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NFP-Regeln

Unfruchtbarkeit am Zyklusanfang

So ermittelst du die unfruchtbare Phase am Zyklusanfang

NFP-Regeln am Zyklusanfang

Die symptothermale Methode hat zwei unfruchtbare Phasen, die unterschiedlich ermittelt werden:

Unfruchtbare Phase nach dem Eisprung: Anhand von Körpersymptomen wird festgestellt, wann der Eisprung sicher vorbei ist. Ab dann ist eine Frau unfruchtbar, weil keine Eizelle mehr unterwegs ist, die befruchtet werden kann. Wie diese Phase bestimmt wird, wird hier erklärt.

Unfruchtbarkeit am Zyklusanfang: Am Zyklusanfang wissen wir noch nicht, wann der Eisprung stattfinden wird. Wir machen eine Vorhersage darüber, bis wann der Eisprung mit großer Wahrscheinlichkeit nicht stattfinden wird.

Für diese Vorhersage gibt es einige Regeln, mit denen die unfruchtbare Zeit am Zyklusanfang sehr sicher ermittelt werden kann.

Zusammenfassung der Regeln für den Zyklusanfang

  • Zyklusanfang: Ein Zyklus beginnt am ersten Tag der Menstruation in gewohnter Stärke. Schmierblutungen gehören zum alten Zyklus.
  • Vorbedingung: Der vorherige Zyklus muss eine 1.hM aufweisen! Wenn diese im Vorgängerzyklus fehlt, gilt ab Tag 1 Fruchtbarkeit.
  • Doppelte Kontrolle bei allen Regeln: Wenn du Schleim der Kategorie f, S oder S+ am Zyklusanfang findest, gilt ab sofort Fruchtbarkeit.
  • 5-Tage-Regel: Sofern die Vorbedingung erfüllt ist, gelten standardmäßig die ersten 5 Tage als unfruchtbar.
  • Minus-8-Regel zur Verkürzung: Wenn du eine 1. höhere Messung vor Zyklustag 13 feststellst, gilt ab sofort eine verkürzte unfruchtbare Zeit am Zyklusanfang: 1.hM – 8 = unfruchtbare Zeit am Zyklusanfang.
  • Minus-8-Regel zur Verlängerung: Wenn du 12 ausgewertete Zyklen (also 12 Zyklen mit 1.hM) aufgezeichnet hast, kannst du die Minus-8-Regel zur Verlängerung anwenden: früheste 1.hM aller Zyklen – 8 = unfruchtbare Zeit am Zyklusanfang.
  • Minus-20-Regel zur Verlängerung: Falls du gerade mit der symptothermalen Methode beginnst und einen Menstruationskalender über die letzten 12 Zyklen geführt hast, kannst du die Minus-20-Regel zur Verlängerung anwenden: Kürzeste Zykluslänge – 20 = unfruchtbare Zeit am Zyklusanfang (nur bedingt empfehlenswert).

Vorbedingung

Im vorherigen Zyklus muss eine 1. höhere Messung festgestellt worden sein.

Ohne eine 1.hM im Vorgängerzyklus gilt ab Tag 1 Fruchtbarkeit. Dafür gibt es zwei Gründe:

Falls du gerade erst mit NFP beginnst (und du vorher nicht hormonell verhütet hast), gilt im 1. Zyklus am Anfang Fruchtbarkeit, weil du nicht wissen kannst, ob es im vorherigen Zyklus einen Eisprung gab oder nicht.

5-Tage-Regel

Die Hauptregel zur Ermittlung der unfruchtbaren Phase am Zyklusanfang ist sehr einfach:

Die ersten 5 Tage des neuen Zyklus gelten als unfruchtbar (wenn die oben erwähnte Vorbedingung zutrifft).

Doppelte Kontrolle mit dem Zervixschleim

Falls du vorher Zervixschleim der Kategorie f oder besser feststellst, musst du sofort Fruchtbarkeit annehmen.

Bei vielen Frauen fallen die ersten fünf Tage jedoch mit der Menstruation zusammen. Während der Menstruation brauchst du keinen Schleim zu beobachten, weil das meist gar nicht möglich ist. Fruchtbarer Zervixschleim kann die 5 Tage also nur verkürzen, wenn deine Blutung kürzer als 5 Tage dauert.

