Babys und Haustiere

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Bluerose2000
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Re: Babys und Haustiere

Beitrag von Bluerose2000 » Dienstag 11. Juni 2019, 13:36

Unsere Erfahrungen zum Thema Hund und Kind:
Während der Schwangerschaft hatten wir total Sorge, wie unsere Hündin (4 Jahre, 16kg) auf das Baby reagiert. Sie kommt nämlich mit fremden Kindern überhaupt nicht klar. Unsere Hündin ist selber total unsicher und Kinder in der Nähe die schreien, rennen oder sich "komisch" (= anders als Erwachsene) bewegen waren ihr immer suspekt. Sie zeigte das durch Knurren und Zähnefletschen wenn ihr ein Kind zu nahe kam.
Dementsprechend angespannt und besorgt waren wir, als wir mit Baby aus dem Krankenhaus nach Hause gekommen sind.
Anfangs war sie auch total verunsichert und hat zwar geschnuppert, sich aber immer wieder schnell auf ihren Platz verzogen, wenn das Baby geschrien hat.

Mittlerweile (unsere Tochter ist 2,5 Jahre alt) haben wir folgendes festgestellt:
- Ab dem Moment, an dem das Kind mit der Beikost gestartet hat und herausgefunden hat, dass der Hund sehr gerne ihr Essen vom Boden aufisst bzw. die schmutzigen Hände sauber schleckt sind sie ein Herz und eine Seele. Während der Hund vorher lieber Abstand gehalten hat, kuscheln sie jetzt auch gemeinsam
- Es gibt Tabu-Zonen für Kind als auch Hund. Das Kind darf nicht auf den Platz vom Hund. Es gibt bei uns zwei "Hundeecken" mit einem Hundekörbchen und die sind fürs Kind absolut Tabu. Diese dienen aus Rückzugsort für den Hund damit er weiß, dass er dort immer sicher ist. Es ist weder erlaubt, dass das Kind in den Korb steigt, noch darf es Sachen reinlegen oder auch vorm Korb stehen und den Hund anstarren (hat sie eine Zeit lang auch sehr gerne gemacht). Das ist für den Hund aber eher bedrohlich, deswegen Tabu. Genauso ist es für den Hund Tabu unter den Tischen zu sitzen oder liegen oder auch Spielzeug vom Kind anzurühren. Die Regeln werden jederzeit und von allen Familienmitgliedern und Besuchern zu 100% eingehalten und funktionieren daher auch problemlos.
- Der Hund wird begrüßt, aber als letztes. Er darf Gäste nicht vor dem Kind bzw. schon gar nicht vor uns begrüßen (Rudelrangposition klar machen).
- Das Kind darf dem Hund Futter geben (zu den normalen Futterzeiten und natürlich im normalen Napf) muss dann aber während der Hund frisst aus dem Zimmer gehen und den Hund in Ruhe lassen.
- Wenn das Kind zu intensiv streichelt und kuschelt (sie würde sich manchmal am liebsten einfach auf den Hund drauflegen und schmusen), dann sagen wir das dem Kind und unterbinden es. Gleiches gilt für den Fall, wenn der Hund schläft. Schlafender Hund ist Tabu.

Und natürlich sind Kind und Hund NIE alleine in einem Zimmer. Das ist wirklich das wichtigste. Egal wie sehr man seinem eigenen Hund vertraut und ihn liebt (was wir natürlich tun): es ist und bleibt ein TIER das unberechenbar sein kann und im Zweifel Konflikte auf "seine" Art löst. Hundewelpen werden von der Mutter auch erzogen, indem diese sie leicht beisst oder kneift. Hundwelpen macht das nichts aus, aber Menschenhaut und besonders Kinderhaut ist da tausendmal empfindlicher. Also auch, wenn der Hund war nichts "schlimmes" machen will sondern z.B. nur zeigen möchte, dass er jetzt nicht gestreichelt werden will, kann es im schlimmsten Fall in einer schlimmen Bisswunde enden. Und nicht, weil der Hund aggressiv oder gestört ist, sondern weil er sich einfach so verhält, wie es seine Art ist. Deswegen lieber einmal zu viel den Hund abrufen/einsperren oder das Kind mitnehmen als zu wenig. Und das sage ich als große Hundeliebhaberin.
Alter 31 | Nr. 1 Januar 2017 | Sternenkind 13. SSW 09/2018 | Regenbogenbaby September 2019 :love:

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