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Zervixschleim Auswerten

Sie haben Ihre erste Zervixschleimbeobachtung hinter sich und einige Beobachtungen angestellt. Sie empfinden möglicherweise ein „rinnendes” Gefühl, wenn Sie an Ihren Intimbereich denken. Sie sehen vielleicht eine durchsichtige, glasklare Flüssigkeit, die sich glitschig anfühlt. Was stellen Sie damit nun an?

Inhalt dieses Artikels:

Diese Schleimeigenschaften geben Ihnen Hinweise auf dessen Qualität und damit darauf, wie es um Ihre Fruchtbarkeit bestellt ist und in welchem Zyklusabschnitt Sie sich befinden.

Die NFP AG hat dafür praktischerweise eine Tabelle zusammengestellt, die die Eigenschaften des Schleims kategorisiert und in ein Symbol bzw. eine Abkürzung übersetzt.

Bei der Schleimbeobachtung haben Sie gelernt, dass es drei Arten der Wahrnehmung gibt: Empfinden, Fühlen, Sehen. Die symptothermale Methode fasst Empfinden und Fühlen zusammen und daher macht myNFP das ebenfalls so. Vielleicht mag das zunächst etwas verwirrend für Sie sein, Sie werden jedoch feststellen, dass Sie trotz dieser Vereinfachung den Schleim gut beurteilen können und diese vereinfachte Sichtweise daher völlig ausreichend ist.

Zervixschleimtabelle

Werfen Sie zunächst einen Blick auf diese Tabelle:

Empfinden/FühlenAussehenAbk.
trocken, trockenes, rauhes, juckendes, unangenehmes Gefühlundnichts gesehen, kein Schleim am Scheideneingangt
nichts gefühlt, keine Feuchtigkeit, keine Empfindung am Scheideneingangundnichts gesehen, kein Schleim am Scheideneingang
feuchtabernichts gesehen, kein Schleim am Scheideneingangf
feucht oder nichts gefühltunddicklich, weißlich, trüb, cremig, klumpig, gelblich, klebrig, etwas zäh-elastisch, nicht ziehbarS
feucht oder nichts gefühltundglasig, glasklar, glasig durchscheinend, wie rohes Eiweiß (glasig mit weißen Fäden durchsetzt), dehnbar, fadenziehend, spinnbar, flüssig, so dünnflüssig, dass er "wegrinnt wie Wasser", rötlich, rotbraun, gelblich-rötlichS+
nass, schlüpfrig, rutschig, glitschig, wie eingeölt, weich, glattund/
oder
glasig, glasklar, glasig durchscheinend, wie rohes Eiweiß (glasig mit weißen Fäden durchsetzt), dehnbar, fadenziehend, spinnbar, flüssig, so dünnflüssig, dass er "wegrinnt wie Wasser", rötlich, rotbraun, gelblich-rötlichS+

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Die Schleimeigenschaften haben Sie bereits kennengelernt, als Sie den Schleim beobachtet haben (falls nicht, lesen Sie hier noch einmal nach: Zervixschleim beobachten).

Schleimsymbole bzw. Abkürzungen

Sie sehen, dass es fünf Schleimsymbole gibt: t, ∅ f, S, S+, wobei t (wie „trocken”) die schlechteste Schleimqualität darstellt und S+ besonders gut ist.

Mit der Zeit werden Sie ein Gefühl dafür bekommen, welche Eigenschaften als fruchtbar gelten, so dass Ihnen die passende Kategorie sofort einfällt und Sie nicht weiter darüber nachdenken müssen. myNFP übersetzt jedoch auch die Schleimeigenschaften in das richtige Symbol, falls Sie sich unsicher sind.

Das gleiche gilt für die Wahl des richtigen Schleimattributs. Woher sollen Sie wissen, ob Sie gerade glasigen, cremigen oder klumpigen Schleim sehen und ob die Tabelle das Gleiche meint wie Sie? Am besten überlegen Sie sich jetzt am Anfang, wenn Sie den Schleim beobachten, wie Sie das, was Sie sehen, empfinden und fühlen bezeichnen würden. Einfach aus dem Bauch heraus. Und dann erst schauen Sie in die Tabelle, ob es die gleiche Bezeichnung gibt, die Sie sich überlegt haben.

