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Zervixschleim beobachten

So ermitteln Sie Ihre Fruchtbarkeit ohne technische Hilfsmittel

Jede Frau entwickelt ein ganz eigenes Schleimmuster, das sich durch das Alter, die Lebensweise oder die Ernährung verändern kann. Ein bestimmtes Muster ist jedoch bei allen Frauen gleichermaßen zu beobachten: Nach der Menstruation fühlt sich die Scheide recht trocken oder nur leicht feucht an, oftmals spüren sie auch überhaupt nichts. Später dann verändert sich der Zervixschleim und wird trüb, weißlich oder gelblich, klumpig oder cremig, spinnbar oder fadenziehend.

Sobald sich der Eisprung anbahnt, findet die bedeutsamste Veränderung statt: Die Scheide fühlt sich feuchter an, die Menge des Zervixschleims nimmt zu und die Konsistenz verändert sich. Vielleicht fühlen Sie sich richtig durchnässt oder haben ein glitschiges Empfinden. Der Zervixschleim mag nun glasklar oder wie rohes Eiweiß aussehen und kann zwischen den Fingern zu Fäden gezogen werden und ist dehnbar oder spinnbar.

Wenn Sie diese Veränderungen im Zyklusverlauf beobachten, können Sie Rückschlüsse auf die Zyklusphase ziehen – und ganz konkret auch auf den Eisprung.

Den Zervixschleim zu beurteilen, ist anfangs nicht ganz leicht. Manche Frauen spielen deswegen sogar mit dem Gedanken, nur die Temperatur zu messen. Tun Sie das nicht! Sie werden es lernen, denn die Zervixschleimbeobachtung ist vor allem Erfahrungssache und erfordert Vergleichsmöglichkeiten.

Außerdem spielt der Zervixschleim eine außerordentlich wichtige Rolle für die Fruchtbarkeit. Sie werden in Ihren Zyklen unterschiedliche Schleimqualitäten feststellen und in spätestens drei Monaten wird es sich so anfühlen, als hätten Sie nie etwas anderes gekannt.

Wie oft sollte der Zervixschleim überprüft werden?

Der Zervixschleim sollte täglich kontrolliert werden.

Das können Sie beispielsweise tun, wenn Sie auf Toilette gehen. Sie sollten den Schleim jedoch vor dem Wasserlassen abnehmen, weil sonst durch die Beckenmuskelkontraktion oder das unachtsame Abwischen der beobachtbare Schleim verloren gehen kann.

Viele Frauen kontrollieren den Schleim mehrmals täglich, weil es auch innerhalb eines Tages Schwankungen gibt, andere nur einmal am Tag. Wir empfehlen Ihnen am Anfang, Ihren Schleim mehrmals täglich zu kontrollieren. Sobald Sie ein Gefühl dafür entwickelt haben, können Sie die Schleimbeobachtung auch nur einmal am Tag durchführen.

Wie wird der Zervixschleim kontrolliert?

Der Zervixschleim kann auf drei Arten wahrgenommen werden:

Empfinden, Fühlen, Sehen

Empfinden. Denken Sie an Ihren Scheideneingang und versuchen Sie zu spüren, welche Empfindung Sie haben. Fühlt sich der Scheideneingang feucht oder trocken an? Hatten Sie heute das Gefühl, als würde etwas aus Ihrer Scheide in Ihre Unterhose laufen? Oder juckt und reibt es irgendwie unangenehm?

Fühlen. Für die Schleimabnahme am Scheideneingang sollten Sie mit dem Finger über den Eingang fahren, so als ob der Finger Toilettenpapier wäre. Fühlen Sie dabei mit dem Finger, ob sich der Scheideneingang selbst trocken, feucht, glitschig oder wässrig anfühlt (siehe die entsprechenden Eigenschaften weiter oben in der Schleimtabelle). Der Finger braucht nicht tief eingeführt zu werden. Es genügt, wenn er über den Außenbereich gleitet oder maximal etwa einen Zentimeter tief eingeführt wird. Nehmen Sie den Schleim mit einem Finger ab, pressen Sie die Finger zusammen und ziehen Sie sie wieder auseinander, um den Schleim auf Dehnbarkeit zu testen. Reiben Sie die Fingerspitzen übereinander als wollten Sie jemanden bestechen und prüfen Sie, ob der Schleim sich trocken, ölig, glatt oder feucht anfühlt.

