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Weitere Körpersymptome

Inhalt dieses Artikels:

Der Eisprung wird bei vielen Frauen neben einem Temperaturanstieg und einer Veränderung des Zervixschleims bzw. des Muttermundes noch von weiteren körperlichen Symptomen begleitet.

Diese Symptome haben keine Relevanz zur Auswertung. Sie müssen diese Symptome also nicht betrachten, um einen Zyklus auswerten zu können. Dennoch kann es Ihnen dabei helfen, den Eisprung genauer zu identifizieren.

Bei der Verhütung bekommen Sie so einen zusätzlichen Faktor, der Ihnen Gewissheit über den Eisprung und die darauffolgende unfruchtbare Phase geben kann. Für den Kinderwunsch beobachten Sie vielleicht ein Symptom, das Ihnen einen Hinweis auf den nahenden Eisprung geben kann.

Prinzipiell kann so ziemlich alles beobachtet werden, was den Körper betrifft. Jede Frau fühlt sich ein wenig anders, wenn der Eisprung naht oder wenn er vorüber ist.

Die Libido ist ein Anzeichen, welches sich im Laufe des Zyklus bei vielen Frauen verändert. Zum Eisprung hin nimmt die sexuelle Lust meist stark zu und nach dem Eisprung kann sie auch wieder abnehmen. Manche Frauen fühlen dann kurz vor oder am ersten Tag der Menstruation einen erneuten Libidoschub, weil sich die Hormone des Körpers verändern.

Andere Frauen beobachten Stimmungsveränderungen und sind in der Hochlage beispielsweise leichter reizbar, rührseliger oder aggressiver. Gewichtsveränderungen, Appetit (Heißhunger), Verdauungsveränderungen, Hautveränderungen oder widerspenstige Haare sind weitere Anzeichen für die hormonelle Veränderung im Laufe eines Zyklus.

Zwei Körpersymptome sind jedoch besonders häufig vertreten, weshalb auf diese kurz näher eingegangen werden soll.

Mittelschmerz

Neben einem diffusen, teilweise plötzlichen Schmerz (Stechen, Ziehen, Drücken) im Unterbauch und dem Ausstrahlen ins Becken, die Beine, den Rücken oder den Dammbereich kann es auch zu sehr starken, heftigen Schmerzen kommen. Der vage Schmerz kann häufig auf der Seite wahrgenommen werden, auf der tatsächlich der Eisprung stattfindet. Manche Frauen spüren den Schmerz nur über wenige Sekunde oder Stunden – andere wiederum haben tagelang immer wieder damit zu kämpfen. Der Mittelschmerz wird auch Ovulationsschmerz oder Intermenstrualschmerz genannt und wurde vor gut 150 Jahren (im Jahr 1847) das erste Mal von einem Mediziner beschrieben. Ungeachtet der Verhütungsmethode und der damit einhergehenden Steigerung oder Minderung der Körpersensibilität gaben in Studien 30-40% der Frauen an, schon einmal den Mittelschmerz gespürt zu haben. Davon spüren ihn 17% der Frauen regelmäßig.

Ursache des Mittelschmerzes

Die Ursache ist bis heute nicht geklärt und es werden verschiedene Möglichkeiten diskutiert. Einige Forscher gehen von der erhöhten Kapselspannung durch das wachsende Eibläschen aus. Andere wiederum vermuten, dass sich die Muskulatur der Frau durch Testläufe auf die bevorstehende zuverlässige Beförderung der Spermien hin zur Eizelle vorbereitet (hervorgerufen durch die erhöhte Östrogenausschüttung). Die zunehmende Spannung und die dünner werdende Haut des Eibläschens durch das rasche Wachstum sind ebenfalls mögliche Ursachen des Mittelschmerzes. Es könnte aber auch sein, dass der Schmerz durch Blut- und Flüssigkeitsaustritt im Eierstock und die dadurch entstehende Reizung des Bauchfells hervorgerufen wird.

Wegen des Zusammenhangs mit dem Temperaturanstieg wird der Mittelschmerz im Allgemeinen als Anzeichen der Östrogenveränderung im Körper gesehen (Anstieg, Maximum, Abfall).

Zeitpunkt des Mittelschmerzes

Der zeitliche Zusammenhang zwischen dem Eisprung und dem Mittelschmerz ist nicht exakt bestimmbar und wird von jeder Frau anders wahrgenommen. Durchschnittlich ist der Mittelschmerz am häufigsten zwei Tage vor dem Temperaturanstieg zu spüren. Der Mittelschmerz kann auch bis zu neun Tage vor bzw. zwei Tage nach dem Eisprung wahrgenommen werden. Verschiedene wissenschaftliche Untersuchungen haben gezeigt, dass der Mittelschmerz häufig circa am Tag vor dem tatsächlichen Eisprung endet bzw. auftritt.

Brustsymptom

Das Brustsymptom beschreibt größere, härtere, schwerere, berührungsempfindlichere und vollere Brüste. Manche Frauen empfinden dabei einen starken Schmerz in ihren Brüsten.

Ursache des Brustsymptoms

Der Grund für die Veränderung der Brust ist nicht abschließend geklärt und wird häufig durch das Wachstum des Milchdrüsengewebes (mit sogenannter Läppchenentwicklung), verursacht durch den Anstieg des Progesterons beschrieben. Außerdem stockt der Körper sein Blutangebot (Hyperämie) auf und lockert durch Wassereinlagerungen das Gewebe auf.

Zeitpunkt des Brustsymptoms

Das Brustsymptom tritt nach dem Eisprung auf und hält über einen oder mehrere Tage an. Die Dauer und das Maß sind von Frau zu Frau und von Zyklus zu Zyklus unterschiedlich. Typischerweise tritt das Brustsymptom in der Mitte der zweiten Zyklusphase auf (während der Temperaturhochlage). Häufig klingen die Beschwerden zur Menstruation ab bzw. gehen unbemerkt in das PMS (Prämenstruelle Syndrom) über.

Eisprungblutung

Der Mittelschmerz und das Brustsymptom können sehr häufig beobachtet werden, wohingegen nur wenige Frauen ihren Eisprung anhand einer kleinen Blutung bemerken können, die Eisprungblutung oder Ovulationsblutung genannt wird. Dabei handelt es sich oft nur um eine rötlich bis bräunliche Einfärbung des Zervixschleims. Sie tritt nahezu zeitgleich mit dem Eisprung auf. Die Schleimqualität wird als S+ gewertet.

Alle diese zusätzlichen Anzeichen des weiblichen Körpers helfen bei der Auswertung nur indirekt weiter. Sie können alle diese Zusatzsymptome auf myNFP protokollieren, müssen aber nicht. Für die Auswertung spielen diese Symptome keine Rolle, weil sie zu unregelmäßig und zu individuell auftreten, um daraus ein allgemeingültiges Regelwerk ableiten zu können, das auf alle Frauen zutrifft. Das soll Sie jedoch nicht davon abhalten, Ihr eigenes individuelles Regelwerk aufzustellen, mit dem Sie die Zyklusauswertung besser beurteilen können.

Manche Frauen vertrauen einem Temperaturanstieg beispielsweise mehr, wenn sie anschließend auch ein Ziehen in der Brust haben.

Auf myNFP gibt es für alle beschriebene Anzeichen Eintragungsfelder: Der Mittelschmerz wird durch ein M beschrieben; das Brustsymptom wird in den Kurven mit einem großen B dargestellt; für die Libido gibt es zwei Unterschiedliche Darstellungen mit entsprechenden Bildern bzw. Farben. Blutungen können nach dem gleichen Prinzip der Menstruation notiert werden.