Trauer, Verzweiflung, Enttäuschung...

Wenn die fruchtbare Zeit sich dem Ende zuneigt
Margareta
Beiträge: 49
Registriert: Samstag 19. August 2017, 18:03

Re: Trauer, Verzweiflung, Enttäuschung...

Beitrag von Margareta » Samstag 26. August 2017, 12:57

Hallo Lexa,

möchte kurz auch noch mitteilen, was ich zu deiner Situation denke - bin keine Expertin, auch keine Gyn, aber ein wenig lebenserfahren, wie ich meine, behaupten zu können (44 Jahre alt, zwei Kinder, beide ungeplant bekommen - tatsächlich ist das auch heute noch möglich, außerdem eine FG und einen Abbruch vor vielen Jahren, bei der Geburt des ersten Kindes war ich 19 und mitten in der Ausbildung, mit beiden Kindern war/bin ich alleinerziehend - genaue Hintergründe sind an dieser Stelle nicht relevant, nur so zur groben Orientierung).

Zunächst zu deiner körperlichen Situation:

1. Mir ist nicht nachvollziehbar, inwiefern ein chemisch-synthetisches (Hormon?-) Präparat deine Eizellen oder Eisprünge "aufsparen"/"einfrieren"/"erhalten" könnte? Nach meinem bisherigen Wissensstand ist das nicht möglich.

2. Hast du damals oder inzwischen eine Zweitmeinung - eines anderen Gynäkologen und/oder Endokrinologen - eingeholt und war dies hoffentlich keine Kiwu-Praxis? Ich würde zu einem nfp-affinen Gyn raten.

3. Hast du über alternative Behandlungsmethoden nachgedacht/diese in Betracht gezogen - bspw. eine Umstellung der Lebensweise (ist häufig nicht leicht, ja), insbesondere in Hinblick auf Ernährung, Bewegung, Entspannung? Ich weiß nicht, ob bei dir chronische Erkrankungen vorliegen (Schilddrüse bspw.) - habe die Kommentare teilweise eher überflogen, nicht alles gründlich gelesen, bitte um Nachsicht, frage daher danach. ?
Vielleicht könntest du es auch mit TCM versuchen?

4. Du schriebst, du hast zur Zeit noch regelmäßige Zyklen und Eisprünge - wie hängt das mit vorgeblicher (voraussichtlich baldiger) Unfruchtbarkeit bzw. mit vorzeitig eintretenden Wechseljahren zusammen - ist das nur am AMH-Wert festgemacht worden?
Siehe dazu bspw. Folgendes, falls noch nicht bekannt:

http://www.wunschkinder.net/aktuell/wis ... tsch-5568/" target="blank

5. Auch wenn ich dafür sicher Kritik ernte: Mein persönlicher Eindruck ist, dass Ärzte, insbesondere Kiwu-Ärzte/-Praxen, aber Gynäkologen generell sehr schnell mit der Empfehlung zu invasiver Behandlung, vor allem aber zur Behandlung mit Medikamenten/Hormonen sind - denn: sie verdienen damit ihr Geld. Es ist für sie (und die Pharmafirmen) eine sehr lukrative Sache geworden und boomt im Grunde inzwischen (die Kiwu-Behandlung).
Frauen wird m.A.n. häufig sehr schnell auch zur Pilleneinnahme oder auch zur Spirale geraten - oft, ohne dass die Frau jeweils genau über alle Hintergründe, Indikationen, Diagnostik(möglichkeiten, -methoden), Fakten, Nebenwirkungen, Spätfolgen (ausreichend oder überhaupt) informiert ist. Wie gesagt: Die Ärzte verdienen genau daran (auch an invasiven Methoden, Untersuchungen) - das ist in der Medizin ein bekanntes, generell verbreitetes Problem (Überdiagnostik, Behandlungen, die nicht notwendig wären, die häufig auch eher schaden können usw.).

