NFP-Regeln » Temperatur auswerten

Temperatur auswerten

Die NFP-Regeln zur Temperaturauswertung

Sie wissen, dass der Zyklus in eine (Temperatur-)Tieflage und in eine Hochlage unterteilt werden kann. Der Eisprung geschieht kurz vor oder beim Übergang der Temperatur von der Tieflage in die Hochlage. Die Tieflage entspricht der Follikelphase, die Hochlage der Lutealphase im Zyklus.

Dieser hormonell ausgelöste Temperaturanstiegs wird bei der symptothermalen Methode genutzt, um Rückschlüsse auf den Eisprung ziehen zu können. Sobald die Temperatur über mehrere Tage ansteigt, kann – in doppelter Kontrolle mit dem Zervixschleim – davon ausgegangen werden, dass ein Eisprung stattgefunden hat und ab nun die unfruchtbare Phase im Zyklus beginnt.

Der hormonell ausgelöste Temperaturanstieg ist ein sehr verlässliches Symptom:

Auf einen Eisprung folgt immer ein Temperaturanstieg. Wenn es keinen Temperaturanstieg gab, dann gab es auch keinen Eisprung (man nennt solche Zyklen anovulatorisch).

Die Regeln zur Temperaturauswertung

Um einen solchen Temperaturanstieg zu finden, brauchen Sie 6 niedrige zusammenhängende Temperaturwerte, auf die ein höherer Wert folgt. Ausgeklammerte Werte und Lücken im Zyklusblatt werden ignoriert. Sie dürfen sich aber nicht 6 beliebige niedrige Werte raussuchen. In den Beispielen weiter unten wird das verdeutlicht.

Temperaturauswertung eines Zyklus. Die Tieflage geht bis einschließlich Zyklustag 16, ab Tag 17 beginnt die Hochlage
Temperaturauswertung eines Zyklus. Die Tieflage geht bis einschließlich Zyklustag 16, ab Tag 17 beginnt die Hochlage

Auf Papier-Zykluskurven wird dazu beispielsweise ein Lineal angelegt und geschaut, welcher Wert über 6 vorherige Werte hinausragt. Durch den höchsten dieser 6 niedrigen Werte wird eine Hilfslinie gezogen.

1. höhere Messung

Dieser höhere Temperaturwert, der auf 6 niedrige Werte folgt, wird 1. höhere Messung genannt (oder auch 1.hM bzw. ehM) und ist bei der symptothermalen Methode ein sehr wichtiger Begriff.

Tipp: myNFP zeichnet Ihnen bei der automatischen Auswertung die Hilfslinie erst ein, sobald die Temperaturauswertung abgeschlossen ist.

Um zu verifizieren, dass die 1. höhere Messung auch wirklich mit dem Eisprung in Zusammenhang steht, müssen Sie noch mindestens zwei weitere Werte überprüfen, so dass Sie insgesamt drei Werte haben, die über der Hilfslinie liegen.

Reguläre Temperaturregel

Reguläre Temperaturregel: Liegt der Wert am 3. Tag mindestens 0,2 °C über der Hilfslinie, gilt die Temperaturmessung als abgeschlossen.

Für die Temperaturauswertung gibt es außerdem zwei Ausnahmeregeln, da sich der Körper nicht immer entsprechend der Theorie verhält. Beide Ausnahmen dürfen jedoch nicht kombiniert werden!

Ausnahmeregel 1

Es kann sein, dass gerade der 3. Wert nicht um 0,2 °C höher liegt. Dann warten Sie einen weiteren Tag ab. Dessen Wert muss über der Hilfslinie liegen, braucht aber nicht unbedingt 0,2 °C höher zu sein.

Ausnahmeregel 2

Fällt der 2. oder 3. Wert auf oder unter die Hilfslinie, so ignorieren Sie diesen Tag und warten einen zusätzlichen Temperaturwert ab. Dieser zusätzliche Tag muss 0,2 °C über der Hilfslinie liegen.

