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6 Tipps für vorsichtige NFP-Anfängerinnen

So fangen Sie mit der symptothermalen Methode sicher an und überwinden Ihre anfängliche Unsicherheit

Fast alle Anfängerinnen haben Zweifel, ob die symptothermale Methode wirklich wirklich sicher ist und sich die unfruchtbare Phase damit zuverlässig bestimmen lässt.

In diesem Artikel haben wir 6 Tipps für Sie, wie Sie die symptothermale Methode sicher anwenden, ohne dabei völlig am Rad zu drehen.

Das Unsicherheitsgefühl am Anfang ist normal, weil man darauf „konditioniert” ist, dass eine Frau jederzeit schwanger werden kann. Diese Annahme ist normalerweise sinnvoll, damit Sie in der Hitze des Gefechts nicht einfach auf gut Glück das Kondom weglassen. Rational wissen Sie, dass es nur wenige Tage im Zyklus gibt, an denen Sie schwanger werden können, aber emotional fühlt es sich trotzdem so an, als könne man von Sex ohne Pille & Co ziemlich leicht schwanger werden und das wollen Sie auf keinen Fall.

Das Stichwort lautet emotional. Sie kennen das sicher: Der Kopf weiß Bescheid, aber der Körper fühlt anders und gerade beim Sex kann das sehr hinderlich sein, wenn Sie in ständiger Angst leben, dass es möglicherweise doch schief gehen könnte. Diese Diskrepanz zwischen rationalem Wissen und dem Bauchgefühl empfinden wir meist dann, wenn wir etwas wissen, ohne es persönlich erlebt zu haben.

Bei der symptothermalen Methode dreht sich in den ersten 2-3 Zyklen daher alles darum, dass Sie Erfahrungswerte sammeln. Sobald Sie einige Male gemerkt haben, welchen Mustern der Zyklus folgt, werden Sie sich automatisch sicherer fühlen.

Das Schöne an der symptothermalen Methode ist, dass Sie sich langsam herantasten können und nicht gleich voll auf's Ganze gehen müssen. Sie können sich stückweise frei geben und dabei die Erfahrung machen, dass Sie tatsächlich unfruchtbare Phasen im Zyklus haben.

1. Geben Sie sich nicht frei, wenn Sie Zweifel haben!

Das ist die wichtigste Regel, um entspannt zu bleiben.

Ihre Temperatur macht komische Sachen und ist nicht eindeutig auswertbar oder Ihr Zervixschleim ist Ihnen ein Rätsel? Nehmen Sie weiterhin an, dass Sie fruchtbar sind und warten Sie den nächsten Zyklus ab. Die Chancen stehen gut, dass der nächste Zyklus besser auswertbar wird.

2. Nur in der zweiten Zyklushälfte freigeben

Ihr Zyklus hat zwei unfruchtbare Phasen. Eine davon ist aus Sicht der Gebrauchssicherheit sicherer als die andere, weil sie unterschiedlich ausgewertet werden.

Bei der unfruchtbaren Zeit am Zyklusanfang wird ermittelt, wann Ihr Eisprung ganz sicher nicht stattfinden kann. Es wird also vorausgesagt:„Der Eisprung findet ganz sicher nicht vor Tag Y statt, folglich bin ich bis Tag X unfruchtbar.” Beispielsweise findet der Eisprung nur ganz selten vor Zyklustag 13 (Y) statt und den Sensiplan-Regeln zur Folge sind Sie bis Zyklustag 5 (X) unfruchtbar (sofern keine andere Regel greift).

Bei dieser Zyklusphase geht es also um eine Vorhersage, was ein kleines bisschen weniger sicher ist, als die unfruchtbare Phase nach dem Eisprung.

Die unfruchtbare Zeit nach dem Eisprung wird eindeutig festgestellt. Wenn Ihre Temperatur ansteigt und erhöht bleibt und sich Ihr Zervixschleim von fruchtbar in unfruchtbar verändert, können Sie ganz sicher nicht mehr schwanger werden. Diese Phase ist besonders sicher, da sie eindeutig identifiziert werden kann (falls nicht eindeutig identifizierbar bzw. falls Sie sich nicht sicher sind, greift obige Regel: Geben Sie sich nicht frei!).

Geben Sie sich anfangs nur in der zweiten Zyklusphase frei, sobald Sie festgestellt haben, dass Ihr Eisprung vorüber ist und nehmen Sie ab dem 1. Tag Ihrer Menstruation an, dass Sie fruchtbar sind.

3. Unfruchtbare Tage verkürzen

Sie haben Ihren Zyklus ausgewertet, Ihre Temperatur ist seit 3-4 Tagen erhöht, Ihr Zervixschleim weist ebenfalls eine schlechtere Qualität auf. Es hindert Sie niemand daran, noch ein paar weitere Tage abzuwarten.

Beobachten Sie, ob Ihre Temperatur wirklich erhöht bleibt (sie wird es). Einige Anfängerinnen trauen sich erst am vorletzten oder letzten Zyklustag auf Kondome zu verzichten, nachdem sie gesehen haben, dass die Temperatur wirklich erhöht bleibt und der Eisprung ganz sicher vorüber ist. Auf diese Weise können Sie sich ganz langsam an die symptothermale Methode herantasten und sich nur dann freigeben, wenn Sie sich wirklich sicher fühlen.

4. Zykluskurve im Forum diskutieren

Vielen Anfängerinnen hilft es, wenn sie ihre Zykluskurven im Forum diskutieren und sich bei Unsicherheit Rat einholen. Der geübte Blick von fortgeschrittenen Anwenderinnen der symptothermalen Methode kann so manche Zweifel zerstreuen.

Tipp: Über die Webversion von myNFP können Sie Ihre Zyklen teilen.

5. Andere Zyklen ansehen und selbst auswerten

Schauen Sie sich die Zykluskurven anderer Frauen an, beispielsweise im Forum. Wie sehen deren Temperaturverläufe aus? Wann beginnt die unfruchtbare Zeit? Warum ist die unfruchtbare Zeit am Zyklusanfang so lang wie sie ist? Tippen Sie bei myNFP auf den Button (i) bzw. in der Webversion unter dem Kurvenblatt auf „Wie wurde ausgewertet?”, um zu verstehen, wie myNFP bei der automatischen Auswertung vorgegangen ist.

Das hilft auf zwei Arten. Zum einen entwickeln Sie ein besseres Regelverständnis, zum anderen sehen Sie, dass viele Frauen schon seit Jahren erfolgreich die symptothermale Methode anwenden. Einige Anfängerinnen berichten, dass insbesondere die Zykluskurven anderer Frauen dabei geholfen haben, sich sicherer zu fühlen und sagten:„Wenn die das können, kann ich das auch.”

6. NFP-Beratung oder NFP-Kurse gegen Unsicherheit

Ein persönliches Gespräch hilft oft am besten und ist die schnellste und sicherste Lösung, um Unsicherheit zu überwinden. Die Malteser bilden Beraterinnen in ganz Deutschland aus und haben hier ein Verzeichnis mit Beraterinnen, an die Sie sich wenden können.


Die Phase der Unsicherheit hat fast jede Anwenderin der symptothermalen Methode durchgemacht. Diese Ängste verfliegen jedoch erfahrungsgemäß nach relativ wenigen Zyklen und für viele Frauen fühlt es sich dann so an, als hätten sie nie etwas anderes gemacht. Sie berichten von einem besseren Körpergefühl und einem intuitiveren Verständnis für den eigenen Zyklus. Es gibt keinen Grund, warum das bei Ihnen nicht genauso ablaufen sollte.

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