Ich würde daher vor jeglichem Behandlungsbeginn immer eine Zweit-, vielleicht auch Drittmeinung einholen, insbesondere dann, wenn es um wirklich Wichtiges (mit weitreichenden Folgen oder intensiven, einhergehenden Belastungen ...) geht.
Das Problem ist eben, dass die (sogenannten) Spezialisten/Fachärzte leider gerne in die eigene Tasche wirtschaften, was alles auch generell mit der Gesundheitspolitik zu tun hat, aber darum geht es ja hier nun nicht vorrangig.
Ich denke aber, eine gesunde Skepsis gegenüber Ärzten ist zumeist durchaus geboten.

6. Ich bin nicht an deiner Stelle, daher kann ich nicht einfach sagen, ich würde dies oder jenes tun, denke aber, dass ich diese Pille (?) - Belara? - nicht (mehr) nehmen würde, sie überhaupt nicht zu nehmen angefangen hätte (insbesonder nicht, wenn/weil du regelmäßige Zyklen zuvor hattest) und sie schon wegen der Nebenwirkungen und deines bestehenden, starken Kiwus nicht (mehr) nehmen würde.
Üblicherweise bringen chemisch-synthetische Hormone ja eher Nachteile, haben Nebenwirkungen, ggf. Spätfolgen/Langzeitwirkungen, bringen den Zyklus durcheinander ... . Die Frage ist also: Ist das nun wirklich hilfreich für dich und gerade im Hinblick auf deine Zukunft (deinen Körper, deine Fruchtbarkeit, deinen Kiwu, deine Gesundheit)? Ist das tatsächlich das Mittel der Wahl oder gäbe es Alternativen - bspw. naturheilkundliche/alternative Therapien?

Oder ist es überhaupt erforderlich, jetzt irgendetwas in Form von Behandlung zu tun - siehe vor dem Hintergrund der Information/Fakten, die ich oben zum AMH verlinkt habe?

Dann zur Situation mit deinem Partner:

Auch hier sage ich geradeheraus, was ich hierüber denke, das vorweg. ;)

Auch ich würde gerne wissen, wie lange ihr bereits zusammen seid?
Grundsätzlich ist es ja nicht gerade selten, dass der Kiwu häufig(er) von der Frau ausgeht - ich beziehe mich mit nachfolgend gemachten Aussagen auf dieses Faktum, Ausnahmen bestätigen wie immer die Regel (es gibt also auch Männer mit Kiwu, diese sind aber in der Minderzahl).

Ja, man kann immer mit all den Vernunftargumenten anrücken - Geld, Alter, Lebensumstände (familiärer Hintergrund, berufliche und/oder gesundheitliche Situation usw.). Das sind tatsächlich zumeist eben Totschlagargumente, denn sie lassen sich immer anführen und scheinen so unschlagbar vernünftig zu sein.
Nur geht es beim Kiwu im Grunde n i e um Vernunft, sondern immer ums Gefühl. Rein vom Verstand betrachtet, gab es nie und gibt es wohl nie je den wirklich richtigen Zeitpunkt, Kinder zu bekommen ... . Man kann schon allein mit der globalen Situation, mit Klimawandel, Überbevölkerung usw. "argumentieren" - es werden sich (fast) immer rationale Gründe/Argumente finden lassen, die gegen Kind/er sprechen (dagegen, welche zu zeugen, in die Welt zu setzen).

Es ist aber der Kiwu durchaus eben auch eine biologische Sache, der deshalb vor allem Frauen betrifft - weil sie es sind, die das Kind neun Monate tragen, es ggf. auch stillen, es gebären, es zumeist mehrheitlich/intensiv(er) umsorgen (siehe, dass weltweit noch immer Sorge-Arbeit mehrheitlich von Frauen geleistet wird, auch in den westlichen Industrienationen ist das nach wie vor so - aus verschiedenen Gründen, eigenes Thema).

