Endometriose und nfp

Rund um die Blutung
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MissRainbow
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Registriert: Sonntag 1. Oktober 2017, 18:26

Endometriose und nfp

Beitrag von MissRainbow »

Hallo ihr Lieben,
heute ist mal wieder so ein Tag, wo die Regelschmerzen mich voll im Griff haben. Ich konnte nicht arbeiten gehen und leide schrecklich unter den schlimmen Schmerzen... das ist nicht jedes mal so, aber doch immer wieder. Der Verdacht auf Endometriose besteht natürlich und ich habe das Thema auch schon bei meiner FÄ angesprochen... trotzdem bin ich so unschlüssig was ich tun soll. Es müsste ja nunmal eine Bauchspiegelung gemacht werden um zu erkennen ob es wirklich Endometriose ist... was wenn nicht ? Dann habe ich das gemacht und allein der Gedanke ist schon ziemlich schwierig für mich. Wenn es aber wirklich Endometriose ist, was mache ich dann ? Hormonell behandeln ? Das will ich auf gar keinen Fall wie hier sicher die meisten gut nachvollziehen können. Ich bin so froh dass ich keine Hormone mehr nehme. Gut man kann es auch operieren lassen aber ich lese überall dass auch dann am besten zusätzlich noch Hormone genommen werden sollen und das will ich halt einfach nicht aber wenn man keine hormonelle Behandlung folgen lässt ist die Chance sehr hoch dass es wieder zurück kommt. Das alles demotiviert mich so sehr dass ich immer wieder handlungsunfähig bleibe weil es mir irgendwie aussichtslos erscheint ... vllt gibt es hier ja ein paar Frauen mit Erfahrungen diesbezüglich oder einfach jemand der der was zu meinem Zwiespalt sagen kann und möchte...
Achso ich verhüte derzeit mit nfp aber es gibt auch einen KiWu nur eben noch nicht jetzt... aber auch im Anbetracht dessen ist es ja auch wichtig sich damit zu beschäftigen.
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Coco.Cereza
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Re: Endometriose und nfp

Beitrag von Coco.Cereza »

Hallo liebe Rainbow,

da ich selbst Endo Grad IV hab (also die höchste Stufe), fühle ich mit dir was deinen Zwiespalt und deine Bedenken angeht. Da Endometriose nicht umsonst als „Chamäleon“ bezeichnet wird, ist es schwierig dir einen allgemeingültigen Rat zu geben. Endometriose wird (außer Adenomyose, also im Uterus) normalerweise nicht bei einer Ultraschalluntersuchung gesehen, daher müssen schon andere eindeutige Hinweise gegeben sein, um ohne OP mit hoher Sicherheit die Diagnose Endo zu fällen. In meinem Fall waren das große Zysten an beiden Eierstöcken, sogenannte „Schokoladenzysten“, die der Spezialist sofort an ihrer Beschaffenheit erkannt hat. Wenn das nicht vorliegt, kann nur eine Bauchspiegelung Gewissheit geben.

Je nachdem wie stark deine Beschwerden sind, lohnt es sich definitiv, dich von einem Spezialisten beraten zu lassen. Woher kommst du genau? Es gibt bestimmt auch in deiner Nähe Endometriosezentren - wenn du in München oder Umgebung wohnst, könnte ich dir einige gute Ärzte nennen.

Was die Therapie angeht: Schulmediziner neigen in den meisten Fällen leider dazu, sofort die Pille zu verschreiben und das mit sehr erschreckenden möglichen Szenarien zu untermalen, gegen die man sich kaum zu widersprechen traut. Ich kann jeder Frau nur raten, sich selbst über die massiven Nebenwirkungen von künstlichen Hormonen zu informieren und sich darüber im Klaren zu sein, dass die Pille den Zyklus lediglich unterdrückt, also symptomatisch und nicht ursächlich behandelt.

Wie du im anderen Thread bereits gelesen hast, habe ich persönlich sehr gute Erfahrungen mit naturidentischem Progesteron in der 2. Zyklushälfte gemacht. Das muss nicht jeder helfen, ist aber eine ernstzunehmende Alternative.
Ebenso die Kraft der Heilpflanzen oder TCM (bin gerade dabei letzteres zu testen und kann in einigen Monaten bestimmt erste Erfahrungen mit dir teilen).

