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Unregelmäßiger Zyklus

Wann ein Zyklus als unregelmäßig gilt, was normal ist, was man gegen unregelmäßige Zyklen tun kann

Viele Menschen glauben, dass ein natürlicher Zyklus nur dann regelmäßig ist, wenn er 28 Tage lang ist, plus/minus 1-2 Tage. Geringe Abweichungen werden bereits als unregelmäßig empfunden und entsprechend sind die Sorgen groß, wenn die Periode mal wieder auf sich warten lässt. Die Sorgen sind jedoch fast immer unnötig. Wenn es nur eine Sache gibt, die jeder Mensch über den weiblichen Zyklus wissen sollte, dann das:

Nur 3,3% aller Frauen haben Bilderbuchzyklen, die aufs Jahr gesehen nur um maximal 3 Tage schwanken. Bei 58% aller Frauen schwanken Zyklen um 8 Tage oder mehr.

Sie sind die Ausnahme, wenn Ihre Zyklen nur sehr wenig schwanken!

Was ist ein unregelmäßiger Zyklus?

Man kann auf zwei Arten definieren, was ein regelmäßiger Zyklus ist und wann er unregelmäßig wird.

  1. In Bezug auf alle anderen Frauen: Wie sehr schwankt die Zykluslänge bei mir im Vergleich zu anderen Frauen? Bin ich ein Sonderling, wenn mein Zyklus länger als 33 Tage dauert?
  2. Im Vergleich zu den eigenen früheren Zyklen: Wie lang ist dieser Zyklus verglichen mit dem vorherigen?

Spontan aus dem Bauch heraus: Wenn ein Zyklus 26 Tage dauert und der nächste 33, ist das dann schon unregelmäßig?

Die normale Zykluslänge

Gynäkologen haben bei einer Studie mit gesunden Frauen zwischen 19 und 45 Jahren 9.846 Zyklen ausgewertet und festgestellt, dass nur 13% der Frauen einen 28-Tage-Zyklus haben. Etwa die Hälfte der Zyklen waren länger als 28 Tage und jeder zehnte Zyklus war sogar kürzer als 25 Tage.

Häufigkeit der Zykluslängen
Häufigkeit der Zykluslängen

Der perfekte Zyklus, 28 Tage lang?

Im Diagramm ist deutlich erkennbar, dass eine Zykluslänge von 27 Tagen am häufigsten vorkommt. Geht man davon aus, dass der Idealzyklus das ist, was am häufigsten auftritt, hat der „perfekte Zyklus? eine Länge von 27 Tagen und nicht von 28. Oft wird jedoch vom „regelmäßigen 28-Tage-Zyklus? oder vom „perfekten 28-Tage-Zyklus? gesprochen und es stellt sich die Frage, wie sich diese Zahl eingebürgert hat.

Normale Schwankungen der Zykluslänge

Das folgende Diagramm zeigt, wie sehr die Zyklen in der Länge schwanken. Die Zyklen von 210 Frauen wurden über ein Jahr beobachtet:

Schwankungsbreite der Zykluslängen in Tagen
Schwankungsbreite der Zykluslängen in Tagen

Nur 3,3% der Frauen haben Zykluslängen, die lediglich um bis zu 3 Tage schwanken. Bei 58% der Frauen schwanken die Zykluslängen innerhalb eines Jahres um mehr als 7 Tage.

Zur Veranschaulichung: Eine Frau kann einen Zyklus mit der Länge von 24 Tagen haben und im gleichen Jahr einen Zyklus mit 32 Tagen. Dies ist gilt als regelmäßig! Die Gynäkologen, die diese Studien durchgeführt haben, sind daher zu dem Schluss gekommen:

Zykluslängen zwischen 23 und 35 Tagen gelten unter medizinischen Gesichtspunkten als normal.

Natürliche Familienplanung Heute, Springer Verlag, 4. Auflage, S. 129

Der Grund für die Vorstellung vom Bilderbuchzyklus

Das Sonderbare ist, dass sich Zyklusschwankungen oft nicht normal anfühlen. Der Grund dafür ist, dass der Einnahmerhythmus der Pille unser Bild vom regelmäßigen 28-Tage-Zyklus zementiert.

