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Einführung in die symptothermale Methode (NFP)

Zyklus neu entdecken und die fruchtbare und unfruchtbare Phase anhand von Körpersymptomen erkennen

Mit der symptothermalen Methode (auch NFP genannt) können Sie Ihren Zyklus beobachten und den Eisprung anhand von Körpersymptomen ermitteln. Die drei wichtigsten Symptome sind:

  • Körpertemperatur
  • Zervixschleim
  • Gebärmutterhals/Muttermund

Wenn eine Frau die Signale ihres Körpers deuten kann und den ungefähren Zeitpunkt ihres Eisprungs kennt, dann weiß sie auch, wann sie fruchtbar oder unfruchtbar ist. Dieses Wissen wiederum kann sie nutzen, um entweder gezielt schwanger zu werden, oder das Gegenteil: Eine Schwangerschaft vermeiden.

Sich mit der symptothermalen Methode zu beschäftigen, ist eine Herausforderung: Nicht etwa, weil das alles so kompliziert wäre, sondern weil es in Frage stellt, was Sie glauben, über den weiblichen Zyklus zu wissen. Viele Anfängerinnen fragen sich schon nach kurzer Zeit: Warum hat mir das eigentlich vorher keiner gesagt? Keine Sorge, mit Verschwörungstheorien oder Glaube hat das alles nichts zu tun, ganz im Gegenteil: Die symptothermale Methode ist nüchterne Schulmedizin.

Begriffe: Symptothermale Methode, Natürliche Familienplanung, NFP, Sensiplan

Anwenderinnen der symptothermalen Methode nutzen im alltäglichen Sprachgebrauch oft die Abkürzung NFP (das steht für Natürliche Familienplanung) und bezeichnen sich selbst als NFP-Anwenderinnen.

Sympto-thermal bedeutet, dass die fruchtbare Phase im Zykus immer mit mindestens zwei Symptome beobachtet wird: Zervixschleim oder Muttermund (sympto) und die Temperatur (thermal).

Eigentlich ist NFP – Natürliche Familienplanung ein Überbegriff für eine Vielzahl von Methoden zur Eingrenzung der fruchtbaren Phase im Zyklus. Insbesondere in Deutschland, der Schweiz und Österreich hat sich jedoch die symptothermale Methode der Arbeitsgruppe NFP durchgesetzt (in anderen Ländern gibt es andere symptothermale Methoden mit anderen Auswertungsregeln). Die Arbeitsgruppe NFP wiederum verwendet zur Abgrenzung gegenüber ausländischen symptothermalen Methoden die markenrechtlich geschützte Bezeichnung Sensiplan.

Was ist myNFP? myNFP ist eine Software, die Sie darin unterstützt, die symptothermale Methode nach Sensiplan-Regelwerk anzuwenden. Sie ist die digitale Version einer Zykluskurve auf Papier.

Wichtiger Hinweis zum myNFP-Wissensteil

Dieser Wissensteil ist unabhängig von der myNFP-Software. Die hier beschriebenen Informationen sollen Ihnen dabei helfen, die symptothermale Methode kennenzulernen. Die Methode selbst ist anwendbar auf Papier, in Excel oder mit speziellen Zyklus-Apps. Eine dieser Zyklus-Apps ist myNFP.

Der Wissensteil befasst sich mit der symptothermalen Methode und wie man mit Hilfe dieser die fruchtbare und die unfruchtbaren Phasen im Zyklus erkennen kann. Die Erkennung der unfruchtbaren Zeit und das Weglassen zusätzlicher Verhütungsmittel wie Kondome in dieser Phase wird allgemein als natürliche Verhütung bezeichnet.

Bitte beachten Sie, dass die symptothermale Methode nur dann zur Verhütung genutzt werden kann, wenn Sie die Methode vollständig erlernt und alle Regeln verstanden haben. Studien haben gezeigt, dass die Gebrauchssicherheit der Methode höher ist, wenn Sie eine Beratung oder einen Kurs absolviert haben.

