Beckenboden-Austausch-Thread

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Ohne
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Beckenboden-Austausch-Thread

Beitrag von Ohne » Freitag 9. August 2019, 12:16

Hallo,
es gab zwar schon mal ein paar Fäden zu dem Thema Beckenboden, ich mache trotzdem mal einen neuen auf, weil ich es cool fände, wenn es einen allgemeinen Austausch zu dem Thema Beckenboden, vor allem nach der Geburt (im weitesten Sinne danach ;) ) gäbe, nicht nur Klärung spezifischer Fragen. Sowohl Das Training des Beckenbodes, Erfahrungsberichte als auch Ausheulen darüber, wenn er einfach nervt, kann ich mir hier vorstellen.

Ich mache mal den Anfang, am Schluss hab ich noch eine anatomische Frage.

Ich hatte vor der Geburt meines Baby (vor acht Monaten) nie Probleme mit dem Beckenboden, ihn auch nicht wirklich (bewusst) traininert, wahrscheinlich hatten manche Sportarten, die ich gemacht habe (Yoga vor allem) aber irgendwie einen Effekt. Auch in der Schwangerschaft habe ich viel Yoga gemacht. Die Geburt war relativ unkompliziert, relativ schnell und mit Rissen in der Scheide und an den Schamlippen.
In den ersten Wochen nach der Geburt war der Beckenboden erstmal kein Problem, zumindest kein spürbares. Dann hatte ich nach zwei Wochen eine Blasenentzündung, die erste starke in meinem Leben mit sehr üblen Schmerzen. Danach wurde es erstmal ziemlich nervig, auch als die Entzündung wieder weg war: Urinverlust bei voller Blase, beim Lachen, beim Niesen...erstmal hat das nicht so furchtbar gestört, wegen dem Wochenfluss hatte ich ja eh immer noch eine Einlage...dachte, wird schon wieder, auch durch die Rückbildung.
Ich hab dann leider den Fehler gemacht, einen Yogakurs statt einem klassischen Rückbildungskurs zu besuchen. Ein Kurs für Mamas mit Babys, weswegen ich erwartet habe, dass da auch einiges für den Beckenboden passiert, tatsächlich standen aber andere Dinge im Vordergrund. Ich hab dann versucht, selbst ein bisschen zu trainieren, aber auch nur phasenweise und halbherzig. Die Probleme wurden zwar nach und nach besser, ich habe weniger oft Urin verloren. Aber es kam immer noch ab und an vor.
Etwa vier Monate nach der Geburt war ich zur Vorsorge bei meiner FÄ und die hat dann ganz schön gemeckert über den Beckenboden. Ich war davon zum einen etwas irritiert, denn vier Monate nach Geburt kann man ja irgendwie auch noch nicht erwarten, dass alles so wie vorher ist. Andererseits hat es mich schon motiviert, wieder mehr zu tun und ich habe das mit Liebeskugeln probiert. Eine zeitlang hat das auch Spaß gemacht, so richtig warm geworden bin ich damit aber nicht. Also wieder bloß ein paar Wochen intensiveres Training und dann Pause.
Tja, nun hatte ich eigentlich seit Februar keine Probleme mit dem Urin, auch wenn ich den Eindruck hatte, beim Niesen machmal noch zu merken, wie da ein bisschen was nachgibt, nur halt nicht so sehr, dass was rausläuft. Vor zwei Wochen ist es dann aber nochmal passiert - bei voller Blase, mit 9-Kilo-Baby auf dem Arm geniest, und dann wars vorbei.
Nun versuche ich, wieder mehr zu machen. Auf die Liebeskugeln hab ich keine Lust mehr, ich versuche eher, im Alltag meinen Beckenboden anzuspannen. Ich hab angefangen zu zählen, wie oft ich ihn anspanne (innerhalb eines Tages). Klingt erstmal gaga, hilft mir aber, dranzubleiben. In so Ratgebern dazu geht es ja oft darum, dass man irgendwelche Routinen entwickeln soll. Habt ihr da welche? Oder sonst irgendwie Tipps?

Nun noch zu der anatomischen Frage: Wiederum auch in Ratgebern im Internet habe ich gelesen, dass man den Beckenboden teste kann, indem man einen Finger in die Scheide einführt und ihn dann anspannt. Wenn man da nur einen sehr schmalen Muskelring spürt, ist das nicht so gut, wenn er dicker ist, besser. Nun ist es bei mir so, dass ich da schon einen etwas breiteren Ring spüre - wie breit, kann ich nicht genau sagen -, aber nicht überall gleich. Ich spüre die Muskeln vor allem vorne, also Richtung Venushügel und hinten, Richtung Anus. An den Seiten spüre ich fast nichts, nur wenn ich den Finger nach rechts und links bewege, kommt da irgendwann Spannung.
Da ich diesen Test nie vor der Geburt gemacht habe, kann ich nun überhaupt nicht sagen, ob das normal ist? Wie ist das bei euch? Falls das nicht normal ist, müsste ich dann ja wahrscheinlich gezielt die seitlichen Teile des Beckenbodens trainieren, oder?