Sehen. Betrachten Sie den Schleim. Zieht er Fäden? Ist er klumpig? Ist der Schleim durchsichtig oder weißlich oder gelblich?

Der Zervixschleim kann eine Reihe von Eigenschaften aufweisen. Die Wichtigsten sind in der folgenden Tabelle aufgelistet. Konzentrieren Sie sich zunächst auf die Spalten Empfinden/Fühlen und Aussehen. Die Spalte mit den Symbolen und den Sinn der Tabelle erklären wir weiter unten.

Zervixschleim-Tabelle

Empfinden/Fühlen Aussehen Symbol
trocken, trockenes, rauhes, juckendes, unangenehmes Gefühl und nichts gesehen, kein Schleim am Scheideneingang t
nichts gefühlt, keine Feuchtigkeit, keine Empfindung am Scheideneingang und nichts gesehen, kein Schleim am Scheideneingang
feucht aber nichts gesehen, kein Schleim am Scheideneingang f
feucht oder nichts gefühlt und dicklich, weißlich, trüb, cremig, klumpig, gelblich, klebrig, etwas zäh-elastisch, nicht ziehbar S
feucht oder nichts gefühlt und glasig, glasklar, glasig durchscheinend, wie rohes Eiweiß (glasig mit weißen Fäden durchsetzt), dehnbar, fadenziehend, spinnbar, flüssig, so dünnflüssig, dass er "wegrinnt wie Wasser", rötlich, rotbraun, gelblich-rötlich S+
nass, schlüpfrig, rutschig, glitschig, wie eingeölt, weich, glatt und/oder glasig, glasklar, glasig durchscheinend, wie rohes Eiweiß (glasig mit weißen Fäden durchsetzt), dehnbar, fadenziehend, spinnbar, flüssig, so dünnflüssig, dass er "wegrinnt wie Wasser", rötlich, rotbraun, gelblich-rötlich S+

Bilder von Zervixschleim

Die folgenden Bilder zeigen einige der oben genannten Eigenschaften. Bei Ihnen könnte der Zervixschleim, je nach Zyklusphase, ähnlich aussehen. Wichtig ist, dass Sie mit der Zeit ein Gefühl für die Attribute entwickeln, selbst wenn bei Ihnen der Schleim grundsätzlich etwas anders aussieht.

Bild oben: Zervixschleim ist glasig, dehnbar, fadenziehend
Bild oben: Zervixschleim ist glasig, dehnbar, fadenziehend
Bild oben: Zervixschleim ist klumpig, dicklich, weißlich oder gelblich
Bild oben: Zervixschleim ist klumpig, dicklich, weißlich oder gelblich
Bild oben: Zervixschleim ist weißlich, cremig
Bild oben: Zervixschleim ist weißlich, cremig
Bild oben: Zervixschleim ist weißlich, trüb
Bild oben: Zervixschleim ist weißlich, trüb
Bild oben: Zervixschleim ist zäh, elastisch, weißlich oder gelblich
Bild oben: Zervixschleim ist zäh, elastisch, weißlich oder gelblich

Menge des Zervixschleims

Manche Frauen haben den gesamten Zyklus über fast keinen wahrnehmbaren Zervixschleim, andere Frauen hingegen finden den gesamten Zyklus über sehr viel Schleim und können nur schwer Unterschiede feststellen.

Ein einziger guter Tag genügt

Wichtig: Wenn Sie den gesamten Zyklus über fast keinen Zervixschleim finden, um den Eisprung herum jedoch eine deutliche Veränderung wahrnehmen, ist das völlig ausreichend! Sie benötigen nur einmal im Zyklus gute Schleimqualität.