Die myNFP-App ist kein eigenständiges Verhütungsmittel, sondern unterstützt Sie lediglich in Ihrer eigenen Zyklus-Auswertung.

Die hier beschriebenen Informationen wurden sorgfältig zusammengetragen. Eine Gewähr über die Richtigkeit der Angaben kann jedoch nicht übernommen werden. Als Quellen dienten primär die Bücher Natürlich & Sicher (19. Auflage, TRIAS Verlag) und Natürliche Familienplanung Heute (4. und 5. Auflage, Springer Verlag).

Dieser Artikel befasst sich mit der symptothermalen Methode zur natürlichen Verhütung. Wenn Sie die Methode zur schnelleren Erfüllung Ihres Kinderwunsches nutzen wollen, hier entlang.

30 Minuten Podcast-Sendung über die symptothermale Methode, die Pille und myNFP

Der myNFP-Gründer im Interview beim Podcast Visionen & O-Saft. Die Interviewerinnen haben ganz typische Fragen und Sorgen vieler Frauen geäußert, die das erste Mal von der symptothermalen Methode hören.

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Deswegen funktioniert die symptothermale Methode: Eine Frau kann nur an wenigen Tagen im Zyklus schwanger werden

5-6 Tage sind der Zeitraum, in dem Sie pro Zyklus überhaupt schwanger werden können. Dahinter steckt folgende Beobachtung: Eine Eizelle kann nur kurz nach dem Eisprung für 12-18 Stunden befruchtet werden. Die Befruchtung geschieht im Eileiter, während die Eizelle Richtung Gebärmutter wandert. Das bedeutet auch, dass Spermien schon im Eileiter bereitstehen müssen, damit überhaupt neues Leben entstehen kann.

Spermien leben maximal 5 Tage. Rechnet man nun die Befruchtungszeit von Spermien und Eizelle zusammen, kommt man auf 5-6 Tage pro Zyklus, an denen eine Frau schwanger werden kann. Vorher ist einfach noch keine Eizelle vorhanden, die befruchtet werden kann und nach dem Eisprung ist es für eine Befruchtung zu spät.

„Und was ist, wenn ein zweiter Eisprung im Zyklus stattfindet?“

So ähnlich haben schon viele Menschen die Idee der symptothermalen Methode in Frage gestellt und zweieiige Zwillinge sind das beste Beispiel dafür, dass mehrere Eisprünge pro Zyklus möglich sind. Es hat sich jedoch gezeigt, dass mehrere Eisprünge immer innerhalb von 24 Stunden auftreten. Anschließend werden weitere Eisprünge durch die ausgeschütteten Hormone zuverlässig unterdrückt.

Sie mögen jetzt vielleicht denken: Nur 5-6 Tage pro Zyklus, warum sagt dann jeder, dass eine Frau immer schwanger werden kann? Ganz einfach: Weil Sie den Zeitpunkt des Eisprungs nicht berechnen und ohne Zykluswissen oder Hilfsmittel auch im Nachhinein nur sehr schwer ermitteln können. Deswegen die symptothermale Methode. Sie ist ein zuverlässiges Hilfsmittel, um den Eisprung anhand von Symptomen zu erkennen.

So funktioniert die symptothermale Methode im Alltag

Als Anfängerin messen Sie täglich nach dem Aufwachen Ihre Körpertemperatur und tragen diese in ein Zyklusblatt ein. Mehrmals pro Tag kontrollieren Sie außerdem Ihren Zervixschleim. Das geht ganz schnell auf der Toilette. Diese Daten werden ebenfalls ins Zyklusblatt eingetragen. Dann schauen Sie sich das Zyklusblatt an und werden anfangs immer wieder in den Regeln der Methode nachlesen wollen, wie die Daten auszuwerten sind und ab wann die unfruchtbare Zeit beginnt.

