da kann ich dich gut verstehen, Happines. Wir haben uns auch bewusst gegen eine KiWu und KB entschieden. Auch ich höre immer und immer wieder, dass es ja nur eine Kleinigkeit sein könnte, dass man nicht gleich eine KB machen muss, man kann es ja mal anders probieren mit einer Klinik, etc. :roll:
Mein Mann ist auch der Meinung, dass es schon werden wird. Er ist fest davon überzeugt, dass alles, was einem bestimmt ist, zum genau richtigen Zeitpunkt in dein Leben kommen wird. Aber mit dem Thema sind wir glaub ich schon wieder eher beim Hibbeln für Esoteriker angekommen :lol:

Ich stell mir auch oft die Frage nach der finanziellen Unabhängigkeit. Mir ist diese sehr wichtig. Wir haben trotz Ehe getrennte Konten, jeder verfügt über sein Gehalt selbst, laufende Kosten haben wir nach einem gewissen Schema zwischen uns aufgeteilt.
Nach einer Schwangerschaft hätte ich mein Gehalt nicht mehr und nach der Karenz würde ich höchstwahrscheinlich nur Teilzeit arbeiten. Somit hätte ich auch wieder weniger Gehalt. Ich wäre finanziell von meinem Mann abhängig.
Den Gedanken, als (emanzipierte) Frau meinen Mann um Geld „bitten“ zu müssen, finde ich demütigend. Mein Mann hat mir zwar angeboten, dass er mir jedes Monat einen Betrag überweisen würde, somit müsste ich nicht zu ihm und ihn um Geld fragen – unterm Strich ist es ab er doch das gleiche.

Auf der anderen Seite würde ich aber auch nicht darauf verzichten wollen, beim Kind zuhause zu bleiben. Mein Mann hat auch gemeint, er würde in Karenz gehen. Außerdem haben wir einen Wohnkomplex mit 3 Generationen. Rein theoretisch könnte auch die Schwiegermutter die Betreuung übernehmen.
Aber wieso sollte ich Mutter werden wollen und dann beim nächst möglichen Termin nach dem Mutterschutz sofort wieder arbeiten gehen? Warum habe ich dann ein Kind bekommen? Für die Schwiegereltern?

Denn auch hier beißt sich die Katze wieder selbst in den Schwanz :problem:
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flocki_79
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Re: Kinderwunsch ja oder nein? Unentschlossenheit+Mutterrolle

Beitrag von flocki_79 » Dienstag 21. August 2018, 13:07

Happines hat geschrieben:
Dienstag 21. August 2018, 09:56
Ryanalex hat geschrieben:
Dienstag 21. August 2018, 09:24
Hallo zusammen,
ich habe auch einen Großteil meiner Zeit mit einer unentschlossenen Mutterrolle / Kinderwunsch verbracht, da die Bedingungen ja fast nie zu 100 % stimmen. Mir ist auch immer ein Grund eingefallen warum noch nicht der richtige Zeitpunkt gekommen ist.
Nach 19 Jahren Pille und 2,5 Jahren NFP Verhütung bin ich nun mit 39 Jahren im 7. Übungszyklus schwanger geworden. Das aber eigentlich ohne Temperaturmessen, sondern nur mit Östrogenzeichen beobachten und Herzen nach Lust und Laune und nicht Zykluszeitpunkt abhängig.
Ich denke man sollte sich auch nicht zu viele Gedanken über Alter und Fruchtbarkeit machen, das setzt einen nur unter Druck und ist auch nicht unbedingt förderlich. :flower:
Danke für deinen Beitrag Ryanalex! Genau sowas liest man viel zu selten von Frauen, die mit diesen Themen auch ewig lang gehadert haben und dann auf ganz natürlichem Weg ohne das ganze Drama Ende 30 schwanger geworden sind.
Herzlichen Glückwunsch! :flower:
Doch, ich bin auch so ein Exemplar :lol:

Ich liebe diesen Faden hier! Denn die Jahre meines Haderns hab ich leider nirgendwo Gleichgesinnte getroffen. Mir hätte dieser Austausch früher mehr als gut getan...zu sehen dass es mehr Frauen gibt die sich Gedanken machen! Ich hab mich dauernd missverstanden gefühlt - sowohl von den Leuten die "schon immer" Kinder wollten als auch von einfach "konservativen" Menschen.
Hut ab vor euren Überlegungen :thumbup:
Alles gute euch lieben Mädels :flower:
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Minky
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Re: Kinderwunsch ja oder nein? Unentschlossenheit+Mutterrolle