Den Zervixschleim abnehmen

Um den Schleim zu betrachten und zu erfühlen (zu kontrollieren), müssen Sie diesen mit dem Finger abnehmen. Beim ersten Beobachtungsversuch haben Sie den Schleim am Scheideneingang abgenommen. Es gibt jedoch auch die Möglichkeit, den Zervixschleim direkt am Muttermund abzunehmen. Wie das geht, wird im nächsten Abschnitt erklärt. Viele Frauen, die am Scheideneingang nichts finden (auch während des potenziellen Eisprungs nicht), nehmen den Zervixschleim daher direkt am Muttermund ab.

Variante 1: Am Scheideneingang

Die Variante 1 haben Sie schon kurz kennengelernt. Der Vollständigkeit halber wird sie hier nochmal erläutert.

Für die Schleimabnahme am Scheideneingang sollten Sie mit dem Finger über den Eingang fahren, so als ob der Finger Toilettenpapier wäre. Fühlen Sie dabei mit dem Finger, ob sich der Scheideneingang selbst trocken, feucht, glitschig oder wässrig anfühlt (siehe die entsprechenden Eigenschaften weiter oben in der Schleimtabelle). Der Finger braucht nicht tief eingeführt zu werden. Es genügt, wenn er über den Außenbereich gleitet oder maximal etwa einen Zentimeter tief eingeführt wird.

Variante 2: Direkt am Muttermund

Sie können den Schleim auch direkt am Muttermund abnehmen. Dazu empfiehlt es sich, die Beine zu spreizen und in die Hocke zu gehen oder ein Bein auf die Badewanne zu stellen. Führen Sie einen Finger tief in Ihre Scheide ein, um den Muttermund zu erreichen (8-10cm). Ihr Muttermund fühlt sich wie ein kleiner hervorstehender Fortsatz an, der leicht in die Scheide hineinragt. Er befindet sich an der „Oberseite” der Scheide, also zur Bauchdecke hin.

An fruchtbaren Tagen ragt der Muttermund weniger weit in die Scheide hinein (er „steht höher”) und ist weicher als an unfruchtbaren Tagen – dann ragt er weiter in die Scheide hinein („steht tiefer”) und ist härter. Es kann also sein, dass Sie den Muttermund nicht ertasten können, wenn Sie noch nicht wissen, wo er ist und wie er sich anfühlt. Probieren Sie es dann einige Tage später noch einmal oder fragen Sie Ihre Frauenärztin, ob sie Ihnen zeigen kann, wo der Muttermund genau sitzt.

Wenn Sie Ihren Muttermund gefunden haben, fahren Sie mit dem Finger darüber oder drücken Sie leicht dagegen (aber bitte nicht mit den Fingernägeln kratzen) und ziehen Sie den Finger wieder heraus.

Nun können Sie den Zervixschleim so wie oben besprochen genauer untersuchen, also das, was Sie sehen und was Sie zwischen den Fingern fühlen.

Eigenschaften des Zervixschleims (gefühlt/gesehen)

Die Schwierigkeit für NFP-Anfängerinnen liegt oftmals darin, die Beobachtungen eindeutig den Eigenschaften (Empfinden/Fühlen + Sehen) in der Tabelle zuzuordnen. Ist der Schleim heute cremig oder doch eher klumpig? Ist er bereits fadenziehend oder zählt das bisschen Schleim noch nicht?

Mit der Zeit werden Sie ein Gefühl dafür bekommen, welche Eigenschaften richtig sind und welche Art von Zervixschleim als fruchtbar gilt, so dass Ihnen die passenden Bezeichnungen sofort einfallen und Sie nicht weiter darüber nachdenken müssen.

Profis denken meist nur noch in Zervixschleim-Symbolen: „Heute hab ich S+“ und zeichnen die Eigenschaften gar nicht mehr auf.