Zyklusblatt mit unfruchtbarer Zeit (grün), fruchtbarer Zeit (weiß) und ungefährem Zeitpunkt des Eisprungs (gelb)
Zyklusblatt mit unfruchtbarer Zeit (grün), fruchtbarer Zeit (weiß) und ungefährem Zeitpunkt des Eisprungs (gelb)

Mehr ist nicht nötig, um die symptothermale Methode sicher anzuwenden. Viele Anfängerinnen entwickeln darüber hinaus ein großes Interesse an Wechselwirkungen von Zyklusphasen, Eisprung und Periode mit sportlicher Leistung, Hungergefühl, sexueller Stimmung oder allgemeinem Gemütszustand.

Voll im Trend: Quantified Self

Wenn Sie Ihren Tagesablauf oder Ihre sportlichen Aktivitäten jemals in irgendeiner Weise am Computer oder Smartphone erfasst haben (Stichwort: Quantified Self), dann werden Sie sicherlich Gefallen an der symptothermalen Methode finden. Das Tolle ist nämlich, dass die Daten auch einen ganz konkreten Nutzen bringen und nicht nur zum Spaß protokolliert werden.

Je länger Sie die symptothermale Methode anwenden, desto geringer der Aufwand. Zum einen werden sämtliche Beobachtungen wie Zähneputzen zur Gewohnheit und erfordern praktisch keine Selbstüberwindung. Zum anderen entwickeln Sie mit der Zeit eine sehr ausgeprägte Körperwahrnehmung und können anhand von Stichenproben auf Ihre aktuelle Zyklusphase schließen. Die Sensiplan-Regeln gehen mit der Zeit ebenfalls in Fleisch und Blut über, so dass Sie ein Zyklusblatt durch schief draufgucken auswerten können.

Was man für die symptothermale Methode braucht

Sie können die symptothermale Methode günstig ausprobieren. Sie benötigen lediglich:

  • Ein Thermometer mit zwei Nachkommastellen (kostet ca. 5€)
  • Ein Zyklusblatt (myNFP ist die digitale Version eines Zyklusblattes – das ist komfortabel und hilft bei der Auswertung, damit Sie keine Regel vergessen)
  • Zeit, um sich die Regeln durchzulesen. Hier im Wissensteil finden Sie eine gute Übersicht, besonders empfehlenswert ist das Buch Natürlich & Sicher.
Thermometer, Zyklus-App oder Zyklusblatt und das Sensiplan-Regelwerk
Thermometer, Zyklus-App oder Zyklusblatt und das Sensiplan-Regelwerk

In den ersten 2-3 Zyklen beobachten Sie nur, was in Ihrem Zyklus passiert und welche Muster auftreten. Verhüten Sie währenddessen mit Kondomen und/oder einem Diaphragma. Ab dem 4. Zyklus können Sie die Kondome in der unfruchtbaren Zeit nach und nach weglassen.

Nur die Pille müssen Sie absetzen, bevor Sie mit der symptothermalen Methode beginnen. Unter dem Einfluss hormoneller Verhütungsmittel haben Sie keinen Zyklus, den man beobachten könnte.

Sensiplan ist so sicher wie die Pille

Forschungsarbeit an den Universitäten Düsseldorf und Heidelberg hat gezeigt, dass die symptothermale Methode nach Sensiplan-Regelwerk – richtig angewandt – vergleichbar sicher ist wie die Pille. Die Sicherheit eines Verhütungsmittels wird mit dem Pearl-Index (PI) angegeben. Dieser funktioniert so:

Das ist der Pearl-Index

100 Frauen verwenden ein Jahr lang das Verhütungsmittel. Dann zählt man, wieviele davon ungewollt schwanger geworden sind. Je weniger, desto besser.

Die Pille hat einen Pearl-Index von etwa 0,3-0,8, je nachdem, welche Studie man sich anschaut. Das bedeutet im Idealfall, dass nur 0,3 von 100 Frauen bzw. eine von 300 Frauen pro Jahr ungewollt schwanger wird. Sensiplan hat – richtig angewandt – einen vergleichbar guten Pearl-Index von 0,4-0,6.