Die meisten Frauen nehmen viele Jahre lang die Pille nehmen und haben die Vorstellung, dass die Pille den Zyklus regelmäßig macht. So wird es häufig auch vom Frauenarzt erklärt. Fast so, als würde die Pille den natürlichen Prozess lediglich ganz sanft unterstützen, eine harmlose regulierende Maßnahme, ihm gewissermaßen ein paar Stützräder anmontieren, damit der Zyklus es ein bisschen leichter beim Fahren hat. In Wirklichkeit wird der Zyklus aber nicht mit Stützrädern ausgestattet, sondern landet in der Schrottpresse.

Was bleibt, ist ein nahezu willkürlich gewählter Einnahmerhythmus von 28 Tagen für einen künstlichen Zyklus, der mit einem echten Zyklus nicht mehr viel gemeinsam hat, sich aber natürlich anfühlen soll.

Zykluslängen und Schwankungen sind jedoch gut erforscht.

Bei einem unregelmäßigen Zyklus rückt der Eisprung nach hinten

Der weibliche Zyklus hat zwei Phasen: Die Follikelphase ist die Zeit von der Menstruation bis zum Eisprung. Die Lutealphase ist die Phase nach dem Eisprung bis zum Beginn der nächsten Menstruation.

Menstruationszyklus: Follikelphase dauert bis zum Eisprung und ist in der Länger variabel, danach folgt die Lutealphase, die fast immer 10-16 Tage lang ist
Menstruationszyklus: Follikelphase dauert bis zum Eisprung und ist in der Länger variabel, danach folgt die Lutealphase, die fast immer 10-16 Tage lang ist

Die Lutealphase kann hormonell bedingt nicht länger als 18 Tage dauern und ist meistens 10-16 Tage lang. Wenn ein Zyklus nun unregelmäßig ist, dann verlängert sich immer die Follikelphase und der Eisprung wandert nach hinten. Mehr dazu im Artikel über die 2. Zyklushälfte.

Verlängerte Zyklen, was tun?

Es gibt auch den Fall, dass eine Frau zwar 45-Tage-Zyklen hat, diese aber in der Länge kaum schwanken. Im Vergleich zu anderen Frauen würde man ihre Zyklen als unregelmäßig bezeichnen, im Vergleich zu den eigenen Zyklen jedoch als regelmäßig.

Verlängerte Zyklen sind an für sich kein Problem. Die Frage ist vielmehr: Sind lange Zyklen für einen selbst ein Problem? Um bei dem 45-Tage Beispiel zu bleiben:

  • Eine Frau mit Kinderwunsch hat nun lediglich alle 45 Tage die Chance, schwanger zu werden. Im Gegensatz dazu hat eine Frau mit 27-Tage-Zyklus fast doppelt so viele Eisprünge.
  • Bei Verhütung mit der symptothermalen Methode nimmt der prozentuale Anteil der unfruchtbaren Tage ab. Mit NFP kommt man auf etwa 13-18 sichere unfruchtbare pro Zyklus, egal wie lang der Zyklus ist. Bei einem 29-Tage-Zyklus macht das über 50% aus, bei einem 45-Tage-Zyklus sind es unter 40%.

Solange sich keine Zysten bilden, haben verlängerte Zyklen keine Bedeutung. Gehen Sie mit verlängerten Zyklen regelmäßig zur Kontrolle zum Frauenarzt, lassen Sie sich aber nicht einreden, dass verlängerte Zyklen ein Problem darstellen. Mehr dazu weiter unten bei der Frage: Kann man trotz unregelmäßiger Zyklen schwanger werden?

In welchen Lebensphasen ist ein unregelmäßiger Zyklus normal?

Das Alter beeinflusst den Zyklus einer Frau maßgeblich. Bei Jugendlichen sind Zyklusschwankungen in den ersten Jahren nach dem ersten Auftreten der Periode (Menarche) normal.

  • Typisch sind unregelmäßige Zyklen mit einer verlängerten Follikelphase (Phase vor dem Eisprung) und einer verkürzten Lutealphase (Phase nach dem Eisprung)
  • Hinzu kommen gehäuft Zyklen ohne Eisprung (anovulatorische Zyklen)

Mit der Zeit stabilisieren sich die Zyklen, wobei diese Phase bis zum 25. Lebensjahr anhalten kann. Eine 20-Jährige muss also noch keine regelmäßigen Zyklen haben, auch wenn das häufig angenommen und als „Gegenmittel? sehr schnell die Pille verschrieben wird. Generell gilt: Eine junge Frau sollte ihrem Körper die Zeit lassen, damit sich ein regelmäßiger Zyklus entwickeln kann.