Kinder sollten Bezugspersonen beiderlei Geschlechts und idealerweise unterschiedlichen Alters/Generationen haben können, Väter sollten fürsorglich, liebevoll, einfühlsam, verantwortungsvoll sein, sich verhalten.
Aber das ist ein weites Feld - denn wir wissen, dass gerade heute viele Männer selbst noch lange nicht reif, erwachsen sind, dass ihnen ihre "Freiheit", das Ungebundensein, eigenes Fortkommen, Anerkennung durch Beruf und/oder Freizeittätigkeiten, ihr eigener Spaß und auch das Umsorgtwerden häufig sehr wichtig sind - ein Kind zu haben, bedeutet, weniger flexibel, mobil zu sein, vor allem also freiwillig verzichten zu können, zu wollen, g e b e n, fürsorglich und verlässlich, verbindlich sein zu können, d.h. zu wollen, eigene Bedürfnisse und Wünsche hintanstellen, sich selbst zurücknehmen zu können - f ü r einen anderen Menschen, der vom eigenen Tun abhängig, auf die eigene Fürsorge angewiesen ist.

Wir leben aber in einer längst sehr hedonistischen, auch narzisstischen Gesellschaft - es geht viel um "Individualität", um Spaß, weniger um Solidarität, Kooperation, Fürsorglichkeit (siehe auch beim Wirtschaften z.B. -auch ein eigenes Thema).

Männer haben wohl schon aufgrund der Physis/Biologie durchaus ein anderes Verhältnis zu Kindern als Frauen/Mütter, die schon in der Schwangerschaft, durch diese, mit dem Kind "verbundener" sind bzw. im Grunde zwangsläufig "Beeinträchtigungen" dadurch haben (wir wissen auch, dass bspw. das Stillen die Bindung verstärkt usw.).

Mein Eindruck ist, dass dein Freund dich eigentlich für sich haben möchte, dass er dich, sein/euer Leben, euer Zusammensein nicht mit einem Kind teilen möchte, dass er dich eigentlich durchaus hinhält - denn er geht doch sehr egoman/selbstsüchtig über d e i n e prekäre physische Situation hinweg.
Im Grunde gibt aber genau diese - dein Körper also - vor, wie/dass die Zeit läuft, wie die Uhr tickt -und daher hätte er sich nach dir zu richten, w e n n ihm wirklcih an dir und eurer Beziehung gelegen ist.
Wenn er j e t z t, d.h. in absehbarer Zeit - und vor dem Hintergrund deiner physischen Situation sind sechs Monate schon eine lange Zeit - keine Kinder will, soll er das so sagen und das bedeutet, dass es dann einfach nicht passt.

Du setzt ihn ja nicht unter Druck, weil du ihm ein Kind aufzwingen möchtest, weil du partout deinen Willen durchsetzen möchtest, sondern weil dein Körper den Takt vorgibt - und genau dieser Umstand ist der entscheidende, der eigentlich keinen Aufschub duldet.

Du brauchst also tatsächlich jetzt eine Entscheidung - ein Ja oder Nein - von ihm und j e t z t einen Partner, der zum Kind bzw. zum Vaterwerden Ja sagen kann/will.

Natürlich ist es bitter, sich wegen solcher Differenzen trennen zu müssen. Natürlich kann dir niemand sagen, ob du das bereuen wirst/würdest oder nicht, ob und wann du einen Partner finden wirst, der ein Kind mit dir möchte. Aber das weiß letztlich niemand.
Und ja: Es ist ein grundsätzliches Problem und Missverhältnis, dass Männer häufig ihren Wunsch nach Sex leicht befriedigen können (siehe Pornographie, Prostitution, dating-Plattformen - auch für Seitensprünge etc.), Frauen ihren Wunsch nach Kindern bzw. Mutterschaft hingegen nicht (so einfach oder überhaupt, da auch eben immer finanzielle, berufliche Aspekte - neben der "biologischen Uhr" eine Rolle spielen).

Fakt ist aber, dass die Biologie den Takt eben gerade bei Frauen vorgibt und wenn sie bei dir "schneller läuft", verbietet sich jegliches Hinhalten und Warten.

Du kannst daher nur für dich allein letztlich entscheiden, ob du unter diesen Umständen mit deinem Freund zusammenbleiben und -leben/-wohnen möchtest, ob du das k a n n s t (und dir sogar diese Pillengeschichte antust ...) oder ob du vor dem gegebenen Hintergrund doch eine Trennung besser erträgst.