Wenn Sie Ihren Schleim anfangs falsch einordnen, macht das nichts. Für Anfängerinnen ist es wichtig, überhaupt Beobachtungen anzustellen und Unterschiede festzustellen, als dass jede Benennung des Zervixschleims genau der Tabelle entspricht. Oft werden Sie auch erst dann aus den unterschiedlichen Arten des Zervixschleims schlauer, wenn Sie parallel dazu den Verlauf Ihrer Temperatur sehen und somit Rückschlüsse auf den ungefähren Zeitpunkt des Eisprungs ziehen können.

Sobald Sie das, was Sie gefühlt und gesehen haben, mit den entsprechenden Eigenschaften der Tabelle benannt haben, brauchen Sie diese nur noch zu kategorisieren, also einem Symbol aus der entsprechenden Spalte der Schleimtabelle zuordnen.

Zervixschleim-Symbole

Bei der Kontrolle des Zervixschleims haben Sie gelernt, dass es drei Arten der Wahrnehmung gibt: Empfinden, Fühlen, Sehen. Die symptothermale Methode fasst Empfinden („Hindenken“) und Fühlen (mit dem Finger) zusammen. Der Grund dafür ist, weil das die Beurteilung des Zervixschleims vereinfacht und keinen Nachteil darstellt.

Die symptothermale Methode kennt fünf Schleimsymbole: t, ∅, f, S, S+, wobei t (wie „trocken”) die schlechteste Schleimqualität darstellt und S+ besonders gut ist (siehe Zervixschleim-Tabelle).

Nun schauen Sie in der Tabelle nach, welche der von Ihnen benannten Eigenschaften die fruchtbarsten sind und lesen das entsprechende Symbol ab.

Beispiele:

  • feucht gefühlt und cremig gesehen ergibt das Symbol S
  • juckendes Gefühl und nichts gesehen ergibt das Symbol t
  • nass gefühlt und spinnbar gesehen ergibt das Symbol S+
  • nass gefühlt aber nichts gesehen, ergibt auch das Symbol S+
  • nichts gefühlt und nichts gesehen, ergibt das Symbol

Tipp: Die myNFP-App bestimmt automatisch das richtige Symbol anhand der Zervixschleim-Tabelle, wenn Sie die Eigenschaften für gefühlt und gesehen auswählen.

Unterschiedliche Fruchtbarkeiten

Wenn Sie unterschiedlich fruchtbare Eigenschaften für gefühlt/gesehen feststellen oder innerhalb eines Tages unterschiedliche Grade von Fruchtbarkeit feststellen, dann gilt immer das fruchtbarste Symbol.

Beispiel: Morgens feucht gefühlt, aber abends nichts gefühlt, nichts gesehen, ergibt das Symbol f (und nicht ∅)

Nun wissen Sie, wie Sie Ihren Zervixschleim abnehmen, untersuchen, den Eigenschaften der Tabelle nach Empfinden/Fühlen und Sehen zuordnen und daraus dann das richtige Schleimsymbol bestimmen. Das Symbol wird in das Zyklusblatt eingetragen und anschließend ausgewertet.

Weiterlesen: Den Zervixschleim auswerten


Was zählt NICHT als Zervixschleim?

Erregungsschleim. Wenn Sie erregt sind, können Sie den Schleim nicht richtig auswerten. Wenn Sie sich unsicher sind, ob es sich bei dem Schleim um Erregungsschleim handeln könnte, führen Sie den Wassertest durch: Füllen Sie ein Glas mit Wasser und tauchen Sie den Schleim hinein. Wenn sich dieser auflöst, handelt es sich um Erregungsschleim. Wenn der Schleim im Wasser seine Struktur mehr oder weniger behält, also fadenartig aussieht oder klumpig ist, dann handelt es sich um Zervixschleim.

Menstruationsblut. Es gibt zwar die Schleimeigenschaft „rötlich”, jedoch zählt Menstruationsblut nicht dazu. Einige wenige Frauen beobachten ihren Zervixschleim auch während ihrer Periode, allerdings besagen die offiziellen Auswertungsregeln für die symptothermale Methode, dass während der Menstrutation kein Zervixschleim beobachtet werden muss.