Während die Zyklen der 30- bis 39-Jährigen am stabilsten sind, nehmen die Zyklusstörungen ab dem 45. Lebensjahr wieder zu.

Weitere Lebensphasen, in denen ein unregelmäßiger Zyklus gehäuft auftritt, sind:

  • Nach einer Schwangerschaft: Die Hormonumstellung in der Schwangerschaft ist immens. Viele Frauen spüren das an den unterschiedlichen Symptomen wie z. B. Übelkeit und Hungerattacken. Nach der Schwangerschaft ist es nicht anders. Der Körper muss sich wieder an den neuen „nicht-schwangeren? Zustand gewöhnen und ein unregelmäßiger Zyklus gehört dazu.
  • In der Stillzeit ist das Prolaktin erhöht. Dieses Hormon behindert ein in Gang kommen des Zyklus nach der Schwangerschaft. Ein ausbleibender oder unregelmäßiger Zyklus ist in dieser Zeit ganz normal.
  • Nach einer Fehlgeburt: Auch bei einer Fehlgeburt lag eine Schwangerschaft vor, daher gilt hier das gleiche wie nach einer Schwangerschaft.
  • Nach dem Absetzen von hormonellen Verhütungsmitteln (z. B. Pille, Hormonspirale, Implanon, Nuvaring): Durch die Hormone wird der Zyklus unterdrückt. Eine Frau, die die Pille nimmt, hat keinen Zyklus. Daher kann es bis zu 12 Monate dauern, bis sich wieder ein regelmäßiger Zyklus einstellt. Siehe dazu: NFP Post-Pill anwenden

Wodurch kann ein unregelmäßiger Zyklus hervorgerufen werden?

Man unterscheidet zwischen temporären Einflüssen und länger andauernden Störungen.

Zu den temporären Einflüssen sind Reisen mit der damit einhergehenden Zeitverschiebung und Klimaveränderung, Diäten, Krankheiten und Stress zu zählen.

Länger andauernde Störungen werden häufig von pathologischen Zuständen der endokrinen Drüsen verursacht, darunter ist zum Beispiel eine Schilddrüsenfunktionsstörung zu zählen.

Dabei ist aber die individuelle Unterscheidung wichtig. Während manche Frauen sehr empfindlich auf Einflüsse reagieren, haben andere stets einen regelmäßigen Zyklus, egal was in ihrem Leben passiert.

Zyklusstörungen stellen erst dann ein Krankheitsanzeichen dar, wenn sie über einen längeren Zeitraum anhalten.

Natürliche Familienplanung Heute, Springer Verlag, 4. Auflage, S. 136

Das Alter der Frau sollte dabei natürlich – wie im vorherigen Abschnitt erläutert – mit einbezogen werden.

Unregelmäßiger Zyklus als Hinweis auf gesundheitliche Probleme

Mit gezielter Beobachtung des eigenen Zyklus kann man nicht nur effektiv verhüten oder die Chancen auf eine Schwangerschaft erhöhen, sondern auch in gewissem Maße gesundheitliche Probleme diagnostizieren. Den Zyklus beobachten bedeutet, die morgendliche Körpertemperatur zu messen und den Zervixschleim oder Muttermund zu beobachten und beides in ein Zyklusblatt einzutragen.

Zyklusbeobachtung zur Selbstdiagnose: Die Lutealphase dauerte in diesem Zyklus 15 Tage. Diese Frau hat sicher keine Gelbkörperschwäche. Ein Eisprung war ebenfalls vorhanden.
Zyklusbeobachtung zur Selbstdiagnose: Die Lutealphase dauerte in diesem Zyklus 15 Tage. Diese Frau hat sicher keine Gelbkörperschwäche. Ein Eisprung war ebenfalls vorhanden.
  • Eine Temperaturhochlage von weniger als 10 Tagen ist ein Hinweis auf einen geringen Progesteronspiegel. Damit kann die Diagnose einer Lutealinsuffizienz (Gelbkörperschwäche) unterstützt werden.
  • Verweilt die Temperatur länger in der Tieflage, kann dies ein Hinweis auf eine Follikelreifungsstörung sein.
  • Ein anovulatorischer Zyklus (Zyklus ohne Eisprung) kann ebenfalls durch die Temperaturkurve erkannt werden. Dies ist nämlich der Fall, wenn es keinen Temperaturanstieg in der Kurve gibt, sondern die Temperatur immer im gleichen Bereich bleibt.