Ja, auch ich finde es schlimm, dass du eine solche Entscheidung überhaupt treffen musst, dass im Grunde dein Freund dich in eine solche Situation bringt und gegenüber deiner körperlichen Situation, die du nicht verschuldet hast, für die du nichts kannst, derart rücksichtslos ist.
Daran ändert auch nichts, dass er dir manipulativ ins Gewissen redet und auf verständnisvoll macht. Denn dass es sich so verhält, ist leider mein Eindruck. - Er drückt auf diese Weise im Grunde s e i n e n Willen durch/dir auf und du hast mit deinen Wünschen, Bedürfnissen und körperlichen Umständen das "Nachsehen".

Ich will dir keine Trennung aufschwatzen, kann dir aber nur sagen: Auch für den Bestand dieser Beziehung gibt es keine Garantie. Vielleicht trennt ihr euch in ein paar Monaten oder Jahren ohnehin, vielleicht lernt er auch eine andere Frau kennen oder es passt aus anderen Gründen nicht (mehr) - dann ist für dich Zeit verloren (auch, um einen anderen Partner kennenzulernen, dich auf einen anderen Mann einzulassen ...) und du hast, plakativ formuliert, weder Kind noch Partner.

Du musst also nach deinen Prioritäten gehen und auf dein Herz - nicht den Verstand - hören, denn alles andere bereut man zumeist eben doch. Es ist nämlich eben dein Leben, dein Körper, deine Zukunft - so, wie dein Freund eben sein Leben, seine Wünsche, sich in den Mittelpunkt stellt. ;)

Liebe Grüße und sorry für Länge,
Margareta

-V-
Beiträge: 6389
Registriert: Sonntag 5. Juni 2011, 11:31

Re: Trauer, Verzweiflung, Enttäuschung...

Beitrag von -V- » Samstag 26. August 2017, 17:38

Margarata, was soll das denn bringen, wenn du 3 Jahre alte Threads ausgräbst, in denen sich die Ausgangssituation schon längst geändert hat?
Literatur über NFP - Wissensbereich - FAQ
Zyklen teilen mit der alten Webversion & den neuen Apps

Verhütung mit mittlerweile dreistelliger Kurvensammlung

Margareta
Beiträge: 49
Registriert: Samstag 19. August 2017, 18:03

Re: Trauer, Verzweiflung, Enttäuschung...

Beitrag von Margareta » Sonntag 27. August 2017, 08:54

Hallo -v-,

das soll "bringen", dass auch andere Leserinnen sicher immer wieder mal über auch ältere threads stolpern und die darin behandelten Themen und Mitteilungen interessant finden. Manches wird von einigen Leserinnen auch mittels der Suchfunktion gesucht/gefunden.

Würde es sich anders verhalten, könnte man im Grunde alle alten threads einfach löschen (als Administrator) - man könnte dann mit oder ohne die Zustimmung der Foren-Mitglieder ein Datum bestimmen, ab welchem rückwärts die threads gelöscht werden könnten. ;)
Nicht wenige Fragen und Themen wiederholen sich ja auch, werden immer wieder neu gepostet, andere weniger.
Ich habe in meiner Antwort hier zwar auch, aber gerade nicht nur Lexa geantwortet, sondern zu Allgemeinem Stellung genommen.

Im Übrigen: Muss man sich hier dafür rechtfertigen - vor wem und aus welchen Gründen? - wenn man auf einen thread antwortet - auch wenn dieser schon mehrere Jahre alt sein sollte? Ist das irgendwie verboten, anrüchig? Denn sinnlos ist es aus oben erläuterten Gründen nicht.

Gruß
Margareta

-V-
Beiträge: 6389
Registriert: Sonntag 5. Juni 2011, 11:31

Re: Trauer, Verzweiflung, Enttäuschung...

Beitrag von -V- » Sonntag 27. August 2017, 17:39

Faden auf Wunsch der Erstellerin geschlossen.
Literatur über NFP - Wissensbereich - FAQ
Zyklen teilen mit der alten Webversion & den neuen Apps

Verhütung mit mittlerweile dreistelliger Kurvensammlung

Gesperrt