Ich hoffe, es gibt ein paar Ideen und Austausch. :wave:

Edit: Ich spüre schon auch ein bisschen was an den Seiten, allerdings ist es eben nicht so wie ein Kreis, also kein geschlossener. Eher wie ein Kreis, wo links und rechts jeweils ein Stück rausgeschnitten ist... :think:

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Caroca
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Re: Beckenboden-Austausch-Thread

Beitrag von Caroca » Freitag 9. August 2019, 12:43

Super Sache der Thread :thumbup:

Ich mache gerade einen Kurs an der Beckenbodenschule.
Uns wurde gesagt, dass es sehr wichtig ist den Beckenboden auch bewusst zu entspannen. Am besten trainierst du tatsächlich mit anspannen-loslassen. Liebeskugeln sind kontraproduktiv, also am besten vergessen (zumindest zu dem Zweck).
Unsere Kursleiterin meinte es gibt Untersuchungen, die herausgefunden haben, dass wenn man den Beckenboden am Tag 300 Mal anspannt man nach ca 8 Monaten eine Verbesserung spüren kann. Hierbei zählt aber auch das unbewusste Anspannen im Alltag. Allgemein kann ich so einen Kurs nur empfehlen. Wir haben ganz viele tolle Übungen gelernt und ich mache ihn auch nur rein präventiv (habe zum Glück noch keine Probleme).

Zu deiner anatomischen Frage kann ich dir leider nichts sagen - könnte das nächste mal beim Kurs nachfragen :)

Du kannst übrigens immer noch einen Rückbildungskurs machen ;)
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Tinkaloo
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Re: Beckenboden-Austausch-Thread

Beitrag von Tinkaloo » Montag 12. August 2019, 13:38

Hallo ihr Lieben,

schöner Thread, da lese und schreibe ich gerne mit. =)

Die Geburt ist jetzt 36 Tage her. Ich hatte einen Dammriss 2. Grades und wurde entsprechend genäht. Es sind noch ein paar Fäden übrig und u. a. deswegen habe ich mich auch noch nicht getraut, mal "reinzufühlen". :shamebag: Daher kann ich zu diesem Ring des Beckenbodenmuskels noch gar nichts sagen. Ich spanne den Tag über immer mal wieder bewusst an, halte ein paar Sekunden und lasse wieder los und dann mache ich noch das "Gänseblümchen pflücken", falls das jemand kennt, als schnell hintereinander anspannen und wieder loslassen, mehrere Male.
Rückbildungskurs beginnt erst Anfang Oktober und zum Yoga darf ich laut Hebamme erst Anfang September wieder.

In den ersten Tagen nach der Geburt bin ich ausgelaufen, wenn ich zu lange mit dem Toilettengang gewartet habe, dann konnte ich es nicht mehr halten. Ebenso beim Niesen/Husten. Das wurde aber besser und mittlerweile kann ich auch wieder "gefahrlos" niesen. :lol:

Werde weiter berichten.. :flower:
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Ohne
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Re: Beckenboden-Austausch-Thread

Beitrag von Ohne » Montag 12. August 2019, 16:01

@Caroca: Ja, wenn du dran denkst, frag gerne mal nach.
300 Mal anspannen am Tag ist ja ganz schön krass. Auch, wenn die unbewussten Male dazuzählen - wie viele machen wir davon? Kann ich überhaupt nicht einschätzen...
Rückbildungskurs geht bis zu neun Monate nach der Geburt, hab ich gelesen..und der Kurs muss in der Zeit beendet sein, also hab ich das jetzt doch verpasst. Hätte aber auch eh keine Lust mehr gerade, ich versuch es selbst und hoffe, das klappt.

Tinkaloo, alles Liebe! :flower:
36 Tage, wow. Da hab ich noch nicht so richtig an Beckenbodentraining gedacht, außer mal zum kurz testen, ob das überhaupt noch geht. Gut, dass du schon wieder Fortschritte spürst. Es ist einfach krass, wass die Muskeln im Becken aushalten müssen bei der Geburt. Dass du da noch nicht reinfühlen willst, kann ich verstehen - habe ich mich so früh auch noch nicht getraut...
Yoga hab ich leider noch nicht wieder in meinen Alltag integrieren können, obwohl ich mir vor ein paar Monaten schon eine eigene Sequenz überlegt habe, in die ich auch Beckenbodentraining eingebaut habe, aber ich hab meine Notizen dazu verloren und überhaupt fehlt gerade der Sport, ich hätte die Zeit an den meisten Tagen, wenn mein Kind im Bett ist, aber vergesse das irgendwie oder bin zu müde. :shamebag:

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Snow_Flake
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Re: Beckenboden-Austausch-Thread

Beitrag von Snow_Flake » Montag 12. August 2019, 16:45

Ich klinke mich auch mal kurz ein :wave:
@Ohne: Die Hebamme in unserem Rückbildungskurs hat gesagt, dass man die seitlichen Teile des Ringes trainiert, indem man den Beckenboden anspannt und dabei gezielt versucht die Sitzbeinhöcker "zusammen zu drücken". Dabei immer den unteren Bauch angespannt halten und das Becken leicht nach vorn kippen. Vielleicht hilft dir das ja ein bisschen beim Üben :flower:
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Re: Beckenboden-Austausch-Thread

Beitrag von SilvaStar » Samstag 7. September 2019, 22:41

Hat denn jemand von euch schon während der Schwangerschaft Beckenbodentraining gemacht? Meine Hebamme hat es mir empfohlen. Hab jetzt auch schonmal 2 Wochen am Stück täglich trainiert, aber so 100 % sicher bin ich mir eigentlich nicht, ob ich es richtig mache. Es soll ja vorallem wichtig sein, den inneren Beckenboden zu trainieren, jau wo issn der :lol:
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Minky
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Re: Beckenboden-Austausch-Thread

Beitrag von Minky » Sonntag 8. September 2019, 10:37

Ohne hat geschrieben:
Freitag 9. August 2019, 12:16
In so Ratgebern dazu geht es ja oft darum, dass man irgendwelche Routinen entwickeln soll. Habt ihr da welche? Oder sonst irgendwie Tipps?
Meine Hebamme empfiehlt eine Routine beim Geschirrspüler. Jedes einzelne Stück was man einräumt oder rausholt, einmal anspannen. Das funktioniert auch super mit der Wäsche und bestimmt auch mit vielen anderen Dingen 😊
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