Die wichtigste Studie zur symptothermalen Methode

The effectiveness of a fertility awareness based method to avoid pregnancy in relation to a couple’s sexual behaviour during the fertile time: a prospective longitudinal study. (2007), Frank-Herrmann P, Heil J, Gnoth C, Toledo E, Baur S, Pyper C, Jenetzki E, Strowitzki T, Freundl G, Hum Reprod 22:1310-19. Link zur Studie

Die symptothermale Methode nach dem Sensiplan-Regelwerk gilt als sehr sicher. Die tatsächliche Gebrauchssicherheit im Alltag hängt stark von Ihnen selbst ab:

  • Einhaltung der Regeln: Halten Sie sich an die Regeln oder riskieren Sie ungeschützten Geschlechtsverkehr in der fruchtbaren Zeit?
  • Motivation: Gibt es einen latenten Kinderwunsch bei Ihnen oder Ihrem Partner, der dazu führt, dass Sie die Regeln nicht so genau nehmen? Können Sie sich mit Ihrem Partner offen und ehrlich über Ihre Sexualität und Familienplanung unterhalten?
  • Auswertungsfehler: Kennen Sie alle Regeln gut genug? Können Sie kompetent eine Zykluskurve selbst auswerten? Gab es beim Erlernen der Methode Missverständnisse oder Unklarheiten?

Eine persönliche Einführung durch eine geschulte Beraterin ist besser, als die Regeln im Alleingang zu erlernen. Hier finden Sie weitere Informationen dazu.

Die symptothermale Methode funktioniert auch bei unregelmäßigen Zyklen

Wie oft hab ich diesen Satz schon gehört:

„Das funktioniert bei mir nicht, weil meine Zyklen unregelmäßig sind.“

Aber was passiert bei einem unregelmäßigen Zyklus? Die Follikelphase verlängert sich, der Eisprung rückt nach hinten. Was gleich bleibt: Das hormonelle Wechselspiel, das den Eisprung auslöst und sich auf den ganzen Körper auswirkt. Die Temperatur steigt an, der Zervixschleim verändert sich – immer nach dem gleichen Muster. Dabei ist es ganz egal, ob der Eisprung nun an Tag 13, 22 oder 80 stattfindet. Sie berechnen den Eisprung nicht, Sie beobachten ihn anhand von Körpersymptomen. Das ist ein riesiger Unterschied.

Die Methodensicherheit ist bei unregelmäßigen Zyklen genauso hoch. Daran ändert sich gar nichts. Was man aber berücksichtigen sollte: Ab einer gewissen Zykluslänge verändert sich das Verhältnis von Nutzen zu Aufwand und Sie müssen sich fragen, ob sich die symptothermale Methode für Sie lohnt.

Aufwand und Nutzen bei langen Zyklen

Die Zyklusphase nach dem Eisprung ist mit 10-16 Zyklustagen nahezu fix. Die unfruchtbare Zeit am Zyklusanfang dauert rund 5 Tage. Abzüglich einiger Puffertage zur Sicherheit kommen Sie im Durchschnitt auf etwa 15-18 Tage, an denen Sie ganz sicher unfruchtbar sind – egal wie lang der Zyklus ist.

Bei einem 31-Tage-Zyklus sind das über 50% der Zyklustage. Bei einem 90-Tage-Zyklus sind es nur noch 20%. Ab wann es sich für Sie nicht mehr lohnt, können Sie nur selbst beantworten. Empfehlung: Ausprobieren. Nicht jeder Zyklus wird 90 Tage lang sein.

Die symptothermale Methode bei Schichtarbeit oder Party-Wochenenden

Wenn Sie jeden Tag woanders aufwachen, wird es mit der symptothermalen Methode tatsächlich schwierig. Aber bei einem relativ normalen Leben (auch Studentenleben) mit Party und Weggehen am Wochenende können Sie die symptothermale Methode trotzdem sicher anwenden.

