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Die 33 häufigsten Nebenwirkungen der Pille

Titelbild: Die 33 häufigsten Nebenwirkungen der Pille

In diesem Artikel geht es darum, was Sie gegen mögliche Nebenwirkungen tun können und ob es vielleicht an der Zeit ist, die Pille abzusetzen.

Inhalt dieses Artikels:

Wann Nebenwirkungen der Pille auftreten können

Nebenwirkungen können zwar schon bald nach dem ersten Einnahmetag auftreten. Manchmal dauert es aber auch Wochen, Monate oder gar Jahre, bis sich die ersten Symptome bemerkbar machen.

Klar ist: Wem es mit der Pille jahrelang gut ging, der wird nicht plötzlich anfangen, die Pille zu verdächtigen, wenn plötzlich Kopfschmerzen auftreten, Migräne, depressive Schübe oder sich sexuelle Unlust breit macht.

Dabei sollte man genau das tun: Die Pille hinterfragen und überlegen, ob diese der Auslöser für die Nebenwirkungen sein kann.

Schwierig ist, dass es Frauenärzte gibt, die den Zusammenhang zwischen der Pille und den jeweiligen Nebenwirkungen abstreiten. Das kann nicht von der Pille kommen ist ein Satz, der jeden Tag in Arztpraxen aus Unwissenheit oder Ignoranz ausgesprochen wird.

Dabei sind die möglichen Nebenwirkungen der Pille gut dokumentiert und stehen in jeder Packungsbeilage.

Die Pharmaindustrie hat, nicht zuletzt durch die Klagen gegen Bayer und andere Pillenhersteller aufgrund von Schlaganfällen durch Blutgerinnsel, die Risiken und möglichen Nebenwirkungen der Pille deutlich besser beschrieben.

Nebenwirkungen müssen übrigens nicht immer gleich Härtefälle sein. Thrombosen, Lungenembolien und bleibende Schäden sind glücklicherweise sehr selten. Was jedoch viel zu häufig einfach so hingenommen wird, sind die ganzen Lästigkeiten, mit denen man im Alltag zu kämpfen hat.

Wie kann man die Nebenwirkungen reduzieren oder gar ganz verhindern?

Diese Frage ist ein bisschen so als würde man fragen: Wie kann ich einen Liter Vodka trinken ohne betrunken zu sein? Die Pille wirkt nunmal hormonell und weil der Körper überall Rezeptoren für Östrogen und Gestagen hat und sich die Hormone durch das Blut im gesamten Körper verteilen, wirkt sich die Pille immer auf den gesamten Körper aus.

Das ist übrigens beim NuvaRing nicht anders, auch wenn hin und wieder fälschlicherweise von Frauenärzten behauptet wird: der NuvaRing wirkt nur lokal. Das Hauptprinzip des NuvaRings ist es, den Eisprung zu unterdrücken. Vertrauen Sie keinem Frauenarzt, der was anderes behauptet – es steht schließlich schwarz auf weiß in der Packungsbeilage.

Der Eisprung wird im Gehirn ausgelöst und deshalb müssen die Hormone auch dort hin.

Der Vorteil des NuvaRings ist lediglich, dass insgesamt weniger Hormone benötigt werden, um das gewünschte Level zur Verhütung zu halten, weil diese kontinuierlich abgegeben werden. Im Gegensatz dazu wird die Pille alle 24 Stunden genommen und weil der Körper kontinuierlich die Hormone abbaut, muss die Dosis der Pille höher sein.

Um bei dem Vodka-Beispiel zu bleiben; die Antwort würde also lauten: Trink weniger Vodka, dann bist du auch nur ein bisschen betrunken. Mit der kleinen Einschränkung, dass es ein gewisses Mindestmaß an Hormonen benötigt, damit hormonelle Verhütung überhaupt wirkt.

Allerdings ist auch das so eine Sache. Weniger Hormone in der Pille bedeutet nicht automatisch gesünder.