Zusammenfassend kann ich nur sagen: informier dich, trau dich und prüfe alles, was dir von außen gesagt wird (auch das, was ich geschrieben habe 😉) und ich hoffe sehr, dass du deinen Weg finden und bald beschwerdefrei sein darfst. :flower:

Vielleicht finden sich hier im Forum ja auch noch andere Frauen, die ihre Ratschläge und Erfahrungen mit dir teilen möchten. Von dem was ich bisher mitbekommen hab, sind hier so einige mit Endometriose.

Alles Gute und liebe Grüße,
Coco
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MissRainbow
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Re: Endometriose und nfp

Beitrag von MissRainbow »

Vielen lieben Dank für deine schnelle Antwort Coco! Ich denke derzeit sehr stark darüber nach zu einem Endometriose Zentrum zu gehen und dort evtl. die Bauchspiegelung machen zu lassen.
Meine FÄ hatte einen US gemacht aber sie konnte nichts auffälliges sehen. Sie ist mir aber auch erklärt dass das nicht heißt dass ich keine habe weil es eben so ist wie du schon geschrieben hast. Sie hatte mir auch empfohlen wenn es schlimmer wird oder der KiWu dann irgendwann nicht klappen sollte in eben das Zentrum zu gehen. Sie hat mir nicht vorgeschlagen die Pille zu nehmen, aber sie kennt auch meine Einstellung dazu und ist auch sehr offen für sensiplan und kennt die Methode auch. München ist leider ganz weit weg von mir.
Jetzt war es aber die letzten Male nicht so schlimm und dann hab ich halt wieder gedacht es muss ja nicht sein. Die Pille zu nehmen oder es anderweitig mit Hormonen zu behandeln kommt für mich nicht in Frage. Auch wenn ich unter der Pille niemals diese Beschwerden hatte (dafür genug andere). Ich habe von 14- 24 die Pille genommen.
Das „natürliche Progesteron“ von dem du schreibst finde ich interessant und werde mich mal weiter informieren.
Darf ich dich fragen ob du es hast wegmachen lassen und wenn ja wie lange dir das geholfen hat ?
Vlg
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Coco.Cereza
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Re: Endometriose und nfp

Beitrag von Coco.Cereza »

Guten Morgen 😊☀️

Dann hattest du mit deiner Frauenärztin schon Glück, ich musste laaaaange suchen bis ich einen gefunden hab mit dem ich zufrieden bin. Wenn dich das Thema natürliches Progesteron interessiert, kannst du sie ja mal darauf ansprechen? Allerdings würde ich davor unbedingt die Hormonwerte checken, es macht nämlich nur Sinn wenn tatsächlich eine Östrogendominanz (und somit ein relativer Progesteronmangel) vorherrscht und/oder die 2. Zyklushälfte (Hochlage) verkürzt ist.

Ja ich wurde damals operiert, das war leider nicht anders möglich weil die Zysten riesig waren und die Gefahr einer Stiehldrehung bestand 🙁 Außerdem waren, wie bei dir, die Schmerzen kaum noch zu ertragen.
Hab direkt nach der OP die Pille im Langzyklus bekommen und war deshalb rein körperlich gesehen nahezu symptomfrei, 8 Jahre lang... aber leider was die Psyche angeht gar nicht. Im Nachhinein gesehen würde ich mich anders entscheiden und sofort den „natürlichen“ Weg gehen, aber das weiß man ja hinterher immer besser 😄

Ich würde wirklich jeder raten, bei einem so starken Verdacht auf Endo eine Bauchspiegelung zu machen. Auch wenn die Schmerzen nicht immer auftreten: so starke Schmerzen zu haben ist nicht normal und die Einschränkung der Lebensqualität muss keine Frau in Kauf nehmen! Auch wenn es nicht Endo ist, deuten sie darauf hin dass etwas im Körper nicht stimmt, es ist sozusagen ein Hilferuf.

Wie geht es dir heute eigentlich? Ich hoffe, du kommst unbeschwerter durch den Tag als gestern :flower:
Hexe_Clari
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Re: Endometriose und nfp

Beitrag von Hexe_Clari »

Liebe MissRainbow,
Ich habe ebenfalls Endo Grad IV und würde dir auf jedenfall raten zu einem Endometriosespezialiaten zu gehen.
Ich hätte bis Ende 2015 keine wirklichen Symptome außer Regelschmerzen, die in halb von einigen Monaten explodiert sind. Im Mai 16 hatte ich riesige Schokoladenzysten an den Eierstöcke. In einer OP (Gießen) wurde eine Enddarmteilresktion gemacht. und auch Endo an der Blase entfernt.
Du siehst, es kann schnell gehen oder schon schlimm aussehen, ohne großartigen vorherigen Verdacht.

