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Schnellstart mit der symptothermalen Methode

Beobachten, was wirklich relevant ist, für einen einfachen Einstieg

Die symptothermale Methode erlernen ist wie bei einem Brettspiel. Wer nur die Anleitung liest, versteht nur Bahnhof. Besser das Spiel nebenbei aufbauen und – mit Regelbuch in der Hand – anfangen zu spielen. Nach 1-2 Runden hat man den Dreh raus.

Mit dieser Schnellstart-Anleitung fangen Sie sofort mit der symptothermalen Methode an und lesen sich in den ersten 30 Tagen nur das durch, was Sie benötigen. So bekommen Sie erste Erfahrungen und finden ganz schnell heraus, ob Ihnen die Methode gefällt oder nicht.

Wenn dann etwas unklar ist, können Sie ganz gezielt hier auf myNFP im Wissensteil und in der empfohlenen Literatur nachlesen.

Vor dem ersten Zyklus

  • Kaufen Sie sich ein digitales Thermometer mit zwei Nachkommastellen (das Domotherm Rapid ist sehr beliebt)
  • Oder ein analoges Thermometer mit großer Skala (Geratherm basal)

Siehe: Liste geeigneter Thermometer

Beginnen Sie auf keinen Fall mit einem Thermometer mit nur einer Nachkommastelle. Die Ergebnisse sind zu ungenau und häufig sind solche Zykluskurven gar nicht auswertbar. Das ist frustrierend und der Lerneffekt ist praktisch Null.

Die Blutung ist da, es geht los

  • Der 1. Zyklus beginnt am Tag der Blutung in gewohnter Stärke.
  • Nach Absetzen hormoneller Verhütungsmittel kann die Blutung sehr schwach ausfallen oder ganz ausbleiben. Dann hier nachlesen: Post-Pill.
  • Den 1. Zyklus beobachten Sie nur und verhüten immer mit Kondomen. Wichtig: Richtige Größe verwenden! Falls Ihnen Kondome allein zu unsicher sind, verwenden Sie zusätzlich ein Diaphragma.
  • Normalerweise gibt es am Zyklusanfang eine unfruchtbare Phase. Die ignorieren Sie im 1. Zyklus. Sie gehen davon aus, dass Sie ab Zyklustag 1 fruchtbar sind und schwanger werden können. Im 2. Zyklus schauen wir uns die Unfruchtbarkeit am Zyklusanfang genauer an.

Ab jetzt täglich

Symptom Temperatur

  • Temperatur messen: Morgens vor dem Aufstehen 3 Minuten vaginal messen (dort sind die Messwerte oft stabiler als oral). Das ist Ihre sogenannte Basaltemperatur, also die Temperatur des Körpers im Ruhezustand, wenn Ihr Kreislauf noch nicht in Gang gekommen ist.
  • Wichtig bei digitalen Thermometern: Nicht nur bis zum Piepton messen! Die Temperatur steigt auch nach dem Piepton weiter an.
  • Versuchen Sie, jeden Tag zur gleichen Uhrzeit zu messen. Falls das nicht geht, notieren Sie immer die Messuhrzeit, um Temperaturschwankungen besser nachvollziehen zu können.
  • Störfaktoren berücksichtigen. Ist der Wert viel höher als gestern? Könnte es sein, dass der Wert durch irgend etwas gestört wurde, z. B. Schlafprobleme, Alkohol am Vorabend, Krankheit? Notieren Sie alle potenziellen Störfaktoren im Zyklusblatt.

Symptom Zervixschleim

  • Mehrmals täglich den Zervixschleim beobachten und nach Sehen, Fühlen (mit dem Finger) und Empfinden (ohne Finger, wenn Sie an Ihren Intimbereich denken) beurteilen. Beschreiben Sie den Zervixschleim in eigenen Worten. Schauen Sie in die Zervixschleimtabelle und finden Sie geeignete Attribute. Notieren Sie alles, um später vergleichen zu können.
  • Wählen Sie das passende Schleimsymbol (t, ∅, f, S, S+) aus der Tabelle oder tragen Sie passende Attribute (gefühlt/gesehen) auf myNFP ein. Das richtige Schleimsymbol wird dann automatisch gewählt.
  • Es gilt immer die beste Schleimqualität des Tages, egal ob diese morgens, mittags oder abends beobachtet wurde.