In den ersten 2-3 Zyklen werden Sie erkennen, welche Einflussfaktoren sich auf Ihre Temperatur auswirken und diese in zukünftigen Zyklen als Störfaktor werten. Gestörte Werte werden einfach ausgeklammert und so behandelt, als seien sie nicht vorhanden.

Genauso verfahren Sie mit Lücken im Zyklusblatt, wenn Sie mal nicht zum Messen kommen: Einfach so tun als seien diese nicht vorhanden. Natürlich funktioniert das nicht, wenn Sie sich mitten im Zyklus mal zwei Wochen Auszeit nehmen und gar nichts protokollieren – aber dann wenden Sie auch nicht die symptothermale Methode an, sondern verwenden halt Kondome.

Das mag für Sie alles etwas abstrakt klingen. Dahinter steckt aber reine Logik und mit etwas Erfahrung werden Sie den Zusammenhang erkennen. Auf einen Satz reduziert geht es bei der ganzen Messung und Beobachtung darum:

Wurden die beobachteten Symptome durch den Eisprung ausgelöst oder sind sie zufällig entstanden?

Das ist der ganze Witz der Methode und je größer die Erfahrung, desto sicherer können Sie diese Frage beantworten und desto weniger Datenpunkte müssen Sie sammeln. Profis messen teilweise nur noch stichprobenartig an ein paar Tagen im Zyklus und wissen damit trotzdem, wann sie fruchtbar und wann unfruchtbar sind.

Warum die symptothermale Methode so unbekannt ist

Angst, Verwechslung mit anderen Methoden und schlichtweg Ignoranz sind Gründe, warum Sie von der symptothermalen Methode vermutlich noch nicht viel gehört haben und sie meist mit Wegwurf-Handbewegung als völliger Unsinn abgetan wird – übrigens auch die erste Reaktion vieler Frauen, die jetzt überzeugte Anwenderinnen sind.

Verhütung ist ein sehr emotionales Thema und jeder hat eine Meinung dazu. Ich kenne jedoch kein anderes Thema, bei dem so viel Halbwissen und Nichtwissen auf eine starke Meinung trifft.

Wenn Sie jemanden sagen hören: Ach, das funktioniert doch nicht – am besten noch mit dem Nebensatz: Damit haben wir schon vor 30 Jahren verhütet und unser Sohn ist das Ergebnis, dann können Sie sicher sein, dass diese Person alles mögliche gemacht, aber nicht die symptothermale Methode mit dem heutigen Forschungsstand angewandt hat. Es laufen immer wieder neue Studien, die die symptothermale Methode weiter untersuchen, verbessern und an neueste Erkenntnisse anpassen.

Die meisten Menschen denken an die Kalendermethode, wenn sie von natürlicher Verhütung hören. Diese funktioniert nicht, weil sich der Eisprung nicht zuverlässig berechnen lässt.

Manche denken auch an die Temperaturmethode und gleichzeitig an die mindestens fünf ungewollten Schwangerschaften von Freunden von Bekannten von der Cousine dritten Grades. Die Temperaturmethode ist zwar sicherer als viele glauben, der symptothermalen Methode aber trotzdem deutlich unterlegen.

Es ist mir ein Rätsel, wie man mit aller Vehemenz an Halbwissen oder Unwissenheit festhalten kann und diese Meinung auch noch bereitwillig verteidigt, obwohl es klare naturwissenschaftliche Gegenbeweise gibt. Machen Sie sich selbst ein Bild von der symptothermalen Methode und entscheiden Sie sich aus eigenen Gründen dafür oder dagegen. Lassen Sie sich nicht entmutigen von Ahnungslosen, die sich keine Sekunde näher damit beschäftigt haben.

Die Sache mit dem Bauchgefühl

Erfahrung ist das A und O bei der richtigen Anwendung der Methode. Anfangs prasseln zig Informationen auf Sie ein – vieles ist neu. Daraus entsteht leicht ein Gefühl der Überforderung. Gleichzeitig haben viele Frauen nur Erfahrungen mit hormoneller Verhütung gesammelt. Vielleicht kommen dazu noch negative Erfahrung mit einem gerissenen Kondom.

