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In 4 Stufen zum Profi

So entwickeln Sie Auswertungs-Kompetenz

Wenn Sie schnell Kompetenz in der Anwendung der symptothermalen Methode entwickeln wollen, müssen Sie zunächst einmal wissen, wo Sie überhaupt stehen. Der Rest ist dann ziemlich einfach.

Nach dem 4-Stufen-Kompetenzmodell können Sie Ihre Auswertungs-Fähigkeiten folgendermaßen einteilen:

  1. Unbewusste Inkompetenz: Sie wissen nicht, wie Ihr Zyklus funktioniert, Sie wissen nicht, wann Sie schwanger werden können und welcher Zusammenhang zwischen körperlichen Symptomen und Ihrer Fruchtbarkeit besteht.
  2. Bewusste Inkompetenz: Sie lesen hier auf myNFP quer und Ihnen fällt zum ersten Mal auf, dass Sie über Ihren Zyklus bisher sehr wenig nachgedacht haben. Ihnen ist bewusst, dass sich etwas ändern muss. Sie fangen an, sich Fragen zu stellen, wie Zusammenhänge im Körper ablaufen und was das alles mit Ihrer Fruchtbarkeit zu tun hat.
  3. Bewusste Kompetenz: Sie haben eine ordentliche Basis, wissen über Ihren Zyklus Bescheid, kennen die Sensiplan-Regeln, haben schonmal einen Zyklus ausgewertet, aber die Anwendung der Regeln erfordert Konzentration. Sie müssen die Regeln nachschlagen, ganz genau hinschauen, überlegen, welche Werte ausgeklammert werden, warum welche Temperaturregel angewandt wird.
  4. Unbewusste Kompetenz: Sie wenden die symptothermale Methode an, ohne groß darüber nachzudenken. Ihre Zyklen enthalten nur noch stichprobenartige Messungen, da Sie Ihren Körper so gut kennen, dass Sie fast intuitiv wissen, ob Sie gerade fruchtbar sind oder nicht. Sie haben die Methodenregeln für Ihre Situation leicht angepasst, beobachten weitere Körpersymptome (Libidoverlauf, Brustsymptom, Mittelschmerz, Stimmungswechsel), die Ihnen auch ohne Zykluskurve durch Ihre große Erfahrung deutlich sagen, wo Sie sich gerade in Ihrem Zyklus befinden.
4-Stufen-Kompetenzentwicklung
4-Stufen-Kompetenzentwicklung

Beispiel: Zyklus #3 vs. Zyklus #55

Zyklus #3: Bewusste Kompetenz. Alles genau dokumentiert, sauber ausgewertet, unfruchtbare Zeit sehr konservativ genutzt. Angefangen, sich für den Muttermund zu interessieren und diesen ebenfalls beobachtet, um Zusammenhänge besser zu verstehen.

Zyklus #55: Unbewusste Kompetenz. Stichprobenartige Messungen, sekundäre Symptome mit einfließen lassen (Brustsymptom, Libido, Stimmung), diese jedoch gar nicht mehr dokumentiert. Unfruchtbare Zeit ebenfalls nicht mehr dokumentiert, da diese offensichtlich ist (aber nur, wenn man weiß, was man tut).

Stufen aufsteigen

Wenn Sie mit der symptothermalen Methode zuverlässig die unfruchtbaren Phasen erkennen wollen, genügt es, Stufe 3 zu erreichen. Stufe 4 kommt mit der Zeit ganz von selbst. Wenn Sie diesen Artikel lesen, sind Sie außerdem bereits in Stufe 2. Ihnen ist Ihr eigenes Unwissen bewusst und Sie wollen etwas daran ändern. Sie haben damit bereits die schwierigste Stufe überwunden, weil es nahezu Zufall ist, ob Sie in einem Wissensbereich überhaupt jemals etwas über Ihre Defizite erfahren oder nicht.

Die anderen Stufen erfordern nun lediglich Ihr aktives Zutun. Bei der ersten Stufe sind Sie massiv von Ihrem Umfeld und den Infos abhängig, die Sie täglich aufschnappen. Wenn Sie von einem Thema noch nie etwas gehört haben, ist Ihnen auch nicht bewusst, was Sie verpassen und Sie können aktiv nichts unternehmen, um diese Wissenslücke zu schließen. Sie werden erst auf Ihre Wissenslücke aufmerksam, wenn Sie durch äußere Umstände dazu gezwungen sind (z. B. wenn Sie mit der Pille nicht mehr zufrieden sind und nach Alternativen suchen). Oder wenn Ihnen jemand von dem Thema erzählt. Oder wenn Sie Infos dazu zufällig mitbekommen und der Infofetzen Sie nicht mehr loslässt.

Auswertungs-Kompetenz entwickeln

Von Stufe 2 auf Stufe 3 zu gelangen, ist einfach, weil Sie einen genauen Plan verfolgen können, um bewusste Kompetenz zu erreichen:

  1. In die Sensiplan-Regeln einlesen. Am besten hier im Wissensteil und im Buch Natürlich und Sicher.
  2. Die Rolle des Zervixschleims verstehen und erste Erfahrungen in der Schleimbeobachtung sammeln.
  3. Das erste Zyklusblatt anlegen und anfangen, Thermometer mit zwei Nachkommastellen bestellen und jeden Morgen die Basaltemperatur zu messen.
  4. Alle Daten in das Zyklusblatt eintragen und mit Hilfe der Sensiplan-Regeln und der automatischen Auswertung von myNFP nachvollziehen, wie der Zyklus ausgewertet werden muss.
  5. Unklarheiten im Forum diskutieren.

Nach einigen Zyklen haben Sie dann bereits so viel Erfahrung, dass Sie sogar schon langsam an Stufe 4 kratzen. Außerdem werden Sie tausend Fragen haben, Dinge entdecken, über die Sie bisher nicht nachgedacht haben, Verknüpfungen herstellen und sich mit verwandten Themen auseinandersetzen. In ein paar Monaten helfen Sie bereits den nächsten Anfängerinnen mit der Zyklusauswertung und denken über Ihre eigene Zyklusauswertung kaum noch nach. Dann haben Sie schon Stufe 4 erreicht.

Dieses Zykluswissen und Ihre Erfahrung mit der symptothermalen Methode werden Ihnen für den Rest Ihres Lebens erhalten bleiben.

Wie oft kommt man in Situationen, in denen man sich ein klitzekleines bisschen mehr Zykluswissen wünschen würde? Beispielsweise, wenn man schwanger werden will. Oder wenn einem der Frauenarzt irgendwas über den eigenen Körper erzählt und man mit Selbstvertrauen und Kompetenz beurteilen kann, was er da gerade von sich gibt. Oder wenn sich die beste Freundin Sorgen macht, ob Sie die Pille falsch eingenommen hat und wie hoch die Wahrscheinlichkeit nun ist, dass sie ungewollt schwanger sein könnte.

Tipp: So können Sie sich langsam an symptothermale Methode herantasten, ohne sich verrückt zu machen: 6 Tipps für vorsichtige NFP-Anfängerinnen

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