Das Prinzip der doppelten Kontrolle gilt immer! Auch bei der Minus-8-Regel und Minus-20-Regel, die im Folgenden erklärt werden. Sobald du fruchtbaren Zervixschleim (f, S oder S+) beobachtest, musst du Fruchtbarkeit annehmen.

Minus-8-Regel

Die unfruchtbare Zeit am Zyklusanfang kann ausgedehnt werden. Sobald du 12 auswertbare Zyklen zusammen hast, also 12 Zyklen mit einer 1. höheren Messung, kannst du die früheste aller 1. höheren Messungen nehmen, davon acht Tage abziehen und erhältst so die unfruchtbare Zeit am Zyklusanfang.

Beispiel: Du hast 12 Zyklen ausgewertet und die früheste 1. höhere Messung dieser 12 Zyklen war an Zyklustag 15, dann rechnest du: 15 – 8 = 7. Du bist also bis einschließlich Zyklustag 7 unfruchtbar.

Leider wirkt die Minus-8-Regel (zu deiner Sicherheit) auch verkürzend und zwar auch dann, wenn du keine 12 ausgewerteten Zyklen hast. Falls du beispielsweise in Zyklus 3 eine 1. höhere Messung an Tag 12 feststellst, gilt ab Zyklus 4 die unfruchtbare Zeit nur noch bis 12 – 8 = Zyklustag 4.

Leider gilt die früheste 1. höhere Messung zur Sicherheit ein Leben lang! Warum?

Minus-20-Regel

Für den Fall, dass du zuvor keine hormonellen Verhütungsmittel verwendet und einen Menstruationskalender eingesetzt hast, kannst du die unfruchtbare Zeit am Zyklusanfang verlängern. Es gilt: Die kürzeste Zykluslänge der letzten 12 Zyklen – 20.

Beispiel: Kürzester Zyklus von 12 Zyklen im Menstruationskalender war 27 Tage lang, dann gilt die unfruchtbare Phase am Zyklusanfang bis einschließlich Tag 7 (doppelte Kontrolle mit Zervixschleim beachten!).

Wir empfehlen allerdings, diese Regel nicht leichtfertig anzuwenden, sondern am besten in Absprache mit einer NFP-Beraterin, die dich begleitet. Für Anfängerinnen ist es wichtig, die ersten Zyklen erstmal nur zu beobachten und Erfahrungen zu sammeln, bevor die unfruchtbare Phase ausgedehnt wird. Insbesondere, weil bei der symptothermalen Methode das Restrisiko am Zyklusanfang besteht. Ob ein Eisprung vorüber ist, lässt sich sehr sicher beurteilen. Die Unsicherheit besteht am Zyklusanfang.

Überlegungen zur Minus-20-Regel

Der Zweck der Minus-20-Regel ist, die Akzeptanz der symptothermalen Methode zu erhöhen, indem Frauen mit langen Zyklen mehr sicher ermittelbare unfruchtbare Tage im Zyklus haben. Das setzt eine längere pillenfreie Zeit voraus und am besten die Begleitung einer ausgebildeten NFP-Beraterin.

Je mehr Daten über vergangene Zykluslängen vorhanden sind, desto besser. Wenn du die Pille absetzt, zwei Zyklen im Menstruationskalender notierst und dann mit NFP beginnst, sind diese Zykluslängen relativ wertlos.

Bei Verwendung eines Menstruationskalenders und der späteren Berechnung der Zykluslängen gibt es einige potenzielle Fehlerquellen:

  • Der Periodenbeginn wurde nicht exakt notiert.
  • Datums-Berechnungen sind schwierig. Die Zyklustage am besten einzeln abzählen, damit man sich nicht verrechnet.
  • „Meine Zyklen dauern immer etwa 30 Tage“ → zählt nicht. Es müssen qualitativ hochwertige Daten vorhanden sein!

Nutze die Minus-20-Regel zur Verlängerung daher nur, wenn du dir sicher bist, dass du qualitativ hochwertige Periodendaten hast und dir klar ist, worauf du dich einlässt.