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Zervixschleim auswerten

Die fruchtbare und unfruchtbare Phase im Zyklus anhand von Veränderungen des Zervixschleims bestimmen

Sie haben Ihre erste Zervixschleimbeobachtung hinter sich und einige Beobachtungen angestellt. Sie empfinden möglicherweise ein „rinnendes” Gefühl, wenn Sie an Ihren Intimbereich denken. Sie sehen vielleicht eine durchsichtige, glasklare Flüssigkeit, die sich glitschig anfühlt. Der Schleimtabelle nach entsprechen diese Eigenschaften dem Symbol S+.

Falls Ihnen die Zervixschleim-Symbole t, ∅, f, S, S+ noch nichts sagen, lesen Sie bitte zuerst den Artikel Zervixschleim beobachten.

Im Artikel Zervixschleim und Fruchtbarkeit haben Sie gelernt, dass dieser besonders fruchtbare Zervixschleim ein deutliches Anzeichen für den bevorstehenden Eisprung ist, weil er durch Östrogen verändert wurde, das gleichzeitig für das Auslösen des Eisprungs verantwortlich ist.

Nun schauen wir uns eine Folge von Zyklustagen an und werten diese den NFP-Regeln nach aus.

Zervixschleim auswerten bei Kinderwunsch

Für Frauen mit Kinderwunsch sind die Symbole t und weitgehend uninteressant. Diese Schleimqualitäten beobachten Sie vermutlich eher am Zyklusanfang oder nachdem der Eisprung bereits vorbei ist.

Das Symbol f deutet auf eine leichte Fruchtbarkeit hin, S und S+ sind besonders gute Schleimqualitäten, da diese oftmals begleitend zum Eisprung festgestellt werden können.

Hier nochmal die Faustregel zur Fruchtbarkeit:

Je besser die Schleimqualität, desto höher sind die Überlebenschancen von Spermien!

Das liegt daran, dass „guter” Schleim den sauren pH-Wert der Scheide neutralisiert und sich die Spermien im Schleim zu ihrem Ziel fortbewegen können. Sie sind also nicht nur gegen den sauren Einfluss der Scheide geschützt und überleben dadurch länger, sondern können sich sogar schneller fortbewegen.

Das Wichtigste, was Sie zum Schwanger werden wissen müssen: Tage mit S+ gelten aus den oben benannten Gründen als besonders fruchtbar und Sie sollten versuchen, an genau diesen Tagen Sex zu haben, um die Chancen auf eine Befruchtung zu maximieren. Wenn Ihr Partner außerdem an den Tagen vor S/S+ nicht ejakuliert, erhöht sich bei ihm die Anzahl der Spermien, was zur Befruchtung der Eizelle zusätzlich hilft.

Jetzt verstehen Sie vermutlich auch, warum es nicht optimal ist, irgendwelche Berechnungen mit einem Eisprungrechner anzustellen, wenn Sie doch einfach die beste Fruchtbarkeit durch die Beobachtung Ihres Zervixschleims ermitteln können und sollten.

Das Beste daran: Den Zervixschleim zu beobachten ist kostenlos und effizienter als jedes technische Hilfsmittel, jede „schlaue“ App, jeder Zyklus-Computer und sogar zuverlässiger als Ovulationstests.

Es kann durchaus einmal vorkommen, dass Sie bereits sehr früh einen Tag mit S oder S+-Schleim erleben. Manchmal tritt diese Art von Schleim auch noch nach dem Eisprung auf. Deswegen sollten Sie die Schleimauswertung in einen zeitlich sinnvollen Zusammenhang zum Eisprung setzen, indem Sie zusätzlich Ihre Körpertemperatur messen. Wie das geht, erklären wir Ihnen im Artikel Temperatur messen

Bei der symptothermalen Methode spricht man häufig von einem Schleimhöhepunkt (oder auch Schleimumschwung), denn der optimalen Schleimqualität um den Eisprung herum folgt eine Veränderung, so dass anschließend eine schlechtere Zervixschleim-Qualität beobachtet werden kann.

Das Konzept des Schleimumschwungs ist zur Erkennung der unfruchtbaren Phase wichtig und weniger bei Kinderwunsch. Allerdings sollten Sie sich dennoch damit auseinandersetzen, um Ihren Zyklus vollständig auswerten zu können. Dies wird Ihnen dabei helfen, noch besser einschätzen zu können, in welcher Zyklusphase Sie sich befinden und welchen Mustern Ihr Zervixschleim folgt.