Bildhaft ausgedrückt: Bei Ausnahmeregel 1 steigt die Temperatur über einen etwas längeren Zeitraum sanft an. Bei Ausnahmeregel 2 gibt es einen Ausreißer nach unten, der von einem steilen Anstieg gefolgt sein muss.

In Kombination mit der erfolgreichen Schleimauswertung wissen Sie dann, dass ein Eisprung stattgefunden hat und werden feststellen, dass sich Ihre Werte bis zur nächsten Periode konstant in einer Hochlage befinden. Wie Sie die Temperaturauswertung und die Schleimauswertung kombinieren, erfahren Sie im Artikel Temperatur + Zervixschleim kombinieren.


Beispiele zur Temperaturauswertung

Hier sind einige Beispiele zur Temperaturauswertung, die die Regeln veranschaulichen sollen. Die Kurvenverläufe sind bei fast allen Beispielen gleich, damit Sie besser vergleichen können, wo genau die Unterschiede liegen.

In den Beispielen wird nur der Temperaturverlauf ausgewertet. Für eine Auswertung der unfruchtbaren Phase nach dem Eisprung muss zusätzlich der Zervixschleim oder der Muttermund beobachtet und ausgewertet werden. Dazu später mehr im Artikel Temperatur und Zervixschleim kombinieren.

Beispiel 1: Reguläre Temperaturauswertung

Beispiel 1: Reguläre Temperaturauswertung
Beispiel 1: Reguläre Temperaturauswertung

Hier wird die Temperatur nach der regulären Temperaturregel ausgewertet. Es gibt 6 niedrige Werte (blau markiert). Durch den höchsten dieser 6 niedrigen Werte wird die horizontale Hilfslinie gezogen (Zyklustag 11 und 16 sind gleich hoch).

Der Wert an Tag 17 liegt über der Hilfslinie und ist die 1. höhere Messung. Tag 18 liegt über der Hilfslinie und ist die 2. höhere Messung. Tag 19 liegt 0,2°C über der Hilfslinie (zwei Kästchen auf dem Zyklusblatt). Damit ist die Temperaturauswertung nach 3 höheren Messungen an Zyklustag 19 abgeschlossen (rote Zahlen = höhere Messungen, rote Linie = Ende der Temperaturauswertung).

Die dunklen Zahlen im unteren Bereich ab dem Tag. der 1. höheren Messung zählen die Hochlagentage.

Beispiel 2: 6 niedrige Werte dürfen Lücken enthalten sein

Beispiel 2: Temperaturkurve darf Lücken enthalten
Beispiel 2: Temperaturkurve darf Lücken enthalten

Die 6 niedrigen Werte müssen zusammenhängen und dürfen nicht beliebig aus der Tieflage ausgewählt werden. Ausgeklammerte Werte und Lücken werden jedoch behandelt, als seien sie nicht vorhanden. Zyklustag 10 wurde ausgeklammert, weil dieser gestört ist und über das übliche Tieflagenniveau hinausragt. An Tag 13 wurde nicht gemessen. Tag 10 + 13 werden einfach übergangen und es gelten die Tage 9, 11, 12, 14, 15, 16.

Die Auswertung der Temperatur ist dann wie in Beispiel 1.

Beispiel 3: Ausnahmeregel 1

Beispiel 3: Temperaturausnahmeregel 1
Beispiel 3: Temperaturausnahmeregel 1

Der Kurvenverlauf ist fast wie in Beispiel 1, nur dass der 3. Wert im Anstieg an Zyklustag 19 nicht 0,2°C über der Hilfslinie liegt, sondern nur 0,1°C. Damit muss ein zusätzlicher Wert abgewartet werden, der über der Hilfslinie liegen muss. Tag 20 liegt über der Hilfslinie (der 4. Wert braucht nicht 0,2°C darüber liegen) – damit ist die Temperaturauswertung an Tag 20 abgeschlossen.

