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Die Rolle des Zervixschleims für die Fruchtbarkeit

Was Zervixschleim ist, wozu er dient und was der Unterschied zu Ausfluss ist

Gynäkologen haben herausgefunden, dass der Zervixschleim eine besondere Rolle im Zyklus einer Frau spielt. Zervixschleim kündigt den Eisprung an und erhöht die Überlebensfähigkeit und Fortbewegung von Spermien.

Frauen mit Kinderwunsch können ihre Chancen erheblich steigern, wenn sie insbesondere an Tagen mit außerordentlich guter Schleimqualität Sex haben, da der alkalische Zervixschleim für Spermien wie ein Schutzmantel gegen das saure Scheidenmilieu wirkt.

Bei der natürlichen Verhütung geht es darum, zu ermitteln, wann der Eisprung ganz sicher vorüber ist. Das ist dann der Fall, wenn der Zervixschleim plötzlich über mehrere Tage „schlechter“ wird.

Vermutlich haben Sie Ihrem Zervixschleim bisher nur wenig Beachtung geschenkt oder diesen sogar irrtümlicherweise mit Ausfluss bezeichnet, was jedoch zwei unterschiedliche Dinge sind:

Ausfluss ist eine Begleiterscheinung bei einigen Krankheiten und wird meist von üblem Geruch, Brennen oder starkem Juckreiz begleitet.

Zervixschleim hingegen ist völlig natürlich und verändert sich im Laufe eines Zyklus durch Ausschüttung von Hormonen. Es ist normal, wenn Sie sich ab und zu feuchter anfühlen als an anderen Tagen (ohne erregt zu sein) oder wenn Sie Schleim in Form eines kleinen Klumpens oder eines Fadens auf dem Toilettenpapier oder in Ihrer Unterhose finden.

Östrogenanstieg, LH-Peak, gefolgt vom Eisprung (Ovulation). Östrogen verändert den Zervixschleim und macht ihn fruchtbar
Östrogenanstieg, LH-Peak, gefolgt vom Eisprung (Ovulation). Östrogen verändert den Zervixschleim und macht ihn fruchtbar

Hormone & Zervixschleim

Für den Eisprung spielen die Hormone Östrogen und LH (= luteinisierendes Hormon) eine besonders wichtige Rolle. So spielt es sich jeden Zyklus ab:

  • Zunächst steigt die Östrogenkonzentration an, bis diese für einige Zeit einen Schwellenwert überschritten hat. Gleichzeitig wird durch das Östrogen der Zervixschleim verändert – er wird spinnbar oder fadenziehend. Gynäkologen sprechen von östrogenstimuliertemZervixschleim.
  • Anschließend wird das LH ausgeschüttet und steigt allmählich an. Erreicht der LH-Wert ebenfalls einen Schwellenwert, wird der Eisprung ausgelöst.

Der Östrogengipfel wird durchschnittlich 24-41h vor dem Eisprung erreicht und hilft, wie oben schon erwähnt, Spermien bei der Fortbewegung und dient als Schutzmantel, um die Lebensdauer zu erhöhen.

Dadurch dient der Zervixschleim als Anzeichen für den bevorstehenden Eisprung.

Ein erstes Experiment

Versuchen Sie einmal zu spüren, wie Sie jetzt gerade Ihren Scheideneingang empfinden. Spüren Sie Feuchtigkeit? Oder Trockenheit? Haben Sie vielleicht im Laufe des Tages einen leichten Juckreiz gemerkt oder spüren Sie schlichtweg gar nichts? Das ist eine Kopfsache. Wenn Sie nichts spüren, können Sie auch einmal versuchen, sich daran zu erinnern, ob Sie schon einmal die Straße entlang gelaufen sind und das Gefühl hatten, als ob etwas aus Ihrer Scheide in die Unterhose läuft. Oder vielleicht hatten Sie schonmal die Empfindung, dass es sich irgendwie „rau” anfühlt.

Als nächstes gehen Sie bitte kurz auf die Toilette und streichen Sie mit einem Finger über Ihren Scheideneingang, so als würden Sie mit Toilettenpapier darüber fahren. Sie brauchen den Finger nicht tief einzuführen. Es genügt, wenn dieser außen über den Eingang fährt.

Wie fühlt sich Ihr Scheideneingang mit dem Finger an? Feucht? Oder sogar richtig „glitschig”? Oder eher trocken? Betrachten Sie Ihren Finger. Sehen Sie irgendwas? Cremeartige Tropfen, oder eine dünne, wasserähnliche Schicht? Oder haben Sie zufällig sogar einen ganzen Faden oder ein Klümpchen erwischt? Ist der Schleim durchsichtig oder weißlich?

Pressen Sie Ihre Fingerspitzen zusammen und ziehen Sie sie wieder auseinander. Ist der Schleim dehnbar oder klebrig?

Wenn Sie gerade nichts sehen, nichts fühlen und nichts empfinden, macht das nichts. Zervixschleim wird nicht an jedem Tag in der gleichen Menge und Konsistenz produziert. Außerdem fehlt Ihnen bisher ja jegliche Vergleichsmöglichkeit.

Den Zervixschleim beurteilen

Sie haben Ihren Schleim nun beobachtet und festgestellt, dass es drei Arten der Beobachtung gibt:

  • Das, was Sie empfinden, wenn Sie Ihre Aufmerksamkeit auf Ihren Scheideneingang lenken.
  • Das, was Sie mit dem Finger an Ihrem Scheideneingang fühlen.
  • Das, was Sie an Ihrem Finger sehen.

Nun müssen Sie das Ergebnis beurteilen. Welches Aussehen und Empfinden der Zervixschleim annehmen kann, werden Sie auf der nächsten Seite lernen.

Faustregel für Frauen mit Kinderwunsch

Je feuchter Sie sich fühlen, desto fruchtbarer sind Sie gerade.

Glückwunsch, Sie haben nun zum ersten Mal Ihren Zervixschleim beobachtet und damit den ersten Schritt getan, um Ihre Fruchtbarkeit anhand von Körpersymptomen einzuschätzen.

Die Zervixschleimauswertung ist für viele Anfängerinnen nicht ganz leicht. Das liegt daran, dass Ihnen Vergleichsmöglichkeiten fehlen. Sie wissen bisher noch nicht, welche Formen Ihr Zervixschleim annehmen kann. Das erfordert etwas Geduld und Erfahrung. Die nächsten Artikel werden Ihnen hoffentlich noch mehr Klarheit verschaffen.

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