Wenn Sie mal vergessen, die Temperatur zu messen oder den Zervixschleim zu beobachten, ist das nicht so schlimm. Bei der symptothermalen Methode werden Lücken im Zyklusblatt einfach ignoriert.

Aber: Je mehr Daten Sie haben, desto genauer wird die Auswertung.

Ab Zyklustag 12

  • In den nächsten Tagen könnte Ihr Eisprung stattfinden. Fangen Sie an, die Körpersymptome nach den Regeln auszuwerten.
  • Stellen Sie einen deutlichen Temperaturanstieg fest, bei dem die Temperatur über 2-3 Tage oben bleibt?
  • Verändert sich gleichzeitig (+/- 3 Tage) die Qualität des Zervixschleims und wird schlechter?
  • Stellen Sie sich täglich die Frage: Sind die Symptome ein deutlicher Hinweis auf den Eisprung oder könnten die Symptome auch zufällig entstanden sein?

Ab Zyklustag 16

Halten Sie Ausschau nach den folgenden weiteren Körpersymptomen:

  • Schmerzen Ihre Brüste?
  • Spüren Sie einen Schmerz im Unterleib (den sogenannten Mittelschmerz)?
  • Verändert sich Ihre Libido, Stimmung oder Haut?

Diese Symptome sind für die Auswertung unwichtig, geben Ihnen aber ein besseres Gefühl für die aktuelle Zyklusphase.

Nach der Auswertung bis zum nächsten Zyklus

  • Messen Sie weiterhin täglich Ihre Temperatur. Diese sollte bis zur nächsten Menstruation erhöht bleiben. Das ist die sogenannte (Temperatur-)Hochlage.
  • Beobachten Sie weiterhin jeden Tag Ihren Zervixschleim. Dieser kann zwischendurch wieder „fruchtbar” werden. Nicht irritieren lassen, das ist normal.

Die Menstruation kommt – ein neuer Zyklus beginnt

Betrachten Sie rückblickend Ihren Zyklus.

  • War der Temperaturanstieg eindeutig erkennbar? Vielleicht sogar so, dass Sie ganz intuitiv eine Tieflage und eine Hochlage sehen können wie im Bild oben?
  • Gab es einen Tag mit besonders fruchtbarem Zervixschleim (S+), der sich von allen anderen Tagen in Konsistenz oder Aussehen unterschieden hat?
  • Welche Schwierigkeiten hatten Sie bei der Beobachtung oder bei der Anwendung der Regeln?
  • Was fiel Ihnen leicht, was nicht?
  • Wie haben Sie die Zyklusphasen emotional empfunden, gab es Unterschiede?
  • Wie war Ihre Libido im Zyklusverlauf?

Der erste Zyklus ist sozusagen eine Art Bestandsaufnahme. Sie werden feststellen, dass sich im 2. Zyklus bestimmte Muster wiederholen – nicht exakt so wie im 1. Zyklus, allerdings wird die Temperatur ein ähnliches Tieflagenniveau haben und dann zu einem ähnlichen Hochlagenniveau ansteigen. Der Zervixschleim wird wieder einen Höhepunkt haben, gefolgt von einigen Tagen mit „schlechterer” Qualität.

Der 2. Zyklus mit der symptothermalen Methode

  • Lesen Sie die Regeln zur Unfruchtbarkeit am Zyklusanfang
  • Beobachten und werten Sie Ihren 2. Zyklus genauso aus wie den ersten.
  • Befassen Sie sich erneut mit Störfaktoren und dem Ausklammern von Temperaturwerten. Gestörte Werte werden von der Auswertung ausgeklammert und so behandelt, als seien sie nicht vorhanden.
  • Versuchen Sie, den Zervixschleim weiterhin in eigenen Worten zu beschreiben und ausführlich zu dokumentieren. Die Zervixschleimauswertung wird von vielen Anfängerinnen als der schwierigste Teil der symptothermalen Methode empfunden. Nach ein paar Zyklen wird das jedoch deutlich einfacher, weil Sie mehr Vergleichsmöglichkeiten mit früheren Zyklen haben.
  • Ist etwas unklar? Scheuen Sie sich nicht, Fragen im Forum zu stellen und Ihre Kurve zu verlinken. Das hilft enorm dabei, die Methode besser zu verstehen.

Viel Spaß mit der symptothermalen Methode!

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