Beispiel 4: Ausnahmeregel 1

Beispiel 4: Temperaturausnahmeregel 1
Beispiel 4: Temperaturausnahmeregel 1

Genau wie Beispiel 3, nur dass diesmal der 4. Wert an Tag 20 weniger als 0,2°C über der Hilfslinie liegt. Das ist erlaubt bei Ausnahmeregel 1!

Beispiel 5: Ausnahmeregel 1 mit Lücke

Beispiel 5: Ausnahmeregel 1 mit Lücke
Beispiel 5: Ausnahmeregel 1 mit Lücke

Die Temperaturkurve verläuft wie in Beispiel 4, nur dass hier innerhalb des Temperaturanstiegs an einem Tag nicht gemessen wurde. Dieser Tag wird behandelt, als sei er nicht vorhanden (wie immer bei Lücken und ausgeklammerten Werten). Die 4. Messung an Tag 21 liegt über der Hilfslinie. Damit ist die Temperaturauswertung an Tag 21 abgeschlossen.

Beispiel 6: Ausnahmeregel 2

Beispiel 6: Ausnahmeregel 2
Beispiel 6: Ausnahmeregel 2

Hier liegt der Temperaturwert an Tag 18 auf der Hilfslinie, weshalb ein zusätzlicher Wert abgewartet werden muss. Der 4. Wert muss 0,2°C über der Hilfslinie liegen. Das ist hier der Fall, weshalb die Temperaturauswertung mit Ausnahmeregel 2 an Tag 20 abgeschlossen ist.

Beispiel 7: Ausnahmeregeln dürfen nicht kombiniert werden

Beispiel 7: Ausnahmeregeln dürfen nicht kombiniert werden
Beispiel 7: Ausnahmeregeln dürfen nicht kombiniert werden

Der Temperaturverlauf ist hier genauso wie in Beispiel 5 + 6, nur dass an Tag 18 der Wert nicht über der Hilfslinie liegt. Es muss ein zusätzlicher Temperaturwert abgewartet werden, der 0,2°C über der Hilfslinie liegt (Ausnahmeregel 2).

Der 4. Wert liegt jedoch nur 0,15°C über der Hilfslinie, weshalb die Temperatur an dieser Stelle nicht ausgewertet werden kann und die 1.hM nicht stimmt.

Beispiel 7 zeigt eine falsch ausgewertete Zykluskurve. myNFP verhindert eine solche Auswertung – die 1. höhere Messung und Hilfslinie wurden hier manuell gesetzt.

Beispiel 8: Korrekte Auswertung für Beispiel 7

Beispiel 8: Korrekte Auswertung für die Zykluskurve aus Beispiel 7
Beispiel 8: Korrekte Auswertung für die Zykluskurve aus Beispiel 7

Die Zykluskurve aus Beispiel 7 lässt sich aber trotzdem auswerten, indem eine spätere Folge von Temperaturwerten betrachtet wird.

Die niedrigen Werte sind jetzt nicht mehr wie bisher an den Zyklustagen 11-16, sondern an 15-20. Die Hilfslinie geht durch den höchsten dieser Werte (= Tag 19). Die 1. höhere Messung tritt an Tag 21 auf, da dieser Wert über der Hilfslinie und damit über den 6 vorherigen Werten liegt.

Der 3. Wert liegt jedoch wieder nicht 0,2°C über der Hilfslinie. Dadurch muss Ausnahmeregel 1 angewendet werden. Ein zusätzlicher Temperaturwert wird abgewartet. Der 4. Wert an Tag 24 liegt über der Hilfslinie (er braucht nicht 0,2°C darüber liegen) und damit ist die Temperaturauswertung an Tag 24 mit Ausnahmeregel 1 abgeschlossen.