Auch der anovulatorische Zyklus muss im Kontext gesehen werden. In jungen Jahren und bei vereinzeltem Auftreten sollte kein Grund zur Sorge bestehen. Nach Absetzen der Pille kommt es in 10% der Fälle zu einem anovulatorischen Zyklus.

Vorteile der Zyklusbeobachtung bei einem unregelmäßigen Zyklus

Selbst wenn Sie derzeit in keiner festen Beziehung sind und nur mit Kondomen verhüten, bringt die Zyklusauswertung einige Vorteile.

1. Ein Gefühl für natürliche Schwankungen bekommen

Viele Frauen lassen sich von einem unregelmäßigen Zyklus beunruhigen. Die Pille dürfte daran nicht ganz unschuldig sein. Eine häufige Frage, die man im Internet liest, ist: „Ich nehme die Pille und meine Periode ist noch nicht da, bin ich schwanger??

Die Einnahme der Pille konditioniert uns. Sie gibt uns das Gefühl, dass wir einen „natürlichen? Zyklus haben, indem alle 28 Tage eine Blutung ausgelöst wird. Medizinisch betrachtet handelt es sich dabei jedoch nicht um die Menstruation, sondern um eine Abbruchblutung. Durch die jahrelange Konditionierung stellt sich schnell das Gefühl ein, dass irgendwas nicht stimmt, wenn die Zyklen ohne Anwendung hormoneller Verhütungsmittel schwanken.

Durch die Zyklusbeobachtung kann eine Frau feststellen, ob ihr Zyklus wirklich unregelmäßig ist oder nur den normalen Schwankungen unterliegt.

2. Menstruation prognostizieren

Ein unregelmäßiger Zyklus hat den Nachteil, dass man nie weiß, wann die nächste Blutung einsetzt. Menstruationskalender eignen sich nur zur Protokollierung der Periode, aber nicht zur Vorhersage. Einfache Zyklusrechner liegen mit ihren Vorhersagen oft daneben, weil die Zykluslängen schwanken.

Durch die Zyklusbeobachtung kann der Zeitraum des Eisprungs auf wenige Tage genau eingegrenzt und weil die zweite Zyklushälfte fast immer 12-16 Tage lang ist, kann der Beginn der nächsten Menstruation auf wenige Tage vorausgesagt werden.

3. Eisprung erkennen

Wenn eine Frau nur mit Kondomen verhütet, kann die Angst vor einer unerwünschten Schwangerschaft bei unregelmäßigen Zyklen höher sein als bei regelmäßigen Zyklen, da sie nie weiß, ob ihre Tage ausbleiben und sie schwanger ist oder ob ihr Zyklus lediglich wieder etwas länger ausfällt.

Durch die Zyklusbeobachtung weiß eine Frau, wann ihre fruchtbaren Tage sind und wann ihre nächste Menstruation in etwa einsetzen wird. Dadurch kann sie sehr gut beurteilen, ob die Möglichkeit einer Schwangerschaft besteht oder nicht (z. B. bei einer Kondom-Panne).

Kann man trotz unregelmäßiger Zyklen schwanger werden?

Wenn Sie sich ein Kind wünschen, muss ein unregelmäßiger Zyklus kein Hindernis sein. Viele Frauen werden trotzdem schnell schwanger. Ein unregelmäßiger Zyklus könnte die Zeit bis zur Erfüllung Ihres Kinderwunsches jedoch verlängern.

Sind Ihre Zyklen stark verlängert, beispielsweise 100 Tage lang, werden Sie pro Jahr entsprechend weniger Eisprünge haben. Die Chance auf eine Befruchtung liegt im 1. Übungs-Zyklus bei etwa 28 % und steigt, je länger Sie „üben?. Es kann gut sein, dass Ihr Kinderwunsch sofort in Erfüllung geht. Es könnte aber auch sein, dass Sie länger warten müssen als andere Frauen, weil es oft einige Zyklen dauert, bis der Kinderwunsch in Erfüllung geht.

Empfehlenswert ist es daher, den Zyklus gezielt zu beobachten, um die besonders fruchtbaren Tage zu erkennen. Damit unternehmen Sie aktiv etwas und steigern die Chancen, schwanger zu werden.