Normalerweise werden in der Pharmazie Fortschritte gemacht. Neue Medikamente sind besser verträglich und haben weniger Nebenwirkungen als die alten. Bei Pillen der 3. und 4. Generation scheint das jedoch nicht der Fall zu sein. Diese enthalten zwar deutlich weniger Hormone als ihre Vorgänger, erhöhen das Risiko einer Thrombose jedoch mehr als ihre Vorgänger. Man könnte sagen, dass es in der Entwicklung der Antibabypille zumindest in dieser Hinsicht einen Rückschritt gab.

(Quelle: Vinogradova et al., BMJ 05/2015, Use of combined oral contraceptives and risk of venous thromboembolism: nested case-control studies using the QResearch and CPRD databases.)

Um die Frage, wie man Nebenwirkungen reduzieren oder ganz verhindern kann zu beantworten:

Es kann helfen, die Pillenmarke zu wechseln und von einem Kombinationspräparat, das Östrogen und Gestagen enthält, auf eine östrogenfreie Pille umzusteigen. Es kann auch helfen, von der Pille auf den NuvaRing zu wechseln.

Leider kann es aber auch sein, dass nichts davon hilft und Ihr Körper schlicht und ergreifend nicht gut mit den künstlich zugeführten Hormonen zurechtkommt. Manche Frauen probieren so ziemlich alles durch, was es an Pillenmarken auf dem Markt gibt, nur um am Ende dann doch ganz anders zu verhüten, beispielsweise mit der symptothermalen Methode.

Die Antibabypille mit 13 schon nehmen?

Derzeit ist nicht geklärt, inwiefern die Pilleneinnahme Auswirkungen auf die Entwicklung eines jungen Mädchenkörpers hat. Sie steht im Verdacht, die Knochendichte beim nicht ausgewachsenen Skelett zu reduzieren. Bei der Dreimonatsspitze ist die Reduzierung der Knochendichte nachgewiesen.

(Weitere Informationen: PDF)

Ein weiterer Aspekt, den viele vergessen: Wer mit 13 oder mit 14 schon die Pille nimmt, erlebt niemals eine pillenfreie Sexualität. Sämtliche sexuellen Erfahrungen werden unter der Pille und damit unter dem Einfluss künstlicher Hormone gemacht.

Okay, aber wo ist das Problem? Ganz einfach: Die Pille wirkt sich auch auf die Sexualität aus.

Nebenwirkungen der Pille auf die Sexualität

Natürlich ist am Anfang jeder Beziehung alles neu und man kann kaum die Finger voneinander lassen. In vielen Beziehungen nimmt das sexuelle Interesse mit der Zeit etwas ab. Kritisch wird es jedoch, wenn sich Lustlosigkeit breit macht, die einzig und allein auf das hormonelle Verhütungsmittel zurückzuführen ist.

Da nimmt man die Pille zur sicheren Verhütung und dann verschwindet als unerwünschte Nebenwirkung die Lust auf Sex oder wird zumindest weniger. Manche Frauen werden durch die Pilleneinnahme beim Geschlechtsverkehr weniger feucht, andere haben schwächere Orgasmen.

Eine Frau, die seit sie 13 oder 14 ist die Pille nimmt, kennt das vielleicht gar nicht anders, kennt ihren Eisprung nicht und auch nicht die sexuelle Lust, die mit dem Östrogengipfel kurz vor dem Eisprung einhergeht.

Entsprechend berichten viele Frauen nach Absetzen der Pille von einer ungeahnten Lust und sind regelrecht über sich selbst erstaunt, dass es Tage im Zyklus gibt, an denen sie sich vor lauter Gedanken an Sex kaum auf was anderes konzentrieren können.

Nebenwirkungen der Pille auf die Scheide

Einige Frauen berichten von Trockenheit (im Alltag, nicht während sie Sex haben), die zu einem unangenehmen Juckreiz führen kann. Der Juckreiz kann allerdings auch durch eine Pilzinfektion ausgelöst werden. Frauen, die hormonell verhüten, leiden häufiger unter Pilzinfektionen der Scheide oder Blasenentzündungen.