Beispiel 9: Korrekte Auswertung wandert immer weiter nach hinten

Beispiel 9: Korrekte Auswertung wandert immer weiter nach hinten
Beispiel 9: Korrekte Auswertung wandert immer weiter nach hinten

Läge der Wert an Tag 22 wieder auf oder unter der Hilfslinie, würde das erneut dazu führen, dass Ausnahmeregel 1 und 2 nicht kombiniert werden dürften und die Auswertung aus Beispiel 8 würde sich nochmals nach hinten verschieben.

Solche Fälle sind selten, kommen aber durchaus vor. Zwar lässt sich der Zyklus optisch in Tief- und Hochlage unterteilen, allerdings ist er nach den NFP-Regeln nunmal erst sehr spät auswertbar.

Beispiel 10: Krankheit nicht ausgeklammert

Beispiel 10: Krankheit nicht ausgeklammert
Beispiel 10: Krankheit nicht ausgeklammert

Dieser Zyklus wäre eigentlich sehr gut auswertbar. Tieflage und Hochlage sind klar erkennbar mit einem sehr eindeutigen Anstieg und 1. höheren Messung an Zyklustag 16. Hier wurde jedoch vergessen, die Temperatur an Zyklustag 9+10 auszuklammern, die durch Störfaktoren erhöht wurde. Dadurch gibt es keine 6 niedrigen zusammenhängenden Werte, sondern nur 5 an den Tagen 11-15. Folglich kann die Temperatur den Regeln nach nicht ausgewertet werden.

Beispiel 11: Instabiler Temperaturverlauf

Beispiel 11: Instabiler Temperaturverlauf, Messweise sollte optimiert werden
Beispiel 11: Instabiler Temperaturverlauf, Messweise sollte optimiert werden

In diesem Beispiel verläuft die Temperatur sehr instabil. Der Temperaturverlauf ist nicht auswertbar und eine Hochlage ist auch nicht klar zu erkennen.

Die Anwenderin muss den gesamten Zyklus über Fruchtbarkeit annehmen. Sie sollte versuchen, die Messweise zu optimieren. Wird vaginal für mindestens 3 Minuten gemessen oder fälschlicherweise nur bis zum Piepton? Spielt die Messuhrzeit vielleicht eine Rolle? Ist die Batterie im Thermometer schon alt?

Das Schöne an der symptothermalen Methode ist, dass die Temperaturkurve in der Regel unmittelbares Feedback gibt, ob die Messweise in Ordnung ist oder nicht. Solche Zykluskurven sind in den allermeisten Fällen gar nicht auswertbar, statt dass es zu falsch angenommenen Auswertungen kommt.

Beispiel 12: Unklarer Anstieg

Beispiel 12: Unklarer Anstieg, Zyklus nicht auswertbar
Beispiel 12: Unklarer Anstieg, Zyklus nicht auswertbar

Zwar ist in diesem Zyklus eine Hochlage erkennbar, allerdings ist diese aufgrund der großen Lücke und dem Abfall der Temperatur an den Tagen 24 und 25 nicht auswertbar. Für diesen Zyklus muss Fruchtbarkeit angenommen werden.

Tipp: Der Aufwand der Temperaturmessung nimmt mit der Zeit ab, je mehr Erfahrung Sie sammeln. Wie Sie an den Beispielen sehen, sind die Werte am Zyklusanfang für die Auswertung irrelevant. Sie sind für Sie als Anfängerin wichtig, um Ihr Tieflagenniveau kennenzulernen. Viele fortgeschrittene NFP-Anwenderinnen hingegen fangen erst später im Zyklus an zu messen (beispielsweise an Tag 9 oder 10), messen dann aber für 10 Tage sehr konsequent.

Sie sollten Lücken in der Zyklusmitte nach Möglichkeit vermeiden, weil das die Aussagekraft der Auswertung deutlich reduziert.