Wenn Sie besonders kurze Zyklen haben, könnten Sie unter einer Gelbkörperschwäche leiden. Eine Gelbkörperschwäche kann dazu führen, dass die Eizelle nicht richtig einnistet oder nach der Einnistung wieder abgeht.

Sie können das herausfinden, indem Sie Ihren Zyklus beobachten und feststellen, ob Ihre Temperaturhochlage verkürzt ist (10 oder weniger Tage). Nehmen Sie Ihr Zyklusblatt dann mit zu Ihrem Frauenarzt und sprechen Sie diesen darauf an.

Natürliche Verhütung bei unregelmäßigem Zyklus

Eines der häufigsten Vorurteile lautet: Natürliche Verhütung bzw. NFP geht nur mit regelmäßigem Zyklus. Dieses Vorurteil zeigt jedoch, dass die Person die Methode nicht kennt oder nicht verstanden hat.

Für eine Berechnung des Eisprungs bräuchte man tatsächlich einen regelmäßigen Zyklus. Verhütungscomputer wie Persona oder schlaue Zyklus-Apps funktionieren oft nur bis zu einer Zykluslänge von 35 Tagen.

Bei der symptothermalen Methode wird der Eisprung jedoch nicht berechnet. Anhand von Körpersymptomen wird zuverlässig bestimmt, wann der Eisprung vorüber ist. Das ist ein großer Unterschied.

Weiter oben habe ich erläutert, dass bei einem unregelmäßigen Zyklus immer der Eisprung nach hinten wandert. Bei natürlicher Verhütung ist es egal, wann der Eisprung genau stattfindet, weil man einfach nach den Körpersymptomen Ausschau hält, die den Eisprung begleiten – egal ob diese nun an Tag 14, 21 oder 64 auftreten. Sobald die Temperatur steigt und sich der Zervixschleim verändert, weiß eine NFP-Anwenderin, dass sie ab sofort unfruchtbar ist.

Der Nachteil bei langen Zyklen ist, dass der Anteil sicher bestimmbarer unfruchtbarer Tage immer kleiner wird. Eine NFP-Anwenderin kann normalerweise etwa 13-18 Tage als sicher unfruchtbar annehmen. Die Anzahl dieser Tage ist mehr oder weniger fest und verändert sich kaum.

Beispiel

Bei einem 30-Tage-Zyklus kann eine Frau 17 Tage als sicher unfruchtbar annehmen. Sie kann also an 56% der Zyklustage auf zusätzliche Verhütungsmittel verzichten.

Eine andere Frau hat einen unregelmäßigen 80-Tage-Zyklus. Diese Frau kann ebenfalls 17 Tage als sicher unfruchtbar annehmen. Das macht jedoch nur 21% vom gesamten Zyklus aus. Die 63 Tage zwischen Menstruation und Eisprung muss sie immer mit einem Eisprung rechnen.

Dennoch: Natürliche Verhütung ist bei unregelmäßigem Zyklus trotzdem sicher! Nur eben nicht besonders effizient. Das hängt jedoch sehr von Ihrer Motivation und Ihren Zielen ab.

Zusammenfassung zur Zykluslänge

Wenn Ihre Zykluslänge schwankt, bedeutet das nicht, dass Sie einen unregelmäßigen Zyklus haben.

Zykluslängen zwischen 23 und 35 Tagen gelten unter medizinischen Gesichtspunkten als normal.

Natürliche Familienplanung Heute, S. 129

Machen Sie sich keine Sorgen, wenn Ihre Zykluslängen um einige Tage abweichen. Selbst, wenn Ihre Zyklen innerhalb eines Jahres um 10 Tage schwanken, ist das völlig natürlich.

Fast keine Frau hat einen perfekt regelmäßigen Zyklus und das ist auch gar nicht notwendig.

Ein unregelmäßiger Zyklus kann bedeuten, dass ein gesundheitliches Problem besteht. Sie können dies herausfinden, indem Sie Ihren Zyklus gezielt auswerten und beobachten, wie sich Ihre Körpertemperatur verhält. Aber:

Zyklusstörungen stellen erst dann ein Krankheitsanzeichen dar, wenn sie über einen längeren Zeitraum anhalten.

Natürliche Familienplanung Heute, S. 136

Und zu guter Letzt: Sie können auch bei unregelmäßigen Zyklen schwanger werden.

Quelle für medizinische Grundlagen in diesem Artikel: Natürliche Familienplanung Heute, 4. Auflage, Springer Verlag, Kapitel 9