Manche Frauen probieren ein Mittel nach dem anderen und nichts scheint zu helfen. Erst als sie die Pille absetzen, ist der Pilz plötzlich weg und kommt auch nicht wieder.

Auswirkungen der Pille auf die Psyche: Antriebslosigkeit, Müdigkeit, Depressionen

Kaum greifbar sind Nebenwirkungen der Pille, die sich auf die Psyche auswirken. Wir leben schließlich nicht in einer Seifenblase und die Lebensumstände können sich genauso auf unsere Gefühle auswirken. Woher weiß man also, was jetzt der Pille zuzuschreiben ist und was nicht?

Bemerkenswert ist Folgendes:

Manche Frauen fühlen sich depressiv, haben Stimmungsschwankungen, sind gereizt oder haben scheinbar grundlos schlechte Laune. Eines Tages setzen sie die Pille ab (beispielsweise, weil sie ein Kind bekommen möchten) und plötzlich verschwinden diese Verstimmungen.

In manchen Fällen werden solche psychischen Nebenwirkungen über Jahre hinweg in Kauf genommen beziehungsweise wird der Zusammenhang mit der Pille gar nicht erkannt. Erst nach Absetzen der Pille wird deutlich: Hoppla, es geht ja ganz anders, so bin ich ja gar nicht.

Unsere Emotionen werden durch Hormone gesteuert. Der Gedanke, dass ein hormonell wirkendes Medikament in unserer Gefühlswelt herumpfuscht ist daher gar nicht so abwegig, oder?

Schwer feststellbarer Zusammenhang: Magenschmerzen, Magen-Darm Probleme, Unterleibsschmerzen, Migräne und Kopfschmerzen

Oft akzeptiert und als kleines Übel hingenommen sind wohl die Kopfschmerzen, die durch die Pille ausgelöst werden. Immerhin jede zehnte Frau ist davon betroffen laut Packungsbeilage.

Migräne kann so schlimm sein, dass sich manche Frauen für 1–2 Tage krank schreiben lassen müssen.

Unerkannt bleibt häufig der Zusammenhang zwischen hormoneller Verhütung und Magenschmerzen, Problemen mit dem Magen-Darm-Trakt oder anderweitigen Unterleibsschmerzen. Da werden Frauen ins MRT gesteckt und ohne Befund zum nächsten Arzt geschickt. Auch hier wieder zeigt sich erst der Zusammenhang, nachdem die Einnahme gestoppt wurde: Die Pille war schuld und ohne künstliche Hormone lösen sich solche Krankheiten in Luft auf.

(Das soll nicht heißen, dass alle Magenprobleme auf die Pille zurückzuführen sind.)

Auswirkungen auf die Haut: Verbesserung oder Verschlechterung, Akne, Pigmentflecken

Manche Teenies nehmen die Pille gar nicht zur Verhütung, sondern weil sie sich eine bessere Haut davon versprechen und tatsächlich hilft die Mikropille oft gegen Pickel und macht die Haut schön glatt und strahlend. Es gibt jedoch auch Fälle, in denen die Pille die Haut verschlechtert oder Pigmentflecken hervorruft.

Ein weiteres Problem: Es scheint manchmal so als würde die Pille die Pickelzeit im Teenager-Alter gar nicht zum Verschwinden bringen, sondern lediglich pausieren. Schöne Haut mit 16, aber wenn es mit 28 ums Kinderkriegen geht, macht sich auf einmal die Akne aus der Pubertät bemerkbar. Das kann eine enorme Belastung sein, weshalb es nicht ratsam ist, die Pille aus rein kosmetischen Gründen zu nehmen.

Für ein besseres Hautbild gibt es andere Möglichkeiten als die Pille.