Beispiel 13: Unklarer Anstieg, aber auswertbar

Beispiel 13: Unklarer Anstieg, aber auswertbar
Beispiel 13: Unklarer Anstieg, aber auswertbar

Diese Kurve ist fast genauso wie in Beispiel 12. Der Unterschied ist jedoch, dass es nur einen Temperaturabsacker gibt. Den Regeln nach ist das in Ordnung, so dass die Temperatur mit Hilfe von Ausnahmeregel 2 ausgewertet werden kann: Die 6 niedrigen Werte liegen an Tag 13-18, die darauffolgenden Lücken und der ausgeklammerte Wert werden ignoriert, Tag 22 ist dann die 1. höhere Messung.

Hier fällt der 3. Wert unter die Hilfslinie (an Tag 24), weshalb ein zusätzlicher Temperaturwert abgewartet werden muss, der 0,2°C über der Hilfslinie liegen muss. Das ist an Tag 25 der Fall und somit ist die Temperaturauswertung mit Ausnahmeregel 2 an Tag 25 abgeschlossen.

Da die Hochlage in diesem Beispiel sehr klar zu erkennen ist, gab es sicherlich auch einen Eisprung. Möglicherweise war der Eisprung jedoch viel früher und die Anwenderin hat durch die lückenhafte Messung „unfruchtbare Tage verschenkt“.


Temperaturauswertung im Alltag

Oft ist es leichter, eine vollständige Zykluskurve rückwirkend auszuwerten als wenn man mittendrin steckt. Tieflage und Hochlage sind im Nachhinein meist klar. Die Herausforderung für Anfängerinnen besteht darin, ein Gefühl dafür zu entwickeln, welcher Temperaturanstieg tatsächlich hormonell durch den Eisprung ausgelöst wurde und welche Art von Temperaturanstieg zufällig durch Störfaktoren entstanden ist. Das schaffen Sie, indem Sie:

  • Ihr individuelles Tieflagenniveau kennenlernen
  • Lernen, welche Einflussfaktoren sich störend auf Ihre Temperatur auswirken
  • Lernen, welche Messweise für Sie am besten funktioniert

Daher wird Anfängerinnen empfohlen, in den ersten 3 Zyklen erst einmal zu beobachten, was überhaupt im Zyklus passiert, bevor in der unfruchtbaren Phase auf Verhütungsmittel verzichtet wird.

Machen Störfaktoren die symptothermale Methode unsicher?

In Massenmedien wird die symptothermale Methode oft fälschlicherweise als unsicher dargestellt, weil die Temperatur angeblich sehr leicht durch Störfaktoren beeinflusst wird. Nach dem Motto „einmal auf einer Party gewesen, Alkohol getrunken, später ins Bett und schon ist die Temperatur gestört, es wird falsch ausgewertet und man ist ungewollt schwanger“.

Lassen Sie sich davon nicht verunsichern. Sie wissen: Gestörte Werte werden bei der symptothermalen Methode ausgeklammert. Dazu kommt, dass es unwahrscheinlich ist, dass die Temperaturwerte 3-4 Tage in Folge exakt gleich gestört sind. Bei Krankheiten (mit Fieber oder erhöhter Temperatur) sind die Werte beispielsweise meistens derart stark gestört, dass es sofort auffällt.

Außerdem ist die Temperaturkurve allein nicht ausreichend. Für die Bestimmung der unfruchtbaren Zeit muss der Zervixschleim auch ausgewertet werden. Nur wenn beide Symptome zweifelsfrei auswertbar sind, dürfen Sie Unfruchtbarkeit annehmen.

Im Zweifelsfall gilt immer: Wenn Sie sich unsicher fühlen, warten Sie zusätzliche Werte ab und geben Sie sich erst später frei.

Temperaturauswertung im Alltag: Beispiel 1

Temperaturauswertung im Alltag: Beispiel 1
Temperaturauswertung im Alltag: Beispiel 1

Heute ist Zyklustag 20 und die Temperaturauswertung gilt mit Ausnahmeregel 2 als abgeschlossen. Die 1. höhere Messung wurde regelkonform an Tag 17 festgestellt. Die Frage ist nun: Ist der Eisprung wirklich vorüber oder war Tag 17 möglicherweise gestört, wurde jedoch nicht ausgeklammert und die tatsächliche 1. höhere Messung ist möglicherweise erst an Tag 19 gewesen und nun muss noch Zyklustag 21 abgewartet werden?