Beitrag von Minky » Dienstag 21. August 2018, 13:18

*reinhüpf*

Ist mehr Off-Topic, und wenn es so gar nicht passt, bitte löschen.
Aber liebe Cornella, nur als kleine Idee möchte ich dir erzählen, wie wir das machen.
Wir haben ebenfalls jeder ein eigenes Konto, auf welches das Gehalt eingeht. Aber auch trotzdem noch ein gemeinsames, da geht alles runter was UNS betrifft: Haus, Einkauf, Autos, Versicherungen, Bausparer, Tagegeldkonto zum Sparen, Urlaub usw. Später auch alles, was das Kind betrifft.
Wir verdienen ziemlich gleich und überweisen monatlich einen gleichen Betrag X auf das gemeinsame Konto, der Rest steht uns zur eigenen Verfügung.
Wenn dann (in unserem Fall ist es beim Mann, er nimmt die Elterzeit) ein Teil des Gehaltes wegfällt, dann wird es gerecht ausgeglichen. Also mein Mann zahlt dann etwas weniger ein, und ich eben etwas mehr.

*wieder raus*
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Ryanalex
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Re: Kinderwunsch ja oder nein? Unentschlossenheit+Mutterrolle

Beitrag von Ryanalex » Dienstag 21. August 2018, 14:01

@Happines
Auch schwanger habe ich jetzt immer noch die gleichen Überlegungen, Zweifel und Sorgen wie vorher. Ob ich eine gute Mutter sein werde, ob ich unser Kind so erziehen kann wie wir uns das vorstellen. Wie ich Familie und Beruf unter einen Hut bekomme, wie entwickelt sich unsere Partnerschaft mit dem "späten" Nachwuchs, und und und....
Für mich stand von vornherein ebenfalls fest, dass wir ohne Stress nicht mehr verhüten und dann schauen was uns erwartet, ohne mit Druck und nach Zeitplan zu hibbeln. Für mich gab es auch eine Altersgrenze die ich mir gesetzt habe, wonach ich wieder verhütet hätte wenn es bis dahin nicht geklappt hätte. KIWU oder Adoption kam für mich nie in Frage, für meinen Partner schon eher. Aber da gehören ja auch zwei zu.
Nach der Geburt werde ich nach 6 Monaten wieder Vollzeit in meinen Beruf einsteigen, da ich meine Unabhängigkeit und mein Gehalt nicht missen möchte und auch nicht kann. Die Eltern meines Partners sind leider bereits verstorben und meine Eltern wohnen zu weit weg als dass sie mich unterstützen könnten. Sorgen habe ich ständig und immer wie wir das alles schaffen wollen.
Aber wo ein Wille da auch ein Weg.
Glücklich mit Stella seit dem 27.01.2019 :love:

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Re: Kinderwunsch ja oder nein? Unentschlossenheit+Mutterrolle

Beitrag von Pippilotta_L. » Dienstag 21. August 2018, 14:24

Cornella hat geschrieben:
Dienstag 21. August 2018, 13:02
Aber wieso sollte ich Mutter werden wollen und dann beim nächst möglichen Termin nach dem Mutterschutz sofort wieder arbeiten gehen? Warum habe ich dann ein Kind bekommen? Für die Schwiegereltern?
Hm also, ich hab überlegt ob ich darauf jetzt noch mal eingehe, denn natürlich ist es die freie Entscheidung jeder Frau und ich will das auch überhaupt nicht schlecht reden. Wenn eine sagt, ich möchte gern ganz viel Zeit mit dem Kind daheim verbringen und deshalb nur noch stundenweise arbeiten, ist das ja ihr gutes Recht :)
Aber ich habe diesen Satz "warum willst du ein Kind, wenn du dann trotzdem arbeiten willst und es den ganzen Tag abschiebst?!" schon sooo oft mit vorwurfsvollem Unterton gehört, dass ich dann doch nicht nichts sagen kann :silent: . Nur weil man 8 Stunden am Tag arbeitet, heißt das doch nicht, dass man sein Kind gar nicht sieht? Man sieht es jeden Morgen, jeden Abend mehrere Stunden, am Wochenende den ganzen Tag... Und einen Mann, der sich entschließt Vater zu werden und weiterhin voll zu arbeiten, würde doch NIE jemand fragen "warum willst du Vater werden, wenn du den ganzen Tag arbeitest?". Das ist ja im Kern genau das, was mich an der Gesellschaft beim Thema Elternschaft so stört.

Ich glaube, das kommt auch sehr darauf an, wie man es kennt. Im Osten Deutschlands war es völlig normal, dass beide Eltern arbeiten, auch weit nach der Wende noch. In anderen Ländern gibt es auch nicht dieses klassisches Hausfrau+Mutter-Dasein, wie wir das kennen. Jetzt lebe ich in einem alten Bundesland und auf dem Land muss man sich teilweise immer noch echt umschauen, dass man Nachmittags-Betreuung findet, weil frau hier mit Kindern gefälligst zuhause zu bleiben hat.