Das Bauchgefühl orientiert sich an Erfahrungswerten und da gibt es anfangs nichts, worauf es sich verlassen kann. Die ganzen Fakten, die Sie hier lesen, könnten – nach allem was Sie wissen – erstunken und erlogen sein. So fühlt es sich vielleicht an. Dazu Zweifel: Warum hab ich davon nichts gehört, warum rät mir jeder davon ab, was ist, wenn ich es probiere und es schief geht?

Das ist so, als würden Sie versuchen ein Brettspiel zu lernen, ohne es parallel dazu auszuprobieren. Die meisten Brettspiele haben eine Art Probedurchlauf, damit man überhaupt versteht, was da passiert. Sonst sind das alles nur abstrakte Konzepte, nichts Greifbares.

Genau so ein Probespiel brauchen Sie auch. Der Kopf muss sich dem Bauchgefühl angleichen und das geht nur über Erfahrung. Deswegen beobachten Anfängerinnen die ersten 2-3 Zyklen erstmal nur und verhüten zusätzlich mit Kondomen und/oder dem Diaphragma.

Tipp: Die richtige Kondomgröße reduziert das Risiko, dass es reißt, um ein Vielfaches.

Sie können noch so viel über die symptothermale Methode lesen, irgendwann kommt der Punkt, an dem Sie zur Tat schreiten und erste Erfahrungen sammeln müssen. Sie werden dann ganz schnell feststellen, ob die Methode für Sie geeignet ist oder nicht.

Bereit?


So starten Sie mit der symptothermalen Methode

  1. Bestellen Sie ein Thermometer mit zwei Nachkommastellen.
  2. Probieren Sie gleich aus, wie man den Zervixschleim beobachtet
  3. Lesen Sie sich die Regeln im Wissensteil durch und bestellen Sie sich das super Grundlagenbuch Natürlich & Sicher
  4. Laden Sie sich die myNFP-App herunter, um Ihr Zylusblatt bequem digital zu führen oder drucken Sie ein Zyklusblatt auf Papier aus
  5. Setzen Sie hormonelle Verhütungsmittel ab, falls Sie noch welche nehmen

Noch mehr über die symptothermale Methode erfahren

Beratung & Kurse zu Sensiplan

Die Malteser haben ein deutschlandweites Netzwerk von geschulten Beraterinnen. Diese kennen sich sehr gut mit der symptothermalen Methode nach Sensiplan-Regelwerk aus und helfen Ihnen dabei, die Methode richtig zu erlernen. Kontaktmöglichkeiten für Ansprechpartner, Kurse und Beratungen in Ihrer Nähe finden Sie unter nfp-online.com.

Fachliteratur & Studien

Das Buch Natürliche Familienplanung Heute aus dem Springer Verlag liefert medizinisches Fachwissen, Statistiken und zahlreiche Diagramme. Dort finden Sie auch Referenzen auf hunderte von Studien rund um die symptothermale Methode und den weiblichen Zyklus. Studenten können auf dieses Buch häufig kostenlos über die Universitätsbibliothek zugreifen.

Frauenärzte

Erfahrungsgemäß sind manche Frauenärzte nicht sonderlich gut informiert, was die symptothermale Methode betrifft. Selbst unter Ärzten sind Halbwissen und Vorurteile gegenüber natürlicher Verhütung verbreitet. Manche schwören ausschließlich auf die Wunder hormoneller Verhütung und halten deren Nebenwirkungen für Einbildung. Falls Sie unzufrieden mit Ihrem Frauenarzt sind, werden Sie vielleicht in dieser Liste mit Frauenärzten fündig.

Weiter mit dem nächsten Artikel: Die Rolle des Zervixschleims für die Fruchtbarkeit

Titelbild: René Stryja

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