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Kann man während der Periode schwanger werden?

Die myNFP-App zeigt mir fruchtbar an, dabei habe ich doch gerade meine Periode. Wie kann das sein? Ich kann während der Periode doch gar nicht schwanger werden.

Unfruchtbarkeit am Zyklusanfang und die Periode sind zwei verschiedene Dinge, obwohl beides häufig zeitlich übereinstimmt. NFP-Anwenderinnen gehen meist von 5 Tagen Unfruchtbarkeit am Zyklusanfang aus und die Periode dauert bei vielen Frauen 4-5 Tage.

Trotzdem lässt sich die Frage, ob man während der Periode schwanger werden kann, nur so beantworten:

Es kommt drauf an – auf die Dauer und Stärke der Periode und ob es eine echte Periode ist.

Wenn Sie keine NFP-Anwenderin sind, sollten Sie immer davon ausgehen, dass Sie während Ihrer Periode schwanger werden können. Sie wissen schlichtweg nicht, wie Ihr Zyklus genau aussieht, ob Sie eine echte Periode haben oder nur eine starke Zwischenblutung und können das Risiko nicht genau einschätzen.

Am einfachsten kann man den Unterschied zwischen der Periode und der unfruchtbaren Zeit am Zyklusanfang anhand einer kleinen Übertreibung erklären.

Sie wissen, dass Spermien 5 Tage überleben können.

Angenommen, Ihre Periode dauert 10 Tage und Ihr Eisprung findet an Zyklustag 14 statt. Nun haben Sie an Zyklustag 10 Sex. Ergebnis: Die Spermien leben möglicherweise lange genug, um die Eizelle zu befruchten und Sie könnten schwanger werden.

Schwanger trotz Periode

Schauen wir uns das genauer an.

Das folgende Diagramm zeigt die Länge der Follikelphase und damit den Tag des Eisprungs.

Tag des Eisprungs

Rund 5% aller Zyklen haben einen Eisprung an Tag 11 oder früher.

Das macht vor allem lange Perioden gefährlich für eine ungewollte Schwangerschaft, wenn man einfach annehmen würde, dass eine Frau während der Periode nicht schwanger werden kann.

Warum ist NFP nun trotzem sicher?

Im Grunde ist es einfach ein Zahlenspiel. Lassen Sie uns überlegen, was alles geschehen müsste, damit Sie während Ihrer Periode wirklich ungewollt schwanger werden:

  1. Der Eisprung müsste früher als sonst stattfinden, sonst hätte die Minus-8-Regel die unfruchtbare Zeit am Zyklusanfang bereits verkürzt.
  2. Ihre Periode müsste genauso lang sein wie die errechnete unfruchtbare Zeit am Zyklusanfang (siehe 5-Tage-Regel). Nur in diesem Fall können Sie durch das Menstruationsblut keine doppelte Kontrolle mit dem Zervixschleim durchführen.
  3. Spermien müssten trotz Menstruationsblut überleben.
  4. Selbst unter optimalen Bedingungen (Sex am Tag des Eisprungs mit höchster Zervixschleimqualität) ist die Chance auf eine Befruchtung geringer als 50%. Sie müssten also außerdem „Pech haben”.

Diese vier Punkte müssten zusammenkommen, um die 5%-Chance eines frühen Eisprungs überhaupt zu einer Gefahr zu machen.

Punkt 2 gibt uns außerdem einen Hinweis auf weitere Fälle, die wir unterscheiden können:

Ihre Blutung ist kürzer als die errechnete unfruchtbare Zeit am Zyklusanfang. Dann kündigt sich ein früher Eisprung durch fruchtbaren Zervixschleim an und wird durch das Prinzip der doppelten Kontrolle abgefangen.

Ihre Blutung ist länger als die errechnete Zeit. Sie sind auf der sicheren Seite, weil Menstruationsblut schlechte Überlebenschancen für Spermien bietet.

Wie hoch ist nun die Wahrscheinlichkeit für eine NFP-Anwenderin, dass sie am Zyklusanfang ungewollt schwanger wird?

Dazu betrachten wir einfach den Pearl-Index der symptothermalen Methode bei perfekter Anwendung und Enthaltsamkeit während der fruchtbaren Zeit. Von 100 Frauen, die 1 Jahr lang mit NFP verhüten, werden 0,4 schwanger.