Die Seite www.endometriose-liga kann dich unterstützen. Die Mitglieder eines Endometrioseforum (bei Interesse gern pn) in dem ich auch aktiv bin, hilft auch bei der Suche und hat auch sonstig viele und gute Ratschläge zu Endometriose (Ernährung, Hormone, TCM...)
1.+3.+4. ICSI negativ 2.ICSI '17 *7+1
Hoffnung ist nicht die Überzeugung, dass etwas gut ausgeht, sondern die Gewissheit, dass etwas Sinn hat - egal, wie es ausgeht. (Havel)
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MissRainbow
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Re: Endometriose und nfp

Beitrag von MissRainbow »

Vielen Dank ihr Lieben.
Mir geht es wieder gut, meistens ist das ganze in einem Horrortag durch. Ich habe mich dazu entschlossen am Montag erst bei meiner FÄ anzurufen (vermutlich benötige ich ja auch eine Überweisung) und dann im Endozentrum welches sie mir empfohlen hatte.
Ich habe häufig die stärksten Schmerzen wenn ich uriniere oder Stuhlgang habe während der mens und dachte erst dass liegt vllt an der Anspannung der bebo Muskulatur aber jetzt befürchte ich dass ich Verwachsungen an Blase oder Darm haben könnte. Manchmal habe ich auch schmerzen beim Stuhlgang wenn ich nicht gleichzeitig menstruiere und war deshalb schon häufiger beim Arzt allerdings kam da nie etwas bei raus... mir wurde nur gesagt vllt hätte ich einen leichten Knick im Darm und deswegen würde das halt manchmal wehtun. Der Stuhl wurde vor einiger Zeit untersucht und blieb ohne Befund. Aufgrund anderer Beschwerden wurden vor zwei Jahren eine Magen und Darmspiegelung gemacht, diese blieben auch ohne Befund.
Vielen Dank für den Link Hexe Clari! Da werde ich gleich mal reinschauen. Ich denke oft aufgrund vorausgegangen Erfahrungen dass man bei mir sowieso wieder nichts findet und ich den ganzen Zirkus dann umsonst gemacht habe. Man liest ja auch hier oft von schlimmen ULS und dann denke ich vllt ist es auch normal und ich stelle mich vllt zu sehr an, aber allein jetzt wo ich das hier schreibe ärgert es mich sehr dass das so ist und dass die Gesellschaft uns Frauen quasi immer einredet wie dürften uns nicht anstellen.
Ich möchte mich für eure Unterstützung bedanken und werde am Montag das Thema angehen! Ein bisschen Angst macht mir das ganze schon zumal der Kinderwunsch besteht! Drückt mir die Daumen dass alles gut geht !
Zuletzt geändert von MissRainbow am Samstag 4. Juli 2020, 11:42, insgesamt 1-mal geändert.
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MissRainbow
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Re: Endometriose und nfp

Beitrag von MissRainbow »

PS : der Link funktioniert leider bei mir nicht 😕
Hexe_Clari
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Re: Endometriose und nfp

Beitrag von Hexe_Clari »

Pn mit den richtigen Links
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bombina
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Registriert: Mittwoch 30. Mai 2018, 14:46

Re: Endometriose und nfp

Beitrag von bombina »

Huhu MissRainbow,
ich finde es sehr gut, dass Du in ein Endo-Zentrum gehst und Deine Schmerzen abklären lässt! Gewissheit ist so wichtig!
Ich habe nach sehr langer Zeit mit Schmerzen auch eine Bauchspiegelung zum Ausschluss von Endo gemacht, sie war negativ, und das Gefühl danach, dass man Sicherheit hat, dass es das in meinem Fall nicht war, war unheimlich befreiend für mich!
Ich drücke Dir die Daumen, dass es alles gut wird.
XX + XY = 🖤 2005 🖤
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MissRainbow
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Re: Endometriose und nfp

Beitrag von MissRainbow »

bombina hat geschrieben: Sonntag 5. Juli 2020, 00:15
Ich habe nach sehr langer Zeit mit Schmerzen auch eine Bauchspiegelung zum Ausschluss von Endo gemacht, sie war negativ, und das Gefühl danach, dass man Sicherheit hat, dass es das in meinem Fall nicht war, war unheimlich befreiend für mich!
Ich drücke Dir die Daumen, dass es alles gut wird.
Hey Bombina,
Vielen Dank auch für deine Nachricht ! Hast du danach noch rausgefunden woran deine Schmerzen stattdessen liegen ?
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