Also wie gesagt, nichts gegen die Entscheidung im Einzelfall, vielleicht reduziere ich dann ja auch Stunden, weil es praktischer/angenehmer ist, aber bei diesem Vorurteil, man sollte gar nicht erst Kinder bekommen, wenn man sie nicht jede Sekunde bespaßen will, denke ich mir immer, soll es doch einfach jeder machen, wie es sich richtig anfühlt, und nicht weil man denkt, man "müsse" es so und so machen, um am Ende nicht als Rabenmutter dazustehen.
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Happines
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Re: Kinderwunsch ja oder nein? Unentschlossenheit+Mutterrolle

Beitrag von Happines » Dienstag 21. August 2018, 14:37

Ich freue mich wirklich sehr über den Austausch in diesem Faden. :flower:
Cornella hat geschrieben:
Dienstag 21. August 2018, 13:02
Da kann ich dich gut verstehen, Happines. Wir haben uns auch bewusst gegen eine KiWu und KB entschieden. Auch ich höre immer und immer wieder, dass es ja nur eine Kleinigkeit sein könnte, dass man nicht gleich eine KB machen muss, man kann es ja mal anders probieren mit einer Klinik, etc. :roll:
Mein Mann ist auch der Meinung, dass es schon werden wird. Er ist fest davon überzeugt, dass alles, was einem bestimmt ist, zum genau richtigen Zeitpunkt in dein Leben kommen wird. Aber mit dem Thema sind wir glaub ich schon wieder eher beim Hibbeln für Esoteriker angekommen :lol:

Ich stell mir auch oft die Frage nach der finanziellen Unabhängigkeit. Mir ist diese sehr wichtig. Wir haben trotz Ehe getrennte Konten, jeder verfügt über sein Gehalt selbst, laufende Kosten haben wir nach einem gewissen Schema zwischen uns aufgeteilt.
Nach einer Schwangerschaft hätte ich mein Gehalt nicht mehr und nach der Karenz würde ich höchstwahrscheinlich nur Teilzeit arbeiten. Somit hätte ich auch wieder weniger Gehalt. Ich wäre finanziell von meinem Mann abhängig.
Den Gedanken, als (emanzipierte) Frau meinen Mann um Geld „bitten“ zu müssen, finde ich demütigend. Mein Mann hat mir zwar angeboten, dass er mir jedes Monat einen Betrag überweisen würde, somit müsste ich nicht zu ihm und ihn um Geld fragen – unterm Strich ist es ab er doch das gleiche.

Auf der anderen Seite würde ich aber auch nicht darauf verzichten wollen, beim Kind zuhause zu bleiben. Mein Mann hat auch gemeint, er würde in Karenz gehen. Außerdem haben wir einen Wohnkomplex mit 3 Generationen. Rein theoretisch könnte auch die Schwiegermutter die Betreuung übernehmen.
Aber wieso sollte ich Mutter werden wollen und dann beim nächst möglichen Termin nach dem Mutterschutz sofort wieder arbeiten gehen? Warum habe ich dann ein Kind bekommen? Für die Schwiegereltern?

Denn auch hier beißt sich die Katze wieder selbst in den Schwanz :problem:
Ich glaube nicht, dass du da bei den Esoteriken bist, Cornella, sondern dass das Leben uns eben genau das immer wieder lehrt, was dein Mann sagt. Ich bin katholisch und würde es auch so sagen. Jeder drückt es nur auf eine andere Art und Weise aus. In meinem Augen ist es eher lebensfremd zu glauben, dass man im Leben alles kontrollieren kann.

Meinen Mann um Geld zu bitten, fände ich auch demütigend. Das kann ich so gut verstehen. Dieses Thema hat mich auch irre lang beschäftigt. Mittlwerweile denke ich mir, dass wir eine Lösung finden werden, wenn wir mal mehr als 2 sein sollten. Wir haben schon so viel geschaftt, dann sollte das auch kein Problem sein. Derzeit sind das aber im wahrsten Sinne des Wortes ungelegte Eier. ;) Im Moment hat jeder sein eigenes Konto und wir haben ein gemeinsames für die gemeinsamen Ausgaben. So wie Minky das beschrieben hat.