Dazu folgende Überlegungen:

  1. Gab es potenzielle Störfaktoren oder nicht?
  2. Der Zervixschleim und ggf. weitere Symptome helfen Ihnen, besser einzuschätzen, ob Sie wirklich in der unfruchtbaren Phase sind oder nicht.
  3. Selbst wenn Tag 17 gestört ist und die 1. höhere Messung eigentlich erst an Tag 19 stattgefunden hat, dann ist die Wahrscheinlichkeit für eine Schwangerschaft am Tag der 2. höheren Messung bereits sehr gering.

Anfängerinnen würden im Zweifelsfall noch einen weiteren Tag abwarten. Fortgeschrittene NFP-Anwenderinnen kennen ihren Körper bereits gut und können diese Situation individuell besser einschätzen.

Temperaturauswertung im Alltag: Beispiel 2

Temperaturauswertung im Alltag: Beispiel 2
Temperaturauswertung im Alltag: Beispiel 2

Ähnlich verhält es sich mit diesem Beispiel. Zwar ist auch hier die Temperaturkurve auswertbar (mit Ausnahmeregel 1), allerdings ist der Anstieg sehr schwach und nicht gerade aussagekräftig. Auch hier gilt: Was sagt der Zervixschleim? Im Zweifelsfall warten Sie noch 1-2 zusätzliche Tage ab.


Temperaturauswertung ganz intuitiv

Vielleicht haben Sie das Gefühl, dass die Messung kompliziert ist und dass es so viele Auswertungsregeln zu beachten gibt. Lassen Sie uns daher noch einmal einen Schritt zurück treten und die ganze Temperatursache intuitiv betrachten und die Regeln mal eben vergessen.

Worum geht es überhaupt bei der Temperaturmessung? Wir wollen mit Hilfe der Temperatur feststellen, ob es einen Eisprung gegeben hat oder nicht. Wenn die Temperatur ansteigt, müssen wir uns fragen: War das jetzt ein Anstieg, der hormonell ausgelöst und vom Eisprung verursacht wurde oder gibt es andere Gründe dafür (Krankheit, Störfaktoren)?

Die Regeln sind gewissermaßen Detailfragen. Ja, die sind wichtig, aber letztendlich sind die NFP-Regeln eine Annäherung, um die Eisprung-Frage zu beantworten.

Anfängerinnen haben oft Angst, dass sie falsch auswerten. Bei der symptothermalen Methode dreht sich jedoch viel um die eigenen Erfahrungswerte. Mit der Zeit stellt sich ein Gefühl für die Fruchtbarkeit in Ihrem Zyklus ein, speziell für die Zeit nach dem Eisprung. Sie lernen immer mehr Details über Ihren Körper kennen. Manche fortgeschrittene NFP-Anwenderinnen messen nur noch stichprobenartig und bemerken beispielsweise aus einer Kombination von Libido, Brustsymptom und Stimmung, ob der Eisprung vorbei ist. Für diese spielt die Temperatur nur noch eine untergeordnete Rolle, quasi nur noch als Verifikation für andere Symptome.

Man könnte auch sagen: Die symptothermale Methode ist ein wissenschaftlich untersuchter, allgemeingültiger Weg, um Ihre individuellen Regeln zur Fruchtbarkeit zu entwickeln.

Lassen Sie sich nicht durch die Regeln erschlagen. Es ist wie bei einem Brettspiel: Nach ein paar Probeläufen geht das alles ziemlich intuitiv.

Weiterlesen: Temperatur und Zervixschleim kombinieren

Die myNFP-App jetzt herunterladen

myNFP hilft Ihnen, Ihre Zyklen nach der symptothermalen Methode auszuwerten

Jetzt bei Google Play Laden im App Store