Ausfluss. Also alles, was auf eine Krankheit zurückzuführen ist und von strengem Geruch, starkem Juckreiz oder Brennen begleitet wird.


Probleme beim Beobachten des Zervixschleims

Die Bestimmung des Zervixschleims ist für Anfängerinnen meist nicht ganz einfach. Es fehlt an Erfahrung, an Vergleichsmöglichkeiten. Bitte geben Sie nicht gleich auf. Es kann manchmal 2-3 Zyklen dauern, bis Sie wirklich schlau aus Ihrem Zervixschleim werden und Unterschiede feststellen können.

Ich finde keinen Schleim

Probieren Sie Variante 2, also die Schleimabnahme direkt am Muttermund. Es kann sein, dass Sie nur an wenigen Tagen oder gar an einem einzigen Tag im Zyklus eine gewisse Menge an Schleim finden (um den Eisprung herum). Sie sollten daher täglich kontrollieren.

Abnahme am Muttermund hab ich versucht, ich finde trotzdem keinen Schleim

Protokollieren Sie in Ihrem Zyklusblatt so viele Schleimeigenschaften wie möglich. Überlegen Sie selbst, wie Sie die Flüssigkeit, die Sie sehen und fühlen benennen würden. Oder tragen Sie ein, wenn Sie einen leichten Juckreiz haben oder sich trocken anfühlen und wenn Sie einfach nur „nichts” fühlen. Selbst das ist ein kleiner Unterschied. Die Idee ist, dass Sie mit der Zeit erkennen, dass es Unterschiede beim Schleim gibt.

Konzentrieren Sie sich auf Ihr Empfinden! Also das „Hindenken ohne mit dem Finger zu fühlen“. Die Empfindung des Zervixschleims ist sehr wichtig. Wenn Sie eine deutlich wahrnehmbare Empfindung um den Eisprung herum haben (z. B. glitschig), dann ist das für eine korrekte Auswertung ausreichend. Sie müssen nicht unbedingt etwas sehen.

Oder haben Sie kürzlich erst hormonelle Verhütungsmittel abgesetzt? Dadurch könnte das Schleimmuster auch noch gestört sein. Warten Sie ab, bis sich Ihr Zyklusgeschehen eingependelt hat. Vielleicht sieht es im nächsten Zyklus schon ganz anders aus.

Wenn das alles nichts hilft, dann probieren Sie die Auswertung Ihres Muttermundes, denn auch dieser gibt Hinweise auf die Fruchtbarkeit und vielleicht liegt Ihnen das besser. Etwa 10% aller NFP-Anwenderinnen werten Ihre Zyklen mit Hilfe von Temperatur + Muttermund aus.

Ich finde zu viel Schleim bzw. erkenne einfach keine Unterschiede. Bei mir ist er immer S oder S+

Manche Frauen haben den gesamten Zyklus über ein Schleimmuster, das sich ausschließlich in den Kategorien S und S+ bewegt. Dies kann eine Auswertung des Zervixschleims schwierig machen. Für diesen Fall gibt es daher die sogenannte Binnendifferenzierung.

Binnendifferenzierung

Bei der sogenannten Binnendifferenzierung unterscheidet man in ein und derselben Schleimkategorie (nur S und S+). Die entsprechenden Schleimsymbole werden mit zusätzlicher Klammerung angegeben, also (S) und (S+). Die Klammern bedeuten, dass Ihr Schleim etwas schlechter ist, als normalerweise in den Kategorien S und S+.

Oft wird die Binnendifferenzierung von Frauen genutzt, die nach der Zervixschleim-Tabelle fast jeden Tag S+ haben, aber trotzdem Unterschiede in der Qualität oder Beschaffenheit feststellen.