Zum Thema Arbeiten: dem Wort "Karenz" entnehme ich, dass du, Cornella, nicht in D lebst. In D gibt es mittlerweile sehr flexible Elternzeitmodelle. Als mein Mann gehört hat, dass beide auch Teilzeit während der Elternzeit arbeiten können, fand er dass gleich ganz toll. Insofern bin ich da mittlerweile auch ganz guter Dinge, dass wir auch das meistern würden. Aber das Thema im Vorfeld mal anzuschneiden, ist sicherlich sehr sinnvoll. Ich denke, wir würden in den ersten Jahren beide Teilzeit arbeiten. Da wir beide eh nicht karriereversessen sind, sollte das auch kein Problem sein. Meine Mutte hat nach 6 Monaten wieder Vollzeit gearbeitet und alle waren glücklich damit. Wenn es den Eltern mit welchem Modell auch immer gut geht, ist es auch gut für den Nachwuchs.

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Re: Kinderwunsch ja oder nein? Unentschlossenheit+Mutterrolle

Beitrag von Cornella » Dienstag 21. August 2018, 14:37

Pippilotta_L. hat geschrieben:
Dienstag 21. August 2018, 14:24
Aber ich habe diesen Satz "warum willst du ein Kind, wenn du dann trotzdem arbeiten willst und es den ganzen Tag abschiebst?!" schon sooo oft mit vorwurfsvollem Unterton gehört, dass ich dann doch nicht nichts sagen kann :silent:
Pippilotta, ich will das in keiner Art und Weise irgendwie verurteilen und es soll schon gar kein Vorwurf von mir sein. Auch einen vorwurfsvollen Unterton will ich auf jeden Fall vermeiden. Ich kann eine jede Frau verstehen, die wieder Vollzeit arbeiten geht - egal ob sie will oder muss. Deswegen würde ich nie auf die Idee kommen, einer VZ Mutter vorzuwerfen, dass sie ihr Kind abschiebt.

Ich habe das rein auf mich bezogen. Ich frage mich, warum ich Kinder bekommen sollte, wenn ich dann gleich wieder VZ arbeiten würde. Gerade bei dem Thema, dass ich zuerst nie wollte und jetzt nicht kann, drängt sich die Frage in den Vordergrund, was mach ich mit meinem Job, wenn es dann doch hinhaut?! Damit wollte ich nie allgemein alle über einen Kamm scheren.
Weil es vor allem bei meinem Job nicht so wäre, dass ich das Kind in der Früh und am Abend sehen würde (wegen der ewigen Pendelei). Ich fahre um 05:00 Uhr zur Arbeit und bin selten vor 18:00 Uhr zu Hause.

Ich kann aber verstehen, dass du auf diese Aussage reagierst, wenn du das ständig zu hören bekommst. So geht es mir mit dem Thema "Warum geht ihr in keine Klinik" ;)
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Re: Kinderwunsch ja oder nein? Unentschlossenheit+Mutterrolle

Beitrag von Happines » Dienstag 21. August 2018, 14:43

Was mir noch gerade einfällt:
ich habe ewig lang immer auf Beispiele geschaut, die ich ganz schrecklich fand. Seit ich mehr auf Frauen UND Mäner achte, die ein Leben mit Kinder leben, so wie ich es mir auch vorstellen könnte, zumindest in bestimmten Bereichen gehts mir viel besser mit meinen ganzen Fragen und Zweifeln.

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Re: Kinderwunsch ja oder nein? Unentschlossenheit+Mutterrolle

Beitrag von Cornella » Dienstag 21. August 2018, 14:46

Happines hat geschrieben:
Dienstag 21. August 2018, 14:37
Zum Thema Arbeiten: dem Wort "Karenz" entnehme ich, dass du, Cornella, nicht in D lebst. In D gibt es mittlerweile sehr flexible Elternzeitmodelle..
In Österreich leider nicht :thumbdown:
Soweit ich mich bisher damit beschäftigt habe, sind die recht starr bzw. gibt es verschiedene Modelle, in denen man verschiedene Abschläge vom Gehalt bekommt, dass ich da ohne Rechtsberatung sowieso nicht durchblicke :shamebag:
Das haben allerdings auch alle Freunde von mir gemacht. Einen Termin bei der Rechtsberatung, damit man ja nichts übersieht. Außerdem stehen schon wieder irgendwelche Gesetzesänderungen in dieser Hinsicht an, wenn ich das letztens richtig mitbekommen habe.

Es ist aber generell sinnlos, sich darüber jetzt den Kopf zu zerbrechen. Denn meistens kommt es sowieso anders, als man denkt. Ich will den Teufel ja nicht an die Wand malen, aber was ist, wenn mein Kind in irgendeiner Art und Weise beeinträchtigt ist? Dann kann ich mir jetzt die besten Pläne zurecht legen. Das wäre dann nämlich ein Ereignis, bei dem ich sowieso wieder alles über Board werfen würde und neu überdenken müsste.
Denn auch das ist etwas, das ich mir immer wieder vor Augen führe: Es ist keine Selbstverständlichkeit, ein kerngesundes Kind zur Welt zu bringen - es ist ein Geschenk
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