Wohlgemerkt: Bessere Haut ist ein überaus schwieriges und komplexes Thema. Was genau hilft, ist von Frau zu Frau unterschiedlich. Bei manchen hilft tatsächlich eine Umstellung der Ernährung, bei anderen Naturkosmetik, bei den nächsten hilft gar nichts und hormonell wirkende Medikamente sind die einzige Lösung.

Was kann man gegen Nebenwirkungen der Pille tun?

Ein Wechsel des Präparats kann helfen. Allerdings kann es auch sinnvoll sein, sich zu überlegen, ob Sie nicht schon lange genug hormonell verhütet haben und ihrem Körper eine Pause von der Dauermedikation geben möchten. Bei angehendem Kinderwunsch kann es ohnehin von Vorteil sein, die Pille rechtzeitig absetzen, am besten 6 Monate bevor es mit der Planung einer Schwangerschaft losgeht.

Eine hormonfreie und natürliche Alternative ist die symptothermale Methode, bei der der Menstruationszyklus beobachtet und die von Natur aus gegebene unfruchtbare Phase exakt bestimmt wird. Übrigens: Die Anwendung der symptothermalen Methode ist einfacher als viele Menschen glauben.

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Buch-Tipp: #MyPillStory – Frust mit Nebenwirkungen der Pille

Das Buch #MyPillStory ist für alle Frauen, die leise Zweifel an hormoneller Verhütung bekommen und sich fragen, ob die tägliche Dosis künstlicher Hormone auf Dauer wirklich gesund sein kann. 34 Frauen berichten vom Frust mit Nebenwirkungen, Ärzte-Marathons, Pillenexperimenten und dem steinigen Weg, bis sie die hormonelle Verhütung endlich hinter sich lassen konnten.

Es geht außerdem um Zyklus-Mythen und wie Sie mit etwas Grundwissen rund um den weiblichen Zyklus eine fundierte Entscheidung bei der Verhütungsfrage treffen können.

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Übersicht über alle gelegentlich auftretenden Nebenwirkungen

Häufig sind (jede 10. Frau ist davon betroffen):

  • Kopfschmerzen und Brustschmerzen

Jede 100. Frau kann von dieser beeindruckenden Liste an Nebenwirkungen betroffen sein. Bemerkenswert sind vor allem Akne und starke Menstruationsschmerzen, denn diese soll die Pille ja eigentlich als Nebeneffekt verhindern:

  • Entzündung der Genitalien (Vaginitis/Vulvovaginitis), Vaginale Pilzinfektionen (Candidose, vulvovaginale Infektionen)
  • Erhöhung des Appetits
  • Depressive Verstimmung
  • Schwindel
  • Migräne
  • Hoher oder niedriger Blutdruck, in seltenen Fällen erhöhter diastolischer Blutdruck (unterer Blutdruckwert)
  • Bauchschmerzen (einschließlich Schmerzen im Ober- und Unterbauch, Beschwerden/Blähungen)
  • Übelkeit, Erbrechen oder Durchfall
  • Akne
  • Haarausfall (Alopezie)
  • Hautausschlag (einschließlich fleckenartiger Hautausschlag)
  • Juckreiz (teilweise über den gesamten Körper)
  • Irreguläre Abbruchblutungen einschließlich starke Blutungen (Menorrhagie), schwache Blutungen (Hypomenorrhoe), seltene Blutungen (Oligomenorrhoe) und Ausbleiben der Blutung (Amenorrhoe)
  • Zwischenblutungen (vaginale Hämorrhagie und Metrorrhagie)
  • Schmerzhafte Monatsblutungen (Dysmenorrhoe), Beckenschmerzen
  • Brustvergrößerung einschließlich Brustanschwellung, Brustödeme
  • Ausfluss aus der Scheide
  • Eierstockzysten
  • Erschöpfung einschließlich Schwäche, Ermüdung und generellen Unwohlseins
  • Gewichtsveränderungen (Erhöhung, Abnahme oder Schwankung)

(Quelle: Packungsbeilage der Maxim)