Und noch eine Bitte: Falls es nicht sofort klappt, haben Sie etwas Geduld. Die symptothermale Methode erhöht Ihre Chancen auf's Schwangerwerden, aber leider nicht auf 100%. Vielleicht dauert es noch einige Zyklen. Nichtsdestotrotz können Sie nun wenigstens aktiv etwas dafür tun und verstehen besser, was mit Ihrem Körper im Verlauf eines Zyklus geschieht.

Zervixschleim auswerten zur Erkennung der unfruchtbaren Phase

Bei der natürlichen Verhütung geht es darum, zu bestimmen, wann der Eisprung vorüber ist und somit die von Natur aus vorhandene unfruchtbare Phase im Zyklus beginnt.

Für Frauen, die mit der symptothermalen Methode natürlich verhüten wollen, sind alle fünf Schleimsymbole relevant.

Aufgepasst: Auch wenn Tage mit S und S+ meist die besonders fruchtbaren Tage sind, können Sie nicht einfach annehmen, dass Sie an den Tagen mit schlechterer Schleimqualität unfruchtbar sind. Unfruchtbarkeit dürfen Sie nur dann annehmen, wenn Sie den Zervixschleim den NFP-Regeln nach systematisch erfasst und ausgewertet haben.

Bei der symptothermalen Methode spricht man häufig von einem Schleimhöhepunkt (oder auch Schleimumschwung), denn der optimalen Schleimqualität um den Eisprung herum folgt eine Veränderung, so dass anschließend eine schlechtere Zervixschleim-Qualität beobachtet werden kann.

Um genau diesen Umschwung geht es uns. Dieser ist oft sogar von einem Tag auf den anderen zu beobachten. Der Zervixschleim war am Vortag S+ und plötzlich wird er deutlich schlechter und bleibt für mindestens 3 weitere Tage schlechter. Dann können Sie – in doppelter Kontrolle mit der Temperatur – davon ausgehen, dass der Eisprung vorüber ist und Sie nun unfruchtbar sind.

Der Schleimhöhepunkt / Schleimumschwung

Wenn Sie jeden Tag Ihren Zervixschleim beobachten und in Ihr Zyklusblatt eintragen, dann lässt sich der Schleimhöhepunkt folgendermaßen erkennen:

Der Schleimhöhepunkt ist der Tag im Zyklus mit der individuell besten Zervixschleimqualität, gefolgt von drei Tagen mit schlechterer Schleimqualität.

Was bedeutet „individuell beste Schleimqualität”? Das ist die beste Schleimqualität, die Sie im Zyklus beobachten konnten. In den allermeisten Fällen ist dies S+. Manche Frauen beobachten jedoch nur das Symbol S.

Beispiel: Schleimhöhepunkt im Zyklus (markiert mit gelbem Hintergrund und rotem Rahmen)
Beispiel: Schleimhöhepunkt im Zyklus (markiert mit gelbem Hintergrund und rotem Rahmen)

Die Abbildung zeigt mehrere Tage mit S+, aber nur auf Zyklustag 15 folgen mindestens drei Tage mit schlechterer Schleimqualität.

Zwei weitere Beispiele

Beispiel 1: Ein Schleimhöhepunkt gilt nur dann als solcher, wenn drei Tage in Folge schlechterer Schleim beobachtet werden kann.

Beispiel: Kein Schleimhöhepunkt an Zyklustag 10
Beispiel: Kein Schleimhöhepunkt an Zyklustag 10

Die obige Abbildung zeigt, dass zwar auch an Zyklustag 10 S+ gefunden wurde, allerdings folgen nur zwei Tage mit schlechterer Zervixschleimqualität. Zyklustag 10 ist daher kein Schleimhöhepunkt! Der korrekte Schleimhöhepunkt befindet sich an Zyklustag 15.

Die nächste Abbildung zeigt zwei potenzielle Schleimhöhepunkte und zwar an den Tagen 10 und 16. Auf beide Tage folgen jeweils drei Tage mit schlechterer Schleimqualität. Der Schleimhöhepunkt ist in diesem Fall nicht eindeutig. Zur eindeutigen Bestimmung des Schleimhöhepunktes muss daher außerdem die Temperatur ausgewertet werden. Dies wird im Artikel Temperatur + Zervixschleim kombinieren erklärt.

Zwei potenzielle Schleimhöhepunkte – Auswertung ohne Temperatur nicht möglich
Zwei potenzielle Schleimhöhepunkte – Auswertung ohne Temperatur nicht möglich

Zusammenfassung

  • Der Schleimhöhepunkt ist der Tag mit der individuell besten Schleimqualität, gefolgt von drei Tagen mit schlechterer Qualität.
  • Setzen Sie den Schleimhöhepunkt in einen zeitlich sinnvollen Zusammenhang zur Temperaturauswertung.

Weiter geht es mit dem nächsten Artikel: Temperatur messen

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