Wenn Sie Ihren Schleim anfangs einmal falsch einordnen, macht das nichts. Wie bereits erwähnt, es ist anfangs wichtig, dass Sie überhaupt Beobachtungen anstellen und Unterschiede über die Zeit feststellen können.

Einigen Frauen hilft es auch, wenn sie die Schleimeigenschaften in den Notizen eines Zyklustages auf myNFP in eigenen Worten genauer beschreiben, so dass diese Aufzeichnungen in einer späteren Zyklusphase zu Rate gezogen werden können.

Dieser Artikel ist im Folgenden für Frauen mit Kinderwunsch etwas anders aufgebaut, als für Frauen mit Verhütungsabsichten. Um Ihnen nur das für Sie Interessante anzuzeigen, können Sie hier den Rest des Artikels aufklappen.

Schleimauswertung bei Kinderwunsch

Kinderwunsch aufklappen

Schleimauswertung zur Verhütung

Verhütung aufklappen

Der Schleimhöhepunkt

Wenn Sie jeden Tag Ihren Zervixschleim beobachten und in Ihr Zyklusblatt eintragen, dann lässt sich der Schleimhöhepunkt folgendermaßen erkennen:

Der Schleimhöhepunkt ist der Tag im Zyklus mit der individuell besten Zervixschleimqualität, gefolgt von drei Tagen mit schlechterer Schleimqualität.

Schleimhöhepunkt im Zyklus
Abbildung: Schleimhöhepunkt an Zyklustag 16

Was bedeutet „individuell beste Schleimqualität”? Das ist einfach die beste Schleimqualität, die Sie im Zyklus beobachten konnten. In den allermeisten Fällen ist dies ohnehin S+. Manche Frauen beobachten jedoch nur die Kategorie S.

Die Abbildung zeigt mehrere Tage mit S+, aber nur auf Zyklustag 16 folgen drei oder mehr Tage mit schlechterer Schleimqualität.

Zwei weitere Beispiele

Ein Schleimhöhepunkt gilt nur dann als solcher, wenn drei Tage in Folge schlechterer Schleim beobachtet werden kann. Die folgende Abbildung zeigt, dass zwar auch an Zyklustag 13 S+ gefunden wurde, allerdings folgt nur ein Tag mit schlechterer Schleimqualität. Dies ist daher kein Schleimhöhepunkt! Der korrekte Schleimhöhepunkt befindet sich an Zyklustag 17.

Schleimhöhepunkt im Zyklus
Abbildung: Schleimhöhepunkt an Zyklustag 17

Die nächste Abbildung zeigt allerdings zwei potenzielle Schleimhöhepunkte und zwar an den Tagen 8 bzw. 17. Auf beide Tage folgen drei Tage mit schlechterer Schleimqualität. Der Schleimhöhepunkt ist in diesem Fall nicht eindeutig. Zur eindeutigen Bestimmung des Schleimhöhepunktes wird daher außerdem die Temperatur ausgewertet. Dies wird auf den folgenden Seiten näher erläutert.

Schleimhöhepunkt im Zyklus
Abbildung: Schleimhöhepunkt ohne Temperaturauswertung nicht eindeutig

Zusammenfassung

Die Auswertung des Zervixschleims funktioniert wie folgt:

  • Kategorisieren Sie Aussehen und Fühlen/Empfinden anhand der Schleimtabelle in eines der Schleimsymbole:
    t, ∅, f, S, S+
  • Bestimmen Sie den Schleimhöhepunkt: Dies ist der Tag mit der individuell besten Schleimqualität, gefolgt von drei Tagen mit einer schlechteren Schleimkategorie.
  • Setzen Sie den Schleimhöhepunkt in einen zeitlich sinnvollen Zusammenhang zur Temperaturauswertung.

Der letzte Punkt wird auf den folgenden Seiten näher erläutert. Bevor der Schleimhöhepunkt jedoch in einen zeitlichen Zusammenhang zur Temperaturauswertung gebracht werden kann, müssen Sie erst einmal erfahren, wozu Sie die Temperatur messen, wie dies genau funktioniert und wie diese dann ausgewertet wird.