Die Binnendifferenzierung ist eine Ausnahmeregelung und sollte nur verwendet werden, wenn Sie Ihr Schleimmuster bereits sehr gut kennen. Insbesondere am Anfang ist es sinnvoll, wenn Sie genau überlegen, ob Sie nicht doch ausschließlich die Standardkategorien verwenden können. Wie bereits erwähnt, die Schleimauswertung benötigt einige Zeit, bis Sie sie beherrschen. Setzen Sie daher nicht zu früh auf die Binnendifferenzierung.

Tipp: In der myNFP-App steht Ihnen die Binnendifferenzierung im Fortgeschrittenen-Modus zur Verfügung. Aktivieren Sie diesen in den App-Einstellungen.

Was zählt genau zum Scheideneingang?

Wenn Sie den Schleim nach Variante 1 am Scheideneingang abnehmen, dann fahren Sie mit dem Finger nur äußerlich über den Eingang. Sie brauchen den Finger nicht in Ihre Scheide einzuführen. Je nach Beschaffenheit Ihrer Schamlippen können diese den Scheideneingang ganz oder teilweise verdecken. Sie dürfen mit dem Finger ruhig zwischen die Schamlippen fahren. Es ist aber auch nicht schlimm, wenn Sie den Finger einen Zentimeter tief einführen.

Experimenteren Sie ruhig ein wenig. Vielleicht finden Sie für sich selbst ja sogar eine bessere Variante, um den Schleim abzunehmen. Sie sollten dies, sobald Sie sich für eine Abnahmeart entschieden haben, jedoch konsequent auf die gleiche Weise tun, um ein zuverlässiges Ergebnis zu erhalten.

Warum finde ich an meinem Muttermund Schleim, am Scheideneingang jedoch nicht?

Dafür kann es mehrere Gründe geben. Es „dauert” manchmal einige Zeit, bis der Schleim zum Scheideneingang wandert. Da der Schleim in der Gebärmutter produziert wird, ist es manchmal leichter, diesen direkt am Muttermund abzunehmen. Außerdem kann es passieren, dass der Zervixschleim in der Unterhose oder auf dem Toilettenpapier landet, bevor er untersucht wurde.

Ist es ungesund, mit dem Finger den Muttermund zu berühren?

Sie sollten natürlich vorher die Hände waschen und sich nicht mit den eigenen Fingernägeln verletzen. Mit sauberen Händen gibt es keine Probleme. Falls Sie feststellen, dass die Schleimabnahme am Muttermund zu vaginalen Problemen führt sollten Sie den Schleim nur am Scheideneingang abnehmen und Ihren Arzt informieren.


Zusammenfassung der Schleimbeobachtung

Zervixschleim abnehmen:

  • Kontrollieren Sie den Zervixschleim täglich.
  • Variante 1 zur Schleimeobachtung: Mit dem Finger über den Scheideneingang fahren
  • Variante 2 zur Schleimbeobachtung: Den Finger in die Scheide einführen und über den Muttermund fahren oder diesen leicht anstupsen (der Muttermund ragt leicht auf der Bauchseite in die Scheide hinein)

Auf drei Arten beurteilen:

  • Empfinden: Denken Sie an Ihren Intimbereich und spüren Sie Ihre Empfindungen.
  • Fühlen: Fühlen Sie den Schleim mit dem Finger, testen Sie auf Dehnbarkeit und Konsistenz.
  • Sehen: Betrachten Sie die Farbe und Beschaffenheit des Schleims.

Anschließend:

Dann werden die Symbole der einzelnen Zyklustage ausgewertet:

Weiterlesen: Den Zervixschleim auswerten

Tipp: Etwa 10% aller Anwenderinnen der symptothermalen Methode beobachten Veränderungen des Muttermundes anstelle des Zervixschleims. Wenn Sie auch nach 2-3 Übungszyklen keine unterschiedlichen Schleimqualitäten ausmachen können, sollten Sie sich einmal mit der Auswertung des Muttermundes auseinandersetzen. Vielleicht liegt Ihnen das besser.

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